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zetten

ahd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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29

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zetten verb.

Bd. 31, Sp. 823
zetten, verb., einzeln, in kleinen stücken fallen lassen, streuen, verstreuen, ausbreiten; aus germ. *tadjan, das als hochdeutsches und nordgerm. wort fortlebt und der sp. 320 unter zatte behandelten idg. wurzel entsprossen ist; vgl. altn. teðja (dung) streuen (entlehnt in ne. to ted das heu auf dem felde ausbreiten), norw. tedja, schwed. dial. täda düngen. in der hd. schriftsprache siegt streuen im 17. jahrh. völlig über z., während die mdaa. es, z. th. neben der jüngeren form zetteln, jedoch auf die landwirtschaftliche sphäre eingeschränkt, getreu bewahren. die bedeutung das gemähte gras zum trocknen auf der wiese mit der gabel oder dem rechen hinspreiten geben die meisten wbb. an, so für das schweiz., els., schwäb., bair., ost-, rhein-, mfränk. und thür. gebiet; den mist spreiten nennen überdies als bedeutung schweiz. angaben: Seiler Basl. mda. 324b; B. Martiny wb. d. milchwirtsch. 140; Jer. Gotthelf ges. schr. 7, 46; im österr. tritt das zufällige des vorganges mehr hervor, so dasz sich der begriff fallen lassen und verlieren durchsetzt, vgl. u. a. Loritza id. Vienn. 147a; Hintner tirol. 58; Castelli 273. lautlich beachtenswerth ist das helle -e- des bair., das als -ö- in der schriftlichen wiedergabe erscheint, und des mfränk. und thür., wo durch dehnung länge oder auch, wie im lux., ie auftritt; auch Tschinkel Gottschee 118 meldet zeten. -rr- bezeugt Crecelius 2, 933. das prät. zatte begegnet noch 1512 in einem volksliede bei Liliencron 3, 71 und bei J. v. Watt 3, 222; das partic. prät. gezatt gibt noch Schmidt westerw. 338 an. nhd. wbb.: aspergere z. Diefenbach gl. 54b; ich zed spargo Alberus 30b; Frisius 519a; z. consternere, conspergere, bluomen, hOeuw z. Maaler 518c; danach nur noch neben häufigerem zetteln: Stieler 2624; unvorsichtig fallen lassen, verlieren Kramer teutsch-it. 2, 1446c; Rädlein 1091a; bei Frisch 2, 472c nur aus älterer quelle, doch verz.; Adelung kennt nur zetteln 24, 1695 und verzetteln 4, 1187. s. auch das verbalsubstantiv gezett th. 4, 1, 4, 7207. belege 1) auszerhalb der bäuerlichen fachsprache bietet die ältere literatur: joh thie esti, thie sie zetituninti in then weg legitun Otfrid IV 5, 4; sich zaten (zerstreuten) die (auferstandenen) uber elliu diu lant Vor. sündenklage 841; swaz meige ûf die planiure bluomen hete dô gezetet Konrad v. Würzburg troj. kr. 3987; d. sœlden hort 8377 A.; s. mhd. wb. 3, 873a; Lexer 3, 1099; so naht wirt, so sol man in stro umbe das vür z. (els. 1320) weisth. 1, 666; di butele sullen den creiz ceten urk. Freiberg in Sa. 3, 95; bluomen, so ... uf dem platze dar gezettet wǎren N. v. Wyle transl. 281 K.; flores prosternere bluomen z. Frisius 1082b; s. unt. zettenhand; brieflein, pasquillen z. Kramer teutsch-it. 2, 1446c; hierher zetebrief, s. unt. 2) wie bei zetteln pulver, asche, mehl u. ä. streuen: überal am wAeg ist pulffer gezettet, das wirt denn angezündt Herold-Forer Geszners thierb. 32; ein handvoll äschen ... auf den kopf z. Nigrinus papist. inquis. 500; alsdann, wann ich nichts an mir hab, so kan ich gwisz nichts zetten drein, sie kocht mit fleisz denselben brein J. Maier spec. peccat. mortal. (1605) Na 2; pulver z. Schöpf 827; ihr zettet eure Aepfel verschleudert sie Kramer teutsch-it. 2, 1446c; das geld hier und dort z. ebda. 3) abwerfen, zerstreut fallen lassen, verlieren: so zettet er (der habicht) die vedern und laszt sy ze stund vallen Mynsinger v. falk. 46 H.; die (schweine in klöstern) mOegen, was der esel zett, auflesen und sich machen fett G. Nigrinus v. brud. Joh. Nasen esel (1570) J 1c; so denn für cacare: ein kaufmannsdiener ... (hat) seinem cameraden in die stiefel gezett fliegenwadel (1707) 107; s. unt. zettenscheisze; had schon s dáchel von huet rain und d schuesohlná zöt't (verloren) Stelzhamer ausgew. dicht. 1, 185 Ros.; ich habe im laufen einen schuh gezettet Höfer etym. wb. 3, 324; sodann etwas flüssiges, bes. essen, verschütten: da was kein ruh,allein trag auf, zett nicht, lauf bald, schenk ein das glas Ambras. liederb. 145, 4; Fischart Garg. 148 ndr.; schöpf, schenk ein, zet nit, trinks aus S. Franck trunkenh. d 4; sprüchw. 1, 17; beim essen aus den händen oder dem munde fallen lassen: isz mit masz und nit mit frasz, dasz du wie ein sau immer zettest und habest aufzuschlieren zeytb. 27b; allda sie zu tisch sitzen, nur rund und wacker auftragen und nichts zOetten lassen Guarinonius greuel 329; H. Fischer 6, 1162; unreinlich essen Unger-Kh. 645b; zötún etwas tropfenweise fallen lassen, beim essen z. Lexer kärnt. 265; ein gemaisch z. österr. weist. 11, 33. — hierzu zss., 1) imperativisch gebildete subst.: zettebrief, m.: zetebrief brief-, amuletvertheiler, wahrsager Herbort v. Fritzlar 2274; wol auch zettenhand, f., handschuh mit gesonderten fingern, im gegensatz zum fausthandschuh schweiz. id. 2, 1395; gewisz
4860 Zeichen · 156 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    zettensw. V. (1b)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    zetten , sw. V. (1b) nhd. ausstreuen, zerstreuen, verteilen ne. disperse ÜG.: lat. disponere Gl, spargere Gl Vw.: s. bi-…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zettenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    zetten , zeten swv. BMZ prät. zatte zate, part. gezettet, -zetet, -zat —: streuen, zerstreut fallen lassen, ausbreiten, …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zettenv., trs

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    † Zetten , v. trs . im O. D. fallen lassen. D. Zetten .

  4. modern
    Dialekt
    zetten

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    zette n [tsètə Olti. Fisl. ] gemähtes Gras zerstreuen, um es der Sonne auszusetzen. — Basel 324. Schwäb. 545. Bayer. 2, …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zetten

14 Bildungen · 4 Erstglied · 6 Zweitglied · 4 Ableitungen

zetten‑ als Erstglied (4 von 4)

zettenin

KöblerMnd

zettenin , Sb. Vw.: s. sētenīn<b> </b>

zettenscheisz

DWB

-scheisz , f. , ' laszdenfurz ' ( vor angst; s. scheisz th. 8, 2462): der danzt mit Künlen Zett-den-schaisz H. Sachs 5, 280 K.; zettenscheis…

zetten als Zweitglied (6 von 6)

bezetten

DWB

bezetten , aspergere: mit lilien bezettet. Oberlin 152 .

entzetten

KöblerMhd

ent·zetten

entzetten , sw. V. nhd. zerstreuen Q.: Enik (um 1272), Teichn (FB enzetten), HB, Helbl E.: s. en, zetten W.: nhd. DW2- L.: Lexer 42c (enzett…

enzetten

Lexer

enz·etten

en-zetten swv. BMZ enzatte, enzat zerstreuen. enzat gân, varn Helbl. Enenk. vgl. Schm. Fr. 1,89.

ubarzetten

KöblerAhd

ubarzetten , sw. V. (1b) nhd. überstreuen ne. sprinkle (V.) ÜG.: lat. (supereminere) Gl Q.: Gl (Anfang 9. Jh.) I.: Lüt. lat. supereminere? E…

verzetten

DWB

ver·zetten

verzetten , vb. , zer-, verstreuen, vereinzelt fallen lassen, verlieren. zu zetten ' streuen, verstreuen, ausbreiten ', teil 15, sp. 823. li…

Ableitungen von zetten (4 von 4)

bezetten

DWB

bezetten , aspergere: mit lilien bezettet. Oberlin 152 .

entzetten

KöblerMhd

entzetten , sw. V. nhd. zerstreuen Q.: Enik (um 1272), Teichn (FB enzetten), HB, Helbl E.: s. en, zetten W.: nhd. DW2- L.: Lexer 42c (enzett…

verzetten

DWB

verzetten , vb. , zer-, verstreuen, vereinzelt fallen lassen, verlieren. zu zetten ' streuen, verstreuen, ausbreiten ', teil 15, sp. 823. li…

zerzetten

DWB

zerzetten : sparsus ... zerspreit, zerzettet Frisius 1228 a ; Maaler 517 c ; Hulsius-Rav. (1616) 429 b ; Wiederhold 435 a .