schmiegen rd 40 Archivbelege, überwiegend in literar Werken; mehrheitlich refl gebraucht (dabei subst Inf u PartPräs auch ohne ReflPron), gelegentl trans a
sich/etw aus einem Bedürfnis nach Wärme, Geborgenheit, Schutz oä bzw zum Ausdruck von Zärtlichkeit od Zuneigung eng an jdn/etw drücken, lehnen, auch: sich an jdn/jds Körper kuscheln; vereinzelt PartPrät; auch im Bild das Kind schmiegte sich an den Vater und sah freundlich zu mir herüber GWB33,314,8 BelagergMainz [
Gretchen zu Faust:] Mich an deine Seite zu
s.|Das war ein süßes, ein holdes Glück! GWB14,234 Faust I 4530 [
Homunculus, mBez auf Leda u Zeus in Fausts Traum:] Die Königin..sieht, mit stolzem weiblichem Vergnügen,|Der Schwäne Fürsten ihrem Knie sich
s.,|Zudringlich-zahm GWB15
1,105 Faust II 6916 O glücklich, wer in den Tagen|Dieser Flucht und Verwirrung in seinem Haus nur allein lebt,|Wem nicht Frau und Kinder zur Seite bange sich
s.! GWB50,201 HermDor II 85 So recht! In des Mannes Arme|Flüchte sich das bange Weib,|Daß ihr sanft geschmiegter Leib|An der starken Brust erwarme GWB13
1,137 NachspIffland,Hagestolzen 19 [Peucer/G] [
Tasso, mBez auf Leonore Sanvitale:] Ich war begünstigt, und sie schmiegte sich|So zart - an den Beglückten. Nun ich falle,|Sie wendet mir den Rücken wie das Glück GWB10,206 Tasso 2505 GWBTrunz/Loos 182 Sammlg antiker geschnSteine 1807 [Meyer/G] GWB50,141 ReinF X 174
uö bildh; auch PartPräs Und gerade mag der Sturm deßhalb so fürchterlich wüthen, weil er sich an die Oberfläche des Meeres und der Erde schmiegt GWBN12,87,13 Witterungslehre 1825 [
Leonore Sanvitale zur Prinzessin:] Dich blendet nicht der Schein des Augenblicks,|Der Witz besticht dich nicht, die Schmeichelei|Schmiegt sich vergebens künstlich an dein Ohr GWB10,109 Tasso 91 GWB4,249 Hast den Anker 3
uö(selten) b
sich der Körperform anpassen, eng anliegen; einmal Bed a evozierend Die..Rüstung schmiegt sich leicht an seinen [
Achills] Körper GWB41
1,313,19 Ilias Ausz 19 Dir darf dieß Blatt ein Kettchen bringen,|Das, ganz zur Biegsamkeit gewöhnt,|Sich mit viel hundert kleinen Schlingen|Um deinen Hals zu
s. sehnt GWB1,75 Mit einem goldnenHalskettchen 4
uö(selten) c
iSv der Schlagformung des Hammers folgen; im vergleichenden Bild Diesem Amboß vergleich' ich das Land, den Hammer dem Herrscher,|Und dem Volke das Blech, das in der Mitte sich schmiegt [ sich krümmt GWB1,310 Vs 80] GWB1,445 VenEpigr 14 Var d
sich geschmeidig (um etw) winden Wie er [
Humanus] als Kind die Otter überwand,|Die er um seiner Schwester Arm sich
s.,|Um die entschlafne fest gewunden fand GWB16,177 Geheimnisse 163 [
Epimetheus, mBez auf Pandoras Haar:] In Flechten glänzend schmiegte sich der Wunderwuchs,|Der, freigegeben, schlangengleich die Ferse schlug GWB50,326 Pand 611 e
sich/etw in etw Eng(umhüllend)es schieben, hineinzwängen; einmal PartPräs [
betr den Kranich u das ihm vorgesetzte langhalsige Glasgefäß mit Fischen] Wenn der Vogel, ganz bedächtig,|Sich auf einem Fuße wiegte,|Hals und Schnabel, zart und schmächtig,|Zierlich nach den Fischlein schmiegte GWB3,178 Parabol 8 Vs 20 nur mich die Eine riefen sie zu stillem Dienste.|Hochgeehrt stand ich zur Seite, doch, wie es Vertrauten ziemet,|Schaut' ich um nach etwas andrem. Wendete mich hier- und dorthin..|Schalkisch wie der jüngste Faun S-d mich ins Labyrinthe GWB15
2,120 Faust II 9593 Var f
bildh-übertr α
‘sich nach etw s.’ iSv sich an etw anlehnen, nach etw richten, orientieren [
betr GFSchmidts Kupferstich mit der Zarin Elisabeth] Die Klarheit und Unbegreiflichkeit des Stichs, der sich nach den gränzenlosen materiellen Gegenständen zu
s. und nach den Eigenschaften der unzählbaren Oberflächen zu bewegen und zu richten weiß, leuchtet im vollsten Glanze GWBB49,117,17 Zelter 20.10.31 β
iSv sich jdm bzw einem bestimmten Umstand unterordnen, unterwerfen, sich in einen Zustand hineinzwängen lassen [
Gottfried zu Adalbert:] Seyd ihr nicht so edel gebohren als ich, so unabhängig, niemand als dem Kayser untertahn? Und ihr schmiegt euch unter Vasallen GWB39,29,23 Götz
1 I Er [
SMilutinowić Sarajlija] focht..für die Freiheit seines Vaterlandes, wanderte, als dieses dem türkischen Joche sich wieder
s. mußte, nach Bessarabien GWB41
2,285,12 SerbLit [G/Gerhard] [
betr CFSSeckendorffs ‘Robert u Kallisto’] Die Probe ging so ziemlich, Knebel ist am unwilligsten sich ins dramatische Joch zu
s. GWBB4,218,19 ChStein 11.5.80 Eine Künstlerin [
Tänzerin] ..mußte sich bei ihrem Leben in alle Formen zu
s., alle Rollen auszuführen wissen GWB48,146,23 TänzerinGrab GWB1,312 Vs 101 VenEpigr 20
uö(selten) iSv sich einer Prozedur unterziehen [
Pumper:] geduldig|Dem Ritterschlag mich
s.|[
Baron?:] Dies leidest du von uns und keinem andern|Und darfst als Ritter nun durch alle reihen wandern GWB12,407 UnglHausgenossen Plp γ
iSv sich bücken; überwiegend als Ausdruck von Untertänigkeit, Unterwürfigkeit bzw kriecherischem Sichanpassen od Unterordnung, Sichzurücknehmen; einmal subst Inf; auch im Bild [
Haman:] Da mir ein ganzes Reich gebückt zu Füßen liegt,|Wenn sich ein einziger nicht in dem Staube schmiegt.|Was hilft's auf so viel Herrn und Fürsten wegzugehen,|Wenn es ein Jude wagt, mir in's Gesicht zu sehen? GWB16,20 JahrmPlund
2 241 [
betr Rosenkranz u Güldenstern im ‘Hamlet’] Dieses leise Auftreten, dieses S. und Biegen, dieß Jasagen, Streicheln und Schmeicheln GWB22,165,15 Lj V 5 [
betr Schiller als Dichter] Nun glühte seine Wange roth und röther|..Von jenem Glauben, der sich stets erhöhter|Bald kühn hervordrängt, bald geduldig schmiegt,|Damit das Gute wirke, wachse, fromme GWB16,167 EpilSchillersGlocke 54 GWB16,114 Parab II 3 GWB38,494,1 Späne
→ GWB
an- GWB
auf- GWB
durch- GWB
ein- GWB
heran- GWB
herauf- GWB
herum- GWB
hinan- GWB
hinein- GWB
ineinander- GWB
ver- GWB
vorbei- GWB
*anschmiegsam Syn zu a
GWB
andrängen GWB
anschmiegen GWB
drücken zu d
GWB
winden(sich w.) Renata KwaśniakR.K.