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zaertlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zärtlich adj. adv.

Bd. 31, Sp. 302
zärtlich, adj. adv. , ursprünglich nur adverbium zu zart und zwar, wie der früheste beleg zartlîcho gefuoretiu (mit liebkosung geführt) Williram 61 Seem. zu beweisen scheint, wohl zum subst. zart m. liebkosung; als adjectiv erst in spätmhd. zeit erscheinend. als solches zunächst nur zu abstracten gesetzt, ein gebrauch, worin sich der adverbiale charakter weiter bewahrt zeigt; etwas später auch bei concreten. ohne umlaut alem. und bair. bis ins 17. jahrh., und noch modern schwäb. dial. (s. Fischer 6, 1055), dieser mit e bei H. Sachs, Luther, auch bei Murner schelm. 50 ndr. bezeichnet. gedehnt: zAehrtlich Zesen verm. Hel. 1, 117. zAertelicht Moscherosch ges. 2, 106, zartlächt Maaler 512c, Frisius 1301a, -lecht Calepinus 1451a, -lacht F. Verantius dict. O 1a, -licht Duez guid. 178, und mod. alem. dial. das adv. endigt früh meist auf -e oder -en. in den mundarten bezeugt durch Schmeller 2, 1153 (1. wie hd., 2. zart, niedlich); Martin-L. 2, 915a; Fischer 6, 1055; lux. wb. 503a; verdächtig: sertelk Schmidt-Petersen nordfries. 112a. II. in älterer sprache, in 2 a und b mundartlich fortlebend. I@11) lieblich, anmuthig: ir ougen wâren zertlîchen klâr Lohengrin 1225 (Lexer 3, 1035); drumb lisz mich, wirst spüren, das allerley materi man kan führen ins deutsch so wol und artlich, als in das wAellisch und frantzOesisch zAertlich Höck blum. 12 ndr.; da sang ... unser herr zartlich und miniklich 15. jh. schwäb. bei Fischer 6, 1055; — ir vil zartlich lachen minnes. v. d. Hagen 2, 27a; — wîp, daʒ alsô zertlîchen lîp hât Lohengr. 6662; du hast ein zartlich angesicht Hätzlerin ldb. 279; himlisch gebild, zertlich und zierlich H. Sachs 4, 21 lit. ver.; ein sehr zartliche und hbsche jungfraw J. Barth weibersp. E IIIa; die vorsicht verspricht euch ein zärtlich vergnügen Günther: providentia dei vobis jucundam atque suavem vitam pollicetur Steinbach 2, 1072. I@22) weichlich, verweichlicht, die offenbar ältere bedeutung. I@2@aa) von erziehung, lebensweise und körperlicher haltung: delicans Dief. n. gl. 129b; tenere gemma gemmarum C 1 a sp. 1; delicate, molliter, tenere Alberus p 1a, 24a, 71b; und Agag gieng zuo im zartlich (zitternd) Zürcher bibel (1530) 1. Sam. 15, 32, nach der septuaginta: προσῆλθεν πρὸς αὐτὸν Ἀγὰγ τρέμων; ebenso zerttlich Luther an dieser stelle bis 1527, dann lüstig und zuletzt getrost nach dem hebräischen text; vgl. noch bei Adelung wb. 4, 1656: z. gehen, 'als wenn man aus schwachheit der glieder leicht jeden eindruck empfände'; schaw, liber, schaw! wer ist doch, der doch also zertlich trit daher H. Sachs 7, 9 lit. ver.; sich ... zertlich niddersetzt Rollenhagen froschm. F VIb; so noch: den z. weichgewöhnten fusz Schiller 12, 401 G.; häufig: wenn ein knecht von jugent auff zertlich gehalten (verwöhnt) wird, so wil er darnach ein [] jungkherr sein spr. Sal. 29, 21; zartlich erzogen, zarter natur Frisius 768a, delicate z., meisterloszlich 383b, tenere 1301a; zertlich erzogen H. Sachs 19, 359 lit. ver.; z. gehalten notrito delicatamente, tendramente Hulsius (1618) 281a; z-er knabe puer lepidus ac delicatus Stieler 2601; z-e erziehung Archenholz Engl. u. Ital. I 2, 383; noch bei Mommsen: dem z. erzogenen und fast weibisch stutzerhaften knaben m. gesch. 3, 17; molliter et delicate vivere zertlich und in wollust leben Bas. Faber 516a; z. leben, pancketieren üppig, in völlerei Butschky Pathmos 620; so häufig: ein weib ..., das vorhin z. und in lüsten geläbt hat Zürcher bib. (1530) deut. 28, 56; und beginnen nun zartlicher und leckeriger zu leben, dann zuvor Micrälius Pommerland 6, 415; liber krank weder eyns weychen z-en lebens sein Fischart ehzuchtb. 242 H.; die Esauiten seyn zertlich, omnia moleste ferentes Luther 9, 379 W.; sein speysz ist zertlich und auszerwelet 7, 590 (Hab. 1, 16); denen, so da zertliche gewissen haben 14, 38 W.; delicie czertliche kurczweil Dief. gl. 171c; von zarter gesundheit: wenn nur den zertling kayser fran nicht etwan sties ein fieber an H. Sachs 13, 116 lit. ver.; je mehr die würde zunimmt, desto z-er und kränklicher wird der leib Gottsched schaub. 1, 466; zärtliche menschen (verzärtelt) Breitinger crit. dichtk. 2, 18; zärtliche cörper ..., hingegen ausgehärtete leute allg. haush.-lex. 1 D 2b; da kommt das schicksal — roh und kalt faszt es des freundes zärtliche gestalt Schiller 12, 359 G.; sie stand vor ihm, dieselbe leichte z-e gestalt Storm w. 1, 27; z. zart gebaut Fischer wb. 6, 1056; eine unvollkommene und z-e gesundheit Kästner verm. schr. 1, 58; z. von zarter gesundheit Müller-Fr. wb. 2, 691b, Bruns volksw. 76a; jung: wie alt bist du? — funfzehn jahr. — schlimm! für diese nacht fünf jahre zu zärtlich Schiller 3, 144 G.; Genua ist da, wo das unüberwindliche Rom wie ein federball in die rakete eines z-en (schwachen) knaben Octavius sprang 3, 54; weichlich: der soldat wurde ... unter dem kaiser Gratian so z., dasz er zuerst aus weichlichkeit den cürass, hernach auch die sturmhaube wegwarf M. I. Schmidt gesch. d. Deutsch. 1, 121; mit diesen händen, welche nicht zu weisz und z. dazu seyn sollten Wieland s. w. (1794) 1, 290; bey ihrer z-en durchsichtigklaren haut v. König ged. 158; den z-en magen einer schmächtigen marquisin zu schonen Schiller 2, 344 G.; zartlich lind Maaler 512c; weil die lufft sehr zertlich und etwas kalt (ist) H. Rätel J. Curäi chron. 304; es wehen, wie einst, zärtliche lüfte mich an Hölderlin 1, 155 Litzm.; wenn die frantzOesische (sprache) so weich und z. wäre vern. tadlerinnen 1, 5; die zertlich junge pflantzen Petr. de Crescentiis ackerb. 21a; das wundergrne, zartliche, weiche, ... wollichte laub der bAeume G. Treuer d. 1, 204; ein z-es gartengewächs mit stroh ... belegen Gottsched beob. 64; die rebengelände am wege wurden immer üppiger und z-er H. Laube ges. schr. 8, 270; zerreiszbar, dünn: sein kleid war z., weich und dünn auff allen seiten D. v. d. Werder Ariost 7, 53; z. kleyden habiller precieusement d'estoffes fines et deliées Hulsius-Rav. 425b; an den zerrissenen und zartlichen kleydern erkennet man ein faules schlammiges weib Lehmann flor. pol. 2, 55b; das z-ste gespinste der dünnen adern Brockes ird. vergn. 1, 82; charnier: ist ein zierlich band, womit z-e und von sauberer arbeit gemachte dinge, die auf und zugehen, beschlagen werden allg. haush.-lex. 1, 307b; tendre, z., mürbe Kinderling rein. 150. I@2@bb) im besonderen empfindlich als das ergebnis fortgesetzter schonung, zart, fein, so namentlich für erzeugnisse der bildenden kunst (s. unt. III): z-e glieder J. Möser s. w. 1, 90 Ab.; die wirkungen des pfeffers, starker gewürze und geistiger getränke auf das z-ere, reitzempfindlichere schöne geschlecht Bremser med. paröm. 210; zärtli an die füsz K. Stieler ged. 2, 45 Recl.; wer wird so z. sein, und bei einem staubregen nicht aus einem hause in das andere gehen wollen? Heynatz syn. wb. 2, 33a; bereits bei Luther: do sihet mann, wie das [] kindt (Jesus) so egkel und zertlich ist, wil allein das hertze inne haben 7, 192 W.; die frauenzimmer sind sehr z. in ansehung dessen, was ekel verursacht Kant 7, 406 Hart.; die sache ist zu z., davon zu reden (heikel) Wieland suppl. 5 (1798) 24; häufig vom ohr: die Deutsche ... haben ein z-er ohr (empfindlicher gegen härten im vers) als die Frantzosen Chr. Warnecke poet. vers. 301; Kästner verm. schr. 1, 167; Gottsched sprachk. 454; nachlässigkeiten, die ihr z-es ohr so unendlich beleidigen Lessing 10, 31 L.-M.; z-es gehör Gottsched crit. dichtk. 6, ged. 237; vom geschmack: Horaz, der einen so besonders z-en geschmack hatte Lessing 10, 156 L.-M. den z-en gaum ... zu kizzeln Wieland I 1, 145 ak.; — bestandsgewächse, die meist z-er als die unkräuter sind Ratzeburg standortsgew. 336, auch von thieren, vgl. J. A. Naumann natg. d. vög. 2I, 346. I@2@cc) in der empfindsamen litteraturepoche des 18. jahrh. neben und für dieses modewort gebraucht, allen empfindungen offen, zum schwärmen geneigt, eine auswürkung der seelischen freundschaftsverhältnisse; das seelische im gegensatz zum körperlichen und sinnlichen bezeichnend: mein herz wird recht z. bey der freundschaft des Sipha und Noah, die im 4 ten und 5 ten buch (von Bodmers Noah) so schön ausgedrückt ist Wieland an Schinz 1752 (ausgew. br. 1, 70); er hat ein so z-es, ein so empfindliches herz, bruder! ders. Grandison 3, 520; haben wir nicht beyspiele genug, dasz die madam vor lauter z-en und empfindsamen unterhaltungen die suppe anbrennen läszt Bretzner räuschgen 4; vgl. zs. f. d. wortf. 6, 309; z-e schwermuth Wieland Agathon (1766) 1, 294, z-e melancholie 2, 15; ebensowenig beruf giebt die blosz z-e weichmüthigkeit und schwermuth zur elegischen dichtung Schiller 10, 477 G.; meine sorglose heiterkeit war verschwunden und hatte einer traurigen bekümmernis, einer z-en schüchternheit platz gemacht Novalis 4, 199 Min.; schwermuth und traurigkeit machen die seele nach und nach schlaf, und eröfnen sie allen weichen und z-en regungen Wieland Agathon (1766) 1, 252; ein kopf von z-er empfindung Winckelmann s. w. 10, 314; (die) liebe, so z. und uncörperlich sie immer seyn mag Wieland Agathon 1, 302; die reinste und z-ste freundschaft Gottschedin briefe 1, 2 Runk.; o zärtliche seele, o schweige, verhehle die ewigen leiden Göthe 1, 40 W.; vgl. 1, 325; 17, 18. 19. 25; mein prinz ist von ... z-en, äuszerst empfindsamen nerven ders. 17, 18; ein zärtlich jugendlicher kummer führt mich in's öde feld ders. 5, 35; mein geschmack in der poesie (war) überaus verwöhnt und z. G. A. Hoffmann ehre der gelegenheitsdichter (1751) 5; z. lied Cronegk schr. 2, 3; IIII. alt und modern in der reciproken bedeutung liebevoll, zärtlich, die aus der frühest bezeugten 'geliebkost' flieszt und sich zur activen an begriffen wie liebe, sorge ausbildet: mhd. in zertlicher minne Elisabeth 5269 R.; dú ... redet zartlich in frOewlichem bilde Seuse dtsche schr. 12 Bi.: II@11) schonend, verwöhnend, sanft, sorgsam: er (der falke) will auch geätzet sein gar zartlich Mynsinger 7 lit. ver.; und beschlieff sy gar zartlichen und schon Hartlieb Alex. 8b; und denn so umbfahet sy unser herr so tzartlichen in sein vAeterlich arme J. Tauler serm. 183a ; wie zertlich und freundtlich er (der mann) mit seinem leibe umbgehet Luther 17I, 24 W.; fraw sorg mich heftig monet, faulkeit mein zertlich schonet H. Sachs 22, 202 lit. ver.; zertlich (sanft) und hOeflich mit desz pabsts legaten ... umbgehn Achacius chron. 368a; dann nichts wird berürt in blosser wunden, wie wenig und zartlich solches immer geschehe Fel. Würtz pract. 33; Vacerra wird zum tischler tügen; er kan die fabeln zärtlich fügen Logau sinnged. 109 lit. ver.; mit z-em rat fürkommen bei Birlinger 437b. II@22) zartfühlend, aus der bedeutung zartbesaitet, empfindlich, die oft noch durchschimmert, herausgelöst; auch [] gewissenhaft bedeutend und so mit sorgsam (unter 1) zusammenstimmend: etliche redensarten ..., die z-en lesern anstOeszig seyn kOennen vern. tadlerinnen 1, 145; nachrichten ..., die ... deine z-en sorgen in sanfte ruhe wiegen werden Wieland I 3, 27 ak.; z-e sorge für die todten Ritter erdk. 1, 948; das z-ste mitleid für ihn ... fühlen Lessing 10, 12 L.-M.; es (das volk) nimmt keinen innigen z-en antheil am unglücklichen Göthe III 1, 270 W.; z-e hochachtung gegen sie Klopstock briefe 9 Lapp.; Göthe IV 1, 182 W.; empfangen sie nochmals meinen z-sten, aufrichtigsten dank Lessing 18, 48 L.-M.; sie essen von diesem allem ohne ... z-e unterscheidung discourse der mahlern 2, 141; z-e vorwürfe Immermann 2, 129 Hempel; z-es gewissen (s. auch oben I 2 a) Bodmer crit. poet. schr. 2, 44, J. Möser s. w. 3, 360; man war auch minder z. und verschmähete im jahr 1600 den sterbefall von leuten, so damals an der pest gestorben waren, nicht ders. 2, 313; eine probe ..., wie z. herr Lange mit dem vertrauen seiner freunde umgehe Gerstenberg rec. 148 Fischer; so zärtlich dachte jener Karl auch nicht Schiller 12, 227 G. II@33) schriftsprachlich modern nur noch im sinne von zärtlich, liebevoll, auf die äuszerungen der liebe, freundschaft, seltener eines allgemeineren gefühls bezüglich. II@3@aa) abstract und unpersönlich: wann der vatter hatt in liebe zertlich pater vero tenere diligit eum 1. dtsche bibel gen. 44, 20 lit. ver.; nichts ist zertlicher und fruntlicher quam liebe Luther 29, 559 W.; du kennst, mein kind, mein zärtlich lieben Günther: nosti jam tenerrimum amoris affectum, quo te prosequor Steinbach 2, 1072; die z-e liebe, mit der mich mein vater liebt Lessing 2, 358 L.-M.; ich liebte ein mädgen recht feurig, recht z. Göthe 37, 21 W.; z. geliebte freundin W. Schlegel im Athenäum 2, 336; mit z-er liebe umfing Marie die beiden kleinen geschwister Moltke ges. schr. 1, 148; die z-en monate des ehestandes Rabener s. w. 3, 317; lebte ... in z-er, glücklicher ehe mit ... Helena Raumer gesch. d. Hohenst. 4, 520; mit der stimme der z-sten freundschaft S. v. Laroche frl. v. Sternheim 1, 24; die (mutter) so z. küssen kann Gottsched ged. 1, 59; und drückte den z-sten kuss auf seine lippen Sal. Gessner schr. 1, 20; er umarmte sie (die kinder) aufs z-ste Göthe 23, 86 W.; wie das licht z. mit strahlenkränzen sie umflocht B. v. Arnim Günderode 2, 113; die kunst, recht z. liebzu kosen Gottsched ged. 1, 126; ein paar ..., das z. gegen einander thut Tieck schr. 7, 150; das z-e liebesgirren der tauben F. M. Böhme gesch. d. tanzes 62; ohne einen z-en blick nach dem verlassenen zu werfen J. Möser s. w. 3, 273; sehr häufig; er sah sie z. an Fontane ges. w. I 5, 203; wenn sie mir z. lacht Göthe 4, 90 W.; hier weint' ich z. Hippel lebensl. 1, 136; ein ergusz z-er thränen Thümmel reise 8, 219; sie nahm sich ... heraus ... mir z-e vorwürfe zu machen Mozart an seinen vater bei O. Jahn Moz. 3, 137; wer ... seine z-en seufzer vor manchen schönen schon ausgeblasen hat Knigge umgang 2, 84; von den z-en klagen der nachtigal Wieland Agathon (1766) 1, 218; (dach,) um das manch zärtlichs ach und mancher seufzer fliegt J. Fr. W. Zachariä poet. schr. 1, 31; ich brüllte manch wildes: ihr götter! und seufzte manch zärtliches: ach H. Heine w. 1, 25 Elst.; geflüstert mit z-er, verliebter stimme A. Schnitzler frage a. d. schicksal 34; bey diesem süssen, z-en worte Chr. F. Weise lustsp. 3, 42; ein z-es geständnisz Göthe 12, 227 W.; der geliebten z-e sanfte dinge gesagt zu haben ders. 45, 61; Fr. Vockerat ... z.: na, alter junge!? G. Hauptmann eins. mensch. (1891) 58; tausend z-e grüsse J. Grimm an Dahlmann 1, 76; den z-en abschied des Hectors und der Andromache Breitinger crit. dichtk. 1, 39; freundlich, z. wurde er empfangen G. Keller ges. w. 5, 67; und nimmt sie zärtlich bei der hand Ramler fabellese 3, 253; nun stösst sie zärtlich ihn zurück Pfeffel poet. vers. 1, 94; [] die beiden freunde scheiden mit den z-sten versicherungen aus einander Gerstenberg schlesw. litbr. 145 lit.-denkm.; er dankte seinen ... begleitern freundlich und z. G. Büchner nachgel. schr. 228; der sonnenstrahl nährt z. die blauen blüthen B. v. Arnim frühlingskr. 175; z. ... wecken Klopstock od. 1, 35 M.-P.; nickt z. O. Ludwig ges. schr. 2, 72; denen z. ihr herz auch schlug Klopstock od. 1, 49 M.-P.; v. Schenkendorf ged. 51; unschuld, güte und z-es mitleid waren so deutlich in ihren mienen zu lesen G. Forster s. schr. 2, 139; meine schüchternen eingeständnisse z-er empfindungen Holtei erz. schr. 2, 40; die brust des sängers der z-en gefühle Klinger w. 8, 6; zeugen ... unsrer süssen z-en, aber schuldlosen vertraulichkeit U. Bräker s. schr. 1, 244; ein so z-es verhältnisz Gutzkow ritt. v. geist 1, 40; diejenigen (scenen), wo Pamphilus seine z-e unruhe für Glycerium ... ausdrückt Lessing 6, 15 L.-M.; hatte ... voll z-er begeisterung zu ihm emporgesehen v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 3, 385; aus der süszigkeit ihrer z-en träume wurden (die liebenden) ... geweckt Göthe 21, 15 W.; seine z-e neigung für mich samml. v. schauspielen (Wien 1764—69) 1, 14; mit diesen (den pfarrkindern) leb' ich in z-er eintracht Göthe 37, 164 W.; denn du o herr! gewAehrst dem hertzen die zAertlichste gelassenheit Günther ged. 16; ein ausdruck brüderlichen, fast z-en vertrauens Storm w. 1, 313; den arm um sie schlingend mit einer leidenschaftlich z-en heftigkeit Schiller 14, 116 G.; wie z. sorgtest du (gott) fr die menschen, deine kinder! K. Fr. Cramer Neseggab 4, 167; z-ste triebe (eine familie zu gründen) L. Steub wanderungen 82; ein z-er brief von ihr (seiner gattin) Schubart leb. 2, 233; z-e rollen (eines schauspiels) Lessing 6, 132 L.-M.; die z-en scenen sind sehr gut gerathen Göthe IV 14, 2 W.; eine z-e gruppe! Lenz ges. schr. 1, 80 Tieck; z-e geberde Eichendorf s. w. 1, 693; z. herz Chr. O. v. Schönaich Heinr. d. vogler 19; die z-en herzen der strAeussermädchen Wieland Agathon (1766) 1, 20; vgl. Lessing 2, 145 L.-M., Göthe 1, 325 W., öft.; mit z-en augen Klinger w. 3, 145; A. Stifter s. w. 1, 215; es schallet und knallet ihr zAertlicher mund C. Stieler geh. Venus 21 ndr.; schliesst ihn (den knaben) in die z-en arme! Klinger w. 1, 14; wenn unser Seladon so schön, so zärtlich singt J. J. Schwabe belust. 1, 388; zärtliche gesänge Novalis schr. 4, 105 Min.; ein z. liebeslied zu singen Ramler fabellese 1, 25; ging ein fürchterlicher, ein z. gewaltiger ton ... durch die luft A. Stifter s. w. 2, 51; II@3@bb) persönlich: z-ste gattin theat. d. Deutsch. 12, 566; z-es ehepaar Adelung magazin 2, 60; z-ster liebhaber Lessing 10, 51 L.-M.; ein z-es mädgen musz nicht zancken Göthe IV 1, 83 W.; häufig u. allgemein; ein doctorkusz schmeckt zehnmal besser! so denkt das zAertliche geschlecht Gottsched ged. 1, 178; ich belausch' ein zärtlich paar Göthe 1, 51 W.; oft bei personennamen: die z-e Danae Wieland Agathon (1766) 1, 386 u. a. o.; der z-e vater sei (über die krankheit seiner tochter) in grosser angst Moltke ges. schr. 1, 9; sehr häufig z-e mutter: maler Müller w. 1, 9, Schiller briefe 1, 16, Hebbel w. 8, 13 u. a.; seine z-e tochter eilte ihm entgegen Göthe 25, 160 W.; z-e schwester Nicolai Seb. Nothanker 1, 19; ihr herz einem treuen z-en bruder zu entdecken S. v. Laroche frl. v. Sternheim 1, 5; der sohn seines z-en freundes Herder 3, 43 S.; z-e freundinnen Göthe 48, 96 W.; (ihr wird) ihre gefyhlvollsten lieder die zärtliche nachtigall singen Wieland I 1, 428 ak.; z. schlägt die nachtigall v. Salis ged. 48; allgemein gebräuchlich ist z. als prädicat zu sein, werden: (seelen) die, sobald sie wAehlen, zAertlich und bestAendig sind Gottsched ged. 1, 240; [] weil mütter z. sind N. Götz verm. ged. 1, 5; ein könig und eine königin treten auf, sehr z. Shakespeare 3, 247; du bist mir aus lauter zärtlichkeit gar zu z. Bäuerle kom. theat. 2, 8; alle Russen sind z. für mich Bismarck briefe a. s. braut nr. 408. IIIIII. substantivisch: 1. m. f.: eh deine that den beyfall der z-en (zu I 2 c) erhält Dusch verm. w. 66; die z-en (zu II 3 b) (sprechen im) wechsellied zum tanze Göthe 1, 27 W.; 2. n.: dan was ist doch zartlichers (zu I 2 a), zirlichers und vollustigers dan die reichen? Fischart trostb. 89 H.; zu dem sinnlichen ausdruck gehört auch der wolklang und das empfindsame des tones, nämlich ... das z-e (zu I 2 c) desselben Sulzer theorie 4, 413; zart, anmuthig: die neueren zeiten haben im starken und männlichen mehr als einen Glykon und im z-en (zu I 2 c), jugendlichen und weiblichen mehr als einen Praxiteles aufzuweisen Winckelmann s. w. 1, 78; durch das gerade und völlige wird die groszheit gebildet und durch sanft gesenkte formen das z-e ders. 4, 182; er ... sagte mir so viel z-es (zu II 3 a), dasz ich ihm unmöglich widerstehen konnte J. Möser s. w. 3, 77; doch ereignete sich sonst gar nichts z-es (zu II 3 a) zwischen uns G. Keller ges. w. 2, 33.
19741 Zeichen · 612 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zǟrtlich

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Zǟrtlich , -er, -ste, adj. & adv. 1. Wegen Schwachheit der Natur leicht jeden unangenehmen Eindruck von außen empfindend…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zärtlich

    Goethe-Wörterbuch

    zärtlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    zärtlich

    Mecklenburgisches Wb.

    Wossidia zärtlich a. Spr. zartlik 1. zart: du hest jo sonne zärtliche Hand Ha Hagenow@Redefin Red ; he hadd' sonne zärtl…

  4. Sprichwörter
    Zärtlich

    Wander (Sprichwörter)

    Zärtlich 1. Sie sind zärtlich wie die Turteltauben. – Braun, I, 4627. 2. Zärtlich wie Pyramus und Thisbe.

  5. Spezial
    zärtlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    zärt|lich adj. afetus (-sc, -tosa), da orëi bun.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zaertlich

22 Bildungen · 15 Erstglied · 3 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von zaertlich

zart + -lich

zaertlich leitet sich vom Lemma zart ab mit Suffix -lich, mit Umlaut-Wechsel.

zaertlich‑ als Erstglied (15 von 15)

zärtlichkeit

DWB

zaertlich·keit

zärtlichkeit , f. , in spätmhd. zeit ( Lexer 3, 1089 ) auftretende, erst seit Fischart häufiger bezeugte bildung zu zärtlich; obd. anfangs o…

Zärtlichthun

Campe

zaertlich·thun

Х Das Zärtlichthun , — s , o. Mz . die Handlung, das Betragen, da man so thut, sich den Schein giebt, als ob man Zärtlichkeit empfände. Sein…

zaertlich als Zweitglied (3 von 3)

ernstzärtlich

GWB

ernst·zaertlich

ernst-zärtlich [ männl ] Rolle der ernst zärtlichen Alten GWB 40,96,21 Üb dtTheat → GWB bedächtig-ernst GWB freundlich-ernst GWB gefällig-er…

überzärtlich

DWB

ueber·zaertlich

überzärtlich , adj. u. adv. sehr zart: überzärtliche schönheit Harsdörfer geschichtspiegel (1654) 56 . allzu zärtlich: ( es sind die ) überz…

unzärtlich

DWB

unzart·lich

unzärtlich , adj. adv. , nicht zärtlich ( s. d. ). zärtlich I 2 b entsprechend: mein schwarzes blut wallt träger bei euren mistönen und gewö…

Ableitungen von zaertlich (4 von 4)

unzärtlich

DWB

unzärtlich , adj. adv. , nicht zärtlich ( s. d. ). zärtlich I 2 b entsprechend: mein schwarzes blut wallt träger bei euren mistönen und gewö…

verzärtlichen

DWB

verzärtlichen , vb. , eine junge, nur sporadisch nachweisbare bildung: ist eine reiche frau in einen jungen menschen verzärtlicht Iffland dr…

verzärtlichung

DWB

verzärtlichung , f. , nach R. M. Meyer zs. f. dt. wortf. 15, 138 eine neubildung Nietzsches für ' verzärtelung ' ( s. d. ), nicht ' die entw…

Zärtliche

GWB

Zärtliche [bisher nicht publizierter Wortartikel]