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vielfältig

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
6 in 6 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

vielfältig

vielfältig

viel Indef.pron. Adv. Adj. ‘eine große Menge oder Anzahl, zahlreich, sehr, bedeutend’, ahd. filu (8. Jh.), mhd. vil(e), asächs. filo, filu, mnd. vēl(e), mnl. vēle, nl. veel, aengl. feolu, fela, anord. (nur in Zusammensetzungen) fjǫl-, got. filu ist ursprünglich ein substantiviertes Adjektiv (germ. *felu-, neutraler u-Stamm). Es wird daher im Sinne von ‘große Menge’ unflektiert als Substantiv gebraucht (viel hilft viel) und kann dabei einen abhängigen Genitiv bei sich haben (viel Aufhebens). Bei Nominativen und Akkusativen erhält viel den Charakter eines Indefinitpronomens bzw. eines unbestimmten Zahlworts (viel Geld, viel Erfreuliches), in Verbindung mit Verben entwickelt sich adverbieller Gebrauch (viel arbeiten). Schließlich nimmt viel adjektivische Flexion an (viele Leute, vielen Dank). Außergerm. Verwandte sind aind. purū- ‘viel, reichlich’, griech. polýs (πολύς) ‘viel’, lat. plūs ‘mehr’, air. il ‘viel’, so daß von ie. *pelu-, *pḷlu- ‘Menge, viel’, eigentlich ‘füllend’, ausgegangen werden kann, einer Weiterbildung der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’ (wozu auch voll, Fülle, fließen, fliegen, s. d.). – vielerlei indeklinabel ‘in großer Anzahl und von verschiedener Art, viele verschiedene Dinge’ (16. Jh.); s. -lei. vielfach Adj. ‘viele Male so groß, in gleicher Form oder Art viele Male vorkommend, vielfältig, häufig’ (15. Jh.); s. -fach. Vielfalt f. ‘das Vorhandensein in vielen Arten, große Mannigfaltigkeit’, Rückbildung (Ende 18. Jh.) zu älterem vielfältig (s. unten), zuerst in Gegensatz zu älterem Einfalt. vielfältig Adj. ‘durch Vielfalt gekennzeichnet, mannigfaltig’ (15. Jh.); zu -fältig (s. falten). vervielfältigen Vb. ‘vermehren, vergrößern’ (17. Jh.), älter vielfältigen (16. Jh.); heute speziell ‘einen Text auf mechanischem Wege mehrfach herstellen’. vielleicht Adv. ‘möglicherweise, gegebenenfalls, etwa, gefälligst’, mhd. vil līhte ‘sehr leicht, vermutlich, möglicherweise’. vielmehr Konj. ‘sondern, im Gegenteil, richtiger’, in frühnhd. Zeit (15. Jh.) zusammengerückt aus mhd. vil mēr(e) ‘in noch höherem Grade’, ahd. filu mēr. Vielweiberei f. ‘eheliche Verbindung eines Mannes mit mehreren Frauen’ (Ende 17. Jh.), nach gleichbed. griech. polygamía (πολυγαμία), spätlat. polygamia (s. poly-).
2271 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vielfältig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Vielfältig , adj. & adv. welches mit dem vorigen eigentlich gleich bedeutend ist. Vielfältige Frucht bringen. Am üblichs…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    vielfältig

    Goethe-Wörterbuch

    vielfältig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    vielfältig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    viel|fäl|tig adj. 1 (verschieden) desvalí (-lis, -lia) 2 de na gran varieté.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vielfaeltig

7 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von vielfaeltig

vielfalt + -ig

vielfaeltig leitet sich vom Lemma vielfalt ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von vielfaeltig 2 Komponenten

viel+faeltig

vielfaeltig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vielfaeltig‑ als Erstglied (5 von 5)

vielfältigen

DWB

vielfalt·igen

vielfältigen , daneben ohne umlaut vielfaltigen ( s. oben vielfältig sp. 180) verb., multiplicare, im älteren nhd. oft vorkommend, jetzt nic…

vielfältiglich

DWB

vielfalt·iglich

vielfältiglich , weiterbildung zu vielfältig, s. dieses oben sp. 180, wie dieses mit und ohne umlaut; das wort scheint nur als adverb. vorzu…

vielfältigmal

DWB

vielfaeltig·mal

vielfältigmal , adv. , veraltet, gleichbedeutend mit vielmal: der weisz Zarmar küste vielfältig mal Socratens bild Lohenstein Arminius 1, 68…

vielfältigung

DWB

vielfaeltig·ung

vielfältigung , f. , multiplicatio: und wolte nicht in der einkeit seyn, sondern in der vielfältigung Böhme schriften (1620) 5, 37 .

Ableitungen von vielfaeltig (2 von 2)

vervielfältigen

DWB

vervielfältigen , v. , vereinzelt vervielfaltigen Grimmelshausen ( s. u. 2 ), nach Singer zeitsch. f. d. wortf. 4, 132 ' bildungslehnwort ' …

vervielfältigung

DWB

vervielfältigung , f. , multiplication: die vier ( entsteht ) nicht aus der hinzufügung der zwei zur zwei, sondern aus ihrer v. mit sich sel…