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Weiße

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Weiße

Bd. 20, Sp. 497
Weiße, 1) Christian Felix, Dichter und Schriftsteller, geb. 28. Jan. 1726 in Annaberg, gest. 16. Dez. 1804 in Leipzig, studierte seit 1745 Theologie und Philologie in Leipzig, wo Lessing, mit dem er die Leidenschaft für das werdende deutsche Theater teilte, sein Studiengenosse war, und wurde 1750 Hofmeister eines in Leipzig studierenden Grafen Geyersberg. Mit Ekhof, Rabener, Gellert nahe bekannt geworden, gab er die Theologie auf, widmete sich hauptsächlich philologischen und schönwissenschaftlichen Studien und schrieb fleißig für die Kochsche Schauspielergesellschaft. Schon sein Erstlingswerk, das Lustspiel »Die Matrone von Ephesus«, war beifällig aufgenommen worden; ein nach dem Englischen bearbeitetes Singspiel: »Der Teufel ist los«, verwickelte ihn mit Gottsched in einen Streit, der dessen bereits erschütterte Autorität in bezug auf das Theater vollends brach. Der von Nicolai ausgeschriebene Preis für das beste deutsche Trauerspiel, den Cronegk davontrug (1757), rief auch W. zu einem Versuch in der Tragödie auf. Er verfaßte für das zweite Preisausschreiben (1759) seinen »Eduard III.«, dem bald ein »Richard III.« (Neudruck, Berl. 1904) folgte. Die von ihm auf Nicolais Wunsch übernommene Fortsetzung von dessen »Bibliothek der schönen Wissenschaften« wurde bald nach dem Erscheinen des 5. Bandes durch eine Reise unterbrochen, die W. 1759 mit seinem Zögling nach Paris machen mußte, wo ihn eifriger Theaterbesuch zu erneuter dramatischer Produktion reizte. Nach seiner Heimkehr zu Ostern 1760 löste sich das Verhältnis zu seinem Zögling. Der Dichter verweilte zunächst eine Zeitlang als Gesellschafter des Grafen Schulenburg zu Burgscheidungen in Thüringen und trat dann 1761 die ihm durch vornehme Gönnerschaft erwirkte Stelle eines Kreissteuereinnehmers in Leipzig an, in der er bis zu seinem Tode verblieb. Während seines Aufenthalts bei dem Grafen Schulenburg waren die Tragödien: »Crispus«, »Mustapha und Zeangir«, »Rosamunde«, die Lustspiele: »Die Haushälterin«, »Der Mißtrauische gegen sich selbst« und die »Neue Weiberschule« sowie die »Amazonenlieder« (1760) entstanden. Nach Antritt seines Steueramtes verfaßte W. noch eine Reihe von Komödien und Tragödien, z. B. »Romeo und Julia«, worin er Shakespeares Werk im Sinne des bürgerlichen Rührstücks verflachte, sowie die von Hiller komponierten und zu ihrer Zeit sehr beliebten Singspiele: »Lottchen am Hof«, »Die Jagd«, »Die Liebe auf dem Land«, »Der Erntekranz« u. a., zum größten Teil nach französischen Mustern (vollständig gesammelt 1777, 3 Bde.). Außerordentlichen Beifall fanden seine »Lieder für Kinder« (1765) und seine pädagogische Zeitschrift: »Der Kinderfreund« (1776–82, 24 Bde.), der sich der »Briefwechsel der Familie des Kinderfreunds« (1783–92, 12 Bde.) anschloß. Seit 1790 wohnte W. auf dem ihm als Erbteil zugefallenen Rittergut Stötteritz bei Leipzig. W. folgte auf dem Gebiete des Dramas als ein schreibfertiger Anempfinder zunächst Gottsched, nahm dann einige Anregungen von Lessing auf (so bediente er sich, wie Brawe, des fünffüßigen Jambus bereits etliche Jahre vor dem Erscheinen des »Nathan«) und lehnte sich schließlich auch an gewisse Erscheinungen der Geniezeit an, die er jedoch nur äußerlich erfaßte. Seine Lyrik ist bei aller Gewandtheit trivial, am meisten die einst hoch gerühmten »Kinderlieder«, deren Altklugheit mit echter Kinderpoesie nichts gemein hat. Minder verfehlt sind die pädagogischen Schriften des Dichters, und nicht ohne Grund hat Weißes »Kinderfreund« sowie dessen Fortsetzung lange Zeit hindurch sich populär erhalten. Seine »Selbstbiographie« erschien Leipzig 1807. Vgl. Minor, Chr. F. W. und seine Beziehungen zur deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts (Innsbr. 1880). 2) Christian Hermann, Philosoph, Enkel des vorigen, geb. 10. Aug. 1801 in Leipzig, gest. daselbst 19. Sept. 1866, studierte in Leipzig, schloß sich der Hegelschen Philosophie an, die er später mit dem theistischen Element der Schellingschen positiven Philosophie versetzte, und war mit I. H. Fichte (s. d. 2) einer der Gründer des neuen spekulativen Theismus und bekämpfte den pantheistischen Idealismus Hegels. 1846 wurde er ordentlicher Professor der Philosophie an der Universität seiner Vaterstadt. Seine sehr zahlreichen Arbeiten erstreckten sich vornehmlich auf das ästhetische und religionsphilosophische, die spätesten auch auf das Gebiet der Evangelienkritik. Zu den erstern gehören sein der dialektischen Form nach streng im Hegelschen Geist entwickeltes, dem theistisch gefärbten Inhalt nach von ihm sich losmachendes »System der Ästhetik als Wissenschaft von der Idee der Schönheit« (Leipz. 1830, 2 Bde.; das 1872 von Seydel unter demselben Titel herausgegebene Buch enthält Weißes letzte Kollegienhefte) und die nach seinem Tode von R. Seydel gesammelten, teilweise höchst geistreichen »Kleinen Schriften zur Ästhetik« (das. 1867) sowie die »Kritik und Erläuterung des Goetheschen Faust« (das. 1837). Seine religionsphilosophischen Ideen entwickelte W. in den Schriften: »Die Idee der Gottheit« (Dresd. 1833); »Die philosophische Geheimlehre von der Unsterblichkeit des menschlichen Individuums« (das. 1834); »Theodicee in deutschen Reimen von Nikodemus« (das. 1834); »Grundzüge der Metaphysik« (Hamb. 1835); »Die evangelische Geschichte, kritisch und philosophisch bearbeitet« (Leipz. 1838, 2 Bde.); »Philosophische Dogmatik oder Philosophie des Christentums« (das. 1855–62, 3 Bde.); »Die Evangelienfrage« (das. 1856) und »Psychologie und Unsterblichkeitslehre« (hrsg. von Seydel, das. 1869). Vgl. Seydel, Christian Hermann W. (Leipz. 1866).
5564 Zeichen · 81 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    weisse

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    weisse s. weiʒe.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weiße

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Weiße , des -n, plur. car. das Substantivum des Adjectives weiß, einen weißen Körper zu bezeichnen. Däs Weiße im Eye…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weiße

    Goethe-Wörterbuch

    Weiße [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weiße

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Weiße , 1) Christian Felix , Dichter und Schriftsteller, geb. 28. Jan. 1726 in Annaberg, gest. 16. Dez. 1804 in Leipzig,…

  5. modern
    Dialekt
    Weißef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Weiße f. : ' die Farbe Weiß, die weiße Farbe ', die Weiß [ KU-Odb ]; vgl. Bläue , Schwärze . Rhein. IX 398 .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weisse

86 Bildungen · 83 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

weisse‑ als Erstglied (30 von 83)

Weisse(n)blëtz

Idiotikon

Weisse(n)blëtz Band 5, Spalte 284 Weisse(n)blëtz 5,284

Weisse(n)chlē

Idiotikon

Weisse(n)chlē Band 3, Spalte 609 Weisse(n)chlē 3,609

weisse

KöblerMhd

weisse... , . Vw.: s. weize..

weißeblaß

PfWB

weisse·blass

weiße-blaß Adj. : ' bleich ', weißeblaß (waisəblas) [Kus]; Syn. s. blaß . Rhein. IX 396 Weißblässe.

Weisse (das)

Wander

weisse·das

Weisse (das) 1. Das weisse erkennt man besser, wenn man schwartzes dagegen hält. – Henisch, 324, 27; Petri, II, 71. 2. Das Weisse ist das Pa…

Weisse (der)

Wander

weiss·eder

Weisse (der) 1. Der Weisse hat immer ein Papier in der Tasche, um den Neger zu betrügen. ( Haiti. ) Die Erklärung dieses Sprichworts beruht …

Weisse (die)

Wander

weisse·die

Weisse (die) Die Weisse des Mehls hängt mehr vom Müller als von der Mühle ab. – Altmann V, 98.

Weiße Frau

Meyers

weisse·frau

Weiße Frau , ein Gespenst, das nach der Volkssage in mehreren fürstlichen Schlössern Deutschlands, wie zu Berlin, Neuhaus in Böhmen, Ansbach…

Weißeiche

Campe

weiss·eiche

Die Weißeiche , Mz. — n , eine Art schöner und großer Eichen in Nordamerika, deren Blätter Ähnlichkeit mit Kastanienblättern haben, daher si…

Weißeler

PfWB

weis·seler

Weißeler m. : ' Tüncher ', Weißeleʳ (waisələʳ) [ HB-Einöd Medh Schwarzack IB-Hass Nd'würzb PS-Windsbg ]; vgl. Tüncher . Lothr. 546 Wissler; …

weißeln

PfWB

weiss·eln

weißeln schw. : 1. '(Wände) anstreichen, tünchen', urspr. mit weißer Kalkmilch, weißele (waisələ) [LA-Nußd Hussong Kirkel 172 Müller Dietsch…

Weisse (Name)

Wander

weisse·name

Weisse (Name) Weisse hat diese Nacht Grünern erschlagen. – Klix, 124. In Bezug auf den ersten Schnee.

Weißenau

Meyers

weisse·nau

Weißenau , Weiler im württemberg. Donaukreis, Oberamt Ravensburg, zur Gemeinde Ober-Eschach gehörig, am Schussen und an der Staatsbahnlinie …

Weißenberg

Meyers

weissen·berg

Weißenberg , Stadt in der sächs. Kreish. Bautzen, Amtsh. Löbau, am Löbauer Wasser und der Staatsbahnlinie Löbau-Baruth i. Sachs., 198 m ü. M…

Weißenburg

Meyers

weissen·burg

Weißenburg (magyar. Fejérvár , spr. féjērwār, abgekürzt Fejér ), ungar. Komitat am rechten Donauufer, von den Komitaten Komorn, Veszprim, To…

Weißenburger

PfWB

weissen·burger

Weißen-burger Adj. : 'aus Weißenburg stammend oder zu Weißenburg gehörig'. Wammer wie ich in de Weißebuʳgeʳ Hoppegärde mit de Zuave ( Zuave …

Weißenburger Linien

Meyers

weissenburger·linien

Weißenburger Linien , ehemals eine Kette von Verschanzungen im Kreise Weißenburg des Bezirks Unterelsaß, 1706 von dem Marschall Villars ange…

weisse als Zweitglied (2 von 2)

Allweīße

Adelung

all·weisse

Allweīße , adj. et adv. mit der höchsten Weisheit begabt, eine Eigenschaft, die sich gleichfalls nur von dem höchsten Wesen sagen läßt. Das …

Silberweiße

Adelung

silber·weisse

Die Silberweiße , plur. inusit. die weiße Farbe des Silbers, das ist, eine weiße mit etwas Gelb vermischte Farbe, Siehe Silberfarbe.

Ableitungen von weisse (1 von 1)

Geweiße

Campe

Geweiße , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „weisse". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/weisse/meyers?formid=W01972
MLA
Cotta, Marcel. „weisse". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/weisse/meyers?formid=W01972. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „weisse". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/weisse/meyers?formid=W01972.
BibTeX
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