Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Ziesel m.
Ziesel m.
Ziesel m. n. Name für den Eichhörnchen verwandte Nagetiere, heimisch in den Steppen Osteuropas (und Nordamerikas), schon früh auch in Österreich, Böhmen und Ostmitteldeutschland; anfangs in volkstümlicher Tierkunde von anderen Nagetieren (Hasel-, Bilchmaus, Siebenschläfer) nicht unterschieden. Mhd. zisel m., mundartlich auch diphthongiert zeysel (16. Jh.), obsächs. Zeisel(e) f., wohl mit dem Pelzhandel entlehnt aus dem Atschech., vgl. tschech. sysel; ferner aruss. susolъ, russ. súslik (суслик), slowak. sysel’, poln. suseł, obsorb. suslik, alle wohl anzuschließen (mit auf Ablaut beruhenden Vokalschwankungen) an ein lautmalendes slaw. Verb wie kslaw. sysati ‘zischen, pfeifen’, bulg. sъskam ‘zische’ (vgl. 3, 50 f. und s. sausen). Früher bezeugt ist verdeutlichendes ahd. zisi-, cisi-, sisimūs f. (10. Jh.; daraus vielleicht mlat. cisimus?), aengl. sisemūs f., mhd. ziselmiuslīn n., nhd. Zieselmaus (15. Jh.), auch Zeiselmaus (16. Jh.).