Eintrag · Rheinisches Wb.
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setzen II das Wort ist allg., u. zwar südl. Benr.-L. -ęts- [NSaarbg, Trier bis Bernk (Mos), Koch-Gevenich, WWittl, Bitb, SPrüm -E-; Trier-Stdt -ę-]; Koch-Masbg -a-; Bernk-Graach, Zell-Briedl -ā-; Part. Rhfrk im Saargeb u. Nahe gəsętzt; sonst -a-; Mosfrk -zats, doch n. einschl. Mos (bis Koch) -zat, auch noch in May-Ettring, Malm, Aden, Schleid (neben -zats) [im Geb. von zEtsən –zāt (dies auch noch SWDaun); Siegld Prät. sadə, Part. gəsat; Rip Prät. zats, Part. jəzats; n. Benr.-L. zętə(n), Prät. im Berg -zat, Pl. zadən, Part. jəzat; SNfrk, Klevld Prät. zat (im sndfrk. Trübungsgeb. -ǫ-), Part. jəzat (-ǫ-) [in Heinsb, NMGladb, Kref, Kemp, Geld-Leuth daneben jəzats, –ǫ-; auch Aach-Würselen jəzatsə] schw.: 1. trans. (s. mehr als das weniger gebrauchte stellen). a. absol., einen, etwas s., wie nhd. α. absol. zum dritten Mal pflügen (den Gemüseacker Simm-Ebschd, Schleid-Gemünd (das Feld), hier Reihenfolge: broche (brachen), stüre, s. Ech s. lasse das Fischnetz ins Wasser hinab uMos. — Vom Buch-, Zeitungsdruck; der Setzer setzt (aber auch mit Obj. — β. s. noch en Reih) Allg. Scherzfr. Wat es für ene Ongersched töschen (zwischen) ene Bochdrocker on ene Hongk (Hund)? Ene B. setz et iərsch, ih e dröck; ene H. dröck on setz (beim Scheissen) Jül-Hasselsw. — Setze! Zuruf beim Klickersp., der es dem Rufer gestattet, die Lage seines Klickers zu ändern oder den Gegner auffordert, seinen Kl. so zu legen, dass er besser getroffen werden kann Köln; setzes! Ahrw-Remag, Jül; settes! Heinsb-Breberen; setzens! Monsch; settens! Gummb-NSessmar Rospe; setzes mer! Sieg-Süchterschd, — mech! Grevbr-Hochneuk. — Setzches ein Klickersp., jeder Spieler legt 1 oder 2 Klicker auf ein Mal; der erste Sp. wirft seine Kugel in die Nähe des M.; trifft er einen Kl., so darf er versuchen, auch die andern zu treffen usf. Neuw-Dierd. — De Hase han at (schon) gesatz Junge geworfen Rip. — Et Korn setz der Roggen bildet das Korn aus uWupp. — Gesetzterweis angenommen, den Fall gesetzt Simm. — Auch bei β, γ kann das Obj. fehlen, wenn eine Verwechslung ausgeschlossen ist. — γ. einen s.; den han se gesatz (auch en et Kaschöttche g.) ins Gefängnis gesetzt Rip, Allg.; ich lott mich net s. zwingen MGladb-Viersen; de Kluck (Klotz, et Hohn, de Ent udgl.) s. Eier unter die Glucke legen, zum Ausbrüten Allg.; Küche (Küken) s. Aach-Walh. — Mit prädik. Adj.; enen fas s. ins Gefängnis stecken Rip, Allg.; einen stallreət (-recht) s. ihn ausschimpfen Sol-Leichl, — stallgerech s. Köln-Stdt; he üs kault (kalt) gesatt wie nhd. MülhRuhr, Allg. — δ. etwas s., an einen Ort verbringen, in vielfacher Anwendung wie nhd., z. B. de Klomp (Holzschuh) s. aufstellen am Nikolausabend, damit der hl. Mann seine Gaben hineinlege SNfrk, Klevld; me moss der Düvel e Kerzche s. heucheln, sich verstellen, um die Gewährung einer Bitte zu erlangen Aach; enem de Fuss s. ihm ein Bein stellen WBitb; de Mull s. klug reden Eup-Stdt; der Fout för eine s. sich für einen verwenden Eup, Aach; Ströpp s. Schlingen für das Wild s. Rip, Allg.; de Fuck s. eine Fischreuse ins Wasser s. Geld; Köpp s. Schröpfköpfe s. Rip, Allg.; Dopp s. Kreisel spielen Kref; Pocken (Pirpeln, Blodern) s. Impfpocken s. Verbr. s. Wk. VI 20; einem Kinde de Bort s. mit dem Bart über die Wangen streichen Bitb; ene Sten s. Grenzstein: en Mur s. eine Mauer errichten; ene Boge s. ein Gewölbe mauern Rip, Allg.; en Og s. okulieren Wend-Werschw, Monsch-Hammer, Neuw-Strauschd, Eusk-Wichterich, Sieg-Rheidt, Waldbr-Stdt, Sol-Meigen, Erk-Kückhv; e Mol (Mal) s. ausruhen Neuw-Niederhf; Hölter s. Stützen s. in der Grube, in Querschlägen Ruhr; Holz s. H. im Walde in Klaftern aufeinandersetzen Bitb; et Hei (Heu) s. auf Barne häufen Zell-Pünderich; en Huf s. Eisenstein oder Berge anschütten, in der Bergmspr. Siegld, Altk; Häute s. (u. absol.), abwechselnd in den Lohgruben schichten; dieses wiederholt sie dreimal; die Lohe vom dritten Satze, die noch verhältnismässig viel Gerbstoffe enthält, wird in einer Grube festgestampft, mit Wasser abgetränkt, zugedeckt u. mit einer etwa 50 Zentner schweren Steinlast beschwert; diese Wasserbrühe kommt als Färbestoff in den Schwellbau, in der Gerberspr. Allg.; et (das Mädchen) es en en gesatz Stöhlche komme hat gut geheiratet Bergh-Heppend; den Hack (den Töhw »Zehe«) s. beim Stricken ansetzen Klevld; de Uhr s. stellen, rücken Allg.; de Säg s. die Zähne der Säge schränken, den einen nach rechts, den andern nach links biegen; die Schere mit dem Nagel auf Schnitt setzen, die beiden Becke so zusammensetzen, dass die Schere schneidet Berg; Kromme, Häpe, Schöppe s. durch Hämmern diesen Geräten die gewünschte Form geben, sie krumm biegen, in der Spr. der Schmiede; de Stere (Sterne) s. in die Höhe stieren Prüm-Steffeln; enem en Noss s. mit dem Knöchel auf den Kopf stossen Verbr.; enem e Stiəkske (Stich) s. ihm etwas sagen, was ihn ärgert Heinsb (usf.). — Einen Baum, Bohnen, Erbsen, Pflänzlinge s., pflanzen Allg. bis zur Grenze possen 2 (s. Wk. VI 21); n. davon NRip, Nfrk also pos(t)en, poəten (doch WSelfk auch sette). RA.: die Kartoffel sagt: Setz de mich im Aprel, da kumm ich, wann ich will; s. de mich im Mai, da sin ich gleich debei Simm. — Rebsetzlinge (et dot Holz) s., auch den Weinberg s., pflanzen, in der Weise, dass ein Graben nach dem andern ausgeworfen wird; in diese Gräben werden in Meterabständen die Setzpfähle eingeschlagen; Mullerde wird kegelförmig darangehäufelt; auf dieses Bett werden die Rebsetzlinge gelegt u. an den Setzpfahl angebunden; die Erde des nächsten Grabens wird nun umgesetzt in den ersten Gr., dass das oberste Auge des Setzlings 1-2 Finger dick bedeckt wird Mos. — Runkelrüben fortans. verpflanzen Rip, Berg. — Änen s. einen Kothaufen s., scheissen WEif, Rip; do hammer et gesatz es toll getrieben MülhRh-Dünnwald. — Mit präd. Adj.; dem han ech der Kopp tereit (zurecht) gesatt ihn zurechtgewiesen MGladb, Allg., — de Schnüss zerech gesatz ihm einen Verweis erteilt Rip, Allg.; dat höbb ek in Order gesatt geregelt Mörs. — ε. mit Ortsangaben; mit Ortsadv., etwas (einen) fort-, weg-, dannen-, dren-, drüvver-, dar-, hin-, heraf-, herop-, herus-, heren-, heröm-, heronder-, dran-, drop-, drus-, dren-, derhender-, anənein- (zesammen-), usərein-, beiənein-, durchənen-, enənen-, onderənen-, däll-, nidder-, zoröcks. (enaus-, enins. Rhfrk) Allg.; Belege (z. B. in übertr. Bed.) mit Auswahl; e hat de Schohn (Schuhe) eweggesatzt ist gestorben Aach, Allg.; de Fenster loss. öffnen Klevld; der setz jedes Wort dar spricht langsam Bergh-Blatzh; he wett (weiss), wo he oves (abends) der Korf hinsett er wohnt im eigenen Hause MGladb; et es enne rike Beddeler, der wett, wo er sine K. sett Heinsb; de kann sich ävver ene Hof (Haufen) Schneje (Schnitten) erafs. viel verzehren Aach-Würselen; enen erafs. verächtl. über ihn sprechen Rip, Allg.; etwas erauss. wie nhd. Allg.; rauss.! Zuruf beim Klickersp., der es dem Rufer gestattet, die Lage seiner Klicker zu ändern Simm, Malm, Eusk; de kann sek wat (ə)rens. viel verzehren Barm, Ess; et Heu eröms. auflockern; ein Feld, den Komposthaufen eröms. umsetzen Rip; än rems. tanzen Siegld; mot Gewalt setzt mer en Gess (Ziege) eröm Gewalt ist zwecklos Prüm, Nahe; einen erunners. einen trägen Schüler von seinem höheren Platz tiefer s. (Gegens. erofs.), einen durch üble Nachrede herabsetzen Rhfrk, Allg.; de kann en Portion heronders. viel verzehren Mörs; ech han völ Geld dragesatt SNfrk, Allg.; doə hant se der rechtege drangesott den Bock zum Gärtner gemacht Heinsb; den h. se dr. ihn gefoppt Rip, Allg.; ech habb vüəl Kölsche öm drangesotte ihm abgewonnen Kemp-Breyell; dransettes! Ruf beim Klickersp., der es dem Rufer gestattet, die Lage seines Schnellklickers näher heranzurücken MGladb; enen drops. ihn vergeblich warten lassen, sein Versprechen nicht erfüllen Rip, Allg.; einen drängen Eup; he sett de Knop (Knauf, Knopf) drop macht dem Gespräch ein Ende Kemp; Kleidungsstücke drops. abnutzen Geilk, Heinsb; ene drens. in Schwierigkeiten bringen Rip, Allg.; de hät sech doch wall fif Schniə (Schnitte) drengesotte verzehrt Kemp, Mörs; de kann sech jet drens. dass. Aach; Knopp derhengers. mit frischer Kraft arbeiten Aach; Damp d.s. dass. Allg.; ech moss jet d.s. ein Geschäft mit Nachdruck betreiben Allg.; jet anənēns. (zesamme-) Rip, Allg.; wat utereins. erklären NBerg, Allg.; wat dörēns. mischen Klevld, SNfrk; he es van Fulhet (Trägheit) enənengesatt zusammengesetzt Lennep, Allg.; jet ongerens. mischen SNfrk; ick soll dr gen Körf (Sack) bej öm ners. (nieder-) dem ist nicht zu trauen Rees. — Mit präpos. Ortsbestimmungen; enen an de Loch (Luft) s. vor die Türe schmeissen Rip, Allg.; se häbben öm de Staff an de Dör gesatt ihn ausgewiesen Rees; enem et Metz (Messer) an de Hals s. ihn zwingen Rip, Allg.; de Lejer (Leiter) an der Wagel s. Aach (sonst mehr stellen, dohn); an der Still (Pfosten) s. borgen Aach-Merkst; et Wasser (Gemös) op et Für (den Herd) s. zum Kochen; et Esse op de Desch s.; Knöpp op de Rock s.; e Pönkche op et I s.; enen op schmal Kos s.; enem de Pistol op de Bros s.; Hoffnung op jet s. Rip, Allg.; de Önt (Ente) op et Wasser s. alles auf eine Karte s. Eusk; ene op stärk Water s. ihm weismachen Klev; sett en op den Kopp! trinke aus Wermelsk; sej habben öm de ruən Hahn op et Hus gesott wie nhd. Kemp, Allg.; wat op en Hop (Haufen) s. aufhäufen Nfrk, Rip; den han se op de Pott gesatz ihn enttäuscht Rip, Allg.; enen op de Lamp s. einen trinken Rip, Kref, Mörs, Klev; et Land op (huəhch) Fuəre (Furchen) s. brachen Heinsb, Geld, Mörs, — op halve Plog s. nicht tief pflügen MülhRh-Holweide; en hat sei Mädchen of de Hek (Hecke) gesat sie nicht geheiratet Trier-Mehring; ech setz op dech schiesse den Klicker direkt auf deinen Kl Grevbr-Aldenhv; jet us em Weg s. wegräumen Rip; makt, daj (dass du) den Hut üt de Oge könnt s. dass man dir in die Augen sehen kann Klev; ke Fuss mih bamicht (binnen ) seng Dir s. sein Haus nicht mehr betreten Bitb, WMosfrk; Kender en de Welt s.; enen en Angs s.; ech s. kenne Foss e dat Hus; jet (enen) en Stand s.; jet en Bewegong (Ömlof), — en't Werk s. Rip, Allg.; he härr et i de Dreck gesatt es (das Mädchen) geschwängert Siegld-UWilden; enem (sech) jet en de Kopp s. wie nhd.; enem en Lus (Fluh) en en Uhr s. jmd. Mitteilungen machen, die ihn nicht zur Ruhe kommen lassen Rip, Allg.; du krigs der Hongk (Hund) en der Pott gesatte! nichts zu essen Heinsbg; Klauen en de Erd s. sich sehr anstrengen, fleissig sein Köln, Bergh, Dür; et Hus en wise Ölfarf s. weiss anstreichen lassen Rip; jet en de Zeidong s. Rip, Allg.; Lengk (Lint, Band) langs de Kleər s. Heinsb, Allg.; doə hänt ver de Katt neəver de Fleschteller gesotte den Bock zum Gärtner gemacht MGladb-Helenabrunn; de sett am leiwsten sine Föute (Füsse) unner annermanns Disch lässt sich von andern ernähren Ess; ömmes der Stouhl för gen Dör s. wie nhd. Aach, Allg.; ech ha kenne Foss für de Dür gesatz; ene F. für de andere s. Rip, Allg.; wart, ech setz der de Kopp tösche (zwischen ) zwei Uhre! Drohung an ein Kind Rip, Nfrk; all Reme (Ruder) ze Bord s. sich tüchtig anstrengen Köln. — b. etwas zu etwas bestimmen. α. ebbes fäl (feil) s. feil bieten Bitb, — herauss. fir achtzig Daler Koch; ene Pris s.; enem de Pr. s. den Preis festsetzen Rip, Allg. — β. als Pfand; ich setz minge Kopp ze Pang ich versichere es dir Aach (s. weiter bei Pfand); do sett ech minne Kopp teəgen (gegen)! SNfrk, Allg.; do sett ek ken alt Metz (Messer) t.! Mörs; alles op en Kart, — op et Spill s.; en Daler drans. für etwas hergeben; Kopp on Hals drans. alles wagen Rip, Allg.; de kann Stoff s. Widerstand leisten Sieg-ODollend. — γ. im Spiel; du moss s. etwa Klicker einsetzen in den Kreis; ech s. ene Daler beim Kegeln; trifft der Kegeler, so beteiligt sich der Rufer am Gewinn, andernfalls hat er den Taler verloren Rip, Allg.; ech s. op de Koh (Kuh)! heisst es, wenn man alle Klicker verloren hat u. der letzte aufs Spiel setzt; auch ech s. für de Pitter op de K. setze für ihn ein Schleid, Rheinb, MülhRh-Ensen. — c. das sachl. Obj. drückt die Auswirkung, Folge aus in Wend., wie de Weng (Wein) setz Pand Schimmel bildet sich Ahr, Siebengeb.; wann et rent (regnet), setz et Kuərsch (Kruste) der Boden wird hart Sieg-Rhönd; de Fenger setzt Dreck der schwärende Finger eitert Aden; dat mott ene Kopp s. die Sache muss zur Entscheidung gebracht werden Eup-Stdt; et langk (lang) s. sich heimlich entfernen, Fersengeld geben Aach-Stdt; etwas Boum s. auf den Kopf stellen Eup-Stdt; Trappe s. Treppe steigen Kref, Klev-Hülm. — d. unpersönl. α. et setz Ress (Häu, Schröm udgl.)! es gibt Hiebe Rip, Allg.; et (dat) wiərd ens jet s.! scheint bedeutend werden zu sollen MüEif. — β. et hat den Gang en't Ligende gesatz der Eisensteingang ist ins L. verworfen worden, in der Bergmspr. Siegld, Altk. — e. Part. α. persönl. nicht gross, aber doch breit, stark gebaut, untersetzt, kräftig; e gesatte Kerel (Bengel, Baas, Brocken, Drammes, Knuppen, Stauden; s. d. W.); hen as e Gesatten Mosfrk, Rip, Nfrk; e gesatt Peərd ein gedrungenes, gefälliges Pferd zwischen fünf u. zehn Jahren dem Alter nach Heinsb; e gesadde Manne gut situierter Mann Eup; den as gesat, — e g.ə Man recht verständig; de Gesathät Verständigkeit Bitb-Wiersd. — β. sachl.; da's e gesatz Werk eine abgemachte Sache MüEif; de es en ene gesatzte Stohl kumme in gefestigte, gute Verhältnisse Köln-Stdt; ene Mann en gesatzte Johre im reifern Lebensalter Rip. — 2. refl. a. mit persönl. Subj. sich auf einer Sitzgelegenheit niederlassen (dafür auch sitzen gohn); ech moss mech en besschen s., su möd ben ech Rip, Allg.; sech s. wie ene Klompemäker mit dem Rücken zum Licht SNfrk; zum Besuchenden: setzt üch en Amelangk (e Kitzche) Rip, Allg., — enen hauven (halben) Dag! Aach, — ühr wasst (wachst) doch net mich! Aach, Rip, — noch e Wilche, su jungk kumme mer nit widder zosamme! Köln, Allg.; setz dech jet, morn (morgen) kreie mer Stöhl! scherzh. Sieg; — son de Birger, dann stellen se em (einem) ke Stohl dor! Prüm-Ringhuschd; setz dich, sust nimmste de kläne Kinn (Kindern) die Ruh mit Simm; setz dich op ding veer Buchstabe! scherzh. Köln, Verbr., — op minge Dumm (Daumen), do es noch kene van gefalle! scherzh. zu einem, der keine Sitzgelegenheit mehr findet Jül, Elbf; setzt üch op döm (man hält ihm den Daumen entgegen), doə es noch genge van erafgefalle! Aach, Dür Einladung, mitzuessen: setzt üch noəhder (näher), — eran, — eröm, — för et Brett! Rip, Allg.; sett öch net su geleənnt (geliehen)! scherzh. zum Besucher, der sich auf die Kante eines Stuhles setzt Aach, Selfk. — Sech s. sich niederlassen, von einem Handwerker Mörs; sech klenter (kleiner) s. den Geschäftsbetrieb einschränken; der hät sech met senger Frau klen gesatz hat eine kleinere Wohnung genommen, da die Kinder nun alle auswärts sind Rip, Allg.; er hot sich gut (warm) gesetzt gut geheiratet Saarl, Nahe. — Der Jong hät sek gesatt ist gross u. breit, gesetzter geworden OBerg. — De Kluck hat sich selwer gesat wenn sie ein verborgenes Nest hatte u. die Eier dort ausgebrütet hat Trier-Mehring, Allg. — De ganzen Eərpel (Kartoffeln) s. sik so rasch weg sind beim Pflanzen schnell aufgebraucht, während die durchschnittenen länger halten Gummb, Allg. (nicht im possen-Geb.) — A.: Wo soll eich mich dann hinsetze? B.: Ei dohin, wo dei Mutter gesess hot, wie se Braut war Simm. Wor gej ow met hensett, dor stohj (stehst du) met op Rees. Sech herafs. seiner Ehre etwas vergeben (schlecht gekleidet gehen) Rip; du kans dich enen erops. der Schüler in der Schule; scherzh. man muss dich loben Bitb, Allg.; sech met enem usərens. sich mit ihm einigen Rip, Allg.; setz dech nidder on wärm dengen Öllich (Zwiebel) scherzh. Sieg-Ittenb; wo mer sich bei niddersetz, do steiht mer bei op man soll sich nicht wundern, wenn man durch schlechte Gesellschaft selbst verdorben wird Köln, Dür, Aach, Monsch. — Sech an öme s. ihn verprügeln Aach-Walh; sech op sech selver s. sich selbständig machen Rip, Allg.; setz dech op et Hohndersch (Hühnerhaus), — op de Käs! ich will mit dir nichts zu tun haben Sieg-Rhönd, — op en Fott, da setzde op die egent (Eigenes)! Eup-Raeren; sich op de hinnescht Ben s. sich sehr anstrengen, sich widersetzen Mosfrk; sich op de Fus (Faust) s. sich notdürftig behelfen Schleid-Hellenth; on da kas de dich op de Kopp s.! ich tue es nicht Mörs; sich op de Knieje s. sich niederknien Bitb, Allg.; setz dich uf de Stang (wie die Hühner) (uf et Läderche)! zum Schläferigen Simm; de sett sich op et huhe Perd er prahlt gern Geilk, Allg. (s. weiter bei Pferd); setz dich op Goddes Boddem, da fällst och net def (tief)! Dür-Birkesd, — op de Erd on spiəl möt dinne dicke Tieən (Zehen)! zu dem, der nicht weiss, was er beginnen soll Kemp, Allg.; den hat sech op de Hek (Hecke) gesat ihm fehlt die sichere Grundlage Prüm, Schleid; ber sech of zwien Stöhl setzt, s. sech ger dernewe May-Kollig; der Jong sett sech gen (gegen ) sengen egenen Vader widersetzt sich Wermelsk, Allg.; sich henger (hinter ) enge s. auf Umwegen etwas zu erreichen suchen Aach, Allg.; er hot sich in de Dreck gesatzt durch eigene Schuld ist er in eine leidvolle Lage geraten, — miren Arsch in die Brennessele g. Simm, Allg., — in de Hausgang g. aufs Altenteil zurückgezogen Simm-Horn; er setzt sech en de Woll regt sich auf Daun-Darschd, — en de Wehr wehrt sich Rip, Eup, — en de Bäng (Bände) dass. Kemp-Süchteln, — en der Hoək (Haken) bringt sich in Ordnung, ordnet schnell Kleidung u. Frisur Heinsb-Breberen, — e Graəsche gibt sich ein Ansehen Eup, — en de vierzehn Dag kündigt Aach; der Träge kann sech nevver de Arbet s. Sieg; he sett sech üəver alles eweg (fort) wie nhd. MGladb, Allg.; hen setzt sich zwischen zwing Stehl an (in) den Dreck wenn einer zweifelt, was er tun soll Bitb, Allg.; de setzt sech ze (zu ) Perd; sech ze Rauh s.; sech ze Wehr s. Rip, Allg.; sech zur Stref s. widersetzt sich Prüm; sech te Hus s. eigenen Haushalt anfangen Heinsb-Lümb. — b. mit sachl. Subj.: de Ass (Achse), et Heu, der Deg (Teig) usf. hät sech gesatz gesenkt Rip, Allg.; de Bohr (Bohre) setzt sich verbreitert sich an der Stelle, mit der sie auf das zu durchbohrende Gestein gestossen wird; der Gang setzt sich der Eisenstein eines G. bricht an einer Stelle zusammen, in der Bergmspr. Siegld, Altk; et Wasser hät sech gesatz hat sich gesenkt, ist kleiner geworden; der Kaffee moss sech iərsch s. man muss ihn nach dem Aufschütten ruhig stehen lassen, dass er klar wird; der Wengk (Wind) hät sech g. ist in einer Richtung geblieben Rip, Allg.; wo de W. Quatertemp sech sett on enen Dag drop sech hält, do es he dat gonze Johr gestellt Geld-Leuth; de W. sett sech dren vertreibt das Gewölk u. den Regen Kemp. Dat sett sich ni in de Kleider, wat me doargemack het das Leid prägt sich am ganzen Körper aus MülhRuhr, Allg.; dat sett sech en de Nöht (Nähte) das Kleid kracht in den N., das Eis kracht am Ufer MGladb; de Fenger (et) sett sek tum Schwären er eitert Elbf. — c. unpersönl. et (auch et Wedder) setz sich es hat den Anschein, dass es eine Zeitlang beständiges (gutes) Wetter bleiben werde; es beginnt gutes W. zu werden Rip. — 3. intrans. mit »haben« u. »sein«, in einem Schwung, Satze über etwas s., hinüberspringen; do han (sen) mer ävver üvver de Grave gesatz; durch et Wasser s. (mehr enen Satz mache) Rip, Allg.; enem ze Lif (Leib) s. zu Leibe rücken Schleid-Hellenth. — Abl.: die Setzerei, dat Gesetz »das lästige S.«.
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Dialektsetzen II
Rheinisches Wb.
setzen II das Wort ist allg., u. zwar südl. Benr .-L. -ęts- [ NSaarbg , Trier bis Bernk (Mos), Koch-Gevenich , WWittl , …
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Kompositum 46
Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit setzenii
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Keine Komposita gefunden — setzenii kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.
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Cotta, M. (2026). „setzenii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/setzenii/rhwb?formid=S17899
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Cotta, Marcel. „setzenii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/setzenii/rhwb?formid=S17899. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „setzenii". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/setzenii/rhwb?formid=S17899.
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