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schnapps

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
18 in 6 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
8
Verweise raus
7

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnapps m.

Bd. 15, Sp. 1175
schnapps, schnaps, m. handlung des schnappens und geschnapptes, weiterbildung zu dem masc. schnapp (s. d.), wie klapps (theil 5, 980) zu klapp; gleichförmig ober- wie mittel- und niederd. wort. 11) das schnappen, als bild für plötzliche geschwindigkeit (vgl.schnapp 3), in der formel im schnapps, in einem schnapps: in einem schnaps zwei ding zusammen .. gedenken. Fischart bienk. 85a; noch (dennoch) werden sie in einem schnaps so gesund, wie ein fauler apfel auf faulem stro. 114a; fliegen knapp im schnaps dem himel zu. ebenda; im Elsasz haben sie inn eim schnaps die sechs und vierzig stätt und fünfftzig schlösser uberrumpelt. Garg. (1590) 436; so schickt er euch inn eim schnaps vier hundert fünftzig tausent auszerlesenes volcks. 442; in einem huy, in einem schnapsz, in einem stutz, in einem nun, ἐν τῷ νῦν. Philander (1650) 1, 216; uberstachen die kutt behend, das sie im schnaps gleich was vollendt. Fischart dicht. 2, 246, 164; nassauisch noch: im schnapps will ich wieder da sein, schnell, bald. Kehrein 359. 22) was im schnappen auf éinmal erfaszt wird: schnapps (neben schnapp), quantum hinati ore una vice capitur Frisch 2, 211b. 33) besonders bezeichnung einer gewissen menge brantwein, so viel man auf éin mal schnappen kann (landschaftlich auch wurf genannt); zufrühest niederd.: snapps und snipps, ein schluck branntwein, enen snapps nemen, ein gläschen gebranntes trinken. brem. wb. 4, 880; snapps, schluck, glas branntwein Schütze 4, 880; dann auch in mittel- und oberdeutschen mundarten: schnapps, schluck branntwein Kehrein 359; schnapps, branntwein Schöpf 637; schnaps, plur. schnäps Hunziker 227, u. a.; und so in täglicher rede allgemein: einen schnaps, ein paar schnäpse trinken: sie .. gab mir einen schnaps und vier neue fünfbätzler. J. Gotthelf bauernsp., 10. cap. früh auch schon stoffbezeichnung schlechthin geworden, wie branntwein: sie (die burschen) lassen sich den schnaps bouteillenweis auf ihre stuben holen. Göttingen nach seiner eigentlichen beschaffenheit (1791) 99; manchmal brachte eine sogar ein klein fläschchen mit süsz angemachtem schnaps. J. Gotthelf Käthi cap. 13; wie einem trinker, der nach immer stärkerem schnapse verlangt. G. Keller werke 1, 279; ein fläschchen schnapps ergreif ich da. Göthe 47, 85; bezahlen soll mit theurem geld wer mir den schnapps verthan! 86. 44) schnapps, in oberdeutschen mundarten rüge, verweis; so schweizerisch; tirolisch einen schnapps kriegen Schöpf 637.
2476 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnapps

    Adelung (1793–1801) · +14 Parallelbelege

    Schnapps , eine Interjection, welche ein Intensivum von schnapp ist, S. dasselbe. Schnipps drucket einen feinern, und da…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schnapps

    Goethe-Wörterbuch

    schnapps Interj; auch -aps; einmal subst onomatopoet für ein schnelles Zuschnappen, Ergreifen, Fangen u das dabei ggf hö…

  3. modern
    Dialekt
    schnapps

    Rheinisches Wb.

    schnapps -ǫ- = schnell s. bei schnapp.

  4. Sprichwörter
    Schnapps

    Wander (Sprichwörter)

    Schnapps Schnopps, woar a drinne. – Gomolcke, 879.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnapps

25 Bildungen · 24 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

schnapps‑ als Erstglied (24 von 24)

schnappsack

DWB

schnapp·sack

schnappsack , m. wie knappsack theil 5, 1350 fg., sack eigentlich zum mitführen von mundbissen auf der wanderung ( vgl. schnappen 5, d ), da…

Schnappsbulle

Campe

schnapps·bulle

Х Die Schnappsbulle , Mz. — n , eine Bulle, d. h. Flasche mit Schnapps, oder zu Schnapps d. h. Schnapps hineinzuthun; auch Schnappsbuttel, S…

Schnappschaff

RhWB

schnapp·schaff

Schnapp-schaff -āf Köln-Stdt n.: scherzh. Schrank, aus dem man gerade Benötigtes rasch herausnimmt.

Schnappschloß

PfWB

schnapp·schloss

Schnapp-schloß n. : 'Verschluß an Türen und Möbeln, der schnell einrastet', Schnappschloß (šnabšlǫs) [ KU-Schmittw/O ]. Rhein. VII 1547 . —

Schnappschuß

Pfeifer_etym

schnapp·schuss

schnappen Vb. ‘(mit Mund, Maul, Schnauze, Schnabel bzw. vergleichbaren Geräten geräuschvoll) ergreifen und festhalten, zupacken, eine schnel…

schnappsen

DWB

schnapp·sen

schnappsen , verb. 1 1) den laut schnapps von sich geben, verursachen. Adelung. 2 2) auch schnapsen geschrieben, schnapps trinken, wort des …

Schnappsgeld

Campe

schnapps·geld

Х Das Schnappsgeld , — es, Mz. — er , Geld zu Schnapps, wofür man kaufet oder Schnapps trinket.

Schnappsglas

Campe

schnapps·glas

Х Das Schnappsglas , — es, Mz. — gläser , ein kleines niedriges Glas, woraus man Schnapps trinkt.

Schnappshaus

Campe

schnapps·haus

Х Das Schnappshaus , — es, Mz. — häuser , ein Haus, in welchem Schnapps verkauft wird, und in welches man gehet um zu schnappsen; der Schnap…

Schnappskammer

Campe

schnapps·kammer

Х Die Schnappskammer , Mz. — n , eine Kammer, in welcher ein Vorrath von Schnapps aufbewahret wird.

Schnappstein

RhWB

schnapp·stein

Schnapp-stein (s. S.) Saarl-Niedaltdorf , Koch , Kobl , May , Daun , Westerw, Rip, Berg [ -abə- vielfach Neuw , MülhRh-Urb ; -pə- Eusk-Gymni…

schnappstengel

DWB

schnapp·stengel

schnappstengel , m. schnappender stengel oder rute beim vogelfang: schnappstängel, baculi curvati quibus aves capiuntur Frisch 2, 211 c ( au…

Schnappstock

Campe

schnapp·stock

† Der Schnappstock , — es, Mz. — stöcke , im N. D. ein hölzerner Eßlöffel.

Schnappstrinker

Campe

schnapps·trinker

Х Der Schnappstrinker , — s, Mz . gl. einer der Schnapps trinket, und in engerer Bedeutung, der gern und viel Schnapps trinkt.

Ableitungen von schnapps (1 von 1)

verschnappsen

DWB

verschnappsen , verb. durch schnapstrinken aufbrauchen: viel geld verschnappsen. Heinsius.