Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch
Theriak
Theriak, m., n., auch Triaker, Triakel, m., n.
ein aus einer komplexen Mixtur bestehendes, zähflüssiges Arzneimittel, urspr. als Gegengift gegen Schlangenbisse, dann als Universalheilmittel; aufgrund der schweren Beschaffbarkeit einiger Ingredienzen (ua. Vipernfleisch, Opium) häufig aus Venedig importiert; wegen der Gesundheitsgefahren ua. durch fehlerhafte Rezepturen und infolge von Betrügereien durch fahrende Theriakskrämer streng kontrolliert und reglementiert
-
der slangen âtem ... ist sô schedleich, ... welher mensch mit der vergift gelaidigt wirt, der stirbt, man helf im dann pei der zeit mit tiriaca, daz ist triakerum 1350 K.v.Megenberg,BdNat. 275
-
ghecocht jeghen G.d.L eenen pot finre triaclen coste v s. j d. gro.1411 InvBruges IV 58
-
dryackers, manus Christi, penidien, schamny [darf nur der appatecker verkaufen]1468 HeilbronnUB. I 479
-
wen auff dem marck ein tyriackskremer spreche, ehr wolte ein thiriack verkeuffen, wer den brauchte, der solt nimmermehr kranck noch geschossen undt verwundet werden1530/32 LutherGesAusg. I 33 S. 14
-
nachdem sich ... etlich leichtfertig müssiggenger, so driackhuss vmtragen, vnd ander landtfarer understeen, in vnserm fürstenthumb von dorff zu dorff haussyrn ... so sollen solche haussyrer ganzlich nit mehr gestat [werden]1536 VerhOPfalz 25 (1868) 17
-
diewyll auch ettliche frembde vnbekante allerley salben, gekruyder, driackel, vnd andere bedroͤchliche wharen ... einfeltigen vnderthanen mit geschmuckten vberredungen verkauffen, ... sall man dieselbige hinfür nit zulassen1554 JülichEdikt 164 Volltext (und Faksimile)
-
diweil auch etliche fremde, unbekante allerlei salben, gekreuter, triackel, rattenkraut und andere betreugliche waren ... den armen einfältigen untertanen mit geschmückten überredungen verkaufen1558 Jülich/QNPrivatR. II 1 S. 335
-
derwegen dann wir hiermit jedermenniglich verbieten, ausserhalb der apotecken, tiriack, wurtzeln, purgierende artzneyen ... inn vnd ausserhalb der iar vnd wochenmaͤrckten feil zu haben1582 PfalzLO. Tit. 24, 11 Volltext (und Faksimile)
-
[infections-ordnung:] koͤchel zum aufflegen: nimb kaͤßpappeln, eybischkraut ein gute hand voll, drey oder vier gebrattene zwiffel, teriack ein quintel, zween ayrdotter, hoͤnig1680 CAustr. I 546 Faksimile
-
[die Hexereiverdächtige habe einer] frau wiege zuo äßen geben, welche habent ihro gar we gethan; darauf habe h. smstr. G. ... ihro guten venedischen doriagß geben, habe eß von ihro getrieben vnd sige beßer worden1702 Schmid-Sprecher,GeschHexenverfGraubdn. 207
-
[Gebot] allen krämeren und apothekeren, daß sie keine sachen, so zur curierung dißer leydigen sucht, als blauem vitriol, teriac, nägele, zimmet ... an frömbde verkauffen1732 ThurgauRQ. I 5 S. 1998