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Schminke

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Meyers
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schminke

Bd. 17, Sp. 907
Schminke, rote und weiße Präparate, mit denen man die Haut zu verschönern sucht. Als rote S. benutzt man weiße Pulver, wie Reismehl, Talk, Zinkoxyd, basisches Wismutchlorid oder -Nitrat, mit Karmin, Karthamin, mehr aber mit künstlichen roten Farbstoffen und trägt sie mit einer Puderquaste (Schwanenpelz) auf die Haut auf. Flüssige Schminken, ammoniakalische Lösungen von Karmin und Lösungen von Eosin, werden nur noch wenig zum Schminken der Lippen benutzt, dagegen sind Cremeschminken, weiche, nicht fettende Präparate, mehr in Aufnahme gekommen. Das farblose Alloxan, das die Haut rot färbt (Schnouda), ist ohne Bedeutung. Die von Leichner erfundenen Fettschminken sind Mischungen der Farbstoffe mit Fetten und werden hauptsächlich auf der Bühne benutzt, um dem Gesicht des Schauspielers den jeweilig erforderlichen Charakterausdruck zu verleihen. Der Leichnersche Fettpuder ist nur ein Hautverschönerungsmittel für Damen. Über weiße S. s. Puder. Blaue S. für die Adern besteht aus Talk und Berlinerblau. Wie noch heute viele Naturvölker ihren Körper bemalen, so schminkte man sich auch schon im Altertum. Die Ägypter benutzten Bleiweiß, Mennige, Bleiglanz, Schwefelantimon, Braunstein. Mit grünen basischen Kupferkarbonaten machte man einen Kreis um das Auge. Auch in Ninive und in Griechenland, besonders bei den Hetären, war das Schminken gebräuchlich. Europa, die Tochter Agenors, entwendete der Juno ihre Schminkbüchse. Die Römer erfanden abenteuerliche Methoden zur Verschönerung der Haut, und als S. benutzten sie Bleiweiß mit Krokodilmist, Erde von Chios, Zinnober, Mennige, Orseille, Blei, Antimon, Kohle von Rosenblättern, Dattelkernen etc. Triumphatoren schminkten sich mit Mennige. Belgier und Bretonen sollen die Lehrmeister der Römer im Schminken gewesen sein. Auch im Nibelungenlied wird geschminkt. In Deutschland kannte man im Mittelalter an 100 Schönheitsmittel. Eine neue Epoche des Schminkens entstand im 12. Jahrh. am Hofe von Florenz. Von dort kam das Schminken nach Frankreich. Unter Heinrich III. schminkten sich auch die Männer, und unter Ludwig XIV. soll man jährlich 2 Mill. Töpfchen S. verbraucht haben. Vgl. Altmann, Die Maske des Schauspielers (3. Aufl. von Menzel, Berl. 1896); Borée, Die Kunst des Schminkens (das. 1898); Buck, Bühnenköpfe und die Schminkkunst (120 Tafeln mit Text, Zür. 1903); Bolz und Baum, Die Kunst des Schminkens, herausgegeben vom Bunde der Barbiere etc.
2421 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schminke

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schminke , plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, ein dicklich flüssiger Körper zum Schminken, d. i. Streichen, o…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schminke

    Goethe-Wörterbuch

    Schminke a dünnschichtig im Gesicht aufgetragenes (weiß od rot) färbendes kosmetisches Mittel α als Schönheitsmittel zur…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schminke

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schminke , künstliche Farbe für das menschliche Gesicht, roth oder weiß, entweder mineralisch oder vegetabilisch, im ers…

  4. modern
    Dialekt
    Schminkef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schminke f. : ' Farbstoff enthaltende Creme für das Gesicht ', Schmink (šmiŋk) [Kus ZW-Bechhf RO-Lohnsf KL-Siegb PS-Burg…

  5. Sprichwörter
    Schminke

    Wander (Sprichwörter)

    Schminke 1. Das geht über Schminke, sagte der Narr, als er eine Ohrfeige bekam. Holl. : Dat staat mij heel schoon, zei d…

  6. Spezial
    Schminke

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schmin|ke f. (-,-n) sminca (-ches) f. , belët (-ëc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schminke

4 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von schminke

schminken + -e

schminke leitet sich vom Lemma schminken ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von schminke 2 Komponenten

sch+minke

schminke setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schminke‑ als Erstglied (1 von 1)

Schminke, F. C

DWBQVZ

Schminke, F. C. s. Gerstenberg(er), Wigand verbesserungen.

schminke als Zweitglied (2 von 2)

Ableitungen von schminke (1 von 1)

geschminke

DWB

geschminke , n. das schminken, bildlich die heuchelei: der arme gemeine mann dencket nicht, was sonst vor geschmincks und falschheit dahinde…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schminke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schminke/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „schminke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schminke/meyers. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schminke". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schminke/meyers.
BibTeX
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