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waffel

mnd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
17 in 15 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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27
Verweise raus
26

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

waffel f.

Bd. 27, Sp. 290
waffel, f. ein flaches viereckiges gebäck mit rautenförmigen vertiefungen auf beiden seiten, die es von dem eisen, in dem es gebacken wird, erhält. wort und sache kommen aus den Niederlanden und scheinen vor dem 17. jahrh. im eigentlichen Deutschtand nicht bekannt zu sein: waffel, crustulum, art gebekkels. Schottel 1203; cialda, cialdone, bozzolaio. Krämer 1203; eine art gebackens. Stieler 2451; waffel (als mundartlich), eine art gebackens der Niederländer, hippelgen. Rädlein 1024; panis tessellatus. Frisch 2, 414; in der form ursprünglicher: wafel, a wafer. Ludwig 2363; wafel, gaufre. Rondeau. dasz das wort auch im 18. jahrh. nicht überall eingebürgert war, läszt sich daraus entnehmen, dasz es andren wörterbüchern, wie Steinbach, Kirsch fehlt, und in niederdeutschen, dann auch rheinischen idiotiken angeführt wird: wafeln brem. wb. 5, 162. Dähnert 535, waffel Schmidt 218. Klein prov. wb. 2, 224 kennt es vom Niederrhein, aus der Pfalz, dem Elsasz. nach Schmeller2 2, 862 ist das gebäck hauptsächlich im rheinischen haushalt üblich. auch jetzt ist es nicht in allen landschaften Deutschlands gleich heimisch. in ndl. und nd. glossaren begegnet das wort seit dem 15. jahrh.: wafel, waffel teuthon. 303, Diefenbach gl. 255b gafrum, wafel, waffel (aus nd. glossaren), 377a nebula, nolen eft wavelen, noelen off waffelen (aus zwei nd. glossaren), Junius (1577) 65b panis artopticius, vlaede, wafel (als belg.), Kilian 644 waefel, laganum, crustulum, placenta. es musz aber weit älter sein, da es schon früh auch in den roman. sprachen erscheint: altspan. guafla, franz. (von der vlämischen nebenform wafer de Bo 1178 ausgehend) gaufre; auf dem afranz. beruht auch engl. wafer, schon im mengl.: nebula, a wafur Wright-Wülcker 1, 597, 27 (engl. waffle ist eine jüngere entlehnung aus dem deutschen). die romanischen wörter bedeuten sowol 'waffel' als 'honigwabe', dadurch wird zusammenhang mit wabe erwiesen, nach deren ähnlichkeit die waffel genannt ist. noch näher stehen die auf sp. 8 angeführten formen wabel, wafel, wefel, doch hat ndl. wafel ein ursprünglich langes a (vgl. z. b. westfäl. wfel Woeste 318), altniederfränk. *wâfla. im hochd. ist verkürzung des a eingetreten, während im nd. an der länge festgehalten wird, vgl. die oben angeführten formen (auch ten Doornkaat Koolman 3, 495 wafel, Frischbier 2, 452 wafel, wapel). die waffel ist ein uraltes niederfränk. fest- und fastengebäck, ähnlich den krapfen, strauben u. s. w. in andren deutschen landschaften, durch die Franken nach Frankreich gebracht, in Deutschland von den Rheingegenden aus allmählich allgemeiner verbreitet. sie pflegen jetzt bei festlichkeiten, auf jahrmärkten gebacken zu werden, in den häusern bei besonderen gelegenheiten: brachten dann hochgehäuft vielrautige bräunliche waffeln. Voss Luise 1, 469. sprichwörtlich: waffeln und freier müssen warm genossen werden. Wander 4, 1723.
2913 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    waffelF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    waffel , F. nhd. Waffel I.: Lw. mnl. wafele E.: s. mnl. waffele, F., Waffel; fläm. wāfer, Sb., Waffel; wohl letztlich ei…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Waffel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    2. Die Waffel , plur. die -n, eine Art viereckter dünner Kuchen, welche auf den breiten Flächen gitterförmig sind, und d…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Waffel

    Goethe-Wörterbuch

    Waffel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Waffel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Waffel , baumwollenes Gewebe zu Bett- und Tischdecken; desgleichen wollenes Gewebe zu Kopftüchern, Schals u. dgl., deren…

  5. modern
    Dialekt
    Waffel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Waffel I [Wàflə S. Strüth ; sonst allg. Wàfl; Pl. Wàflə ; Demin. Wafələ, Pl. ebenso fast allg., Wafələr Co. Ingersh. M. …

  6. Sprichwörter
    Waffel

    Wander (Sprichwörter)

    Waffel Waffeln und Freier müssen warm genossen werden. Holl. : Wafels en vrijsters moeten heet behandeld en gegeten word…

  7. Spezial
    Waffel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Waf|fel f. (-,-n) wafer (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit waffel

45 Bildungen · 45 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

waffel‑ als Erstglied (30 von 45)

Waffelbube

SHW

Waffel-bube Band 6, Spalte 189-190

Waffelmaul

SHW

Waffel-maul Band 6, Spalte 189-190

Waffelohr

SHW

Waffel-ohr Band 6, Spalte 189-190

waffelart

DWB

waffel·art

waffelart , m. schwätzer. ein von Fischart gebildetes wort, mit romanischer endung ( vgl. franz. babillard schwätzer zu babiller) zu waffeln…

Waffelbecker

Campe

waffel·becker

Der Waffelbecker , — s, Mz . gl. einer, der vorzüglich oder ausschließlich Waffeln bäckt.

waffelbindung

DWB

waffel·bindung

waffelbindung , f. ein gewebe aus rechtwinklig sich schneidenden erhöhten rippen, zwischen denen vertiefte quadratische stellen erscheinen, …

waffeleisen

DWB

waffel·eisen

waffeleisen , n. 1 1) das aus zwei zusammenschlagenden blechen bestehende gerät, in dem die waffeln gebacken werden. Diefenbach gl. 255 b ga…

waffeler

DWB

waffe·ler

waffeler , m. einer, der die worte durcheinander wirft, schwätzer. in Nassau Schmidt 318 . Kehrein 436 . zu waffeln vgl. waffel 4.

Waffelfresser

PfWB

waffel·fresser

Waffel-fresser Pl. : Neckname für die Bewohner von KU-Altkch und KL-Spesb, -fresseʳ [KU-Dunzw, Seebach Neckn. 27]; vgl. Waffel 4.

waffelfrisur

DWB

waffel·frisur

waffelfrisur , f. eine frisur, die so gelegt ist, dasz sie längliche vierecke bildet. Jacobsson 4, 571 ( wo waffenfrisur gedruckt ist ).

waffelhaus

DWB

waffel·haus

waffelhaus , n. waffelbude: waffelhaus, waffelkram, wafelhuis, wafelkraam. Kramer (1719) 257 .

waffelig

PfWB

waffelig Adj. : ' rautenförmig gemustert '. »Der Nordpfälzer Bauer spricht gelegentlich von einer waffeligen Tür eines Hauses oder eines Sch…

Waffel II

ElsWB

Waffel II f. dünner wabenähnlicher Kuchen, zwischen zwei Eisenblechen gebacken Ingersh. Dü. U. W. Klein vergleicht frz. gaufre, was zu wabe …

waffelmaul

DWB

waffel·maul

waffelmaul , n. einer der viel oder undeutlich spricht, schwätzer. in Nassau, Hessen, dem Elsasz. Schmidt 318 . Kehrein 436 . Crecelius 888 …