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sittlich

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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11 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

sittlich

sittlich

Sitte f. ‘Brauch, Gewohnheit, (moralischer) Anstand’, ahd. situ (8. Jh.), mhd. site ‘Art und Weise, wie man lebt und handelt, Volksart, -brauch, Gewohnheit, Beschaffenheit, Anstand’ (ursprünglich m., durch häufigen pluralischen Gebrauch bereits spätmhd. f.), asächs. sidu, mnd. sēde, sedde, mnl. sēde, nl. zede, afries. side, aengl. sidu, anord. siðr, schwed. sed, got. sidus (germ. *sedu- m.). Herkunft nicht geklärt. Die übliche Herleitung vergleicht aind. svadhā́ ‘Eigenheit, Eigenkraft, Charakter, gewohnte Art, Gewohnheit’, griech. éthos (ἔθος, aus *ϝέθος, ie. *su̯édhos) ‘Gewohnheit, Brauch, Übung’, lat. sodālis ‘Genosse, Kamerad, Gefährte, Mitglied einer Gemeinschaft’ und geht von ie. *su̯ē̌dh- aus, in dem eine Bildung zum Pronominalstamm ie. *seu̯e- (s. sich) gesehen wird. Dagegen erklärt Wissmann in: Münchener Studien zur Sprachwiss. 6 (1955) 129 das stammhafte i in aengl. sidu und anord. siðr für alt (also nicht aus e hervorgegangen). Aus dem gleichen Grunde lehnt Trier Lehm (1951) 41 die oben vorgetragene Etymologie (also auch die Verbindung mit griech. éthos) ab und schließt die germ. Formen von Sitte an die unter Saite und Seil (s. d.) behandelten Substantive an, so daß Sitte (im Ablaut zu Saite stehend) als ‘Verbindendes, Bindung’ gedeutet werden kann. – Unsitte f. ‘Anstand und Benehmen Zuwiderlaufendes’, ahd. unsitu (9. Jh.), mhd. unsite ‘üble Gewohnheit, Aufgebrachtheit, Zorn, unfeines oder grobes Benehmen’. sittlich Adj. ‘der Sitte, Moral entsprechend, moralisch’ (15. Jh.), ahd. situlīh (um 800), mhd. sitelich ‘dem Brauch gemäß, ruhig, milde, bescheiden, anständig’. Sittlichkeit f. ‘Wohlanständigkeit, Moral’ (Anfang 16. Jh.). unsittlich Adj. ‘unanständig, anstößig, unmoralisch’, ahd. unsitulīh (um 800), mhd. unsitelich ‘ungehörig, unziemlich, unpassend’. sittsam Adj. ‘brav, ehrbar, geziemend’ (15. Jh.), ahd. situsam ‘passend, geeignet’ (8. Jh.). Sittenlehre f. ‘Lehre von den Sitten, der Moral und Ethik, Moralphilosophie’ (17. Jh.).
1975 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sittlich

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Sittlich , er, -ste, adj. et adv. in der ersten Hauptbedeutung des Hauptwortes Sitte. 1. Den Sitten, das ist, den Gebräu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sittlich

    Goethe-Wörterbuch

    sittlich [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    sittlich

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    sittlich Band 7, Spalte 1469 sittlich 7,1469

  4. Spezial
    sittlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    sitt|lich I adj. 1 (der Moral entsprechend) moral (-ai, -a) 2 (anständig) onest (-sć, -a) II adv. moralmënter.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sittlich

47 Bildungen · 39 Erstglied · 3 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von sittlich

sitt + -lich

sittlich leitet sich vom Lemma sitt ab mit Suffix -lich.

sittlich‑ als Erstglied (30 von 39)

sittlichbildend

GWB

sittlich-bildend [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

sittlichen

DWB

sitt·lichen

sittlichen , verb. sittlich machen: die einwirkung der sittlichenden macht der schule musz nicht mehr, wie es jetzt hinsichtlich der mehrzah…

sittlichgut

DWB

sittlich·gut

sittlichgut , adj. , vergl. sittlich 2, sp. 1168 mitte: nach dieser regel beurtheilt in der that jedermann handlungen, ob sie sittlich-gut o…

Sittlich-Ideelle

GWB

Sittlich-Ideelle [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

sittlichkeit

DWB

sittlich·keit

sittlichkeit , f. das sittlich sein, sitlicheit, sedelicheit ( anfang d. 16. jahrh. ), moralitas. Dief. 367 c , sittlichkeit. Kramer deutsch…

sittlichkeitsfächer

DWB

sittlichkeit·s·faecher

sittlichkeitsfächer , m. : gedeckt von diesem sittlichkeitsfächer ( einem ofenschirm ) unterhandelte frau von Trompetta mit Heinrichson über…

sittlichkeitsgefühl

DWB

sittlichkeit·s·gefuehl

sittlichkeitsgefühl , n. gefühl für sittlichkeit: er glaubte überhaupt, das harte recht zerstöre das sittlichkeitsgefühl. Pestalozzi Lienh. …

sittlichmenschlich

DWB

sittlich·menschlich

sittlichmenschlich , adj. : indem man dem auszerordentlichen manne ( Napoleon ) sittlich-menschliche zwecke unterlegen zu müssen wähnte. Göt…

sittlich als Zweitglied (3 von 3)

u(n)sittlich

Idiotikon

u(n)sittlich Band 7, Spalte 1470 u(n)sittlich 7,1470

unsittlich

DWB

unsittlich , adj. adv. , gth. v. sittlich. an. úsiðligr, -liga; aschwed. osidhliker, schwed. osedlig; dän. usædelig. ahd. unsitulîh, -lîho; …

Ableitungen von sittlich (5 von 5)

entsittlichen

DWB

entsittlichen , honestate privare, démoraliser: ein entsittlichter mensch; einen verein entsittlichen.

unsittlich

DWB

unsittlich , adj. adv. , gth. v. sittlich. an. úsiðligr, -liga; aschwed. osidhliker, schwed. osedlig; dän. usædelig. ahd. unsitulîh, -lîho; …

versittlichen

DWB

versittlichen , verb. , bei Campe verzeichnet, von sittlich abgeleitet, sittlich machen ( vgl. oben versinnlichen): das, was diesen staat un…

versittlichung

DWB

versittlichung , f. vom vorhergehenden verbum abgeleitet. Campe ; vgl. zeitschr. f. deutsche wortforschung 6, 228 ( beleg aus Arndt ); versi…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „sittlich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sittlich/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „sittlich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sittlich/pfeifer_etym. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „sittlich". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sittlich/pfeifer_etym.
BibTeX
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