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Schorstein

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Schorstein

Bd. 7, Sp. 1725
Schor-stein das Wort ist allg., deutlich auf Schorstein zurückgehend, u. zwar Rhfrk an der Nahe šəršdə, –ršd-, –ō- [Meis-Hoppstädten -ā-, Abtw Medard, Kreuzn-Argenschwang Bockenau [] ša(r)nšdə; in Kreuzn vielfach šǫrnšdə, –ō-; Hochstetten šōršdəl; Hargesh šǫrnstər; Burg Sponh šrəšt; einigemale nach dem Nhd. šǫrnšdEn]; Hunsr šōršdə, –-, -ū-, –ōə-, –ūə- [Simm-Hecken Laufersw Metzenhsn Rohrb Schlierschd Schönborn, Bernk-Bollenb Fronhf Gösenr Kleinich Stipshsn Wederath Woppenr, Zell-Altlay Bärenb Haserich Irmenach Lautzenhsn Rödelhsn Sohren šōršdəl; Simm-Dill Heinzenb Reckershsn, Bernk-Gonzerath -sdəl; Simm-Biebern -šdər; Bernk-Crummenau šōršbəl »Rauchfang«, šōrsdə »Schornstein«, in Goar vielfach šō(r)nšdə, šǫrn-]; Saargeb. šōăšdə, šă- u. -šdən; Mosfrk an der Saar šō(ə)ršdən, šōă-, –ūă-, ūšd- [Saarl-Lebch Leiding šaršdən; Saarl-Diefflen, Merz-Becking Riml Stdt Zwalb šəšdən; Merz-Büding Silwing u. Saarbg meist šūəšdĭχ, šūšd-, -ōəršd-; Saarbg-Borg Fellerich Helfant Kirf Köllig Kreuzw -sdĭχ; Onsd -sdəreχ, Pl. -ijər]; Mos šōršdən, –ōə- (im Hochw auch -ūə-) [Koch vielfach šōršdəl; Zell-Alf Bullay, Koch u. Kobl vielfach šǫ(r)nsdə, –šdə (-šdā), šō(r)n-; Koch-Auderath, Kobl-Kobern šǫrnsdəl; Koch-Müden -sdər; Kobl-Kärlich Rübenach ša(r)nsdə; Goar-NFell -sdəl; Trier-Karthaus Merzlich Menning Mesenich Metzd Minden Wintersd, im Anschluss an Saarbg u. Bitb šōšdĭχ, -ūă-; Trier-Paling --]; Eif in Wittl, OBitb šōšdən, –ū-, seltener -oršd-, –ū-, -ūə- [Eckf šusəlt]; WBitb šōšdĭχ, –-; -ū(ə)(r)šd- u. vielfach -sdĭχ; Geichl šōsĭχt]; Prüm šōr(ə)šdēn, šūr(ə)- [Binschd šōrst; Elcherath Heckhuschd Leidenborn Lichtenborn Ringhuschd šō(r)səlt; Enschd Ihren šous-, Hallschlag (auch Malm-Büttgenb Nidrum) šorfšdēn; Jucken šōrstĭχ; Stdt šōršdən, –ū-, šūšənts]; Malm šōsəlt [Hinderhsn šōrəsəlt, Aldring Grüffl šwōsəlt], Daun šo·r.ə-, šu·r.ə- u. šo·r.šdēn, –šdē, –šdə u. šǫ·r.šdən, šǫ·r.nšdēn [Boxbg Darschd Katzwinkel šo·r.šdəl; Schönb Utzerath -sdəl]; May šōršdəl, –ōə-, –ū(ă-) [Volkesf --; Metternich -ē-; Rieden šo·r.əšdəl; Kirchesch šørrəšdə; Mörz Rüben šō(ə)sdəl; Andernach Eich Saffig Wehr šǫ·r.nstə; Kell Kürrenb, Nitz šo(·r.)nsdəl; Stdt šunstər]; auch Aden hat šo(r)štəl [Hausten Hohenleimb Kempenich -ø-; Arft šørəštəl; Engeln šo-; Lierstall šo(r)šəlt u. sonst vielfach šo·r.nstēn, šu·r.n-]; auch Ahrw-Kassel Königsf OBreisig šo·r.štəl; Fronr NHeckenb šø-; Ramersb šo·r.əstəl; sonst šo·r.nštein, šo·r.ə [Bengen šø·r.χ-]; Neuw meist šǫ(r)nsdə(n); [NHammerst u. kurköln. Neuw šǫrstə(n), š-; Asb Buchholz Ehrenst Elsaff Etschd Goldschd Lingerhöhe Lorschd šǫrəstə(n); Strauschd -stər]; Altk šǫ(r)nstə(n) [OIngelb Sörth --; Bachenbg -ę-; Horhsn Weitef (u. šǫnstə) šǫrstə; Neitersen šǫrəstən; Friesenhg Weierseifen šnstəl]; Siegld šornsdə, šoă- neben šōrsdə [Helberhsn šornsdər]; Rip u. folg. Geb. mit -stein (s. S.) in voller Form: Malm geht mit Prüm (s. o.), doch šǫ·r.əštēn Vith Wallerode Wirtzf; šǫdəš- Weywertz; Monsch šǫ·r.ə- (u. selten šǫ·r.n-) [Hammer Kalterherbg šǫ·r.χ-]; Schleid šǫ·r.ə- (u. selten š(r)n-) [Sistig šǫ·r.ĭχ-; Glehn š·r.χ-]; in den Kr. Eusk, Rheinb, Bo, Köln Bergh, Dür, wo meist Kamin herrscht, einigemale [] šǫ·r.ə- u. š·r.ə- u. šǫ·r.n-, šən- [Rheinb-NKastenholz Schweinh, Dür-Bürvenich š·r.χ-; Dür-Hürtgen šǫ·r.χ-; Bo-Gimmersd š·l.ə-]; Jül, Aach šǫ·r.ə-, šrə-, šərə- u. šrštēn; Eup šǫ·r.əš-; Raeren šǫ·r.ə-, šərs- u. šǫ·r.əštər; rrhn. Sieg, MülhRh šn-, š:n- [Sieg-Eschmar šǫ·r.ə-; Alsen Leuschd Menden Schneppe Werfen š-]; Berg šǫrn-, šə(r)n-, šōə(r)n-, šūə(r)n- u. šrən-, šō-, šǫ·r.ə- [Lennep-Dhünn šǫurə-; Wermelsk šour-; Sol-Schlagbaum š·r.-; Wippf-Engels šǫdə-]; SNfrk u. Grevbr, Neuss, MGladb šǫ·r.ə-, selten šǫ·r.-, %> sǫ·r.n-[MGladb auch šərə-; Grevbr-Aldenhv šǫdə-]; sonst šər-. šōər-, šǫ·r.-, selten nach dem Nhd. šǫ·r.n [in Kemp, Kref auch šōərə-; SErk auch šǫ·r.ə-; Heinsb, Geilk auch šštēn, šəš-]; Geld, Mörs, Klev, n. einschl. Ruhr šǫrštēn, auch selten -štē [Geld-Hinsbeck Wankum šǫrə-; Geld-Winternam, Mörs-Camp Neuk Orsoy Rheinbg šr-; Geld-Nieukerk šrən-; Mörs-Wallach šar-; Dinsl, Rees šǫsšten; Ess šǫt- u. šǫ(r)n-] m.: 1. der von der Küche ausgehende Hauptschornstein des Hauses (aus Lehmfachwerk, Steinen oder eiserner Röhre), in den auch Kamine der Nebenräume münden; da wo für den über der Herdstelle offenen, unten weiten, nach oben sich verschmälernden Rauchfang, der als Räucherkammer dient, eigene Wörter, wie Busem, Deise, Härbe, Harst, Räuches, Schaude (s. Wk. III 9) herrschen oder herrschten, bezeichnet Sch. den über das Dach hinausragenden Teil der Vorrichtung; da, wo eigene Wörter für die Räucherkammer geschwunden sind, bezeichnet Sch. auch diese (also nach unten weiter u. früher offen, s. Schormantel); man bezeichnet diesen Sch. auch als oppen, weiden Sch.; lose Sch. Geld, Klev; russische Sch. Mörs-Neuk, Trier-Stdt; immer aber bezeichnet Sch. den über das Dach hinausragenden Teil jeder Art. RA.: Henken, Penken, Schorstenken, tiehn mol hongert es dusend Abzählr. Mettm-Cronenbg. Ongenis (Agnes), Kattekies (Katzenkäse), Schlengerben Sch.! Neckr. Heinsb. Nemmt öch, et es jo doə, sät Sch., et es net, äls wenn et net doə wör Kref-Osterath. Dau hos jo en Nos (Nase so schwarz) wie e Sch. Bitb, Allg. Die Frau, die hät e Paar schwatze Ben, se blänke wie en Sch. aus dem berg. Pfingstheischeld. Du dämpscht (rauchst Tabak) jo wie e Sch. Saarbr, Allg. Wo mih Fraulöck (-leute) sen wie Sch., do dog (taugt) et net Rip, Verbr. Wan eich net schaff, dan gäht de Sch. net habe ich nichts zu essen Bitb. Do blif der Sch. net van (no) am dämpe (roche, schwademe) die Arbeit, dein Versprechen bringt nichts ein Rip, Allg.; möt Nicksdohn hält me genne Sch. an't roke Kemp; vam Freien allein rauch de Sch. noch lang nit Neuw-Asb; von ömmer got eəte on drenke blift der Sch. net an et roke Erk; me mott sorge, dat der Sch. am dämpe blift MGladb, Allg.; de Sch. well nit meah deimpen es herrscht grösste Armut Elbf. Der Sch. ös engefalle wenn ein Kind geboren ist Altk. Et es lechter, drej Sch.ə te baue as ene wärm te halde Klev, Aach-Büsb. He hät er den Sch. gefegt er hat das Mädchen beschlafen Gummb. Haschde näs (noch einmal) de Sch. all [] gezehlt? zu einem, der spät von einem Botengang zurückkehrt Saarl. Sett (sitzt) der dem och at(schon) op ene Sch.? ist er dessen Gläubiger? Eup-Raeren. Wor de Hunnder (Hühner) krähje on de Fraulüj fleute, dor sett den Düwel op de Sch. Mörs. Wo en Betschwester em Haus es, do setzt de Deiwel of em Sch. Neuw-Dierd. Wenn de so lang wärsch, bie de domm bes, kennst de aus em Sch. Kaffi drenke Neuw. Mag de Damp net aus de Sch. wallen, dann well de Ren (Regen) aus de Wolke fallen Neuw-Bonef. Dat woər nu grad (eine Überraschung), äls wenn der Düvel dörch jene Sch. komme wür Aach-Stdt. Knöselige (schmutzige) Wäsch, em Pesspott gewäschen on em Sch. gedrugt (getrocknet) Elbf. Er hot ebbes im Sch. hänke es steht ihm Unangenehmes bevor; er hot noch e Unkel (Onkel) im Sch. h. ihn noch zu beerben Nahe. Schreib et in de Sch., dat die Hinkel (Hühner) et nit auskratze! deine Forderung ist aussichtslos Simm, Allg. Dem rent (regnet) et zom Sch. eren sein Wohlstand mehrt sich, man weiss nicht wie Mos, Allg. Mer ment (meint), et Geld wär zom (am) Sch. herusgefloge wo das Geld rasch draufgeht Rip, Allg. Der is so lang, der kann jo de Leit zum Sch. eningucke Kreuzn. Me mott doch de Mul nich tum Sch. maken nicht unflätig reden Gummb-Wiehl. — Rätsel. Om Dach setzt eine un rauch, de kein Pif un Tuback brauch? Neuw-Unkel, Koch-Faid, Bernk-Burgen. Et steht en Männchen op dem Dak, dat rokt un r., un wat et r., es ken Tebak Gummb. Ek trock en den Bur tr. (zog); roj es, wat den Sch. trock? Qualm Klev. Schach (Bergwerksschacht) 1 hät fif Sch., Schach 2 hät drej Sch., Schach 3 hät vier Sch., wat kömmp do herut? Qualm Mörs. — 2. übertr. verächtl. a. sachl. α. Nase, bes. wenn sie innen schwarz ist Ottw, Wittl-OKail, May. — β. verächtl. Schafstall Aden-Siebenb. — b. persönl. α. e langen Sch. lang aufgeschossener hagerer Kerl Trier-Waldrach. — β. alder Sch. altes Weib Kreuzn-Oberhsn.
8188 Zeichen · 189 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schorstein

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    schorstein hierher? s. das zweite wort.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schorsteinM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    schorstein , M. Vw.: s. schorstēn

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schorstein

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Der Schorstein , des -es, plur. die -e, ein gemauerter Rauchfang, eine Feuermauer, und in weiterer Bedeutung, ein jeder,…

  4. modern
    Dialekt
    Schorstein

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schor-stein PfWB LothWB das Wort ist allg., deutlich auf Schorstein zurückgehend, u. zwar Rhfrk an der Nahe šəršdə, –r…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schorstein

46 Bildungen · 43 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schorstein 2 Komponenten

schor+stein

schorstein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schorstein‑ als Erstglied (30 von 43)

Schorsteinbutzer

RhWB

schorstein·butzer

Schor-stein-butzer -uts-, –o-, Rhfrk, Mosfrk; -ø- Daun-Hillesh ; -botsərt Saarl m.: 1. –feger. RA.: Wat sen de drei dommster Handwerker? Der…

Schorsteindörne

RhWB

Schor-stein-dörne -d·ə.r MGladb-Neuwerk Pl. t.: Stechpalme, ilex.

Schorsteinfêger

Adelung

schorstein·feger

Der Schorsteinfêger , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Schorsteinfegerinn, derjenige, welcher den Schorstein feget, ihn, von dem Ruße …

Schorsteinholz

Campe

schorstein·holz

Das Schorsteinholz , — es, Mz. — hölzer , die Hölzer, auf welchen der Schorsteinmantel ruhet. M. Kramer.

Schorsteinkasten

Campe

schorstein·kasten

Der Schorsteinkasten , — s, Mz . gl. bei den Maurern, die vor dem Dache vorspringende Mündung der Schorsteinröhren.

Schorsteinmantel

Campe

schorstein·mantel

Der Schorsteinmantel , — s, Mz. — mäntel , der Mantel des Schorsteines, über dem Herde; auch Schorsteinkragen .

Schorsteinpfeife

RhWB

schorstein·pfeife

Schor-stein-pfeife -pęif, –ei- Merz , Trier , Bernk , Koch-Bruttig , Kobl-Kärlich , Altk-Horhsn f.: in den Rauchfang führende Ofenpfeife.

schorstein als Zweitglied (3 von 3)