schrappen
das Wort, im Ablaut zu
schruppen, ndl. schrapen,
mndl. schrappen, –ap-,
mhd. schrapfen, ist allg. [im WMosfrk steht für
schr. 1
schappen, während
schr. 2 a allg. ist], je nach Geb. auf
-app-, –abb-, –āp- zurückgehend, u. zwar Rhfrk, Mosfrk
-ab- (<
-ap-); Rip in Malm, Schleid, Ahrw, Eusk, Rheinb (in den drei Kr. auch
-ab-), Bo, Sieg (u.
-ab-), MülhRh
-ap-; sonst Rip, Berg, Eup, SNfrk
-ab- [Heinsb
-ǫb-, Kemp
-ęp-]; Geld, Mörs, Klevld
-ap-; in Mörs, Klev auch
-ab-; in Kref-Stdt (u.
-ap-), Mörs, Geld, Klev-Calcar, Rees, Dinsl auch
-āp- schw.: 1. etwas schr., von der noch jungen Rinde bzw. Schale befreien, indem man diese leicht (dünn) mit dem Messer abschabt; so
schrappt mer de neu (jong) Erdäppel (Kartoffeln), die noch keine harte Schale haben, ebenso die Möhren, Rüben, Baumzweige, im Gegens. zu »schälen«; dann werden die Därme des Schlachttieres
geschrappt, indem mit einem löffelartigen Instrument die innere Schleimhaut entfernt wird; das geschlachtete Schwein wird
geschr., indem mit der
Schell (Klock) die Borsten abgeschabt werden Rip, Allg.;
der ale Mann kann en Appel nich meh biten, der mutt en sek schr. Gummb, Allg.; man kann auch sagen:
den Dreck van de Schohn schr.; Mörtel
van der Wand schr. (statt kratzen) Rip, Allg. RA.:
Hä, kiss, k., schrapp Mührche (Möhrchen)! ruft ein Kind dem andern, dem etwas misslungen ist, spöttisch zu u. streicht dabei mit einem Zeigefinger in schabender Weise über den andern Rip (Verbr.
s. bei Möhre;
s. auch Rübe);
schr., schr. Wörzelche, mer gihn op de Ball! Trier-Stdt.
Met dem es och net got Muhre schr. ist nicht gut Kirschen essen Heinsb-Dremmen.
Den Düwel woll en Wortel (Möhre)
schr., hej wosst niet, wi hej et Mess (Messer)
soll rape; hej schnej sich in den Dumm (Daumen),
dat gof en decke Prumm (Pflaume) Emmerich.
Ek sall öm de Wortele schr.! ihn verprügeln Klev (
s. weiter bei Wurzel). A.:
Leck mech em Arsch! B.: Säu werde net mih geleck, die w. geschrapp! Bo, Kreuzn. — Einen Topf schr., auskratzen, dafür mehr
ausschr. Jann, schrapp de Pann met hondertdüsent Mann! Klev (
s. weiter bei Pfanne). —
Sech schr. scherzh. sich rasieren;
sech schr. losse, auch
sech de Bart schr. Rip, Allg. RA.:
Schrapp es (einmal),
wo keng Hor sind! wo die Mittel fehlen, kann man nichts erreichen Mettm-Kuchhsn. Mit der stumpfen Axt
ka mer sech schr. Rheinb-Wald. — Den überstehenden Rand an Schalen und Messerheften auf einer Polierscheibe abschleifen Sol. — Mähen, wenn das Gras noch nicht hoch gewachsen ist;
ek han mit der Sässe (Sense)
en winnig för de Däər geschrappt Gummb; schlecht, nicht kahl
m.;
su üvver de Boddem schr.; bloss su jet schr. Rip, Allg.;
e Kliefeld schr. (u.
de Klie schr.) es zum dritten Male
m. Altk-Horhsn; nicht tief pflügen Jül-Stetternich; zum zweiten Mal den Weinberg leicht umgraben Sieg-ODollend. — Die Butter dünn aufschmieren, sie schabend über die Brotschnitte streichen u. noch einen Rest zurücklegen;
du schrapps de Botter; du schr. (se) jo; du schr. se drop un dervan Rip, Allg. — Scharren, von den Hühnern Rip, Nfrk. RA.:
Wo mer schr. geht, moss me och lecke gohn wo man arbeitet, muss man auch essen Aach-Warden.
De hät wat te schr. ist reich Kref.
Die schr. net om Boddem sie sind reich Bergh-Blatzh, Sol-Steinbüchel.
Schrapp der (dir)
em Fuər! hast du kein Geld in der Börse, so suche im Hosenfutter nach Mettm-Kuchhsn. — Schnappen, aufraffen, im Fangsteinsp. Bitb-Ehlenz. — Vereinzelt: Kartoffeln, Rüben, hartes Brot schr., reiben, durch das Reibesieb durchsieben Saarl-Roden, Merz-Saarhölzb, Saarbg-Schoden. Kohl schr., mit dem Krauthobel schneiden Trier-Fell Mehring. — 2.a. etwas schr., gierig erwerbend, arbeitend zusammenscharren, geizig sparen;
die hale sech am schr., se han noch net genog; die schr. sech noch de Nägel wond; de schrapp nur op sech an (en senge Sack) denkt nur an sich;
die han ihr Dag jet (Geld, e Vermöge) beiənen-, zesammegeschrapp (te Hop g. Nfrk
); der Geizhals
schrapp alles zesamme, — kann et Schr. net losse Rip, Allg. RA.: Der Geizhals
schrabbt wie en Henn Kemp-UWeiden.
Wat de Aulen (Alten)
schrabbden binin (beieinander),
dat schorren de Jongen uterin Remschd.
De Ale schr. zesamme, de J. kloppen drop MülhRh, Wippf. — b. schlecht, kratzend Geige spielen Allg.; rätschen, von der Elster Sieg-Seelschd. — c. übermässig grosse Schritte machen Bitb-Dudeld. — Abl.:
die Schrapperei, dat Geschrapp(s).