Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Spriet
Spriet
spreizen Vb. ‘etw. emporstehend machen, auseinanderstellen, -strecken, grätschen’, reflexiv (übertragen) ‘geziert einhergehen, sich aufspielen, sich sträuben, sich zieren’ spätmhd. spreutzen ‘(sich) stützen, stemmen’, frühnhd. auch ‘auseinanderstrecken, weit öffnen, auseinandersperren mit einem Querholz’ (in dieser Lautform noch bis Anfang 18. Jh.), frühnhd. (entrundet) spreizen (16. Jh.) sind Varianten mit Affrikata zu schwach flektierendem 2sprießen Vb. ‘(mit Holz) stützen, verstreben’, ahd. spriuzan ‘(unter)stützen, befestigen, sich stemmen’ (8. Jh.), mhd. spriuzen ‘stützen, stemmen’, frühnhd. spreussen, spreissen (16. Jh.). Es sind Ableitungen von dem zu stark flektierendem 1sprießen (s. d.) gehörenden Substantiv ahd. spriuza (10. Jh.), spätmhd. spreitze, spräutze frühnhd. sprücze, sprütze, sprutz (15. Jh.), nhd. Spreize f. (17. Jh.) ‘Stützbalken, Stütze’. Zugrunde liegt vielleicht die Vorstellung des sich wie ein gegabelter Ast emporreckenden Stützpfeilers. Dazu landschaftlich Sprieße f., auch Sprieß m. ‘Stütze, Stütz-, Querbalken, Sprosse, Strebe’, spätmhd. spriuze f. ‘Stützbalken’ sowie aus dem Nd. Spriet n. ‘Stange’, besonders (Seemannssprache) ‘vom Mast abgespreiztes Rundholz zum Ausspannen des viereckigen Sprietsegels’, in der Literatursprache (Anfang 18. Jh.) nach nd. Spriet, mnd. spriet, sprēt n., mnl. nl. spriet m., aengl. sprēot m., engl. sprit, germ. *spreuta-. Bugspriet n. ‘über den Bug hinausragende Segelstange’ (17. Jh.), mnd. bōchsprēt, nl. boegspriet, engl. bowsprit.