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Titt

ae. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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4 in 4 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Titt Pl., Präp.

Bd. 7, Sp. 180
Wossidia Titt Pl. Titten m. Zitze, Brustwarze 1. Frauenbrustwarze, -brust a. mamma 'Borst effte Titten' Chytr. 107; Titte Niem. Idiot. 26; Titt Mi 93b; Jac. 1, 128; 'de Titten' Laur. Schg. 1, 421; einem Kleinkind Semp up 'n Titt (auf die Brustwarze der Mutter) smeren Mittel, das Kind zu entwöhnen allgem.; bildl.: einen Semp up 'n Titt smeren ihm etwas abgewöhnen, verleiden SchwSchwerin@PampowPamp; der Bauer hett em (dem Acker) wat up 'n Titt smeert ihn gut gedüngt RoRostock@DoberanDob; Rdaa.: mit den Titt is de Katt tau Bœhn lopen zum Kind, das entwöhnt werden soll, gesagt Wo. Sa.; den Titt hett de Katt wegnahmen desgl. MaMalchin@FaulenrostFaul; ein Dicker hett woll twei Titten hatt doppelt Muttermilch bekommen HaHagenow@RedefinRed; ein Dummkopf hett 'n dœmlichen Titt hatt Belsch; Beispielsprw.: bi lütten, seggt Fru Schütten, kriggt min Mann ok noch Titten Wo. Sa.; in Volksreimen, im Flachssegen: Nu sus' un brus' ... Bet an de Titten Sta Stargard@ZirtowZirt; im Anruf an den Storch: Adebor, gah sitten, Scheperdiern kriggt Titten Wo. V. 2, 1291; im Tanzreim: Dit 's min Titt, Un dee is witt RoRostock@DiedrichshagenDiedr; in Fastnachtsreimen: Ach Moding, sünd di de Titten noch witt? (RoRostock@DierhagenDierh) Wo. V. 4, S. 274; Diern, is di de Titt ok brun? (WiWismar@PoelPoel) ebda; im Ortsreim: De Petersdörper (aus RoRostock@PetersdorfPet) Dierns mit de runnen Titten Wo. Sa.; im Nachbarreim: Schulten sin Fru mit 'n höltern Titt Schw. b. in fester Verbindung mit Verben; das Saugen an der Mutterbrust ausdrückend: ein großer kräftiger Mensch hadd' bet sœben Johr Titt krägen WRog; im Abzählreim: Letzten nähm mit, Morgen kriggst 'n Titt Gü, Ha, Wa; lutschst du din Mudder ehren Titt noch RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD; Abfertigung: gah man nah Hus nah Muddern un nähm 'n bäten Titt Gres; scherzh. bäten Titt halen zur Mutter reisen Wa; meist mit sugen: Ik sög ok achtein Johr den Titt Hey. Punsch. 231; im Namenneckreim: Smidt, Sug' 'n Titt WaWaren@PenzlinPenzl; über einen spleenigen Menschen: dat is, as wenn hei den richtigen Titt nich sagen hett HaHagenow@RedefinRed; im Partizip: zippelst dor bi rüm as sonn' tittsugen Kind hantierst ungeschickt Bes; tittsugen sagt man von verzogenen Menschen Jeppe 158; mit Präp.: up 'n Titt sugen WaWaren@JabelJab; an 'n Titt sugen RoRostock@GraalGraal; Rdaa.: de Ollsch döggt nich, dee hett mit 'n Düwel an eenen Titt sagen Wa; he süggt an 'n letzten Titt es geht mit ihm zu Ende StaStargard@FürstenseeFürstens; bildl.: willen eens an 'n Titt sugen saufen AStrel; ein Dicker hett sœben Johr an 'n Titt lägen Wa; Liebe zur Sauberkeit kriggt mit 'n Titt een (bekommt man mit der Muttermilch eingeflößt) Bri. 1, 133. Das Nähren, Säugen ausdrückend: Mudder gifft Titt Wi; min Mudder hett den Baron Titt gäben war seine Amme SchöSchönberg@HambergeHamb; 'n Lütt an 'n Titt hebben Wo. Sa.; gekürzt im Volksreim: Olt un stif, Kinner lütt, Fif inne Weig' un drei an 'n Titt RoRostock@DoberanDob; een Kind up 'n Titt gäben ein saugendes Kind zur Ernährung austun Jeppe 158. In andern Zusammenhängen, in Volksreimen: Slah de Dierns de Titten krumm Ro; Willen de Brut den Titt afsniden SchöSchönberg@KlützKlütz; bildl.: de Molkeri hett em ok 'n gauden Titt afsnäden ihm eine Einnahmequelle genommen, Nachteil gebracht Ha Hagenow@LübtheenLübth; Rdaa.: einem Käufer an 'n Titt faten sich erkundigen, ob er zahlungsfähig ist StaStargard@Alt StrelitzAStrel; eenen an 'n Titt ketteln desgl. ebda; de Zitz beseihn coire GüGüstrow@GülzowGülz; up 'n Titt gahn desgl. WaWaren@JabelJab; beim Kartenspiel Aufforderung an den Aiden, zu stechen: stäk 'n Aas up 'n Titt! Dam. c. Vgll.: ein junges Mädchen hett Titten as ne frischmelkt Mus ganz kleine, zarte Brust HaHagenow@RedefinRed; dit (etwas Hartes, Schweres) 's 'n anner Ding as Mudder ehr Titt! Wo. Sa.; Brustwarze als Spenderin der Muttermilch: ein Essen smeckt säut as Titt HaHagenow@LankLank; dat smeckt as Titt, bloß nich ganz so lawwerig noch besser PaParchim@BurowBur; guter Wein smeckt ... as Titt un Marzipan Tarn. Mart. 7. d. im Satznamen Slapp-up-'n-Titt das Gericht Klackerklüten HaHagenow@BoizenburgBoiz. 2. Männerbrust: he hett 't up 'n Titt ist erkältet Ro; in Namenneckreimen: Up Witt sinen Titt Wo. Sa.; Fritz Schmidt Mit 'n isern Titt, Mit 'n höltern Ellbagen Nd. Kbl. 15, 30a. 3. Tierzitze, Euter: die magere Kuh hett nich Nipp oder Titt LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; de Kauh hadd' tweirig (s. tweiig) Titten SchwSchwerin@BenzinBenz; Titt nähmen saugen, von Lämmern gesagt Wo. Sa.; im Tanzreim: Wat 's dit för 'n Titt, Dee will jo gor nich strullen SchwSchwerin@Groß RogahnGRog; im Ruhklasreim: De Hund hett Titten, Dor kann de Ruhklas up sitten Wo. Sa. Vögeln werden ebenfalls Zitzen zugeschrieben in Rda. und Beispielsprw.: melk de Häuhner, dee hebben lange Bein un kort Titten Schö Schönberg@DemernDem; kik, Moder, wo dei Gössels sögen, sœben Stück an einen Titt, hett dei Jung' seggt HaHagenow@LankLank; im Anruf an die Weihe: Wih, Wih, Witten, Ick seh din blanke Titten Wo. V. 2, 1178; vgl. 1174—1189. Volkskundliches: Butter, die Bartelmeis morgens gebuttert wird, gilt als Heilmittel für kaputte Zitzen der Kühe SchwSchwerin@BenzinBenz; Hexen sollen fremden Kühen die Milch entziehen können, indem sie diese aus der Ferne symbolisch ausmelken, wobei die Hexen in einen Ständer einen Titt stecken und an diesem Melkbewegungen machen RoRostock@BartelshagenBart; vgl. Hex II 3 a; als ein Mittel, eine Sau zum Brusen (s. das 2) zu bringen, soll man ihr den abgeschnittenen Titt einer geschlachteten, schon trächtig gewesenen Sau unter das Futter mischen WaWaren@Groß GievitzGGiev. 4. übertr. a. künstliche, aus Papier geformte Frauenbrust: 'dar fillen ere beide Titten up de Erde' Laur. Schg. 2, 114. b. Lutschbeutel, auch Gummisauger für Kinder MaMalchin@GnoienGnoi; RoRostock@BartelshagenBart; D. WA. 18, 6. Syn.: Lutschbüdel, Lutscher, Nuckel, Schnuller. c. Penis Sta. d. Schnaps: giff mi 'n lütten Titt! StaStargard@Alt StrelitzAStrel. e. Titten die beiden Klüsen bei den hollandschen Kuffen Ro Rostock@WarnemündeWarn. 5. sinnentkleidet für häufiges littittitt im Laternenlied: Laue laue litt up 'n Titt WiWismar@PoelPoel. — Diminutive, Koseformen: Titti D. WA. 18, 6; Trost für ein weinendes Kind: lat man sinning, sast ok säuten Titti hebben Wo. Sa.; Titte Wi; Ruf des Lammes: Mamme, Titte her Wo. V. 2, 395 a; im Anruf an den Mond: Mane, Mane witte, Wis' mi dine Titte 4, 691; im Abzählreim: Eene meene mittje, Wer mag Tittje (HaHagenow@GothmannGothm) 1131; im Kindertrost: sast ok säuten Titting hebben Wo. Sa.; Rda., wenn ein Kind entwöhnt werden soll: nu hett de Miskatt den Titting wegnahmen Wa. — Name von Einzelgehöften: Witt Titt Ma Malchin@GülzowGülz; Sal; SchwSchwerin@WakenstädtWak; WiWismar@BlowatzBlow; Maßl; von Gasthöfen: Up 'n witten Titt (RoRostock@SanitzSan) Nd. Kbl. 9, 93; Drög' Titt StaStargard@KratzeburgKratz. — Zss.; zu 1: Jumferntitt; Düwelstitt; Bezeichnung für einen Menschen: Klœntitt; PN. Wittentitt; zu 3: Hinner-, Kauh-, Raaster-, Sœgen-, Vör-, Zägentitt; Euterkrankheit: Tweititt; Tiernamen: Drei-, Ein-, Ruwwer-, Sugeltitt; zu 4: Gummi-, Nuckel-, Plünnentitt; Jumfern-, Nunnentitt; Hunger-, Kauhtitt. — Mnd. titte. — Br. Wb. 5, 75; Dä. 487a; Da. 223b; Kü. 3, 417; Me. 5, 71.
6607 Zeichen · 125 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    tittM.

    Köbler Ae. Wörterbuch

    titt , M. nhd. Zitze, Brustwarze ÜG.: lat. uber (N.) Gl Hw.: s. tittig Q.: Gl E.: germ. *titt-, Sb., Zitze; s. idg. *tat…

  2. modern
    Dialekt
    Tittf.

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Titt [tìt fast allg.; titè Fi. ; tet D. Si. — Pl. tìtə, tetən; Demin. dìdəl Brustwarze Ri. ] f. Mutterbrust, Zitze, Eute…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit titt

101 Bildungen · 96 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

titt‑ als Erstglied (30 von 96)

titt(e)let

Idiotikon

titt(e)let Band 13, Spalte 2066 titt(e)let 13,2066

Tittbuddel

MeckWB

titt·buddel

Tittbuddel f. Milchflasche mit Gummisauger für Säuglinge Wo. Sa. ; Spottbezeichnung für einen Pantoffelhelden Wi.

Tittchen

PfWB

titt·chen

Tittchen n. : ' Gefängnis '. Er sitzt im Tittche (tidχə) [KL-Wörsb, verbr. WPf NPf]. Un nauⁿ hockt'r halt im Tittche [ Kühn Schnitze I 54]. …

Titteh¹neken

WWB

Titte-ho¹neken n. Person, die in ihrer Jugend verwöhnt und verhätschelt wurde und der es darum im Alter an Resolutheit fehlt ( Pad Da).

Tittehunger

WWB

titte·hunger

Titte-hunger m. a) Hunger des Säuglings. — b) Heimweh (scherzh.) ( Hal Bh).

Titte I

RhWB

tit·tei

Titte I -i- = Brust, Euterzitze s. Zitze u. das folg.

Titte II

RhWB

Titte II das Wort, als Rückwanderer von frz. tette »Zitze« (< altniederfränk. * titta) stammend, ist als tit, seltener -e-, Pl. -dən, an der…

Tittekalf

WWB

titte·kalf

Titte-kalf n. a) saugendes Kalb. — b) Kind, das außergewöhnlich lange die Mutterbrust nimmt ( Bek Al).

titteke

KöblerMnd

titt·eke

titteke , N. nhd. „Tittchen“, kleine Titte, kleiner Busen, kleine weibliche Brust E.: s. titte, ke L.: MndHwb 3, 987 (titte/titke), Lü 405a …

Tittelämmeken

WWB

tittelam·meken

Titte-lämmeken n. [ Lüb Hfd Hal] 1. Lämmchen ( Hal Bh ). — 2. Nesthäkchen (Frbg.); verzogenes Kind, Muttersöhnchen ( Hal Bh).

Tittelam

WWB

titte·lam

Titte-lam n. [ Hfd Det Bek] 1. noch saugendes Lamm ( Bek Al ). — 2.1. Muttersöhnchen ( Hfd Go ); verwöhntes, verweichlichtes Kind ( Det Is )…

Tittelatūr

WWB

Tittelatūr f. großer Busen (spottend, grob) ( WmWb ).

Tittelchen

RhWB

tittel·chen

Tittelchen titəlχə(n), –lšən, –əlkə, Pl. -χər, –šəs, –kəs uWupp, Sol , Elbf , Köln-Stdt , MGladb-Helenabrunn n.: 1. Pünktchen; et es gein T.…

Titteldose

RhWB

tittel·dose

Tittel-dose titəldū·ə.s Viersen f.: gelbe Narzisse, Narcissus pseudonarc.

tittelēren

WWB

titte·leren

tittelēren V. [WMünsterl Rek Dor Hag] mit dem Titel anreden. ¶ RhWb 8,1213: titulieren ; HnVwb 4,69: titulieren .

Titteleⁿ

Idiotikon

Titteleⁿ Band 13, Spalte 2065 Titteleⁿ 13,2065

Titteli

MeckWB

titt·eli

Titteli (endbetont) f. Geschlechtsverkehr: dee geiht up Titteli ut Ma Rempl ; vgl. Titt 1 b (Ende), aber auch Titt 4 c.

Tittelichrūt

Idiotikon

Tittelichrūt Band 3, Spalte 914 Tittelichrūt 3,914

tittelig

Idiotikon

tittelig Band 13, Spalte 2066 tittelig 13,2066

tittelken

KöblerMnd

tittel·ken

tittelken , N. nhd. Busen, weibliche Brust E.: s. titte L.: MndHwb 3, 988 (titte/tittelken)

titteln

LothWB

titt·eln

titteln [títəln Bo. u. s.] intr. v. schöppeln, bechern. — baier. 1, 554 dutteln, dütteln saugen; schwäb. 2, 520 dutte an der Mutterbrust tri…

Tittelrose

RhWB

tittel·rose

Tittel-rose titelrū:s Mettm-Haan , Wuppert-Vohwinkel , Sol-Wald f.: dass. — Zu diesen beiden Zs. s. auch unter Til(-rose) u. Zeitlose.

Tittelūne

WWB

titte·lune

Titte-lūne f. [verstr.] Verlangen nach der Mutterbrust. Dätt Kind hätt Tittlunen ( Rek Kh).

Tittelī

Idiotikon

Tittelī Band 13, Spalte 2066 Tittelī 13,2066

titten

WWB

tit·ten

titten V. (eine Kuh) in betrügerischer Absicht ungemolken lassen, sodass sie durch ihr volles Euter dem Käufer stattlicher erscheint ( Hfd E…

Tittenbeer

MeckWB

titten·beer

Tittenbeer f. wohlschmeckende Birnensorte; die Tittenbeeren erinnern in ihrer Form an eine Euterzitze Gü Grünenhagen .

titt als Zweitglied (4 von 4)

Düwelstitt

MeckWBN

duewel·s·titt

Wossidia Düwelstitt m. Teufelszitze: jem., der nur Dummheiten macht, hett an 'n Düwelstitt sagen Sta Stargard@Alt Strelitz AStrel .

Gummititt

MeckWBN

gummi·titt

Wossidia MeckWB Gummititt m. Sauger (vereinzelt) D. WA. 18, 6.

Kuhtitt

Wander

kuh·titt

Kuhtitt Kohtitt, geit dr mit. – Bueren, 768; Hauskalender, I. Titt = Brust, Zitz. Een Kind up'n Titt utdohn = es anderswo einer Amme zum Säu…

Ableitungen von titt (1 von 1)

titte

DWB

titte , f. schles. die brustwarze, zitze, übertragen der schnabel Weinhold 98 b , nd. form für hochd. zitze. vgl. tutte , tüttel .