Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
seih
(um 1000, bair.) und 2,20,9 (Hs. des 11. Jh.s,
Zeit und Ort der Gl.einträge unbekannt): ‚Harn;
lotia, urina‘ 〈Var.: -ch〉. – Mhd. seich st.m.
‚Harn‘, frühnhd. seich m. ‚Harn, Jauche‘, nhd.
dial. schweiz. seich, sǟch, seikχ m. ‚Harn, etwas
Wertloses, leeres Geschwätz, Unsinn‘, els.
seich, sáχ, sǽχ m. ‚Urin, Jauche‘, bad. seich,
saiχ, sāiχ m. ‚Urin, Harn, Jauche, Unsinn‘,
schwäb. seich m. ‚Urin, Unsinn‘, vorarlb. seich,
sāχ m. ‚Urin, unsinniges Geschwätz‘, lothr. sǟch
m./f. ‚Urin‘, rhein. seich m. ‚Harn, Jauche‘,
pfälz. seich, seech m. ‚Urin (bes. von Tieren)‘,
nassau. saich m./f. ‚Urin, schlechtes Getränk‘,
südhess. seich, sāiχ, sāχ m. ‚Harn, Urin‘, hess.-
nassau. seich m. ‚dss.‘, thür. seich m. ‚Harn,
Jauche, albernes Geschwätz‘, osächs. seich m.
‚dummes Gerede‘, preuß. zaiχ(ә) m./n., meist f.
‚Urin, Jauche, minderwertiges Getränk‘.
Daneben ist seit mhd. Zeit das st.f. seiche
‚Harn‘ belegt, das seinerseits in modernen Dial.
weiterlebt: steir. seiche f. ‚Vagina, warmer
Harn‘, ohess. seiche f. ‚Harn‘, kurhess. seiche
f. ‚dss.‘, osächs. seiche f. ‚Urin‘, schles. seiche
f. ‚dss.‘, westf. sêke f. ‚dss.‘, meckl. seich f.
‚Urin, Unrat‘.