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treulos

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

treulos

treulos

treu Adj. ‘unveränderlich fest (in der Gesinnung), anhänglich, zuverlässig’. Der ja/jō-Stamm ahd. (8. Jh.), asächs. triuwi, mhd. triuwe ‘treu, getreu, wohlmeinend’, mnd. trūwe, mnl. trūwe, trouwe, nl. trouw, aengl. trīewe, trēowe, engl. true (‘wahr, richtig, echt’) hat neben sich den a/ō-Stamm anord. tryggr ‘treu, vertrauensvoll’, schwed. trygg ‘sicher, geborgen’, got. triggws ‘treu, zuverlässig’. Das Adjektiv gehört zusammen mit den unter Treue (s. unten), trauen und Trost (s. d.) genannten Formen zu dem unter Teer (s. d.) dargestellten Ansatz ie. *deru-, *dreu-, *drū- ‘Baum’, eigentlich wohl ‘Eiche’, und ‘baumstark, hart, fest, treu’ (s. auch Trog und Truhe). – Treue f. ‘unverändert feste Verbundenheit, beständige Anhänglichkeit, Zuverlässigkeit’, ahd. triuwa ‘Treue, Zuverlässigkeit, Vertrag, Bündnis’ (8. Jh.), mhd. triuwe, triwe, triu ‘Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit, Treue, Versprechen, Gelübde’, asächs. treuwa ‘Treue, Frieden, Bund’, mnd. trūwe, trouwe ‘Treue, Wahrhaftigkeit, Redlichkeit, Eheversprechen, Verlobung’, mnl. trouwe, trūwe, nl. trouw ‘Treue, Heirat, Trauung’, aengl. trēow ‘Treue, Wahrheit, Glaube, Versprechen’, got. triggwa ‘Bund, Bündnis’ (germ. *trewwō), ablautend aengl. trūwa ‘Treue, Glaube, Vertrauen’, anord. trū ‘Treue, Gelöbnis, Glaube, Religion’, schwed. tro ‘Glaube, Treue’. Aus der ursprünglichen Bedeutung ‘gegenseitige feste Abmachung, Bündnis’ entwickelt sich ‘das Einhalten eines Vertrages’; in mhd. Zeit wird Treue zu einem Tugendbegriff der ritterlich-höfischen Ethik. In nhd. Zeit überwiegt der Sinn des Steten, Festen, Dauernden. Die feste präpositionale Wendung (Dativ Plur.) mhd. in triuwen ‘in Wahrheit’, verschmolzen zu einem Wort mhd. entriuwen, mnd. entrūwen, entwickelt sich unter Schwund der unbetonten Präposition zu mhd. triuwen, trouwen, (md.) trūwen, mnl. trouwen, nhd. traun Interjektion ‘fürwahr!, wahrhaftig!, ganz gewiß!’; doch bereits Adelung vermerkt: „in den gemeinen Sprecharten veraltet“. – Treubruch m. ‘Verrat’ (um 1700), zuvor bereits treubrüchig Adj. ‘die Treue, den Treueid brechend’, spätmhd. triuwebrüchic ‘wortbrüchig, meineidig’. Treuhänder m. ‘wem etw. zu treuen Händen übergeben worden ist, Verwalter fremden Eigentums’, mhd. triuwehander, -hender, Rechtsausdruck nach Fügungen wie mhd. die triuwen hende, ze triuwer hant, ze triuwen handen. treulich Adj. ‘mit Treue, zuverlässig’, mhd. triuwelich. treulos Adj. ‘ohne Treue, nicht treu, verräterisch’, mhd. triuwelōs. Die ursprünglich rechtliche Bedeutung ‘vertragsbrüchig gegenüber einem Bündnis, gegenüber Abmachungen’ wird in mhd. Zeit zu ‘verräterisch, bertrügerisch’ erweitert, später auch ‘unzuverlässig’ (16. Jh.), ‘lügnerisch’ (18. Jh.), ‘(vom Gedächtnis) unbeständig, ungenau’ (19. Jh.); Treulosigkeit f. ‘treuloses Verhalten, Treubruch’ (Mitte 16. Jh.). betreuen Vb. ‘in Obhut nehmen, pflegen, für jmdn., etw. sorgen’, mhd. betriuwen ‘in Treue erhalten, schützen’. Betreuung f. ‘Zuwendung, Pflege, Bearbeitung’ (17. Jh.), zuvor ‘Zusicherung, Übereignung’ (Ende 15. Jh.).
3016 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Treulos

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Treulos , -er, -este, adj. et adv. der Treue beraubt, doch nur in engerer Bedeutung, der pflichtmäßigen oder angelobten …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    treulos

    Goethe-Wörterbuch

    treulos [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    treulosAdj.

    Pfälzisches Wb.

    treu-los Adj. : wie schd., e treiloseʳ Mensch [verbr.]. Südhess. I 1725 ; Bad. I 555 .

  4. Spezial
    treulos

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    treu|los adj. 1 (hinterlistig) perfid (-ig, -a) 2 (unredlich) sleal (-ai, -a) 3 nia de parora, de stleta crëta.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit treulos

7 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von treulos 2 Komponenten

treu+los

treulos setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

treulos‑ als Erstglied (5 von 5)

treulosheit

DWB

treulos·heit

treulosheit , f. , vom 15. bis ins 17. jh. gebräuchlich: perfidia treulosehait, auch treuloskait Diefenbach 425 c . zuletzt nur noch lexikal…

treulosig

DWB

treulosig , adj. : perfidus drueloszig (15. jh. ) Diefenbach gloss. 425 c .

treulosigkeit

DWB

treulosig·keit

treulosigkeit , f. , seit dem 16. jh. 1 1) mit starker betonung des rechtsbruchs und wortbruchs. 1@a a) besonders in der politik und im krie…

treuloslich

DWB

treulos·lich

treuloslich , adj. , erweiterte nebenform zu treulos: Calepinus XI ling. (1598) 722 a ; 1059 a ; dem nach er ( Ladislaus v. Polen ) den Türc…

treuloslieb

DWB

treulos·lieb

treuloslieb , adj. , dichterisch: da steht Dido ... weinend um den treuloslieben gast Th. Körner 2, 151 Hempel. treulosung, f., nur alt: per…

Ableitungen von treulos (2 von 2)

treulose

DWB

treulose , f. , perfidia, untreue, vertrauensbruch, wortbruch. im 16. jh. oft bezeugt: perfidia trewlasz (1421) Diefenbach nov. 287 b ; und …

untreulos

DWB

untreulos , adj. , treulos: öst. weisth. 11, 723. un IV C 2. dazu Murray 10, 1, 29 c , 5 a.