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Verbrecher

mhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 11 Wb.
Sprachstufen
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5

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Verbrecher

Verbrecher

brechen Vb. ‘in Stücke teilen, zerfallen’, ahd. brehhan ‘brechen, reißen, vernichten’ (8. Jh.), mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. mnl. brēken, nl. breken, afries. breka, aengl. brecan, engl. to break, got. brikan (germ. *brekan) sind verwandt mit den im Ablautverhältnis stehenden Bildungen Brache, 1Bruch m. und Brocken (s. d.) sowie mit lat. frangere ‘(zer)brechen’ (mit nur präsentischem n; s. Fraktur), so daß sich ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’ als Ausgangsform erschließen läßt. – Brecher m. ‘Sturzsee’ (19. Jh., nach engl. breaker). aufbrechen Vb. ‘sich auf den Weg machen, gewaltsam öffnen’, mhd. ūfbrechen; Aufbruch m., mhd. ūfbruch. ausbrechen Vb., ahd. ūʒbrehhan (Hs. 13. Jh.), mhd. ūʒbrechen. einbrechen Vb. ‘gewaltsam eindringen’, ahd. inbrehhan ‘eindringen, hineinstürzen’ (9. Jh.), mhd. īnbrechen; Einbruch m., mhd. īnbruch ‘das Eindringen, Eingriff, Schaden’; Einbrecher m. ‘wer gewaltsam eindringt und sich an fremdem Eigentum vergreift’ (16. Jh.). gebrechen Vb. ‘fehlen, mangeln’, mhd. gebrechen ‘brechen, fehlen, mangeln’; nur noch in es gebricht (mir) an etw., z. B. an Geld, Zeit, Mut (d. h. etw. bricht „geht“ mir ab, daher ‘es fehlt mir’). Vgl. ahd. gibrehhan ‘zerschmettern’, reflexiv ‘sich unterwerfen’ (11. Jh.). Dazu gehört der substantivierte Infinitiv Gebrechen n. ‘körperlicher Fehler, Krankheit’ (14. Jh.); vgl. dagegen mhd. gebreche m. ‘Mangel, Beschwerde, Krankheit’; gebrechlich Adj. ‘hinfällig’, mhd. gebrechlich. verbrechen Vb. ‘das Gesetz brechen, sich schwer vergehen’, ahd. firbrehhan (9. Jh.), mhd. verbrechen ‘zerschlagen, zerstören’, ursprünglich verstärktes brechen (wie zerbrechen), doch schon in mhd. Rechtssprache ‘eine Verbindlichkeit, ein Gebot übertreten, verletzen’. Der substantivierte Infinitiv Verbrechen n. ‘Straftat, schweres Vergehen’ in diesem juristischen Sinne erst im 17. Jh. Verbrecher m. ‘Gesetzesbrecher’ (17. Jh.); dagegen bezeichnet mhd. frühnhd. verbrecher jeden, der sich eines kleinen Vergehens schuldig macht. verbrecherisch Adj. (18. Jh.).
2011 Zeichen · 92 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verbrëcherstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ver-brëcher stm. übertreter, verletzer. verbr. des gesetzes Np. 55, des frids Mh. 2,377. 3, 286. Bu. 50,1 ( 1280 ) ;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verbrêcher

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Verbrêcher , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Verbrecherinn, eine Person, welche ein Verbrechen begangen, muth…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Verbrecher

    Goethe-Wörterbuch

    Verbrecher [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Verbrecher

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Verbrecher Band 3, Spalte 3,192

  5. Sprichwörter
    Verbrecher

    Wander (Sprichwörter)

    Verbrecher Zuletzt gibt auch ein Verbrecher guten Rath. – Cibot, 175.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verbrecher

13 Bildungen · 12 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verbrecher 3 Analysen

ver- + brecher

verbrecher leitet sich vom Lemma brecher ab mit Präfix ver-.

Alternativen: verbrechen+-er ver-+brech+-er

Zerlegung von verbrecher 2 Komponenten

verb+recher

verbrecher setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verbrecher‑ als Erstglied (12 von 12)

Verbrecheralbum

Meyers

verbrecher·album

Verbrecheralbum , eine auf Alphonse Bertillon (s. d. 2) zurückführende Einrichtung, die den Zweck hat, rückfällige Verbrecher, die falschen …

verbrecherin

DWB

verb·recherin

verbrecherin , f. delinquens, peccans Stieler 235 : der thron des ewigen klang von der stimme der liebe, die der verbrecherin leben gebot. K…

verbrecherisch

DWB

verbrecher·isch

verbrecherisch , adj. von einem verbrecher begangen, daher ein verbrechen in sich schlieszend; fehlt den älteren wörterbüchern, erst bei Ade…

Verbrecherwahn

Meyers

verbrecher·wahn

Verbrecherwahn , im technisch-juristischen Sinne die Annahme, daß höhere Pflichten die Übertretung einer Rechtsnorm rechtfertigen könnten. D…

verbrecher als Zweitglied (1 von 1)

Prinzipalverbrecher

DRW

prinzipal·verbrecher

Prinzipalverbrecher, m. Urheber einer Straftat iU. zu einem Mitläufer vgl. Prinzipalhauptmann (I) es soll auch niemand einem solchen frevele…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verbrecher". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verbrecher/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „verbrecher". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verbrecher/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verbrecher". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verbrecher/pfeifer_etym.
BibTeX
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