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zuruf

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zuruf m.

Bd. 32, Sp. 715
zuruf, m. , seit dem ende des 17. jh.s. frühe belege A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 812; Chr. Weise Regnerus 49 Unwerth; polit. redner (1677) 771; Lohenstein Armin. 1 (1689), 45b. der selten verwendete, aber nicht vermiedene, wie th. 8, 1393 angegeben wird, vgl. dagegen H. Paul gr. 2, 16, plur., hiesz früher zurüfe A. H. Francke sonntagspred. (1746) 1, 573; neuer büchersaal d. sch. wiss. 2 (1746), 71; Herder 24, 379 S. jetzt nur zurufe. 11) der laute ruf, der an jemand gerichtet wird, als die person erreichend von dem dahin gerichteten unterschieden. 1@aa) fast ausschlieszlich von der menschlichen stimme: als sie ungefähr noch einen flintenschusz vom schiffe sein mochten, fingen sie an, uns von zeit zu zeit zuzurufen und kamen unter diesem zuruf immer näher J. G. Forster s. schr. 2, 132; juchzer und zurufe hallten durch den wald Fontane I 4, 325; kein ton erklingt auf den feldern, kein zuruf, kein peitschenknall Viebig d. schlafende heer 1, 85. formelhaft wahl durch zuruf: er wurde durch zuruf zum papst erwählt Arnim 19, 417; der prinz ... zog dann mit der jubelnden masse nach dem theater, wo das volk, ... neue minister durch zuruf ernannte Gervinus gesch. d. 19. jh.s 3, 465. freier: Foote ist durch einen allgemeinen zuruf zum brittischen Aristophanes erklärt H. P. Sturz 2, 389. 1@bb) an thiere, bes. pferde und jagdhunde: und frischt die matten hunde durch frohen zuruf an F. L. Mittler dtsche volksl. 907; da hört er (der bauer) die wilde jagd und das getümmel der hunde und den zuruf des jägers in hoher luft dtsche mythologie 770; Ludwig betrachtete sie (die pferde) liebevoll und liesz es an schmeichelhaften zurufen nicht fehlen Ebner-Eschenbach 4, 64. 1@cc) gelegentlich auch von thieren, vgl. ruf I 2, th. 8, 13: so brechen sie (die rothdrosseln) gleich nach beendigtem conzert auf, wozu die gesellschaft durch den lauten zuruf einzelner aufgemuntert wird Naumann naturgesch. d. vögel 2, 281. 1@dd) durch beiworte wird inhalt und art des zurufs mehr oder weniger angedeutet: ... brüllender zuruf wälzt sich, empöret mehr die empörer, begleitet sie dumpf zu der pforte des abgrunds Klopstock Messias 2, 741; und weil man hieraus ... erkennen kan, welcher maszen gott einen andächtigen z. nicht verschmähen ... wolle Chr. Weise polit. redner (1677) 263; canots ..., in welchen uns die eingebornen erfrischungen die menge ... zubrachten und uns mit ihrem freundschaftlichen zuruf zuweilen ganz betäubten J. G. Forster 1, 221; den höhnischen zuruf der feinde, ob die Römer nicht aufträge hätten an ihre frauen daheim Mommsen m. gesch. 2, 184. 1@ee) insbes. für den lauten beifall einer begrüszenden menge: applaudissement frölicher zuruf Menantes 2; ein freudenvoller zuruf Ludwig t.-engl. lex. 2635; applausus der frohe zuruf Spanutius 152; hiedurch waren wir in volle sicherheit gesetzet, und zogen unter tausend frohlockenden zuruffen der Peguaner in die stadt ein H. A. v. Ziegler asiat. Banise (1689) 194; ein freudiger beistimmender zuruf wird euer majestät das ende der rede ersparen Göthe 8, 83 W.; als der Schweizerbund unter dem donnernden zuruf des lebendigen berges umher beschworen war G. Keller 1, 379; unter jubelndem, begeistertem, tausendstimmigem zuruf u. ä. 22) zuruf ist das was ausgerufen wird: der zuruf des banquiers, ob das spiel gemacht sei, risz mich aus der betäubung E. Th. A. Hoffmann 2, 123 Gr.; die (sonntags- und werkeltagsjäger) hören im zuruf 'gute jagd' eine verwünschung Fr. L. Jahn 2, 923 E.; 'aber, Käthe, Käthe', rief B. ... und liesz in diesem zuruf etwas von miszbilligung mit durchklingen Fontane I 5, 242. 33) der klang der lauten stimme tritt zurück gegenüber dem inhalt. solche verwendungen sind im 18. jh. besonders üblich, heute kaum noch: trau, schau, wem! dieser zuruf ist so gut wie eine protestation der ältern gläubiger gegen alle jüngere Just. Möser 3, 248. 3@aa) als aufforderung und mahnung: mehr ... einfalt und wahrheit! war demnach sein ... zuruf F. H. Jacobi w. 5, 129; leben ist der zuruf der ganzen uns umgebenden natur Hufeland kunst d. menschl. leben zu verlängern 4; wenigstens habe ich von allen enden her zuruf, dasz ich die stücke endigen soll Göthe IV 8, 198 W.; auch ihnen gilt unser zuruf: suchet überall zu nützen, überall seid ihr zu hause 25, 186 W. 3@bb) als warnung: es war gerade der sturz des nachtwandlers, den ein warnender zuruf auf gäher dachspize schwindelnd packt Schiller 2, 346 G. 3@cc) als zuspruch: ohne ihren freundlichen zuruf, ..., wäre ich schon jetzt von Rom abgegangen Göthe IV 8, 236 W.; erstlich merkst du, wie nöthig mir ein freundschaftlich theilnehmender zuruf seyn muste Caroline 1, 9 Waitz (30. 5. 1784). 3@dd) als bezeichnung einer persönlichen äuszerung, als titel eines gedichts: freudiger poetischer zuruff bey der freyherrlichen Zech- und Watzdorffischen vermählung Triller poet. betr. 5, 31; auf einer steinplatte (im park von Ettersberg) lieset man Jacobis zuruf (folgen 4 verse) C. C. L. Hirschfeld theorie d. gartenkunst 4, 139. nicht mehr üblich.
5038 Zeichen · 136 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zuruf

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Zuruf , des -es, plur. doch nur selten, die -rüfe. 1. Die Handlung, da man jemanden zurufet, ihm etwas zuruft; ohne …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zuruf

    Goethe-Wörterbuch

    Zuruf [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Zuruf

    Rheinisches Wb.

    Zu-ruf: wie nhd. Allg.

  4. Spezial
    Zuruf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zu|ruf m. (-[e]s,-e) 1 (Ruf) cherdada (-des) f. 2 (Beifall) aclamaziun (-s) f. ▬ durch Zuruf wählen lité por aclamaziun.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zuruf

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

zuruf‑ als Erstglied (6 von 6)

zurufen

DWB

zur·ufen

zurufen , v. , bei Lexer nicht genannt, aber schon früh lexicalisch angegeben Diefenbach 7 ; 8; 15 a ; 24; nov. gl. 5 a ; mnd. toropen, mnl.…

zurufer

DWB

zur·ufer

zurufer , m. , fries. toroper Richthofen 1090 b : wie es ... bei den galeeren der alten einen eigenen zurufer, der den ruderern den tact zum…

zurufung

DWB

zuruf·ung

zurufung , f. Diefenbach 8 a . 1 ) anruf an jemand: auff des priesters zuruffung A. Olearius persian. reisebeschr. (1696) 403 ; wir sehen ih…

zurufungswort

DWB

zurufung·swort

zurufungswort , n. : zu oder zu, zu! das zuruffungswort befiehlt eine fortsetzung der angefangenen bewegung Frisch 2, 482 .

zurufwort

DWB

zuruf·wort

-wort , n. : so war und blieb bei allen das aller letzte zuruf- und valetwort dieses J. G. Schottel horr. bellum gram. (1673) 18 . zurufswor…