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zwickel

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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18 in 17 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zwickel m.

Bd. 32, Sp. 1112
zwickel, m. , mhd. zwickel; vereinzelt zwichel (bair.), zwigkel (15. jh.) Lexer 3, 1213, zwigel (15. jh.) Diefenbach gl. 553b; insn. entlehnt: svikkel. ableitung zu zweck, 1zwick oder zwicken vb. mit l-suffix, vgl. Wilmanns gr.2 2, 266. 11) eigentlich; keilförmiges stück in den mannigfaltigsten anwendungen von körpern und flächen gebraucht. 1@aa) handwerkszeug mit keilförmiger spitze, keil aus holz, eisen: calus (lies clauus) zwichel (12. jh.) ahd. gl. 3, 626 St.-S.; und 〈der〉 zimberman den zwickel bliwet durch den herten nagel Wolfram v. Eschenbach Willehalm 54, 22; (der) paumheckel ... nistet in den holen paumen, und wenn man im seineu kint versleht mit ainem zwickel, so ... Konrad v. Megenberg buch d. natur 380 Pf.; ist das sich die pfersich rimpfend und abfallent, so soltu die grossisten wurzen in dem pfersichpawm klieben und treib darinn vasst zweckch oder zwigkl, die gemacht sein aus chien (15. jh.) zs. f. dt. ph. 17, 237; item auch sol man den holzknechten ir arbet, ir zwickel, irn zeuch unbekumert laszen (15. jh.) österr. weist. 7, 362; besonders aber zu den bäumen gehört der ... bohrer ..., stemmeisen, ... zwickel, wurmeisen v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 394; flugsnägel, schwartvögel, zang, zwickl und schlägl des knaben wunderhorn bei A. v. Arnim 14, 83; zwickel keil des binder- oder böttcherhobels Prechtl encycl. (1830) 8, 564. holzzapfen an der tonne: oder sonst mit einem zwickel das fasz offene (v. j. 1544) quellen z. rechtsgesch. Marburgs 1, 346 Küch; wischte über das am ofen liegende essigfasse und zoge ausz demselben den zapfen oder zwickel gepflückte fincken (1665) 291. so mundartlich lebendig, vgl. Schmidt Westerwald 343, Kehrein Nassau 457. 1@bb) keilförmiger, durch muster verzierter eingestrickter einsatz über den knöcheln in den strümpfen: der strümpff an hosen hett ich gar bald vergessen, doch weisz ich nichts daran zu tadeln ohne die zwickel, so mit lilien eingemachet sein theatr. diab. (1587) 2, 69a; der seidne strumpff schien auch vortrefflich wohl zu stehen, die zwickeln waren ja recht unvergleichlich schön Hoffmannswaldau u. a. Deutschen ged. (1697) 7, 58; (sie) hob das eine füszchen mit vorsicht über den hohen zaun, enthüllt bis zur blume des zwickels J. H. Voss ged. (1802) 1, 20; die erste brautjungfer legte ihr die blauen strümpfe mit rothen zwickeln an Immermann 3, 19 Boxb.; in dieser bedeutung mundartlich in ganz Deutschland gebraucht, in die nordischen sprachen als lehnwort aufgenommen, s. Falk-Torp 2, 1217. 1@cc) dreieckige oder rhombische (nämlich doppelt dreieckige) einsatzstücke an kleidungsstücken zur erweiterung, seltener zur verzierung angebracht; mhd. dafür zwic, vgl. und macht ir die zwik so wit des teufels netz 12012 Bar.: die nähte bestechen und die zwickel zieren Cunrad Dieterich eccles. (1642) 2, 903; bey etlichen (Russen) sind die zwickel unter den armen wie auch unten an den seiten von rothen taffent gar zierlich gemachet A. Olearius persian. reisebeschreib. (1696) 91; hauben mit zwicklen ob- und unten liederl. gesindel (1738) 55; (im lied vom hemde) saum und zwickel und band, band und zwickel und saum Freiligrath ges. dicht. (1877) 3, 150. 1@dd) als architektonischer und kunstgeschichtlicher terminus für ein dreiseitig begrenztes mauerwerk (wand- oder gewölbestück), bei dem die begrenzungslinien gerade oder gebogen sind und die keilspitze unten liegt: will man aber die zwickel ... von sterke wegen mit strebsteinen auszmauren, das mag man auch thon Dürer underricht z. befestigung d. stett (1527) a 3b; Raphael hat dergleichen (darstellungen der götterattribute) in den zwickeln der Farnesina nachgeahmt und verklärt Göthe I 30, 63 W.; zwei zwickel ... werden durch geflügelte knaben ... ausgefüllt H. Brunn kl. schr. (1898) 1, 66; dasz die zwickel immer zwischen den fenstern spitz in die wand herab verlaufen Herman Grimm Michelangelo 1 (1898) 277; die über den pfeilern (der brücke) sich bildenden leeren zwickel wurden ... mit schutt ... ausgefüllt v. Alten hdb. f. heer u. flotte (1909) 2, 563. ungefähr rhombisches stück glas zwischen den butzenscheiben: bei (den glasern) soll ... vier zwicklen vor eine scheuben ... gerechnet werden (v. j. 1583) Egerer zunftordnung 50 Siegl; sechs zwickhel (fensterglas) gelten für ein scheiben beleg (v. j. 1709) bei Schmeller-Fr. 2, 1172; in den zwickeln zwischen den herzförmigen flächen (eines geschnittenen glases) v. Czihak schles. gläser (1891) 199. in der heraldik: das schwartze feld, aus dessen mitte oder halbem theil, nach der länge abgetheilet drey weisze zwickel auff einander, die spitzen auszwärts gekehret, erscheinen Spener op. herald. (1680) pars spec. 473; vgl. Querfurth wb. d. herald. terminol. (1872) 181. 1@ee) dreieckig geschnittene haar- oder bartteile: ihrem haupt verstatten sie keine locken, sondern schneiden das haar ab und lassen nur vorn, an beiden seiten, über den ohren einen zwickel sitzen Valvassor Crain (1689) 2, 328; wie solte nicht dein barth fein grosze zwickel haben, und solte nicht der bauch zehn spannen dicker seyn? Chr. Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 2, 527; wenn sie noch wenigstens überm munde auch einen (bart) hätten, aber blos so vom kinn ein paar zwickel herab, gerade wie ein geisbock Gutzkow ges. w. (1872) 3, 197; männer ... mit seidenweichem, hellblondem haar, das im nacken in einem eigentümlichen zwickel endete W. Weigand Löffelstelze (1919) 4. vom gefieder: neben der stirn fängt er (der schnabel) ... in einer kurzen spitze an, und die befiederung jener tritt als stumpfer zwickel ... vor Naumann vögel (1822) 11, 217. 1@ff) keilförmiges stück land: an dem zwickel der berge kommt hier ein schöner flusz aus der erde Seume spaziergang (1803) 85; auf die wiesen, wo der wald den zwickel macht nationalzeitung 33 (1880) 343; keilförmiger teil eines ackers (weit verbreitet) Fischer schwäb. 6, 1451; vgl. zwikhl kleines grundstück Bacher Lusern 432. 1@gg) die anschauung des keilartigen verblaszt in der bedeutung 'stück brot': hernach brockte er einen tüchtigen zwickel torfbraunen brotes in die rauchende suppe H. Watzlik d. alp (1923) 38; ein zwickel brod Fischer schwäb. 6, 1452. 22) bildlich - übertragen: ja, ja, euer kopff hat 10 splitter und 11 zwickel zu viel und 9 zu wenig Harsdörffer gesprächsp. (1641) 2, 308; deswegen plagte E. seinen jungen auch nicht mehr mit dem 'i', denn er dachte: wenn A. auch nicht einer vom gericht wird ... wenn im kopf nur jeder zwickel an der richtigen stelle sitzt H. Stehr ges. w. (1924) 3, 137. für eigenart, besonderheit, laune, spleen des menschen: ein jeder hat seinen zwickel Pistorius thes. paroem. (1715) 702; ja, wenn du deinen adelichen zwickel nicht hättest G. Stephanie d. jüng. s. lustsp. (1771) 260; mein herr hat heunt an zwickel id. austr. (1824) 130. — verbreiteter für einen wunderlichen, eigensinnigen, sonderbaren menschen: wann der astrologische zwickel nur hett künen mit sein calender einhaltn J. J. Schwabe tintenfäszl (1745) b 5b; das sind, scheints mir, ... englische lords, verdrehte zwickel A. Ulitz narrenkarosse 25; überhaupt, ein komischer zwickel sind sie G. Reicke märtyrer (1903) 115. in den maa. weit verbreitet, bes. im md., vgl. z. b. Kehrein Nassau 457, Hertel Thür. 267, Müller-Fraureuth obers. 2, 720, Bernd Posen 366, Jacob Wien 232, Fischer schwäb. 6, 1452. — anders in der redensart zwickel spielen: eine interessante ... persönlichkeit, welche sich das wärmste gefühl für Deutschland bewahrt hat und hier groszen zwickel spielt (1869) Kurd v. Schlözer mex. br. 7; he spelt dor sien zwickel fühlt sich als mittelpunkt Mensing schlesw.-holst. 5, 763.
7675 Zeichen · 208 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zwickelstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    zwickel stn. der keil. stipes gl. Mone 6,439. calus sumerl. 33, 51. der zimberman blîwet den zwickel durch den herten na…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zwickel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Zwickel , des -s, plur. ut nom. sing. ein zugespitzter Theil, besonders so fern er in einen andern eingesetzet wird,…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zwickel

    Goethe-Wörterbuch

    Zwickel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zwickel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Zwickel , in der Baukunst eine nach unten spitz zulaufende, dreiseitige ebene oder gekrümmte Fläche, die von Bogen oder …

  5. modern
    Dialekt
    Zwickel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Zwickel I [Tswekl Rapp. ] n. Holzzäpfchen zum Schliessen des Hahns Rapp. Zss. –riberle.

  6. Sprichwörter
    Zwickel

    Wander (Sprichwörter)

    Zwickel 1. Jeder hat seinen Zwickel. – Blum, 455; Gaal, 1218. Vollkommen ist niemand, wie nicht leicht ein Kleidungsstüc…

  7. Spezial
    Zwickel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zwi|ckel m. (-s,-) ‹arch› danterot (-oc ) m. , spersa danter ôc f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zwickel

23 Bildungen · 21 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von zwickel 2 Komponenten

zwic+kel

zwickel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zwickel‑ als Erstglied (21 von 21)

zwickelbärtchen

DWB

zwickel·baertchen

zwickelbärtchen , n. : das zwickelbärtchen erblickt man erst hernach im achtunddreiszigsten jahre seines alters wieder unter seiner nase E. …

zwickelbärtig

DWB

zwickel·baertig

zwickelbärtig , adj. : wie kam der zwickelbärtge kerl euch vor? Z. Werner Martin Luther (1807) 198 ; den langgelockten, zwickelbärtigen cava…

zwickelbart

DWB

zwickel·bart

zwickelbart , m. , dreieckig geschnittener bart, vgl. älteres zwickbart und zwickel 1 e: der mann auf dem posten war ein Gascogner, er stric…

zwickelbein

DWB

zwickel·bein

zwickelbein , n. , knochen, die in den nähten oder fontanellen der schädelknochen entstehen: ( schädel einer fünfzigjährigen ) zwickelbeine …

zwickelbild

DWB

zwickel·bild

zwickelbild , n. , vgl. zwickel 1 d: ( Schnorr ) malte soeben in einem der zwickelbilder an der decke L. Richter lebenserinn. (1909) 207 .

Zwickelbohre

RhWB

Zwickel-bohre Goar-Braunshorn , Zell-Sohren , Koch-Leyenkaul , Bo-Stdt f. (gern Dimin.): kleiner Handbohrer, zum Vorbohren (s. o. Zwick-).

Zwickelhut

PfWB

zwickel·hut

Zwickel-hut m. : ' ein auf beiden Seiten hochgeschlagener Hut, Schiffhut ', Zwickelhut [ BZ-Billh ].

Zwickel II

ElsWB

Zwickel II [Tswekl Dunzenh. Ingenh. ] m. Zwickel am Strumpf, Keil mit besonderem Muster. Der Z. beginnt etwa 15—20 cm. unterhalb des Anfangs…

Zwickelnaht

Campe

zwickel·naht

Die Zwickelnaht , Mz. — nähte , eine aus zwei in einen Zwickel auslaufenden oder spitz zu laufenden Nähten bestehende Naht, dergleichen sich…

Zwickelriberle

ElsWB

Zwickelriberle [Tswekhlríwərlə Rapp. ] n. hölzerner Fasshahn mit Verschlusszäpfchen am Kopfe. s. Zwickerle.

zwickelstrumpf

DWB

zwickel·strumpf

zwickelstrumpf , m. , mit zwickeln verzierter strumpf, s. zwickel 1 b: sie ... brachten ... seidene zwickelstrümpfe, brocadene strumpfbänder…

zwickel als Zweitglied (2 von 2)

fensterzwickel

DWB

fenster·zwickel

fensterzwickel , m. , cuneoli inter rotulas vitriarias interjecti. Stieler 2661 , das dreieckige glas zwischen runden fensterscheiben, schei…