lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Tonnen

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
15
Verweise raus
1

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Tonnen

Bd. 19, Sp. 610
Tonnen (Bojen), schwimmende Seezeichen zur Bezeichnung der Ränder eines Fahrwassers, also der Kanten unter der Wasseroberfläche liegender Untiefen (Sandbänke, Risse, Klippen). Die Betonnung (das Auslegen von T.) erfolgt in den deutschen Küstengewässern nach der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 31. Juli 1887. Vor die Eingänge zu den Fahrwassern von See aus werden große Bakentonnen (Fig. 1 u. 2) gelegt. Bakentonnen sind schwimmende Körper mit bakenartigem Aufbau. Zu ihnen gehören die Heul-, Leucht- und Glockentonnen. Die Heultonnen (automatischen Signalbojen, Heulbojen) sind mit einer Heulpfeife versehen, die bei der Auf- und Abwärtsbewegung der Tonne auf der Wasserwelle selbsttätig in Wirksamkeit tritt und auch nachts, bei nebeligem und dickem Wetter den Schiffer auf dieselbe aufmerksam macht. Über Leuchttonnen s. d. Die Glockentonne (Fig. 3) trägt ein Gerüst mit einer Glocke und zwei leicht bewegbaren Hämmern, die bei Seegang in Schwingungen geraten und gegen die Glocke schlagen. Die Fahrwasser werden von See aus »einkommend« an der Steuerbordseite (rechts) mit roten Spierentonnen, an der Backbordseite (links) mit schwarzen spitzen T. bezeichnet. Die Spierentonnen (Fig. 4 u. 5) haben über Wasser die Form einer Spiere (dicke Stange oder Balken). Spitze T. (Fig. 6) sind über Wasser kegelförmig gestaltet; stumpfe T. (Fig. 7) haben über Wasser die Form eines Zylinders, dessen obere Fläche abgeplattet ist. Sie werden zuweilen an Stelle der Spierentonnen verwendet. Zur Bezeichnung von Untiefen in der Fahrwassermitte dienen Kugeltonnen; sie zeigen über Wasser (die Form unter Wasser kommt für die Bedeutung der T. nicht in Betracht) die Form einer Halbkugel (Fig. 8). Faßtonnen haben die Gestalt eines Fasses (Fig. 9) oder eines Zylinders, dessen gewölbte Fläche nach oben gekehrt ist; sie werden zur Bezeichnung von Wracken benutzt. Die T. werden aus vernieteten Eisenblechen, selten noch aus Holz hergestellt und durch schwere Ankerketten und Anker festgelegt. Die Größe der T. und ihres Ankergeschirrs ist abhängig vom Strom, Eisgang, Wassertiefe und Beschaffenheit des Grundes. Untiefen außerhalb des Fahrwassers werden mit weißen Spieren- oder Bakentonnen bezeichnet, deren Toppzeichen je nach ihrer Lage verschieden sind, und zwar erhalten T. nördlich von der Untiefe zwei Kegel, die Spitzen nach oben; südlich von der Untiefe zwei Kegel, die Spitzen nach unten; östlich davon zwei Kegel, die Grundflächen aneinander; westlich davon zwei Kegel, die Spitzen aneinander. T. auf einer Untiefe tragen eine Trommel (Zylinder) als Toppzeichen. Telegraphenkabel werden mit grünen Kugeltonnen mit der weißen Aufschrift »Telegraph« oder »T« bezeichnet. Grenzen von Quarantäneankerplätzen werden mit gelben spitzen, stumpfen oder Faßtonnen bezeichnet. Grenzen von Minen- oder Torpedoübungsplätzen, deren Befahren verboten ist, mit gelben Faßtonnen, die rote Fähnchen als Toppzeichen haben. Die Winterbetonnung ist überall da, wo Eisgang die T. beschädigen kann, bedeutend einfacher als die Sommerbetonnung. Die Reichsaufsicht über die Betonnung der deutschen Küsten übt das Reichsmarineamt durch die Küstenbezirksämter (s. d.) aus.
3155 Zeichen · 46 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    TonnenDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    ≠ Der Tonnen , — s, Mz . gl. in der Schweiz, ein Graben, Abzuggraben, der Tonngraben . Stalder.

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tonnen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Tonnen ( Bojen ), schwimmende Seezeichen zur Bezeichnung der Ränder eines Fahrwassers, also der Kanten unter der Wassero…

  3. modern
    Dialekt
    tonnen

    Rheinisches Wb.

    tonnen Jül-Linnich , SNfrk, Mörs-Wallach , Ess-Werden schw.: aus der Jauchetonne den Garten düngen; et Bett (Beet) för d…

Verweisungsnetz

15 Knoten, 10 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 10 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tonnen

139 Bildungen · 133 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von tonnen 2 Komponenten

ton+nen

tonnen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tonnen‑ als Erstglied (30 von 133)

tonnenabgabe

DWB

tonnen·abgabe

tonnenabgabe , f. , die nach dem tonnengehalt der schiffe berechnete abgabe, die in den häfen zu entrichten ist ( vgl. tonnengeld 2): ( die …

tonnenabschluss

DWB

tonnen·abschluss

tonnenabschluss , m. : der tonnenabschluss ... wird durch einen mit bügel und schraube festgehaltenen holzdeckel erreicht Schwerz praktische…

Tonnenakzise

DRW

tonnen·akzise

Tonnenakzise, f. Abgabe, Verbrauchssteuer auf Bier, berechnet in Tonnen (II) bdv.: Tonnengeld (I) von einer tonnen eingebrauenen stadt-bier,…

tonnenamt

DWB

tonnen·amt

tonnenamt , n. : gewöhnlich tonnen- und bakenamt, eine behörde, der das seezeichenwesen ... untersteht Alten handbuch für heer und flotte 1,…

tonnenartig

DWB

tonnen·artig

tonnenartig , adj. : mit ... tonnenartigen samen Schlechtendal flora von Deutschland 24, 195 . —

tonnenauslegen

DWB

tonnen·auslegen

tonnenauslegen , verb. , vgl. tonnenlegen : fahrzeug zum tonnenauslegen Alten handbuch für heer und flotte 1, 848 .

tonnenband

DWB

tonnen·band

tonnenband , n. und m. ( vgl. th. 1, 1098): das hölzerne oder eiserne band, welches um eine tonne gelegt ist und die dauben derselben zusamm…

Tonnenbaum

RhWB

tonnen·baum

Tonnen-baum -ō- Eusk-Zülp 1890 m.: Stange zum Tragen der Tonne, die deshalb zwei Holzohren mit Löchern hat.

Tonnenbier

DRW

tonnen·bier

Tonnenbier, n. in Tonnen (I) abgefülltes (gewöhnliches) Bier sal keyn dorff gildenbir ader tonnenbir des heligen tages trinken ane lober der…

tonnenbinder

DWB

tonnen·binder

tonnenbinder , m. : so ehrt die treue vaterstadt des tonnenbinders knaben Freiligrath 3, 177 . tonnenbindergilde, f.: Goekinck 1, 70 .

Tonnenbir

ElsWB

tonn·enbir

Tonn en bir [Tùmpîr Betschd. ] f. große, nicht eßbare Weinbirne.

tonnenbirne

DWB

tonnen·birne

tonnenbirne , f. , eine sorte birnen, die in tonnen versandt werden Campe. tonn en bir [tùmpîr] grosze, nicht eszbare weinbirne Martin-Lienh…

tonnenblech

DWB

tonnen·blech

tonnenblech , n. : ein bollwerk besteht aus ... pfählen ... deren zwischenräume ... durch tonnenbleche ... geschlossen werden Alten handbuch…

tonnenboden

DWB

tonnen·boden

tonnenboden , m., Campe ; voirt en sall nyemant tonvisch veyll hebn buten der tonnen dan opten tonnenbadem hans. urk. 5, nr. 185. —

tonnenbohrer

DWB

tonnen·bohrer

tonnenbohrer , m. : tunnenbor faszbohrer, spundbohrer Schiller-Lübben 4, 632 ; item 4 tonnenbor handelsrechnungen des deutschen ordens 66 Sa…

tonnenboje

DWB

tonnen·boje

tonnenboje , f. , in der schiffahrt ' eine ankerboje, welche aus einer tonne bestehet und die stelle anzeigt, wo der anker liegt ' Campe ; v…

tonnenbojer

DWB

tonnen·bojer

tonnenbojer , m. , ' ein bojer oder art schiffe, womit im frühlinge die baken oder seetonnen in das fahrwasser gelegt werden ' Adelung; Camp…

tonnenbrett

DWB

tonnen·brett

tonnenbrett , n. , ( im bergbau ) ' planche, sur laquelle passe le tonneau, ein im flachen treibe- oder förderschacht auf die tonnenhölzer g…

tonnenbrücke

DWB

tonnen·bruecke

tonnenbrücke , f. , ' eine brücke, die von tonnen zusammengesetzt worden ist ' Krünitz 185, 697 ; eine durch tonnenflösze unterstützte schwi…

tonnenbückling

DWB

tonnen·bueckling

tonnenbückling , m. , bücklinge, welche in tonnen gepackt versendet werden Campe ; man hat strohbücklinge und tonnen-bücklinge: diese seyn g…

tonnenbutter

DWB

tonnen·butter

tonnenbutter , f. , butter, sofern man sie in tonnen oder tönnchen aufbewahrt und verwendet, die faszbutter Campe ; desz vorigen marcktages …

tonnendaube

DWB

tonnen·daube

tonnendaube , f. : kufen- fass- viertel- und tonnentauben Döbel neueröffnete jäger - practica 3, 23 . —

tonnendeck

DWB

tonnen·deck

tonnendeck , n. , deck zur aiche, vermessungsdeck Dabovich nautisch - techn. wb. der marine 1098 ; vgl. 1 tonne 7 c. —

tonnendick

DWB

tonnen·dick

tonnendick , adj. : ein tonnendicker kerl Gutzkow ritter vom geiste 5, 332 .

Tonnendreisser

RhWB

tonnen·dreisser

Tonnen-dreisser -dritər m.: Neckn. für einen aus Geld-Winnekendonk ; tønəkəs- für einen aus Duisb-Ruhrort .

tonnen als Zweitglied (4 von 4)

austonnen

DWB

aus·tonnen

austonnen , im bergbau, einen schacht austonnen, inwendig mit bretern und holz bekleiden.

Ableitungen von tonnen (2 von 2)

betonnen

DWB

betonnen , mit tonnen belasten. betonnet schif. Garg. 79 a .

vertonnen

DWB

vertonnen , verb. , zum subst. tonne, in der bergmannsprache: ' einen schacht mit tonnenfach versehen, mit hölzern auskleiden ', auch auston…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „tonnen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/tonnen/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „tonnen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/tonnen/meyers. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „tonnen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/tonnen/meyers.
BibTeX
@misc{lautwandel_tonnen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„tonnen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/tonnen/meyers},
  urldate      = {2026-05-18},
}