Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
TURNEI stm.
1. zur vorübung für den eigentlichen krieg.
2. um der eigenen ehre wegen.
3. um die gunst der frauen zu erlangen.
4. um wirklichen gewinn, weil die gefangenen, auch wohl die beute, die man von rossen u. s. w. machte, nachher eingelöst wurde. ein solches turnieren umbe guot war zwar nicht ungewöhnlich, aber nicht ehrenvoll. die stâchen hie durch hôhen muot, die andern dort wan umb daz guot: dâ tjostirt manges ritters lîp durch anders niht wan umb diu wîp: sô stâchen die durch lernen dâ, jen durch prîs dort anderswâ frauend. 70,27. vgl. 68,4. turniren was dô ritter sit: dâ dienten si den vrowen mit das. 405,18. daʒ si durch frowen wolden pflegen ritterschaft das. 68,28. vgl. 107,19. swer durch die werden frouwen rîlîche sol turnieren troj. 2. a. die beide tâten dem gelîch daz si niht prîses heten muot: man sach si werben dâ umb guot. sî enruohten wer vil sper verstach: umb guot man si dâ werben sach noch mêr danne umb diu werden wîp frauend. 94,2. vil maneger des tages dâ wâgt lîp unde guot das. 94,16. vil maneger daz ors verlôs das. 70,22. Her Kuon von Fridberc dâ gewan vier ors das. 93,26. wol andrhalp hundert ritter guot ir ors dâ vlurn durch hôhen muot das. 94,30. die gefangenen müssen sich am tage nach dem turnier mit gelde lösen: dô muosten dan ze den juden varn si al di dâ gevangen wârn. man sach si setzen al zehant vil maneger hand kostlîchez pfant. die dâ gewunnen heten guot das. 96,3. in dem turnei von Nanteiʒ justieret ein ritter um ros und 100 mark silber. 139. b. es wurden auch wohl von frauen preise ausgesetzt. frauend. 116,9 fg. so setzt Herzeloyde ihre zwei länder und ihre hand als preis für den sieger in dem von ir veranstalteten turnier aus Parz. 60,9. über den hergang des turniers ist besonders lehrreich die ausführliche beschreibung von dem turnei ze Frîsach frauend. 62 fg. vgl. auch Er. 2221 fg. ein turnier geisterhafter wesen beschrieben Wigal. 4535. — eʒ sî strîten odir turnei Parz. 347,13. ein tornei wart berûfîn Ludw. 40. eʒ wart ein turney dâ her gesprochen verabredet, festgesetzt Parz. 95,14. vgl. 60,11. Er. 2235. einen turnei nam er wider dise vier gesellen das. 2230. von ir krîe wart ouch nie turnei gesamliert Parz. 270,17. der turney verdarp kam nicht zu stande 95,19. dâ von der turnei gar zergie: si kunden in gesamenen nie frauend. 117,11. den turnei wenden verhindern das. 117, 17. den turnei teilen, enzwei teilen die ritter die daran theil nehmen in zwei gleich starke theile zerlegen, die dann wie feinde mit einander kämpfen das. 79,22. 25. 81,25. 115,27. Part. 50,11. 52,22. der turnei wart geteilet zuo frauend. 107,9. den turnei mit den spern heben anheben das. 83,26. auch schwerter werden gebraucht das. 91,3. vgl. Wigal. 4543. die ritter waren geharnischt: eʒ wære worden ein turnei, hieten si ir harnasch gehabet das. 9021. in den turnei komen eindringen frd. 88,18. den turnei durchrîten das. 90,32. enzwei rîten das. 88,6. der turnei vaste stuont das. 90,25. der turnei vaste stuont en stet das. 88,21. dô der turnei stênde wart Er. 2624. der turnei wert gar al den tac frauend. 95, 17. der turney was ergangen Parz. 387,30. aller mânedglîch einen turnei suochen das. 97,8. si wâren von eime turneie komen Iw. 118. wie manege guote tât Tristanes lîp begangen hât ûf turneie und in strîten U. Trist. 357. ze turnei und ze ritterschaft leseb. 389,7. bist du ein tanzer oder ein torneysman Bert. 266. als man ze turneien phlac Er. 2405. — auch zwischen wirklichen feinden kann ein turnier veranstaltet werden, wie ein solches Bit. 85 fg. beschrieben wird. auch hier werden vorher gewisse bedingungen festgesetzt, der gefangene soll sich nebst ros und rüstung mit 300 mark lösen u. s. w. — darnach ist denn auch turnei ein ernster kampf. eʒ hât der künec von Engellant einen turnei wider in genomen Wigal. 1447. ouch hete er dicke dervor turnei und rîche ritterschaft Trist. 389. die Kriechen vunden uns bereit ze turnei (ze storme 40, 35 E.) und ze strîte En. 930.