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wächsen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wächsen verb.

Bd. 27, Sp. 126
wächsen, verb. mit wachs bestreichen u. dgl., ableitung vom subst. wachs, mit der häufigeren nebenform wichsen (s. d.), in der das umlaut-e weiter in i übergegangen ist, wie in wirmc, schwirmen. ahd. incerat, wahsit Steinmeyer-Sievers gl. 2, 497, 39, giwahsta 2, 515, 56, mhd. kommt dagegen nur wihsen vor, während seit beginn der nhd. zeit wieder daneben auch wächsen, seltener wachsen, erscheint: cerare, wechsen. Diefenbach gl. 113c. die wörterbücher bevorzugen anfangs die form wächsen, die durch näheren lautlichen anschlusz an wachs empfohlen wurde: wächszen, cerare, incerare. Dasypodius 450b (Maaler 178a hat gewächszt, 480b wächszung, ceratura, dagegen wichsen), wächsen, incerare Hulsius 272, cera obducere Schottel 1439, cerare, cera illinere et inficere Stieler 2400, wächsen neben wichsen Krämer 1202. Dentzler 2, 350. Ludwig. Kramer. Rondeau; dagegen kennen Kirsch, Steinbach, Frisch, Adelung nur noch wichsen. für die beurtheilung der beiden formen ist wichtig, dasz es in den übertragenen bedeutungen (wichsen 'prügeln', geld aufwichsen) nie wächsen heiszt, diese form scheint also erst von wachs aus wieder eingeführt, wichsen dagegen die lautgesetzliche bildung zu sein. doch lebt wächsen auch in den mundarten: im cimbrischen bechsen Schmeller 170, im Harz weksen Liesenberg 218, nd. wessen, wassen Schambach 296. ten Doornkaat Koolman 3, 520. hess. wegse Crecelius 911 wird auf wichsen zurückgehen. im ndl. entspricht wassen. gebrauch. 11) transitiv: mit wachs bestreichen, überziehen. die schneider wächsen den faden um ihn steifer und fester zu machen; zwirn wächsen, als ausdruck der nähterinnen bei Amaranthes frauenzimmerlex. 2093; einen faden wächsen. Ludwig 2359. s. auch theil 4, 1, 4740, wo der gebrauch des gewächsten fadens bei den wundärzten hervorgehoben ist, vgl. noch: het sy in ainem gemalten thrüchlin vast klaine eingefedmete nädelein mit gewechsten seyden feden. Wirsung Calixstus (1520) c 1a; aber sobald es (die lanze) die teuffels schrecklich kutt antraff, bog es sich beim späreisen, als wann einer mit eim gewächszten faden auff ein amposz schlüg oder mit eim federkengel an ein wand rent. Garg. 254b (405 neudr.); der vaden soll auch getzwirnet sein on all knöpff und gewechst und damit soll die wund gehefft werden. Braunschweig chirurgie (1497) 21a. auf dies wächsen des fadens geht wol: so ist schmirben, reuchen, wachsen und das holtz legen alle die kunst der artzte. Paracelsus chir. schriften (Straszb. 1618) 147 A. das zerschnittene zeug wird auf dem schnitt gewächst: wächsen, mit wachs ausstreichen, wie die schneider thun. Rädlein 1023; zugeschnitten seidenzeuch wäxsen, dasz es nicht ausfasere. Kramer (1719) 260, ähnlich Rondeau. leinwad wächsen, d. h. mit einer wachsmasse überziehen. Stieler 2400; gewächsete leinewand. Ludovici kaufm. lex. 583; stifelen wächsen. Stieler 2400; schuh von gewächsten leder. Ludwig 2359. eine diele, möbel wächsen, d. h. mit wachs abreiben, bohnen: man kommt zusammen in der stube; steht auf einem gewächsten boden, dasz man sich alle augenblick den hals zerbrechen möchte. Möser patr. phant. 1, 267; ostfries. wassen ten Doornkaat Koolman 3, 520. mit wachs klebrig machen: denselben (studenten) verehre ich zum neuen jahr, eyserne köpffe, güldene beutel, bleyerne hosen, und gelichte oder gewächste stuhlküssen, und bitte, sie wollen damit wieder auff die universitäten ziehen, und etwas redliches lernen. Schupp 668. gewächste tafeln zum schreiben s. theil 4, 1, 4740. vereinzelt gewächste flügel d. i. wächserne ebenda 4741. 22) intransitiv nur vereinzelt: die bienen wächsen, machen wachs, apes cerificant. Stieler 2400. die bedeutung 'wachs in wasser gieszen' scheint das wort an folgender stelle zu haben: es sol niemant in die brunnen wachssen (waschen?), noch darauf reiben, wetzen, oder einerlei dorein schuten, noch dorein weichen, von gefessen, reiffen oder anderm geholtze. stadtrecht von Arnstadt (1543) bei Michelsen rechtsdenkm. aus Thüringen 75.
4004 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wächsenv., trs

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Wächsen , v. trs . mit Wachs bestreichen, überziehen. Moerbeek. S. Wichsen. D. Wächsen. D. — ung .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit waechsen

4 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von waechsen 2 Komponenten

waech+sen

waechsen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

waechsen‑ als Erstglied (2 von 2)

wächsenburg

DWB

waechsen·burg

wächsenburg , f. , durch blosze zusammenrückung entstandene umschreibung für den bienenkorb: wan endlich dan sie ( die bienen ) kommen zur e…

wächsenlich

DWB

waech·senlich

wächsenlich , adj. weich wie wachs, weiterbildung von wächsen: sich hett ain liechte ros gen mir erleücht und entprant. nun bin ich laider d…

Ableitungen von waechsen (2 von 2)

bewächsen

DWB

bewächsen , cera obducere: die bienen bewächsen ihren stock, bekleben ihn mit vorwachs, propolis, s. bewichsen .

verwächsen

DWB

verwächsen , v. : mit wachs überziehen Calepinus XI ling. 223 a ; mit verwächstem doppelen, starcken zwirn Aitinger jagd- u. weidbüchl. 46 .…