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Verdênken

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Verdênken

Bd. 4, Sp. 1010
Verdênken, verb. irregul. act. S. Denken, welches ehedem in verschiedenen Bedeutungen üblich war. 1. * Mit seinen Gedanken in der Irre herum schweifen, als ein Neutrum; eine längst veraltete Bedeutung. So gesciehet uns danne unir uuellen betondo an Got tenchen, daz unir an ander unsih ferdenchen, Notker. Ver hat hier die Bedeutung des Irrthums, S. Ver 4. (g). 2. * Bedenken, überlegen, Schwed. förtänka; eine gleichfalls veraltete Bedeutung, wo ver eine intensive Bedeutung gehabt zu haben scheinet. 3. * Ernstlich, stets an etwas gedenken; in welchem Verstande man in dem Mittelworte ehedem sagte auf oder an etwas verdacht seyn, S. Ver 5. Wie tuon ich so das ich so herzekliche Bin an si verdaht, Heinr. von Morunge. Ich was so verre zu si verdaht Das ich mich underwilent niht versan, Friedr. von Husen. Das ich uf sorge bin verdaht, Reinmar der Alte. Auch diese Bedeutung ist veraltet. 4. * Muthmaßliche Gedanken eines begangenen Übels von jemanden haben, mit der vierten Endung der Person. Auch diese Bedeutung ist nicht mehr gangbar, indem man jetzt dafür sagt, jemanden in Verdacht haben, welches Hauptwort selbst noch ein Überbleibsel dieser Bedeutung ist. Wenn jemand einer Missethat verdacht wirdt, Constit. Carol. 1532, Art. 28; wegen einer Missethat in Verdacht ist. Oder wer darunter gewohnt oder verdacht were, in einer österr. Urk. von 1440. Ver scheinet hier und in der folgenden Bedeutung eigentlich eine Verschlimmerung des Zustandes vermittelst des Zeitwortes zu bezeichnen, S. Ver 1. (h). 5. Übel auslegen, eine mit der vorigen verwandte Bedeutung, welche die einzige noch gangbare ist, und in welcher es auf doppelte Art gebraucht wird. (1) Mit der dritten Endung der Person, und der vierten der Sache, welche Wortfügung im Hochdeutschen am gangbarsten ist. Wer will mir das verdenken? Wenn er es thut, so kann ich es ihm nicht verdenken. (2) Mit der vierten Endung der Person, welche Wortfügung in einigen Oberdeutschen Gegenden die herrschende ist. Wird mich demnach hoffentlich niemand verdenken, daß u. s. f. Opitz; wo statt des Accusativs der Sache auch wohl das Wörtchen darum gebraucht wird. Ich glaube nicht, daß er mich drum verdenket. Gesetzt, ich wüßt es auch, Ich wollte sie darum noch lange verdenken, Günth.
2262 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verdenkenan. v.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    ver-denken an. v. BMZ abs. denken, sich erinnern. lenger dan iemantz verd. mag Chr. 10,233 anm. 4 ( 1457 ) ; tr. mit acc…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verdênken

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verdênken , verb. irregul. act. S. Adelung Denken , welches ehedem in verschiedenen Bedeutungen üblich war. 1. * Mit sei…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verdenken

    Goethe-Wörterbuch

    verdenken [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verdenken

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    verdenken Band 3, Spalte 3,1547f.

  5. Sprichwörter
    Verdenken

    Wander (Sprichwörter)

    Verdenken 1. Es ist keinem zu verdenken, der bezahlt sein will. – Pistor., II, 87; Simrock, 1070. 2. Fur dich, fur dich,…

  6. Spezial
    verdenken

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    verdenken das kann man ihm nicht verdenken / das kann man ihm nicht verübeln - его можно понять; его реакция вполне объя…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verdenken

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verdenken

ver- + denken

verdenken leitet sich vom Lemma denken ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verdenken 2 Komponenten

verden+ken

verdenken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verdenken als Zweitglied (1 von 1)

ȫverdenken

MNWB

oever·denken

ȫverdenken , ōver- (aver-) , stv. (Imp. -denke, -denket; Ind. Prät. -dachte, -dachten, Konj. Prät. -dechte, -dechten; Part. Prät. -[ge]dacht…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verdenken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verdenken/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „verdenken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verdenken/adelung. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verdenken". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verdenken/adelung.
BibTeX
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