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sittsam

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
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13
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

sittsam

sittsam

Sitte f. ‘Brauch, Gewohnheit, (moralischer) Anstand’, ahd. situ (8. Jh.), mhd. site ‘Art und Weise, wie man lebt und handelt, Volksart, -brauch, Gewohnheit, Beschaffenheit, Anstand’ (ursprünglich m., durch häufigen pluralischen Gebrauch bereits spätmhd. f.), asächs. sidu, mnd. sēde, sedde, mnl. sēde, nl. zede, afries. side, aengl. sidu, anord. siðr, schwed. sed, got. sidus (germ. *sedu- m.). Herkunft nicht geklärt. Die übliche Herleitung vergleicht aind. svadhā́ ‘Eigenheit, Eigenkraft, Charakter, gewohnte Art, Gewohnheit’, griech. éthos (ἔθος, aus *ϝέθος, ie. *su̯édhos) ‘Gewohnheit, Brauch, Übung’, lat. sodālis ‘Genosse, Kamerad, Gefährte, Mitglied einer Gemeinschaft’ und geht von ie. *su̯ē̌dh- aus, in dem eine Bildung zum Pronominalstamm ie. *seu̯e- (s. sich) gesehen wird. Dagegen erklärt Wissmann in: Münchener Studien zur Sprachwiss. 6 (1955) 129 das stammhafte i in aengl. sidu und anord. siðr für alt (also nicht aus e hervorgegangen). Aus dem gleichen Grunde lehnt Trier Lehm (1951) 41 die oben vorgetragene Etymologie (also auch die Verbindung mit griech. éthos) ab und schließt die germ. Formen von Sitte an die unter Saite und Seil (s. d.) behandelten Substantive an, so daß Sitte (im Ablaut zu Saite stehend) als ‘Verbindendes, Bindung’ gedeutet werden kann. – Unsitte f. ‘Anstand und Benehmen Zuwiderlaufendes’, ahd. unsitu (9. Jh.), mhd. unsite ‘üble Gewohnheit, Aufgebrachtheit, Zorn, unfeines oder grobes Benehmen’. sittlich Adj. ‘der Sitte, Moral entsprechend, moralisch’ (15. Jh.), ahd. situlīh (um 800), mhd. sitelich ‘dem Brauch gemäß, ruhig, milde, bescheiden, anständig’. Sittlichkeit f. ‘Wohlanständigkeit, Moral’ (Anfang 16. Jh.). unsittlich Adj. ‘unanständig, anstößig, unmoralisch’, ahd. unsitulīh (um 800), mhd. unsitelich ‘ungehörig, unziemlich, unpassend’. sittsam Adj. ‘brav, ehrbar, geziemend’ (15. Jh.), ahd. situsam ‘passend, geeignet’ (8. Jh.). Sittenlehre f. ‘Lehre von den Sitten, der Moral und Ethik, Moralphilosophie’ (17. Jh.).
1975 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sittsam

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Sittsam , -er, -ste, adj. et adv. von Sitte, und zwar so fern es von sitzen abstammet, und zunächst den Begriff der Ruhe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sittsam

    Goethe-Wörterbuch

    sittsam [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    sittsam

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    sittsam [setsàm Ingersh. ] Adv. vorsichtig. Stell d Flasch s. ane!

  4. Sprichwörter
    Sittsam

    Wander (Sprichwörter)

    Sittsam 1. Immer fein sittsam, sagte die Aebtissin, da kriegte sie ein Kind. 2. He is sittsam und drunkfast. 3. Sittsam …

  5. Spezial
    sittsam

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    sitt|sam adj. 1 (anständig) dezënt (-nc, -a) da cherianza 2 (bescheiden) modest (-sć, -a) 3 (keusch) cast (casć, -a).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sittsam

4 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von sittsam

sitt + -sam

sittsam leitet sich vom Lemma sitt ab mit Suffix -sam.

sittsam‑ als Erstglied (2 von 2)

sittsamkeit

DWB

sittsam·keit

sittsamkeit , f. das sittsam sein. 1 1) mit ahd. situsam, habilis stellt Gombert bemerkungen u. ergänzungen zu Weigands deutschem wb. 2, 18 …

sittsamlich

DWB

sittsam·lich

sittsamlich , zunächst adverbial, modeste, moderate. Steinbach 2, 594 . Frisch 2, 281 b : eine lehr-reiche aufgabe und frage, .. worüber ein…

Ableitungen von sittsam (2 von 2)

gesittsam

DWB

gesittsam , adj. und adv. wie sittsam, sich sorgsam in den grenzen der guten sitte haltend, moderatus, moratus Steinbach 2, 594 : der kurfür…

unsittsam

DWB

unsittsam , adj. adv. , gth. v. sittsam. an. úsiðsamr. Stieler 2044 ( intractabilis, morosus, difficilis, asper, petulans, intemperans, insu…