Eintrag · Pfälzisches Wb.
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stecken1 schw.: 1. 'etwas an einen bestimmten Platz bringen, stechend befestigen, hineintun', stecke [verbr. ges. Pf Bertram § 56 Castleman Zwbr. 27 Christmann Kaulb 9 Henn Mda.-Int. 100 Karch Gimmdg/Muttstdt 37, 114 Müller Dietschw 61 Schneckenburger 54 Lambert Penns 142 Krämer Gal 206]; Part. Perf. g(e)steckt [KL-Einsdhf Henn Mda.-Int. 100 Karch Gimmdg/ Muttstdt 108, 214 Krämer Gal 206]; Zs.: an-, auf-, be-, dabei-, dahinter-, daran-, darein-, dazu-, durch-, ein-, heraus-, herum-, hinauf-, hinaus-, hinein-, hin-, hochstecken; vgl. auch Gesteck, gestekkeltvoll, Löffel-, Rumsteck. 's Geld in de Sack st. [Krämer Gal 206], Geld in ebbes st. [Lambert Penns 142]. Die beese Kinner steckt de Nickeloos in de Sack [KL-Hütschhs]. Mädchen haben ihre Haare gezopft und tragen sie gesteckt [KL-Fischb]. RA.: die Fieß unnerm Vatter sein Disch st. 'von den Eltern ernährt werden' [PS-Schmalbg]; unner die Nas st. 'jemanden an etwas Unangenehmes erinnern' [PS-Ruppw]. Steck der e Steiⁿ in de Sack, sunscht jaht dich de Wind fort, sagt man zu einem hageren Menschen [KU-Schmittw/O]. Steck der 's an de Hut (hinnich de Spiel (Spiegel)) 'Das solltest du dir merken!' [vereinzelt Don Gal]. Er hat seiⁿ Geld in e lecherige Beitel gesteckt 'Er hat Geld verliehen und bekommt es nicht wieder' [KL-Einsdhf]. Er steckt seiⁿ Geld (alles) ins Land 'Er streut viel künstlichen Dünger' [WD-Niedkch PS-Fehrb NW-Frankeck BZ-Albw]. Wann de nit do bischt wammer esse, krieschde e Wisch in de Hawe gesteckt [KU-Bedb Diedk Kaulb]. Do kammer doch die Händ net in de Sack st. 'Bei Streitigkeiten kann man nicht untätig zuschauen' [GH-Schwegh]. Ich stecke dich in de Arsch for e Langkert 'Längsbalken am Wagen', prahlerische Streitaufforderung [KU-Roßb]. Er hot 's em gesteckt wie de Stefan seiner Gluck, der hoðer Salz in de Arsch gesteckt, von einer verkehrten, unzweckmäßigen Handlung [KU-Kaulb]; Var. s. stecken1 4 a, Stefan. Des steckt er nit hinner de Spichel 'Er hat als Denkzettel Prügel bekommen' [NW-Haardt]. Der steckt dich in de Sack 'Der ist dir überlegen' [KU-Kaulb]. Wart, dem steck ich de Kopp zwische die Ohre!, scherzhafte Drohung der Erwachsenen gegenüber Kindern [KU-Kaulb, KU-A'glan Kus KL-Wörsb Pirmas LU-Alsh PfId. 78 Steinmetz]. Ein neugieriger Mensch muß sei Noos in alles stecke [PfMHk. 7/8 1925 173, KU-Schmittw/ O Kus], ... in de Kochhawe st., vom Topfgucker [KU-Kaulb]. Der stickt seiⁿ Nas in alles, was en nix aⁿgiht [RO-Rehborn, Lambert Penns 142]. Du steckscht jo die Noⁿs ins Glas, wann de trinkscht!, scherzhaft zu einem trinkenden Kind [KU-Schmittw/O]. Der steckt sei Nas in alle Dreck 'kümmert sich um anderer Leute Sachen' [lothr. SWPf]. Sie stecken weller (wieder) enanner die Nas in de Arsch 'Sie schmeicheln einander wieder auf üble Weise' [lothr. SWPf]. Stecken mol die Näs in die Äsch!, sagt die Hausfrau, wenn sie bei besonderen Gelegenheiten (Hausbau, Ernte, Dreschen) die Zahl der Tischgänger feststellen will [Gal-Bagbg]. Der steckt seiⁿ Maul net in de Sack 'Er schweigt nicht' [KU-Schmittw/O]. Der steckt sei Maul in alles 'mischt sich in alles ein' [KU-Lohnw]. Sie hot sich in de Staat gesteckt 'herausgeputzt' [FR-Bockh]. Dem kammer aach kään Finger ins Maul st. 'Dem ist nicht zu trauen' [KU-Schmittw/O KL-Hütschhs]. So was steckt sich net en die Klaarer 'Der Kummer eines Menschen dringt durch seine Kleider nach außen, er kann ihn nicht verbergen' [FR-Bockh]. SprW.: Wem mer net hold is, dem steckt mer keeⁿ Maie [NW-Weish/S Hebel 47]. Volksgl.: Fer'n Kind as aagewachse is / Do hot mer'n Mittel, helft gewiss / Des muß mer därich en Kummet stecke; / Wann's bissel kreischt, du net verschrecke! [Birmelin Penns Gezw. 68]. Volksmed.: Watt in die Wund st., daß se nit zu frih zuhäält [LU-Opp NW-Kallstdt LA-Maik]. KR.: Ich weß, was ich mach / ich hipps en de Bach / fang mer e Freschelche / lech 's uf 's Dischelche / nem e Gäwelche / steck 's ins Schnäwelche [LA-Nußd]. KR.: Fastnachtsheischevers der Kinder: Die Faasnaacht, die Faasnaacht! / Die Kiechlscher sinn geback. / Gebb meer änns, gebb meer änns! / Isch schdeck se in mei Sack [PS-Rodalb (Bernhard 206)]. Var. s. Hanapfel 2. Kinderspiel: Pifferling ins Loch st., ein Suchspiel der Knaben, bei dem eine Scherbe versteckt wird [Kaislt]. — 2. 'stekkenbleiben', in der RA.: Die Wind hän sich gesteckt, von Darmblähungen [LU-Friesh NW-Ellstdt]; vgl. versteckeln 2. — 3. als Garten- und Feldarbeit. a. 'Pflanzensamen oder -teile in den Boden bringen'; Bohne (Erbse, Gummere, Zwiwwele, Grumbeere, Dickwurzelkern, Kären, Soot) st. [mancherorts ges. Pf, Wilde 285]; vgl. Kern 4 b, legen I 1 b. Tulwe hätt mer stecke misse! / Odder, besser noch, Narzisse [Ranssweiler 36]. BR.: Stecksch mich im April, / kumm ich, wann ich will. / Stecksch mich im Mai, / kumm ich glei, von der Kartoffel [GH-Vollmw, Bergz (Kamm 123) VPf (Wilde 118)]. Florian (4. Mai) - steck die Bahn (Bohne)! [SP-Mechth]. — b. 'Reisig oder Pfähle als Stützen für rankende Pflanzen (Bohnen, Erbsen, Weinreben) in den Boden drücken'. Die Erbsehecke un Bahnestecke werre gesteckt [KL-Fischb]; Peel (Pfähle) st., im Weinberg [RO-Rehborn]; vgl. WKW 51. RA.: Steck der e Stecke debei, wann der's net gefällt 'Laß es bleiben, wenn du willst' [KU-Diedk Schmittw/O]. — 4. übertr. a. 'jemandem eine (unangnehme) Wahrheit sagen, etwas verraten', in RA.: ääm (ebbes) st. [mancherorts, Bayer Hackm. 67 Bernhard 154 Kamm 78 Müller Dietschw 62 Thielen 107]; Syn. s. ribbeln 3 a; gesteckt for drei Penning [KU-Brück, Damm Nawwel 73]. Ich schteck's 'r liewer mündlich [Sommer So Sache 92]. Ich werd's (will's) em noch st. [LU-Opp Lambert Penns 142]. Dem hun (han, heb) ichs emol gesteckt [mancherorts, Kühn Hamet 136 Müller Luscht un Lewe 26 Wilms Alph. 51]. Er steckt 's em emol gehörig unn verkaaft 's em forn Kreizer [PfMHk. 7/8 1925 173]. Ich hann der sem (sie ihm) g'steckt, daß kee Hund kee Maulvoll Brot vunnem freßt [KL-O'arnb]. De Feena is noh dabber riwah kumma un hut mirs gschteckd [Reichard Penns 315]. — b. 'verhauen, eine Ohrfeige geben', in RA.: eeni st. [NW-Rödh, NW-Haardt Bayer Hackm. 67]; Zs.: einstecken 5; Syn. s. verhauen 1; 's em st. [KU-Liebsth FR-A'lein]. Dem hän se's g'steckt [NW-Geinsh]. Er hot's em gesteckt wie de Steffen seinre Gluck mit em Strohhalme, der St. schlug seine Glucke angeblich mit einem Strohhalm [Rußl-Worms]; Var. s. stecken1 1, Stefan. — Mhd. stecken 'stecken, stechend befestigen, fest heften' ( Lexer II 1156/57). — Rhein. VIII 550 ff. unter stechen 2a; Lothr. 494; Els. II 580; Kluge-Seebold22 698.
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Cotta, M. (2026). „stecken1". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stecken1/pfwb?formid=S10205
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Cotta, Marcel. „stecken1". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stecken1/pfwb?formid=S10205. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „stecken1". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stecken1/pfwb?formid=S10205.
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