zärtlich,
adj. adv. ,
ursprünglich nur adverbium zu zart
und zwar, wie der früheste beleg zartlîcho gefuoretiu (
mit liebkosung geführt) Williram 61
Seem. zu beweisen scheint, wohl zum subst. zart
m. liebkosung; als adjectiv erst in spätmhd. zeit erscheinend. als solches zunächst nur zu abstracten gesetzt, ein gebrauch, worin sich der adverbiale charakter weiter bewahrt zeigt; etwas später auch bei concreten. ohne umlaut alem. und bair. bis ins 17.
jahrh., und noch modern schwäb. dial. (
s. Fischer 6, 1055),
dieser mit e
bei H. Sachs, Luther,
auch bei Murner
schelm. 50
ndr. bezeichnet. gedehnt: zAehrtlich Zesen
verm. Hel. 1, 117. zAertelicht Moscherosch
ges. 2, 106, zartlächt Maaler 512
c, Frisius 1301
a, -lecht Calepinus 1451
a, -lacht
F. Verantius
dict. O 1
a, -licht Duez
guid. 178,
und mod. alem. dial. das adv. endigt früh meist auf -e
oder -en.
in den mundarten bezeugt durch Schmeller 2, 1153 (1.
wie hd., 2.
zart, niedlich); Martin-L. 2, 915
a; Fischer 6, 1055;
lux. wb. 503
a;
verdächtig: sertelk Schmidt-Petersen
nordfries. 112
a. II.
in älterer sprache, in 2
a und b mundartlich fortlebend. I@11)
lieblich, anmuthig: ir ougen wâren zertlîchen klâr
Lohengrin 1225 (
Lexer 3, 1035); drumb lisz mich, wirst spüren, das allerley materi man kan führen ins deutsch so wol und artlich, als in das wAellisch und frantzOesisch zAertlich Höck
blum. 12
ndr.; da sang ... unser herr zartlich und miniklich 15.
jh. schwäb. bei Fischer 6, 1055; — ir vil zartlich lachen
minnes. v. d. Hagen 2, 27
a; — wîp, daʒ alsô zertlîchen lîp hât
Lohengr. 6662; du hast ein zartlich angesicht Hätzlerin
ldb. 279; himlisch gebild, zertlich und zierlich H. Sachs 4, 21
lit. ver.; ein sehr zartliche und hbsche jungfraw J. Barth
weibersp. E III
a; die vorsicht verspricht euch ein zärtlich vergnügen Günther:
providentia dei vobis jucundam atque suavem vitam pollicetur Steinbach 2, 1072. I@22)
weichlich, verweichlicht, die offenbar ältere bedeutung. I@2@aa)
von erziehung, lebensweise und körperlicher haltung: delicans Dief.
n. gl. 129
b;
tenere gemma gemmarum C 1
a sp. 1;
delicate, molliter, tenere Alberus
p 1
a, 24
a, 71
b; und Agag gieng zuo im zartlich (
zitternd)
Zürcher bibel (1530)
1. Sam. 15, 32,
nach der septuaginta: προσῆλθεν πρὸς αὐτὸν Ἀγὰγ τρέμων;
ebenso zerttlich Luther
an dieser stelle bis 1527,
dann lüstig
und zuletzt getrost
nach dem hebräischen text; vgl. noch bei Adelung
wb. 4, 1656: z. gehen, '
als wenn man aus schwachheit der glieder leicht jeden eindruck empfände'; schaw, liber, schaw! wer ist doch, der doch also zertlich trit daher H. Sachs 7, 9
lit. ver.; sich ... zertlich niddersetzt Rollenhagen
froschm. F VI
b;
so noch: den z. weichgewöhnten fusz Schiller 12, 401
G.;
häufig: wenn ein knecht von jugent auff zertlich gehalten (
verwöhnt) wird, so wil er darnach ein
[] jungkherr sein
spr. Sal. 29, 21; zartlich erzogen, zarter natur Frisius 768
a,
delicate z., meisterloszlich 383
b,
tenere 1301
a; zertlich erzogen H. Sachs 19, 359
lit. ver.; z. gehalten
notrito delicatamente, tendramente Hulsius (1618) 281
a; z-er knabe
puer lepidus ac delicatus Stieler 2601; z-e erziehung Archenholz
Engl. u. Ital. I 2, 383;
noch bei Mommsen: dem z. erzogenen und fast weibisch stutzerhaften knaben
röm. gesch. 3, 17;
molliter et delicate vivere zertlich und in wollust leben Bas. Faber 516
a; z. leben, pancketieren
üppig, in völlerei Butschky
Pathmos 620;
so häufig: ein weib ..., das vorhin z. und in lüsten geläbt hat
Zürcher bib. (1530)
deut. 28, 56; und beginnen nun zartlicher und leckeriger zu leben, dann zuvor Micrälius
Pommerland 6, 415; liber krank weder eyns weychen z-en lebens sein Fischart
ehzuchtb. 242
H.; die Esauiten seyn zertlich, omnia moleste ferentes Luther 9, 379
W.; sein speysz ist zertlich und auszerwelet 7, 590 (
Hab. 1, 16); denen, so da zertliche gewissen haben 14, 38
W.; delicie czertliche kurczweil Dief.
gl. 171
c;
von zarter gesundheit: wenn nur den zertling kayser fran nicht etwan sties ein fieber an H. Sachs 13, 116
lit. ver.; je mehr die würde zunimmt, desto z-er und kränklicher wird der leib Gottsched
schaub. 1, 466; zärtliche menschen (
verzärtelt) Breitinger
crit. dichtk. 2, 18; zärtliche cörper ..., hingegen ausgehärtete leute
allg. haush.-lex. 1 D 2
b; da kommt das schicksal — roh und kalt faszt es des freundes zärtliche gestalt Schiller 12, 359
G.; sie stand vor ihm, dieselbe leichte z-e gestalt Storm
w. 1, 27; z.
zart gebaut Fischer
wb. 6, 1056; eine unvollkommene und z-e gesundheit Kästner
verm. schr. 1, 58; z.
von zarter gesundheit Müller-Fr.
wb. 2, 691
b, Bruns
volksw. 76
a;
jung: wie alt bist du? — funfzehn jahr. — schlimm! für diese nacht fünf jahre zu zärtlich Schiller 3, 144
G.; Genua ist da, wo das unüberwindliche Rom wie ein federball in die rakete eines z-en (
schwachen) knaben Octavius sprang 3, 54;
weichlich: der soldat wurde ... unter dem kaiser Gratian so z., dasz er zuerst aus weichlichkeit den cürass, hernach auch die sturmhaube wegwarf
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutsch. 1, 121; mit diesen händen, welche nicht zu weisz und z. dazu seyn sollten Wieland
s. w. (1794) 1, 290; bey ihrer z-en durchsichtigklaren haut v. König
ged. 158; den z-en magen einer schmächtigen marquisin zu schonen Schiller 2, 344
G.; zartlich lind Maaler 512
c; weil die lufft sehr zertlich und etwas kalt (
ist) H. Rätel
J. Curäi chron. 304; es wehen, wie einst, zärtliche lüfte mich an Hölderlin 1, 155
Litzm.; wenn die frantzOesische (
sprache) so weich und z. wäre
vern. tadlerinnen 1, 5; die zertlich junge pflantzen
Petr. de Crescentiis ackerb. 21
a; das wundergrne, zartliche, weiche, ... wollichte laub der bAeume G. Treuer
Däd. 1, 204; ein z-es gartengewächs mit stroh ... belegen Gottsched
beob. 64; die rebengelände am wege wurden immer üppiger und z-er H. Laube
ges. schr. 8, 270;
zerreiszbar, dünn: sein kleid war z., weich und dünn auff allen seiten D. v.
d. Werder
Ariost 7, 53; z. kleyden
habiller precieusement d'estoffes fines et deliées Hulsius-Rav. 425
b; an den zerrissenen und zartlichen kleydern erkennet man ein faules schlammiges weib Lehmann
flor. pol. 2, 55
b; das z-ste gespinste der dünnen adern Brockes
ird. vergn. 1, 82; charnier: ist ein zierlich band, womit z-e und von sauberer arbeit gemachte dinge, die auf und zugehen, beschlagen werden
allg. haush.-lex. 1, 307
b;
tendre, z., mürbe Kinderling
rein. 150. I@2@bb)
im besonderen empfindlich als das ergebnis fortgesetzter schonung, zart, fein, so namentlich für erzeugnisse der bildenden kunst (
s. unt. III): z-e glieder J. Möser
s. w. 1, 90
Ab.; die wirkungen des pfeffers, starker gewürze und geistiger getränke auf das z-ere, reitzempfindlichere schöne geschlecht Bremser
med. paröm. 210; zärtli an die füsz K. Stieler
ged. 2, 45
Recl.; wer wird so z. sein, und bei einem staubregen nicht aus einem hause in das andere gehen wollen? Heynatz
syn. wb. 2, 33
a;
bereits bei Luther: do sihet mann, wie das
[] kindt (
Jesus) so egkel und zertlich ist, wil allein das hertze inne haben 7, 192
W.; die frauenzimmer sind sehr z. in ansehung dessen, was ekel verursacht Kant 7, 406
Hart.; die sache ist zu z., davon zu reden (
heikel) Wieland
suppl. 5 (1798) 24;
häufig vom ohr: die Deutsche ... haben ein z-er ohr (
empfindlicher gegen härten im vers) als die Frantzosen Chr. Warnecke
poet. vers. 301; Kästner
verm. schr. 1, 167; Gottsched
sprachk. 454; nachlässigkeiten, die ihr z-es ohr so unendlich beleidigen Lessing 10, 31
L.-M.; z-es gehör Gottsched
crit. dichtk. 6,
ged. 237;
vom geschmack: Horaz, der einen so besonders z-en geschmack hatte Lessing 10, 156
L.-M. den z-en gaum ... zu kizzeln Wieland I 1, 145
ak.; — bestandsgewächse, die meist z-er als die unkräuter sind Ratzeburg
standortsgew. 336,
auch von thieren, vgl. J. A. Naumann
natg. d. vög. 2
I, 346. I@2@cc)
in der empfindsamen litteraturepoche des 18.
jahrh. neben und für dieses modewort gebraucht, allen empfindungen offen, zum schwärmen geneigt, eine auswürkung der seelischen freundschaftsverhältnisse; das seelische im gegensatz zum körperlichen und sinnlichen bezeichnend: mein herz wird recht z. bey der freundschaft des Sipha und Noah, die im 4 ten und 5 ten buch (
von Bodmers Noah) so schön ausgedrückt ist Wieland
an Schinz 1752 (
ausgew. br. 1, 70); er hat ein so z-es, ein so empfindliches herz, bruder!
ders. Grandison 3, 520; haben wir nicht beyspiele genug, dasz die madam vor lauter z-en und empfindsamen unterhaltungen die suppe anbrennen läszt Bretzner
räuschgen 4;
vgl. zs. f. d. wortf. 6, 309; z-e schwermuth Wieland
Agathon (1766) 1, 294, z-e melancholie 2, 15; ebensowenig beruf giebt die blosz z-e weichmüthigkeit und schwermuth zur elegischen dichtung Schiller 10, 477
G.; meine sorglose heiterkeit war verschwunden und hatte einer traurigen bekümmernis, einer z-en schüchternheit platz gemacht Novalis 4, 199
Min.; schwermuth und traurigkeit machen die seele nach und nach schlaf, und eröfnen sie allen weichen und z-en regungen Wieland
Agathon (1766) 1, 252; ein kopf von z-er empfindung Winckelmann
s. w. 10, 314; (
die) liebe, so z. und uncörperlich sie immer seyn mag Wieland
Agathon 1, 302; die reinste und z-ste freundschaft Gottschedin
briefe 1, 2
Runk.; o zärtliche seele, o schweige, verhehle die ewigen leiden Göthe 1, 40
W.; vgl. 1, 325; 17, 18. 19. 25; mein prinz ist von ... z-en, äuszerst empfindsamen nerven
ders. 17, 18; ein zärtlich jugendlicher kummer führt mich in's öde feld
ders. 5, 35; mein geschmack in der poesie (
war) überaus verwöhnt und z. G. A. Hoffmann
ehre der gelegenheitsdichter (1751) 5; z. lied Cronegk
schr. 2, 3; IIII.
alt und modern in der reciproken bedeutung liebevoll, zärtlich, die aus der frühest bezeugten '
geliebkost'
flieszt und sich zur activen an begriffen wie liebe, sorge ausbildet: mhd. in zertlicher minne
Elisabeth 5269
R.; dú ... redet zartlich in frOewlichem bilde Seuse
dtsche schr. 12
Bi.: II@11)
schonend, verwöhnend, sanft, sorgsam: er (
der falke) will auch geätzet sein gar zartlich Mynsinger 7
lit. ver.; und beschlieff sy gar zartlichen und schon Hartlieb
Alex. 8
b; und denn so umbfahet sy unser herr so tzartlichen in sein vAeterlich arme J. Tauler
serm. 183
a ; wie zertlich und freundtlich er (
der mann) mit seinem leibe umbgehet Luther 17
I, 24
W.; fraw sorg mich heftig monet, faulkeit mein zertlich schonet H. Sachs 22, 202
lit. ver.; zertlich (
sanft) und hOeflich mit desz pabsts legaten ... umbgehn Achacius
chron. 368
a; dann nichts wird berürt in blosser wunden, wie wenig und zartlich solches immer geschehe Fel. Würtz
pract. 33; Vacerra wird zum tischler tügen; er kan die fabeln zärtlich fügen Logau
sinnged. 109
lit. ver.; mit z-em rat fürkommen
bei Birlinger 437
b. II@22)
zartfühlend, aus der bedeutung zartbesaitet, empfindlich, die oft noch durchschimmert, herausgelöst;
auch [] gewissenhaft bedeutend und so mit sorgsam (
unter 1)
zusammenstimmend: etliche redensarten ..., die z-en lesern anstOeszig seyn kOennen
vern. tadlerinnen 1, 145; nachrichten ..., die ... deine z-en sorgen in sanfte ruhe wiegen werden Wieland I 3, 27
ak.; z-e sorge für die todten Ritter
erdk. 1, 948; das z-ste mitleid für ihn ... fühlen Lessing 10, 12
L.-M.; es (
das volk) nimmt keinen innigen z-en antheil am unglücklichen Göthe III 1, 270
W.; z-e hochachtung gegen sie Klopstock
briefe 9
Lapp.; Göthe IV 1, 182
W.; empfangen sie nochmals meinen z-sten, aufrichtigsten dank Lessing 18, 48
L.-M.; sie essen von diesem allem ohne ... z-e unterscheidung
discourse der mahlern 2, 141; z-e vorwürfe Immermann 2, 129
Hempel; z-es gewissen (
s. auch oben I 2
a) Bodmer
crit. poet. schr. 2, 44, J. Möser
s. w. 3, 360; man war auch minder z. und verschmähete im jahr 1600 den sterbefall von leuten, so damals an der pest gestorben waren, nicht
ders. 2, 313; eine probe ..., wie z. herr Lange mit dem vertrauen seiner freunde umgehe Gerstenberg
rec. 148
Fischer; so zärtlich dachte jener Karl auch nicht Schiller 12, 227
G. II@33)
schriftsprachlich modern nur noch im sinne von zärtlich, liebevoll, auf die äuszerungen der liebe, freundschaft, seltener eines allgemeineren gefühls bezüglich. II@3@aa)
abstract und unpersönlich: wann der vatter hatt in
liebe zertlich
pater vero tenere diligit eum 1.
dtsche bibel gen. 44, 20
lit. ver.; nichts ist zertlicher und fruntlicher quam liebe Luther 29, 559
W.; du kennst, mein kind, mein zärtlich lieben Günther:
nosti jam tenerrimum amoris affectum, quo te prosequor Steinbach 2, 1072; die z-e liebe, mit der mich mein vater liebt Lessing 2, 358
L.-M.; ich liebte ein mädgen recht feurig, recht z. Göthe 37, 21
W.; z. geliebte freundin W. Schlegel im
Athenäum 2, 336; mit z-er liebe umfing Marie die beiden kleinen geschwister Moltke
ges. schr. 1, 148; die z-en monate des ehestandes Rabener
s. w. 3, 317; lebte ... in z-er, glücklicher ehe mit ... Helena Raumer
gesch. d. Hohenst. 4, 520; mit der stimme der z-sten
freundschaft S. v. Laroche
frl. v. Sternheim 1, 24; die (
mutter) so z.
küssen kann Gottsched
ged. 1, 59; und drückte den z-sten kuss auf seine lippen Sal. Gessner
schr. 1, 20; er
umarmte sie (
die kinder) aufs z-ste Göthe 23, 86
W.; wie das licht z. mit strahlenkränzen sie umflocht B. v. Arnim
Günderode 2, 113; die kunst, recht z. liebzu
kosen Gottsched
ged. 1, 126; ein paar ..., das z. gegen einander thut Tieck
schr. 7, 150; das z-e liebesgirren der tauben
F. M. Böhme
gesch. d. tanzes 62; ohne einen z-en
blick nach dem verlassenen zu werfen J. Möser
s. w. 3, 273;
sehr häufig; er sah sie z. an Fontane
ges. w. I 5, 203; wenn sie mir z. lacht Göthe 4, 90
W.; hier weint' ich z. Hippel
lebensl. 1, 136; ein ergusz z-er thränen Thümmel
reise 8, 219; sie nahm sich ... heraus ... mir z-e
vorwürfe zu machen Mozart
an seinen vater bei O. Jahn
Moz. 3, 137; wer ... seine z-en seufzer vor manchen schönen schon ausgeblasen hat Knigge
umgang 2, 84; von den z-en klagen der nachtigal Wieland
Agathon (1766) 1, 218; (
dach,) um das manch zärtlichs ach und mancher seufzer fliegt J. Fr. W. Zachariä
poet. schr. 1, 31; ich brüllte manch wildes: ihr götter! und seufzte manch zärtliches: ach H. Heine
w. 1, 25
Elst.; geflüstert mit z-er, verliebter
stimme A. Schnitzler
frage a. d. schicksal 34; bey diesem süssen, z-en worte Chr.
F. Weise
lustsp. 3, 42; ein z-es geständnisz Göthe 12, 227
W.; der geliebten z-e sanfte dinge gesagt zu haben
ders. 45, 61; Fr. Vockerat ... z.: na, alter junge!? G. Hauptmann
eins. mensch. (1891) 58; tausend z-e
grüsse J. Grimm
an Dahlmann 1, 76; den z-en abschied des Hectors und der Andromache Breitinger
crit. dichtk. 1, 39; freundlich, z. wurde er empfangen G. Keller
ges. w. 5, 67; und nimmt sie zärtlich bei der hand Ramler
fabellese 3, 253; nun stösst sie zärtlich ihn zurück Pfeffel
poet. vers. 1, 94;
[] die beiden freunde scheiden mit den z-sten versicherungen aus einander Gerstenberg
schlesw. litbr. 145
lit.-denkm.; er dankte seinen ... begleitern freundlich und z. G. Büchner
nachgel. schr. 228; der sonnenstrahl nährt z. die blauen blüthen B. v. Arnim
frühlingskr. 175; z. ... wecken Klopstock
od. 1, 35
M.-P.; nickt z. O. Ludwig
ges. schr. 2, 72; denen z. ihr herz auch schlug Klopstock
od. 1, 49
M.-P.; v. Schenkendorf
ged. 51; unschuld, güte und z-es mitleid waren so deutlich in ihren mienen zu lesen G. Forster
s. schr. 2, 139; meine schüchternen eingeständnisse z-er
empfindungen Holtei
erz. schr. 2, 40; die brust des sängers der z-en gefühle Klinger
w. 8, 6; zeugen ... unsrer süssen z-en, aber schuldlosen vertraulichkeit U. Bräker
s. schr. 1, 244; ein so z-es verhältnisz Gutzkow
ritt. v. geist 1, 40; diejenigen (
scenen), wo Pamphilus seine z-e unruhe für Glycerium ... ausdrückt Lessing 6, 15
L.-M.; hatte ... voll z-er begeisterung zu ihm emporgesehen v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. 3, 385; aus der süszigkeit ihrer z-en träume wurden (
die liebenden) ... geweckt Göthe 21, 15
W.; seine z-e neigung für mich
samml. v. schauspielen (
Wien 1764—69) 1, 14; mit diesen (
den pfarrkindern) leb' ich in z-er eintracht Göthe 37, 164
W.; denn du o herr! gewAehrst dem hertzen die zAertlichste gelassenheit Günther
ged. 16; ein ausdruck brüderlichen, fast z-en vertrauens Storm
w. 1, 313; den arm um sie schlingend mit einer leidenschaftlich z-en heftigkeit Schiller 14, 116
G.; wie z. sorgtest du (
gott) fr die menschen, deine kinder! K. Fr. Cramer
Neseggab 4, 167; z-ste triebe (
eine familie zu gründen) L. Steub
wanderungen 82; ein z-er
brief von ihr (
seiner gattin) Schubart
leb. 2, 233; z-e
rollen (
eines schauspiels) Lessing 6, 132
L.-M.; die z-en scenen sind sehr gut gerathen Göthe IV 14, 2
W.; eine z-e gruppe! Lenz
ges. schr. 1, 80
Tieck; z-e geberde Eichendorf
s. w. 1, 693; z.
herz Chr. O. v. Schönaich
Heinr. d. vogler 19; die z-en herzen der strAeussermädchen Wieland
Agathon (1766) 1, 20;
vgl. Lessing 2, 145
L.-M., Göthe 1, 325
W., öft.; mit z-en
augen Klinger
w. 3, 145; A. Stifter
s. w. 1, 215; es schallet und knallet ihr zAertlicher mund C. Stieler
geh. Venus 21
ndr.; schliesst ihn (
den knaben) in die z-en arme! Klinger
w. 1, 14; wenn unser Seladon so schön, so zärtlich
singt J. J. Schwabe
belust. 1, 388; zärtliche gesänge Novalis
schr. 4, 105
Min.; ein z. liebeslied zu singen Ramler
fabellese 1, 25; ging ein fürchterlicher, ein z. gewaltiger ton ... durch die luft A. Stifter
s. w. 2, 51; II@3@bb)
persönlich: z-ste
gattin theat. d. Deutsch. 12, 566; z-es ehepaar Adelung
magazin 2, 60; z-ster
liebhaber Lessing 10, 51
L.-M.; ein z-es mädgen musz nicht zancken Göthe IV 1, 83
W.; häufig u. allgemein; ein doctorkusz schmeckt zehnmal besser! so denkt das zAertliche geschlecht Gottsched
ged. 1, 178; ich belausch' ein zärtlich paar Göthe 1, 51
W.; oft bei personennamen: die z-e Danae Wieland
Agathon (1766) 1, 386
u. a. o.; der z-e
vater sei (
über die krankheit seiner tochter) in grosser angst Moltke
ges. schr. 1, 9;
sehr häufig z-e mutter: maler Müller
w. 1, 9, Schiller
briefe 1, 16, Hebbel
w. 8, 13
u. a.; seine z-e tochter eilte ihm entgegen Göthe 25, 160
W.; z-e schwester Nicolai
Seb. Nothanker 1, 19; ihr herz einem treuen z-en bruder zu entdecken S. v. Laroche
frl. v. Sternheim 1, 5; der sohn seines z-en freundes Herder 3, 43
S.; z-e freundinnen Göthe 48, 96
W.; (
ihr wird) ihre gefyhlvollsten lieder die zärtliche
nachtigall singen Wieland I 1, 428
ak.; z. schlägt die nachtigall v. Salis
ged. 48;
allgemein gebräuchlich ist z.
als prädicat zu sein, werden: (
seelen) die, sobald sie wAehlen, zAertlich und bestAendig sind Gottsched
ged. 1, 240;
[] weil mütter z. sind
N. Götz
verm. ged. 1, 5; ein könig und eine königin treten auf, sehr z.
Shakespeare 3, 247; du bist mir aus lauter zärtlichkeit gar zu z. Bäuerle
kom. theat. 2, 8; alle Russen sind z. für mich Bismarck
briefe a. s. braut nr. 408. IIIIII.
substantivisch: 1.
m. f.: eh deine that den beyfall der z-en (
zu I 2
c) erhält Dusch
verm. w. 66; die z-en (
zu II 3
b) (
sprechen im) wechsellied zum tanze Göthe 1, 27
W.; 2.
n.: dan was ist doch zartlichers (
zu I 2
a), zirlichers und vollustigers dan die reichen? Fischart
trostb. 89
H.; zu dem sinnlichen ausdruck gehört auch der wolklang und das empfindsame des tones, nämlich ... das z-e (
zu I 2
c) desselben Sulzer
theorie 4, 413;
zart, anmuthig: die neueren zeiten haben im starken und männlichen mehr als einen Glykon und im z-en (
zu I 2
c), jugendlichen und weiblichen mehr als einen Praxiteles aufzuweisen Winckelmann
s. w. 1, 78; durch das gerade und völlige wird die groszheit gebildet und durch sanft gesenkte formen das z-e
ders. 4, 182; er ... sagte mir so viel z-es (
zu II 3
a), dasz ich ihm unmöglich widerstehen konnte J. Möser
s. w. 3, 77; doch ereignete sich sonst gar nichts z-es (
zu II 3
a) zwischen uns G. Keller
ges. w. 2, 33.