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weibsleute

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DWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weibsleute

Bd. 28, Sp. 449
weibsleute, plur. zu weibsmensch, älter und reicher entwickelt als mann(e)sleute th. 6, 1581. nach einer vereinzelten, vielleicht auch entstellten, späten glosse wîblûte Steinmeyer-Sievers 1, 644, 49 (die in mundum muliebrem Ezech. 16, 7 mundus 'schmuck' zu verkennen scheint) beginnt die geschlossene geschichte des worts spät im 16. jahrh.: haben allein der jungen weibsleute verschonet Nigrinus pap. inquis. 530. noch in der ersten hälfte des 17. jahrh. selten (Werder Roland 245; Harsdörffer frauenz.-gespr. 1 J 6a), lit. stets auf die mundartnahen schriftsteller beschränkt, am häufigsten im sturm und drang und bei dialektdichtern des 19. jahrh. in lebender mundart gilt es von Lusern bis Helgoland, dabei steht ein östl. waibɐrlaüt Bacher lus. 221; weiberleut Schöpf tirol. 807; waiwərloit Ehrlicher syntax d. Sonneberger ma. 43. 57 gegen die häufigere zus.-setzung mit gen. sing., die im westen und norden gilt: wibslüt Martin-Lienhart els. 1, 629; waipslait Lenz handschuhsh. 76; Meisinger rappen. 225; weibsleid Niebergall 183 (a. Darmstadt); wîwərlidə Hentrich eichsf. 8; wîwsld Bauer-Collitz wald. 113; wifslid Siebs helgol. 303. lit. überwiegt dementspr. weibsleute, von älteren bieten weiberleut nur Harsdörffer frauenz.-gespr. 1 K 8a und Treuer Dädalus 1, 883, die neueren, die es brauchen, schwanken unter dem einflusz der schriftsprache oft zu weibsleute herüber: weiberleute Steub drei sommer 1, 199, weibsleute 2, 249; weiberleut O. Ludwig 2, 20, weibsleut 2, 19; weiberleut Rosegger II 1, 163; schelm a. d. Alpen 2, 60, weibsleute sonnensch. 62. weibesleute gilt nur mitte des 17. jahrh.: Lindenborn Diog. 1, 771; Schwabe belust. 8, 385; Triller poet. betr. 1, 732. weibleute bei Jean Paul 54, 36 Hempel; biogr. belust. 1, 1, 130 hat keinen boden in lebender sprache. nur mundartl. ist ein junger sing.: ein ehrbar weibsleut Anzengruber 2, 265; das ist ein fetzen-weiberleut Spiesz henneb. 278, s. th. 6, 847 leute 23). — weibsleute bedeutet die angehörigen des weibl. geschlechts im gegensatz zu mannsperson A. U. v. Braunschweig Oct. 3, 874, mann Heilmann Thukyd. 273, mensch H. L. Wagner wohlth. unbek. 8. der sinn ist meist neutral: in dem reichsabschiede von 1577 wird den weibsleuten das springen verboten Möser 1, 434; darüber kukt man bei euch weibsleuten weg Schiller 3, 358; einer von denen, die die verse auf den wein machen und auf die weibsleute Grillparzer 13, 81. stets ohne tadel bleibt die bed. 'weibliche angehörige': ich hoffe, meine weibsleute sollen euch munter machen Göthe I 8, 34 Weim.; barbaren, die ihre eignen weibsleute zu solcher schande zwangen Forster 1, 182; sonst hatte er ... seinen weibsleuten verboten, die wohnung zu verlassen Viebig wacht am Rhein 199. öfters steht das wort neben offener anerkennung: ihre (der Baiern) weibsleute haben meist sehr angenehme stimmen Schubart leben 1, 263; es giebt aber unter den weibsleuten zu Caub ... ganz artige gesichter Laukhard leben 3, 320; ihr weibsleut seid öfters gescheuter als wir Vischer auch einer 1, 304. archaische und mundartlich bestimmte rede bleibt von dem bösen sinn ganz unberührt: die S.schen mochten aus mitleid mit den ... weibsleuten ... keinen gebrauch von dem dokument machen Keller 8, 353; o du heilige gnadenmutter, schütz du allzeit die arm' schwachen weiberleut Anzengruber 3, 125. wo sich böser sinn einstellt, ist er nicht sonderlich ernsthaft: man weisz ja, beym Velten! wie die weibsleute sind Wieland 11, 218, oder er bedarf der stütze in der umgebung des wortes: teuflische weibsleute Ayrenhoff 3, 309; gemein Bräker 1, 241; liederlich Jung-Stilling 3, 57; weil die schalkheit der weibsleute alle andern leichtfertigkeiten übertrifft Raumer gesch. d. Hohenst. 6, 426. ohne solche stützen hat das wort verächtlichen klang erst in neuster zeit: wirf die weibsleute raus Raabe hungerp. 1, 8; mit was für weibsleuten überlaufen sie mich? Hauptmann ratten 117. — drittcomposita mit weibsleut- kommen in westd. ma. vor, jedoch selten: waipslaitəkraam, -kšeft Meisinger rappen. 225, dagegen wimmelt bair.-öst. ma. von comp. mit weiberleut-: -gsind Stelzhamer 2, 304; -gedanken, -hoffart, -fopper Rosegger II 1, 163; III 6, 150; 10, 46 u. s. w.
4222 Zeichen · 104 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weibsleute

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Weibsleute , sing. car. weibliche Personen, auch nur von geringen Personen, und im verächtlichen Verstande.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weibsleute

    Goethe-Wörterbuch

    Weibsleute [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    WeibsleutePl.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Weibs-leute Pl. : 'die Frauen', ohne negative Nebenbedeutung gebraucht, -leit [verbr., Juner 104 Karch Jockgr/Nd'horb 17…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weibsleute

11 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von weibsleute 2 Komponenten

weib+s+leute

weibsleute setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weibsleute‑ als Erstglied (11 von 11)

Weibsleuteleuts

PfWB

Weibsleute-arbeit , Weibsleute-leuts- f. : 1. 'Tätigkeiten, die traditionell von Frauen erledigt werden', Weibsleit(s)aʳwet, -äʳwet [mancher…

weibsleutenärrisch

PfWB

weibsleute·naerrisch

weibsleute-närrisch , weibsleute-leuts- Adj. : 'verrückt nach Frauen', weibsleitnärrisch [KU-Schmittw/O RO-Dielkch Sippf KB-Kriegsf Land Lam…

Weibsleutenarr

PfWB

weibsleute·narr

Weibsleute-narr m. : 'ein Mann, der die Nähe von Frauen sucht', -naʳʳ [KU-Adb Obw/T Schmittw/O RO-Rehborn KB-Kriegsf NW-Frankeck Kallstdt Be…

weibsleuteseite

PfWB

weibsleute·seite

weibsleute-seite f. : 'Plätze der Frauen in der Kirche', -seit [ LA-Ilbh ]; vgl. Mannsleutsseite , Weiberseite . —

weibsleutetöricht

PfWB

weibsleute·toericht

weibsleute-töricht Adj. : = weibsleutenärrisch , -dericht [ KU-Kaulb Kus WD-Niedkch RO-Schiersf ], -derich [ KL-Reichbstg ], -doricht [ HB-A…

weibsleutetoll

PfWB

weibsleute·toll

weibsleute-toll , weibsleute-leuts- Adj. : = weibsleutenärrisch , von Männern, weibsleitsdoll [ KL-Drehthhf LU-Opp ]. —