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überlegen

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

überlegen adj. u. adv.

Bd. 23, Sp. 383
überlegen, adj. u. adv. , zu mhd. überligen, v., das die wbb. für das 11. u. 13. jahrh. nachweisen, s. mhd. wb. 1, 989a; Lexer handwb. 2, 1641; nhd. seit dem 18. jahrh. nur mehr im part. prät. in adjectivischer u. adv. function und in abgezogenen bedeutungen, die sich wie schon Adelung bemerkte, aus der in mhd. überligen enthaltenen vorstellung des ringkampfes entwickelten (s. u. überliegen). 11) gravatus, beschwärt, bemühet, beladen, belästiget, überlegen Schöpper syn. (1550) g 7a. in dieser bedeutung von den wbb. bis ende des 18. jahrh. gebucht, jedoch schon im 17. jahrh. wenig gebraucht, und seit dem 18. jahrh. schriftsprachlich unüblich. örter, die weit von tieffen thälern ligen, und nicht mit dicken dämpffen überlegen sindt Sebiz feldbau (1579) 5; überladen, überlegen mit geschäfften, carcato, affannato di molti negotii Hulsius (1618) 253b; Yorik betrug sich anfangs eine zeitlang mit aller ersinnlichen tapferkeit, bis er, von der anzahl überlegen, endlich des elendes des krieges überdrüszig ... das schwerdt aus der hand legte Bode Tristram Shandy 1, 71. 22) lästig (auf den südwesten beschränkt, s. Staub-Tobler 3, 1208): überlegen, mühsälig, hässig, unwert Frisius dict. 1905 s. v. putidus; incommodus, molestus Calepinus undecim ling. (1598) 703b; 906b; importunus Megiserus thes. 1, 680c; 693c; beschwerlich Dentzler clav. ling. lat. 296a; er were ir ein überlegener nachpurer und hette ir muoter seligen allweg daz ir abgschrenzt und abgezogen dokumente zur gesch. d. bürgermeisters Hans Waldmann 1, 144; lüsz, flöch und andere überlägne thier Gesner thierbuch (1563) 79; so erbohte er sich alle unbilliche und überlegne beschwerden den seinen abzunemmen Stumpf Schwytzerchron. (1606) 382a. prädicativ: eim zeschaffen geben, eim überlägen seyn und unruow machen, einen beleidigen Frisius dict. 863a s. v. exhibere; ich will üch nit lang überlägen sin Th. Platter selbstbiogr. 34; darbi ouch niemantz überal mit der narung beschwärlich noch überlegen ze sein J. v. Watt 1, 8. 33) praevalens, die heute herrschende bedeutung. 3@aa) mit dat der person. 3@a@aα) jemandem ü. sein: itzt fielen sie (die Juden) Egypten zu, itzt Syrien, darnach ein königreich dem andern uberlegen war, und musten der nachbarschafft ubel entgelten Luther vorrede zu Daniel 7, 364 Bindseil; und ein volck wirt dem anderen überlägen seyn (vulgata: superabit) Zürcherbibel (1531) 1 Mos. 25c; mit denselbigen (den sieben weisen) disputiert er, und war ihn allen weit überlegen Alberus fabeln 20 neudr.; so seind sie den Wittenbergischen predicanten weit überlegen gewesen J. Nas das antipap. eins und hundert 1, 202b. mit etwas ü. (16. jahrh.): si in lancem poneremus, sind sie uns uberlegen mit macht und krafft und vernunfft Luther 29, 31 Weim.; wie kumpt es, ... so sye (die tiger) ym (dem menschen) mit stercke ... überlegen seind Eppendorff Plinius (1543) 8, 42; so were ihm doch der Murner mit verstande, list, und kunst in vielen stücken überlegen Rollenhagen Froschmeuseler (1595) C 3b; also wist auch in ewrem sinn, das ich der alten schlangen mit krefften überlegen bin Ringwaldt evangelia M 1a. in, an etwas ü., heute allgemein: in der kritik war die prinzessin ihrem gemal überlegen Bismarck gedancken u. erinn. 1, 296 volksausg.; denen die mir ... an geschickligkeit überlegen sein Opitz v. d. dtsch. poeterei 54 neudr.; sintemahl die erde dem mohnden zweymahl an grösze überlegen Lohenstein Arminius 2, 1099a; hiemit macht er sich auf gar trotzig und verwegen, dieweil er war dem fuchs an stärke überlegen Reinicke Fuchs (1650) 59; er ... schlug mein heer, ist's auch an zahl ihm doppelt überlegen Körner 3, 188 Hempel; sie sind mir überlegen an rang, bildung, geist Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 326; an talent, charakter und vor allem an leidenschaft war er dem Tiberius entschieden überlegen Mommsen m. gesch. 2, 103; ich wüszte nicht, wer uns dieses pfand, das dem von uns erstrebten object an werth so viel überlegen ist, nehmen könnte Bismarck gedanken u. erinn. 2, 36 volksausg. 3@a@bβ) jem. ü. werden: werdend aber die kinder Ammon dir überlägen (vulgata: si praevaluerint) Zürcherbibel (1531) 2n. 10c; da wurden die Preussen mit der grossen mennige den brüdern überlegen Schütz hist. rer. Prussic. (1592) 1 G 1b. 3@bb) ohne dat. 3@b@aα) attributiv bei concreten: der überlegne feind erkennt sich für den sieger J. J. Schwabe belustigungen 1, 297; mich reizt die willkühr überlegner geister S. Mereau ged. 2, 36; unter den ungünstigsten umständen bot man dem überlegenen feinde trotz H. Steffens was ich erlebte 5, 3; sich mit dem weit überlegenen Voltaire vergleichen Göthe I 45, 200 Weim. 3@b@bβ) bei abstracten: wenn hausglück ein so überlegenes gefühl giebt, warum bist du herausgetreten? Iffland theatr. werke 4, 158; der überlegene humor des dichters D. F. Strausz Schubarts leben 1, 7; überlegene körperkraft Holtei erzähl. schr. 14, 7; willenskraft Görres ges. schr. 2, 94; sein (Reuchlins) gutachten ist ein schönes denkmal reiner gesinnung und überlegener einsicht Ranke 1, 185. der bedeutung überheblich sich nähernd: er machte seine überlegene wendung auf den fersen O. Ludwig 1, 211; mit sehr überlegener miene Fontane ges. werke I 6, 16. 3@cc) adverbiell: er (Lichtenberg) musz sich mit ideen über seelenwanderung, nicht wie Lessing überlegen und ruhig tragen, sondern quälen Gervinus gesch. d. dtsch. dicht. 5, 162; indem er ihn überlegen bei sich verlachte O. Ludwig 1, 238.
5501 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    überlëgenpart. adj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    über-lëgen part. adj. s. überligen;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Überlegen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Überlegen , verb. reg. act. 1. Überlegen, ich lege über, übergelegt, über zu legen, über ein anderes Ding legen, ohne Ne…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    überlegen

    Goethe-Wörterbuch

    überlegen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    überlegen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    überlege n wie hochd. I ch will mir das Ding (die Sach noch U. ) ü. Dü. — Schweiz. 3, 1178.

  5. Sprichwörter
    Ueberlegen

    Wander (Sprichwörter)

    Ueberlegen 1. Besser zweimal überlegt als einmal verpfuscht. Böhm. : Lepši jedna rozmyšlcná, neš sto učinĕných. ( Čelako…

  6. Spezial
    überlegen1

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +4 Parallelbelege

    über|le|gen 1 I vb.intr. 1 ponsé do, ponsé sura 2 (ängstlich) scrupolé (-lëia) 3 (ersinnen, sich ausdenken) ponsé fora I…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ueberlegen

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von ueberlegen 2 Komponenten

ueber+legen

ueberlegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ueberlegen‑ als Erstglied (1 von 1)

überlegenheit

DWB

ueberlegen·heit

überlegenheit , f. 1 1) zu überlegen, adj. molestus ( s. o. ): unruow, beleidigung, überlägenheit, inquietudo Frisius dict. 704 a ; molestia…

Ableitungen von ueberlegen (1 von 1)

Unüberlegen

Campe

Unüberlegen , adj . u. adv . nicht überlegen. Davon d — heit .