Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
ziemlich
ziemlich
ziemen Vb. ‘angemessen sein’, reflexiv ‘sich schicken’. Das ehemals stark flektierende Verb ahd. zeman ‘sich fügen, ziemen, passen’ (9. Jh.), mhd. zemen ‘ziemen, passen, angemessen sein, taugen, scheinen, behagen’, md. auch zimen reflexiv ‘sich dünken’, mnd. mnl. tēmen hat neben sich das gleichbed. Präfixverb geziemen Vb., ahd. gizeman (um 800), mhd. gezemen, mnd. getēmen, mnl. ghetēmen, got. gatiman. Damit verbinden sich ahd. zimīg ‘geziemend, würdig, schicklich, anmutig’ (um 1000; unzimīg ‘unwürdig’, 9. Jh.), dehnstufig gizāmi ‘passend, angemessen, schicklich’ (9. Jh.), gizāmi n. ‘das Geziemende, Schickliche, Angemessene’ (9. Jh.), mnd. betāme, got. gatēmiba ‘geziemend’ (germ. *tēmi-) sowie die unter Zunft und Zimmer (s. d.) angeführten Formen. Auszugehen ist von der Wurzel ie. *dem(ə)- ‘bauen’, eigentlich ‘(zusammen)fügen’ (ein Zusammenhang mit der unter zähmen, s. d., genannten Grundlage ist nicht gesichert). – ziemlich Adj. ‘geziemend, gebührend, beachtlich’, als Adv. (seit 16. Jh.) ‘in verhältnismäßig hohem, reichlichem Maße, annähernd, ungefähr’, ahd. zimilīh (um 1000), mhd. zim(e)lich ‘schicklich, gebührend, geziemend’.