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støten

mnd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MNWB
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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

støten st.

Bd. 3-1, Sp. 511
stôten stö̂ten (stoeten, stoͤten, stoiten, støten), st. u. swv. (Präs. stö̂t[e]t [stoitet] stöt; Prät. st. stêt [steit], stêten, sw. stotte stodde, stot[t]en stodden; Part. Prät. st. [ge]stôten, sw. [ge]stôt[e]t [-stoet] -stot), A. trans. I. c. A. eines Lebewesens 1. jem.m einen Stoß, Stöße versetzen, jem.n stoßen, (Reittier:) mit den spōren s. die Sporen geben; ênen mit den vö̂ten s. jem.n mit Füßen treten, übertr. tô grunde s. vernichten (Bugenhagen-Bibel Ps. 74, 3); mit êneme rāde (auch: lēvendich) s. jem.es Glieder, Knochen mit dem Richtrade brechen als Form der Hinrichtung; (Hornvieh:) mit den hōrnen s. Übertr. von Ereignissen, Zufällen: ênen vȫr den kop (dat hö̂vet) s. jem.n schrecken, aufschrecken, zur Besinnung bringen; jem.m Schläge, Hiebe, Knüffe versetzen, ênen in de sîde s., auch c. D. p. und A. der Schlagverletzung êneme êne bûle s., meistens in synonymer Reihung s. unde slân (tên, hurten); jem.n anfallen, tätlich angreifen. 2. stoßend bewegen, mit präpos. Bestimmg. von Ausgangspunkt (van, ût) oder Ziel (an, in, jēgen, tô, up[pe]), ênen mit den vö̂ten []van sik s. jem.m einen Fußtritt versetzen; übertr. ênen van der brüggen s. ihm Sitz und Stimme nehmen, s. ût vertreiben, verjagen aus, übertr. ausschließen von, religiös: ênen ût der vrentschop (genâde) gōdes s.; up(pe) dat rat s. auf die Zacken des Richtrades stoßen als Form der Hinrichtung; sîn hö̂vet tēgen de mü̂re s. als Geste der Verzweiflung; gewaltsam befördern, verbannen nach, in ên klôster s. 3. (bes. westlich ?) c. A. des eigenen Gliedes, in reflexiver Bedeutung, de (sîne) hande (vö̂te) s. sich die Hände (die Füße) stoßen, mit oder ohne präpos. Bestimmg. des Hindernisses, sîn hö̂vet an de wande s. II. c. A. r. 1. Stoß versetzen, stoßen, hauen gegen, anstoßen, durch Stoß beschädigen, (Gefäße:) einbeulen, êne gestôte vlasche, entwey s. zerschlagen; gewaltsam aufstoßen, sprengen, aufbrechen, de dȫr(e) (de kāmere, dat hûs) s.; techn. °hōnichbö̂me s. (Livland) Honig durch Aufbrechen der Bäume ernten; rôr s. Schilf stoßen, abstoßen, ernten. 2. stoßen, stampfen, im Mörser mit dem Stampfer zerstoßen, zerstampfen, zerkleinern, bes. als Zubereitung von Arzneimitteln, Gewürzen, Speisezutaten, tô pulver (kle[i]ne) s., tô hôpe (tô sāmen[de]) s. stampfend vermischen; gestôt rîs Reismehl, gestôt sucker Staub-, Puderzucker; zerquetschen, quetschen, pressen, stôten erfte Erbsenbrei, march (Knochenmark) s. zur Salbengewinnung; techn.: lô s. Gerberlohe zu Pulver stoßen, mit dem Akk. des Erzeugnisses: ȫlie s. Öl stoßen; abs. eine Stampfvorrichtung, Stampfmühle betätigen. 3. stoßend bewegen mit präpos. Bestimmg. von Ausgangspunkt oder Ziel, s. von stoßend entfernen, abstoßen von, (wāter) s. ût mit dem Stampfer herauspressen aus; techn. (Gerber:) vel in den kalk s. mit dem Staken in die Kalklösung stoßen zur Entfernung der Wolle, übertr. (strittige Angelegenheit) s. up jem.m zuschieben, zur Entscheidung anheimstellen. — c. A. des Instrumentes s. in hineinstoßen in, bes. von Stichwaffen, meist c. D. p. êneme de lanse in dat herte s. 4. einstoßen, pâle s. Pfähle rammen (bes. an oder in Gewässern), auch vom Pfahlwerk selbst, êne wāterslü̂se s., dat fundament (der Brücke) s., de brügge s. (ȫver) die Brücke (über den Fluß) schlagen, de bâke s. die Bake setzen. 5. schieben, stecken, fest überstreifen, dat vingeren ȫver den vinger s.; °de hende in de hantschô s. (nur vom betrügerischen Manöver bestimmter Bettler) (Kluge Rotw. 72). — 6. von loser Ware, Getreide, Mehl, Salz, büssenpulver oder Fetten wie Butter und Talg: in Gemäße, Tonnen fest (nicht locker) einfüllen, wohl weniger durch Hineinstoßen, -stampfen als durch Rütteln, Stoßen der Gemäße, auf diese Weise ladefertig machen, laden, verladen. []B. intrans. I. mit belebtem Subj. 1. Schläge, Stöße tun, an de dȫre s. (um Einlaß zu begehren), übertr. dȫr den tûn s. Heimtücke betreiben; mit den Füßen stoßen, stampfen (wohl als rhythmische Bewegung), springen unde s. (Gött. Ub. 2, 227); (Vieh:) Hörner haben, stoßen können, °ên stôtende rint ein Stier (Rüg. LandR. 72); akustisch: int siflet s. Signale mit der Schiffsflöte geben. 2. s. tēgen gegen etwas anlaufen, sich stoßen an. °3. schnell laufen, eilen, stürzen (Leitzmann G. v. M. 17). (Unwetter:) hēran s. losbrechen, hereinbrechen. II. mit dingl. Subj. 1. (Schiffe:) den Grund berühren, auflaufen; °(Münzen:) nicht s. nicht hart aufstoßen, nicht klingen, °übertr. nichts wert sein, nichts einbringen ? (Veghe 418); unpers. von Herzbeschwerden, it stö̂t tô dēme herten; geograph. (Landstücke, Gebiete:) s. an (up) stoßen, grenzen an. Übertr. abs., festsitzen, keinen Fortgang haben, it hēvet gestôt es ist hängen geblieben, s. up (Verhandlungen:) sich festfahren, festlaufen an; êneme under de ôgen s. jem.m zu Gesicht kommen. C. reflexiv sik s. (an) sich stoßend gegen etwas laufen, stoßen an, bildl. sik an den stê(i)n s. Anstoß erregen; übertr. sik s. an mit pers. Subj. als auffallend, störend, bedenklich empfinden, Anstoß, Ärgernis nehmen an; sich ein Beispiel nehmen an. sik s. an (up) (Angelegenheiten, Beschlüsse:) behindert, gehemmt, aufgehalten, verzögert werden. — rezipr. sik s. einander Stöße versetzen, sich stoßen.
5176 Zeichen · 173 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stoten

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    stoten, st. u. sw. v. 1. trs. stossen; schieben, werfen; hineinstossen, z. B. Waren verladen, Pfähle rammen; Baken setze…

  2. modern
    Dialekt
    stoten

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    stoten -ō-, –ō·ă.- = stossen, s. d.;

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stoten

15 Bildungen · 3 Erstglied · 11 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von stoten 2 Komponenten

sto+ten

stoten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stoten‑ als Erstglied (3 von 3)

stôtenack(e)

MNWB

stote·nacke

° stôtenack(e) (stoͤte-) 1. Name eines Bieres (Zs. Schl.-H. Gesch. 49, 80). 2. Name des Pik-As im Kartenspiel (Nd. Jb. 52, 70).

stôtende

MNWB

stot·ende

stôtende , n. , Schmalseite des Steins im Mauerverband (Lüb. Ub. 9, 957 A).

stoten als Zweitglied (11 von 11)

instôten

MNWB

ins·toten

instôten , st. u. swv. , I. c. A. p. hineinstoßen , durch Stoß hineinbefördern. II. c. A. r. 1. hineinwerfen, einwerfen. 2. durch Stoß zertr…

ȫverstôten

MNWB

oever·stoten

° ȫverstôten , ōver- , stv. ( Part. Prät. -[ge]stôten ): (nur in der Vbdg.:) ȫver[ge]stôten kōmen gelangen nach, hingelangen, c. Präp. tô (z…

pâlstôten

MNWB

pal·stoten

pâlstôten , swv. (3. Pl. Ind. Prät. -stotten ): Pfähle in den Untergrund treiben, rammen, den timmerlü̂den dêde pâlstotten (Ub. Hildesh. 5, …

tõhôpestôten

MNWB

tohope·stoten

tõhôpestôten ( tohoppe- ), stv. (Imp. Sg. stôt[e] tõhôpe ; Part. Prät. -[ge]stôt [ -stoet ], -[ge]stot ): (als Zubereitung von Arzneimitteln…

ümmestôten

MNWB

uemmes·toten

ümmestôten , -stö̂ten , üm- , um- , umb- , swv. : 1. zu Fall bringen, umkippen, „ He sprynget , he dantzet, he maket syk krum, So stot he va…

ungestôt(en)

MNWB

ung·e·stoten

ungestôt(en) , unstôt , adj. : 1. nicht angestoßen und unsicher gemacht, „ Dat ick ga in den rechten wech mit ungestotenen voten ” (SL 5, 53…

upstôten

MNWB

upstôten , -stö̂ten , stv. ( Präs. : Ind. 3. Sg. -stö̂t ; Konj. 3. Sg. -stö̂te [ -stode ], -stötte ; Part. Prät. -gestôten ), svw. ( Prät. :…

vorstôten

MNWB

vors·toten

vorstôten , swv. ( Prät. vorstôtte -stôte -stotte; Part. prät. vorstot), °stv. ( Prät. vorstêt -stiet, Sächs. Wchr.), 1. verstoßen, ver- tre…

ūtstoten

KöblerMnd

ūtstoten , sw. V., st. V. Vw.: s. ūtstōten*

Ableitungen von stoten (1 von 1)

bestō²ten

WWB

be-stō²ten V. (+ sik ) sich den Magen verderben. He häw sick bestott ( Stf Rh).

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stoten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stoten/mnwb?formid=S09148
MLA
Cotta, Marcel. „stoten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stoten/mnwb?formid=S09148. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stoten". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stoten/mnwb?formid=S09148.
BibTeX
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