verleiben,
verb. 11) zu einem ganzen machen, einverleiben.
mhd. verlîben.
das einfache leiben
kommt in gleicher bedeutung vor, s. theil 6, 594
c. somit verstärkt ver
nur den begriff des einfachen wortes. stets steht das, dem man einen, etwas einverleibt, dabei. 1@aa)
mit persönlichem object. dasjenige, dem man einen einverleibt, im dativ: eur tauff ... damit ihr Christo verleibet seid. Ayrer
Melus. 2, 351
b. 1@bb)
durch präposition beigefügt: alle heiligen sind Christi und der kirchen glied, die ein geistliche ewige stadt ist, und wer in dieselbe stad genommen wird, der heiszt in die gemeine der heiligen genomen, und mit Christus geistlichem cörper, verleibet und sein glied gemacht. Luther 1, 202; denn gottes namen ist uns gegeben, weil wir ... die sacrament haben, dadurch er uns mit jm verleibet. 4, 416; und gleubt das die tauffe sey, darin eitel seligkeit und leben ist, nicht durchs wasser .. sondern dadurch, das mit gottes wort und ordnung verleibet ist. 4, 423; der cardinal und bischove zu Auspurg so anfangs in berurtem anschlag verleibt.
staatspap. Karls V. 418; Christus ist in sein wort also verfasset und verleibet. S.
Frank 5, 89; Domicianus ist in das keiserthumb verleibt worden, in der ordnung der XII.
chronica 135
b; künftig wil auch ich was melden von den thaten unsrer zeit, und die ritterlichen helden, so man rühmet weit und breit, in ein solches buch verleiben, dasz sie sollen ewig bleiben. Fleming 436. 1@cc)
mit sächlichem objecte: ein brief, so in solchem revers verleibt ist.
Ernest. ges. arch. vom j. 1526; dieweil iren ein solche grosze zahl und gleich als zusammen verleibt ist, wöllen sie sich auch für die öbersten achten. Micyllus
Tac. 449
b; wie solches underschiedlich inn einem sonderbarenn durch unns besiegeltenn und zugestelltenn erbregister verleibt stehet.
Eisen. archiv 1570; (
buch) darinn von allerley politischen händeln und sachen viel statuten, ordnungen und satzungen verleibt seyndt.
publ. patent z. Frankf. reform; nun hört, nun hört und merket mit fleysz was uns fürter beschreiben, im testament auff newe weisz, darinn sie thuon verleiben, was vormals ye gesaget ward von Christo unserm herren. Wackernagel
kirchenlied 3, 127
a, 8, der sieben weisen einer schreibt, wie solches in jrem buch verleibt. Eyring 1, 597; allerlieblichste trochäen aus der zeile zu vertreiben, und schwerfälligste spondeen an die stelle zu verleiben, bis zuletzt ein vers entsteht, wird mich immerfort verdrieszen. Göthe 4, 363; nach vermög eines articuls in unserm regiment verleibt.
reichstagsabsch. 1521 § 5; bei dem buchstaben desselben artikels im (
Hagenauischen) abschied verleibt. Melanchthon 3, 1179
Bretschneider; so denn ihre kais. maj. diesen reichstag aus oberzählten und andern hochwichtigen ursachen, im selben ausschreiben verleibt, vorgenommen.
kais. Karl in Melanchthon 4, 153
Bretschneider; alles bei peen und straf in den freiheiten verleibt, mit welchen ein rath und gemeine stat begnadet seyn.
Nürnb. reform 56
a (1564); denn ... so ist das testament, soviel die einsetzung der erben verlangt, unkräfftig und nichtig, doch bleiben die legate und andere geschäfft in solchem testament verleibt .. in ihren kräfften.
Frankf. reform 4, 3, 4; bey vermeidung deren darinn verleibten strafen.
ebenda, publ. pat. 1@dd)
mit adverbialem zusatze: also das diese drey stück jmerdar bey einander bleiben, und keines on das ander sey, als zusamen verbunden, wie eine keten, ja zusamen vorleibt, wie eîn glied im andern. Luther 6, 281
b. 22)
reflexiv: wiewol sich mann und weib in einen leib verleiben, so darff sich doch der mann deszwegen nicht verweiben. Logau 3, 130, 61 (555
Eitner). 33) verleiben
kommt einigemal, wenn auch vereinzelt für verleibdingen
vor: dem ir einen hof auf sich und sein hausfraw verleibt haben sollet, denselben auf sein elich kind auch verleiben.
urk. Maximilians 93
Chmel.