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schwalbenschwanz

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schwalbenschwanz m.

Bd. 15, Sp. 2188
schwalbenschwanz, m. 11) schwalben - schwantz, schwalben-stertz, m. coda di rondine Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 695a, nd. swalken-, swalensteert. 22) als bezeichnung einer schwanzform bei vögeln, bei der die äuszeren schwanzfedern länger sind als die mittleren Adelung. 33) eine reihe von vögeln mit solcher schwanzform heiszen schwalbenschwanz: falco milvus, die weihe, mylane Heppe wohlred. jäger 219a. Nemnich; alcedo paradisea und anas acuta. ebenda. 44) als schmetterlingsname, vgl. Oken 5, 1390. 1405; besonders ein schöner tagfalter (papilio machaon) heiszt schwalbenschwanz: das ist ein prachtexemplar von einem papilio Machaon, auch schwalbenschwanz genannt. Auerbach dorfgesch. 3, 18. 55) pflanzenname: veronica spicata, kleiner berg-, wiesenehrenpreis, schwalckenzagel Nemnich. Pritzel - Jessen (Ostpreuszen); veronica spuria ebenda. Frischbier 2, 327a; vincetoxicum officinale (Ditmarschen) Pritzel-Jessen. vgl.schwalbenkraut, schwalbenwurz, schwalbenzagel. 66) schwalbenschwanz heiszt nach seiner form der ansatz an balken, brettern u. s. w., der in einen entsprechenden ausschnitt verklammernd eingreift: swaalken - steerd, 'der dreieckig ausgeschnittene zapfen an einem balken, oder brett, mittelst dessen sie in einander gefüget werden' brem. wb. 4, 1110; 3 par nyer henge myt swaleken sterten. quelle von 1577 bei Schiller-Lübben 4, 484a; schwalmenschwanz, 'zimmermannsausdruck für den nach auszen sich erweiternden, dem schwanze eines vogels ähnelnden zapfen am zugerichteten, abgebundenen bauholz' Spiesz 229; vgl. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 695a. Frisch 2, 240c. Jacobsson 4, 75a. Bobrik 617b. s. auch schwalken 3. 77) schwalben-schwantz, propugnaculum exterius caudae instar hirundinis Apin. gloss. (1728) 489; eine nähere beschreibung findet sich bei Eggers kriegslex. (1757) 2, 852. fächer, pfauenschweif, schwalbenschweif Jacobsson 1, 633a, pfaffenmütze 4, 74b. 88) eine art bohrer, dessen spitze wie ein schwalbenschwanz gestaltet ist Adelüng; s. schwalbenschwanzbohrer. 99) eine art von dachziegeln Campe. 1010) scherzhaft nennt man einen frack mit langen schöszen, auch einen ähnlichen rock oder mantel (z. b. in nd. gebieten den küstermantel), dann jeden frack schwalbenschwanz (niederd. swalkensteert) Seiler 266a. Albrecht 208b; schwalbenschweif Hügel 146a. Avé-Lallemant gaunerth. 4, 606. vgl. engl. swallowtail. auch der träger des kleidungsstückes kann so genannt werden. 1111) nd. swalkensteert als spitzname für rappier bei Schiller-Lübben 4, 484a. 1212) zu der vielumstrittenen stelle Walthers: eʒ kêrt sîn hant und wirt ein swalwenzagel. 29, 14 (vgl. Wilmanns anm. und zeitschr. f. d. alterth. 26, 295. 40, 335) bemerkt W. Grimm: in der volkssprache heiszt nämlich noch jetzt einen schwalbenschwanz machen so viel als die beiden finger ausstrecken, einen eid ablegen. kl. schr. 2, 391. nach Bezzenberger zeitschr. für d. philol. 6, 34 ist dieser ausdruck vielmehr der gaunersprache eigen. hierzu möchte ich erwähnen, dasz man in Schlesien zwar den ausdruck schwalbenschwanz nicht hat, wol aber eine geberde übt, die merkwürdig auf die dichterstelle zu passen scheint: wer vor gericht zu schwören gezwungen ist und aus irgend einem grunde falsch aussagen will, macht, während er die rechte hand zum schwur erhebt, mit den drei schwurfingern der auf den rücken gelegten linken hand ebenfalls die schwurgeberde; man nennt dies abschwören und glaubt dadurch den meineid und seine folgen von sich abzuwälzen. 1313) schwlweschwinzken, n. seidenstickerei auf der kürschnerarbeit Haltrich siebenb.-sächs. volksspr. 91.
3641 Zeichen · 81 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwalbenschwanz

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Schwalbenschwanz , des -es, plur. die -schwänze, eigentlich der unten breite und in der Mitte gespaltene Schwanz ein…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schwalbenschwanz

    Goethe-Wörterbuch

    Schwalbenschwanz techn: gegenseitig fest verklammernde Verbindung von Einzelteilen, basierend auf der Form des gegabelte…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwalbenschwanz

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schwalbenschwanz , lat. Papilio machaon , Schmetterling aus der Unterordnung der Tagfalter, blendend gelb mit schwarzem …

  4. modern
    Dialekt
    Schwalbenschwanzm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schwalben-schwanz m. : 1. 'der gegabelte Schwanz der Schwalbe', -schwanz [vereinzelt]. — 2. 'der Schmetterling Papilio m…

  5. Spezial
    Schwalbenschwanz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schwal|ben|schwanz (Papilio machaon) m. (-s, ...schwänze) ‹entom› coda de vidundera f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwalbenschwanz

5 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schwalbenschwanz 3 Komponenten

(schwal+ben)+schwanz

schwalbenschwanz setzt sich aus 3 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwalbenschwanz‑ als Erstglied (5 von 5)

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APA
Cotta, M. (2026). „schwalbenschwanz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schwalbenschwanz/dwb?formid=S20198
MLA
Cotta, Marcel. „schwalbenschwanz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schwalbenschwanz/dwb?formid=S20198. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schwalbenschwanz". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schwalbenschwanz/dwb?formid=S20198.
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