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türkis

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

türkis m.

Bd. 22, Sp. 1862
türkis, m. 11) ein edelstein; it. turchina, adj. turchino, frz. turquoise, span. turquesa, portug. turqueza; ndl. turkoois; dt. türkis, engl. turquoise; 'so benannt, weil die Europäer ihn zuerst durch die Türken erhielten' K. Lokotsch etym. wb. (1927) 165a; vgl. J. E. Polak d. orient. türkis in: österr. monatsschr. f. d. Orient (1877) 175 -77: türkis ... ist ein edelgestein, der zwar undurchsichtig, aber sehr hart, schatticht und himmelblau fällt, wird in Persien oder Indien sehr häuffig gefunden, und bey den Türcken sehr hoch gehalten Minerophilus bergwerckslex. (1730) 672; allg. haush.-lex. (1749) 3, 556a. das wort ist aus dem frz. übernommen und sprachlich verbequemlicht; die lautgestalt in Luthers bibelübersetzung (s. u.) erst hat ihr zum siege verholfen. mhd. begegnen allerlei nicht immer ganz durchsichtige formen: do hoyt man us deme gebirge di edile gesteyne, di do heysin turchicases in grozer obirvlussikeit md. Marco Polo 8 Tscharner; ain halsband, darinne lag ain karfunckelstain, ... da nieben manig edel diemant, rubin unnd thüris tur erkannt Friedrich v. Schwaben 6802 Jelinek; unmittelbar frz. turkoyse (pl.) Wolfram Parz. 791, 24; 741, 6; vgl.türkoas bei H. Heine s. w. 2, 481 Elster, auch turkoisenblau ebda 6, 489; ferner türkos; Türke 2 d; türkel, m. beliebtes lexikonwort, oft dem saphir gleichgesetzt: Maaler teutsch spr. 411c; Frisius dict. (1556) 360b; Siber gemma (1581) 191; Golius onomast. (1585) 81; Ruland lex. alchim. (1612) 259; nomencl. lat.-germ. (1634) 59; Schönsleder prompt. (1647) Kkk 5a; vgl. ferner Diefenbach gl. 602b; Calepinus XI. ling. (1598) 365a; Reyher thes. (1668) 1, 817; Kramer t.-ital. 2 (1702) 1163b; Steinbach dt. wb. (1734) 2, 882; Kinderling reinigk. d. dt. spr. (1795) 226. der ansatz zu weiterer eindeutschung durch vokalabschwächung in der zweiten silbe und die dadurch bewiesene anfangsbetonung haben sich bei dem nicht volksläufig gewordenen wort auf die dauer nicht behauptet: mit spongrün zu grünem agstein, dem türckes gleich Paracelsus opera (1616) 1, 902; Rauwolff aigentl. beschr. (1582) 96; güldene ringe voll türckessen Meyfart d. himml. Jerusalem (1630) 1, 297, und in den aufzählungen bei M. Rolando lex. alch. (1612) 258; Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 4, 355. manchmal begegnet sogar einsilbigkeit: aver den torksringk geve ik mynem brodere urkunde v. 1471 v. St. Blasien in Braunschweig; da sieht man amathyst, smaragd, türcks und jaspinen wohlausgeführte jungfernanatomie (o. j.) B 2b; er praalet hie und da mit türksen und safiren Neumark fortgepfl. lustwald (1657) 2, 279. für gewöhnlich in der dem frz. nahebleibenden lautgestalt mit dem ton auf der zweiten silbe: ein türkis, onich, jaspis, in gold sollen sie gefasset sein (2. Mos. 28, 20) Luther; Zürcher bibel (1531); (dagegen vor Luther: crisolitus, onichinos vnd berillinus 1. dt. bibel 3, 314 Kurr.; entsprechend Hes. 10, 9; 28, 13; Dan. 10, 6; statt dessen crysolitus Claus Cranc prophetenübers. [passim] Ziesemer; hyacinckt Wormser propheten [1527] passim); dürfen ein türkis um fünf hundert gülden achten (1533) Luther tischr. 3, 132 W.; einem edlen hochferbigen türckisz ... gleich Thurneysser magna alchymia (1583) 45; seyn es gewesen etlich stümmel türckis, vngeleutert vnd vngeseubert Schweigger reyszbeschr. (1619) 79; item nimm gecalcinirten vitriolum ungaricum, der fein blau ist wie lasurstein oder turckis Walther pferde- u. viehzucht (1658) 34. wegen seiner kostbarkeit und seiner farbe beliebter schmuckstein: ein auszdermassen schönen ringe, darinn war ein blawer türckysz versetzt (1559) V. Schumann nachtbüchlein 313 Bolte; mit guten edelen diamanten, wolfärbigen rubinen, hellen türckis, klaren smaragden vnnd persischen perlin Fischart Garg. 175 ndr.; ain geschirr von lauterem türckis aines stückhs Ernstinger raisbuch 44 lit. ver.; der Juno palast ... aus türkisen, auch sonst von allen andern köstlichkeiten und reichtümern glänzte A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 896; Dieterich, was führst du viel über meine hoffart klage, weil ich, wo es sich gebürt, einen kleinen türkis trage J. Grob dichter. versuchgabe (1678) 81; es ragt' ein prächtiger pallast, erbauet aus türkisen Hölty ged. 24 Halm; seine hände goldringe mit türkisen besezzt Göthe I 37, 307 W.; kaufte er der baronin einen schmuck von türkisen G. Freytag ges. w. 4 (1887) 81; an der linken glänzt manchmal hellblau ein türkis A. Zweig einsetzg. e. königs (1950) 379. zur volkskundlichen bedeutung, die ebenfalls aus der Türkei überkommen ist, s. hdwb. d. dt. abergl. 8, 1212/13 (ferner unten sp. 1869 s. v. türkos Schmidt): noh der eiter varwe turggis, der hat vur vallen hohin pris Hugo v. Langenstein Martina 50, 81 lit. ver.; dazu adj.-zusammensetzungen zur bezeichnung eines besonderen blaugrünen farbtons, vgl.
4823 Zeichen · 139 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    TürkisDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Türkis , — es, Mz. — e , ein vermeinter Edelstein, welcher aber weiter nichts ist als ein unter der Erde von Kupfer …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Türkis

    Goethe-Wörterbuch

    Türkis [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Türkis

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Türkis ( Kallaït ), Mineral, wasserhaltige phosphorsaure Tonerde mit etwas Eisen und Kupfer, findet sich in dichten, fei…

  4. Spezial
    Türkis

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Tür|kis m. (-es,-e) turchis m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tuerkis

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Zerlegung von tuerkis 2 Komponenten

tuer+kis

tuerkis setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tuerkis‑ als Erstglied (30 von 30)

türkisblau

DWB

tuerkis·blau

türkisblau ein grünliches blau auf wolle, das bei künstlichem licht denselben grünlichen schimmer zeigt wie bei tageslicht Karmarsch-Heeren …

türkisch

DWB

tuerk·isch

türkisch , adj. , zu Türke, in dem sich die verschiedene wirkung und wertung der jahrhundertelangen engen berührung mit den Türken in den kr…

türkisch

FWB

1. ›türkisch‹; im Einzelnen: ›den Türken bzw. Osmanen zugehörig‹; ›mit ihnen verbunden‹; ›von den türken ausgeführt‹; ›durch die türken‹, je…

Türkischbund

PfWB

tuerkisch·bund

Türkisch-bund m. : ' hoher Napfkuchen ', in seiner Form an eine Türkenmütze erinnernd, Deʳkischeʳ Bund [ BZ-Wilgws Hergw ], Däʳkisch Bund [P…

Türkisches Bad

Meyers

tuerkisch·es·bad

Türkisches Bad , das alte römische Bad, das die Türken in Konstantinopel vorfanden und über den ganzen Orient verbreiteten. Auch soviel wie …

Türkische Sprache und Literatur

Meyers

Türkische Sprache und Literatur . Die türkische oder osmanische (türk. Osmanly ) Sprache gehört zur türkisch-tatarischen Abteilung der große…

Türkisches Reich

Meyers

tuerkisch·es·reich

Türkisches Reich . Das türkische oder osmanische Reich (türk. Memâlik-i Osmanije , »die osmanischen Länder«, oder Devlet-i Alije , »das hohe…

Türkischrot

Meyers

tuerkisch·rot

Türkischrot ( Adrianopelrot, Indischrot ), ein mit Krapp oder Alizarin auf Baumwolle hergestelltes, sehr schönes und dauerhaftes Rot. Die Tü…

Türkischrussische Kriege

Meyers

Türkisch-russische Kriege : erster 1768–74, zweiter 1787–92, dritter 1806–12, vierter 1827–1829, fünfter 1853–56, sechster 1877–78; s. Russi…

türkisen

DWB

tuerk·isen

türkisen , adj. , ' aus türkis, wie türkis, türkisartig, türkisfarben ' ; gelegenheitsbildung ( vgl. türkosen, adv. ): da glitten ... zwei f…

türkisgrün

DWB

tuerkis·gruen

türkisgrün : ein anderes nüancirtes grün, türkisgrün Muspratt chemie (1888) 4, 1464 . 2 2) mhd. eine art kleiderstoff, vermutlich dasselbe w…

türkislein

DWB

tuerkis·lein

türkislein , n. , diminutiv von türkis ( s. d. ): guldine ringlein, ... darein granätlein, türckiszlein, robinlein etc., oder berlein verset…

türkisring

DWB

tuerkis·ring

türkisring , m. : goldne türkisringe zieren seine klaren silberhände Cl. Brentano ges. schr. (1852) 3, 330 ; türkisringe für die pilger Ritt…

türkisstein

DWB

tuerkis·stein

türkisstein , m. : worinnen ( in die unterlippen ) güldene ringe und türckis-steine eingemacht waren H. Süde d. gelehrte criticus (1704) 1, …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „tuerkis". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tuerkis/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „tuerkis". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tuerkis/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „tuerkis". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tuerkis/dwb.
BibTeX
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