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anlassen

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DWB
Anchors
12 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

anlassen

Bd. 1, Sp. 391
anlassen, immittere, etwas an etwas lassen, nnl. aanlaten, ahd. analâʒan (Graff 2, 305) mit doppeltem acc., das wasser anlassen, den teich anlassen; das rad, die uhr anlassen, in gang setzen; die bälge anlassen, an die kohlen blasen lassen; die hunde anlassen, an das wild lassen. einen anlassen, locken, reizen: damit sie andere desto besser anlassen (an das spiel fassen lassen), verspielen sie oft freiwillig etwas weniges. Simplic. 1, 300. verschieden hiervon ist ein anlassen mit dem dat. der person: das kind ist vor müde eingeschlafen, wir wollen ihm die strümpfe anlassen und es gleich niederlegen; man soll in der rauhen luft ihm den mantel noch anlassen; du hast mir treulos gedient, ich kann dir meine livree nicht länger anlassen, d. i. an dir lassen; hie hab ich guter wurfel drei, die mir so treulich bei gestan, das sie mir oft kein faden anlan. fastn. sp. 791, 25, an mir keinen faden lassen. Einen mit worten und reden übel, hart, rauh, zornig, aber auch freundlich, höflich anlassen, anfahren, asperius, benignius appellare: diesen kerln mit so viel schmachworten anzulassen. Weise kl. leute 227; ich fuhr über seinem anblick zusammen und fürchtete hart von ihm angelassen zu werden. Wieland 30, 358; wenn meine laune dich übel anliesz. Lessing; sie liesz das fräulein mit harten worten an. Musaeus 3, 156; als sie im hauptquartiere übel angelassen wurden, weil sie nicht so reinlich erschienen. Göthe 30, 88; als ihr ihn neulich etwas hart angelassen habt. Tieck nov. 6, 62; er ist darüber mit manchem spotte angelassen worden. Kant 3, 391; unser held wurde von der fürstin noch freundlicher angelassen, als vom fürsten. J. Paul Hesp. 3, 81. vgl. veranlassen. Sich anlassen, speciem habere, incipere, se gerere, zumal von aufwachsenden kindern und blumen: besundirn, da er noch ein junger man was, er sich suiberlichen in der kunst anliesz. urk. von 1405 in Fichards Wetteravia s. 185; es loszt sich eben sörglich an. Brant narrensch. 261; welcher vater wolt nit freud han, wenn sich seine kind so wol lassen an? fastn. sp. 691, 10; unser hänlin liesz sich wol an. Fischart Garg. 111b; der knabe hat sich so wol angelassen. pers. rosenth. 1, 5; und wenns geschicht wie sichs anläszt. Luthers br. 2, 597; wie ihr aber euch mit geberden anlasset. Kirchhof wendunm. 139b; die veilgen brechen aus, doch lassen sich ingleichen das bleiche sorgenkraut und scharfe senf wol an. Opitz 1, 422; wie sich der himmel pflegt im frühling anzulassen. Werders Ariost 11, 65; wo die tragödi so anmuthig wie sich der anfang anlässet. Gryphius 1, 731; es läszt sich fast so an (sieht beinahe so aus). Günther 812; mülstein aus dem Albertshügel, als welcher stein sich am allertüchtigsten dazu anliesz. Felsenb. 2, 319; nach einer trüben nacht läszt es sich doch zu einem heitern tage an. Musaeus 4, 168; der wirt war ein feiner höflicher mann, der sich gegen fremde gäste sehr wol anlassen konnte. Weise erzn. 8; wir wollen sehen, wie sich der neunde tag anläszt (bei dem kranken). 360; vielleicht lass ich mich desto besser als kuppler an. Schiller 201; der geistliche erzählte ihm, dasz der alte sich schon recht gut anlasse und dasz man hofnung zu seiner völligen genesung habe. Göthe 19, 246; meine kinder lassen sich zu gescheidten jungen an. 20, 135; es liesz sich an als müste der mann endlich sein weib mit gewalt entführen. Klinger 4, 108; und gerade jetzt läszt sichs zum interesse an. J. Paul Nepomukkirche 127; alles läszt sich jetzt wieder zum frieden an; es läszt sich an, als wenn keine arznei mehr helfen wollte. Man darf auch hier, wie in ähnlichen redensarten einen sinnlichen ursprung voraussetzen, das getraide läszt sich heuer gut an, der wein läszt sich herlich an konnte bedeuten: an die halme, ähren, an die reben; das kind läszt sich wol an, an die knochen, beine. der abgezogne gebrauch weisz davon nichts mehr, und fügt andere praepositionen, wie zu, bei.
3918 Zeichen · 64 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Anlassen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Anlassen , verb. irreg. act. (S. Adelung Lassen ,) welches in seinen meisten Bedeutungen sehr elliptisch ist, und ein…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    anlassen

    Goethe-Wörterbuch

    anlassen auch subst 1 von Wasser, PartPrät als Zustandsbezeichnung iSv eingelassen sie [ Berkaer Schwefelwasser ] wurden…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Anlassen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Anlassen ( Nachlassen ), Weichmachen von Stahl, Gußeisen und andern Metallen. Gußeisen wird mit Lehm bestrichen, in Koks…

  4. modern
    Dialekt
    anlassenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    an-lassen st. : 1. 'in Gang setzen'; die Mihl aaⁿlosse [allg.]. Die Schnorr 'die Arbeitspause an den Spinnabenden' (s. S…

  5. Spezial
    anlassen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    an|las|sen vb.tr. 1 (Motor) mëte a jí, fá pié ia 2 (nicht ausziehen: Kleider) lascé indos 3 (nicht ausmachen) lascé impi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit anlassen

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

anlassen als Zweitglied (1 von 1)

veranlassen

DWB

ver·anlassen

veranlassen , verb. adducere, incitare. mhd. veranelâʒen mit schwacher flexion. ursprüngliche bedeutung des stark flectierten simplex ' etwa…

Ableitungen von anlassen (1 von 1)

veranlassen

DWB

veranlassen , verb. adducere, incitare. mhd. veranelâʒen mit schwacher flexion. ursprüngliche bedeutung des stark flectierten simplex ' etwa…