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Schleich

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
7 in 5 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schleich

Bd. 17, Sp. 837
Schleich, 1) Eduard, Maler, geb. 12. Okt. 1812 in Harbach bei Landshut, gest. 8. Jan. 1874 in München, kam 1823 nach München, wo er die Kunstakademie besuchen wollte, aber als talentlos zurückgewiesen ward. Nun begann er ohne Anleitung Landschaften zu malen, wobei ihm Etzdorf, Morgenstern und Rottmann Vorbilder waren. Dann bildete er sich nach den niederländischen Meistern, die einen entscheidenden Einfluß auf die Ausbildung seines auf poetische Stimmung ausgehenden malerischen Stiles gewannen. Reisen durch Deutschland, Frankreich, Italien und Holland erweiterten seinen Gesichtskreis. In seinen ersten Bildern behandelte er Motive aus den bayrischen Bergen. Später entnahm er sie ausschließlich der Ebene und stellte sich die Aufgabe, das unendlich wechselnde Spiel des von atmosphärischen Vorgängen über die Landschaft ausgegossenen Lichtes darzustellen und das landschaftliche Motiv als Träger von Licht- und Farbenmassen zu behandeln. Dabei genügten ihm die einfachsten Vorwürfe. S. war Professor und Mitglied der Akademien in München, Wien und Stockholm. Eine Anzahl seiner Landschaften, die meist einen elegischen oder melancholischen Charakter haben, besitzt die Neue Pinakothek in München. Auf die Richtung der neuern Münchener Landschaftsmaler hat er einen bestimmenden Einfluß geübt. Seine Hauptwerke sind: Mondnacht in der Normandie (1858), Isaraue bei München (1860), Nebelmorgen am Starnberger See (1860) u. Herrenchiemsee (1871). 2) Martin, humoristischer und dramatischer Schriftsteller, geb. 12. Febr. 1827 in München, gest. daselbst 13. Okt. 1881, studierte Philologie in seiner Vaterstadt, widmete sich aber bald ganz der publizistischen Tätigkeit und gründete 1848 den »Münchener Punsch«, ein humoristisches Blatt, das er bis 1871 herausgab und 1875 von neuem ins Leben rief, aber nach einem Jahrgang wieder eingehen lassen mußte. Als Politiker gehörte er zu den entschiedensten Vorkämpfern des bayrischen Partikularismus, stimmte aber beim Ausbruch des Krieges 1870 für den Anschluß Bayerns an Preußen. Mit dem anonymen »Büchlein von der Unfehlbarkeit« (Münch. 1872) trat er auf die Seite der Altkatholiken und gründete in der Kammer, der er 1869–75 angehörte, die Gemäßigte Partei. Unter seinen »Lustspielen und Volksstücken« (Münch. 1862, 2 Bde.; 2. Aufl. 1874; neue Sammlung, das. 1874) gehören das altertümliche Charakterbild »Bürger und Junker«, »Der Bürgermeister von Füssen«, »Die Haushälterin« und »Ansässig« (worin das ehemalige Zunftwesen ergötzlich dargestellt wird) zu den besten. Außerdem veröffentlichte er: »Renaissance. Ausgewählte Dichtungen von Jakob Balde« (mit Joh. Schrott übertragen, Münch. 1870) und die humoristischen Reisestudien »Italische April tage. Erinnerungen aus einer konfessionslosen Romfahrt« (das. 1880). Aus seinem Nachlaß veröffentlichte M. G. Conrad den humoristischen Roman »Der Einsiedler« (Jude von Cäsarea, Münch. 1886). 3) Karl, Mediziner, geb. 19. Juli 1859 in Stettin, studierte in Zürich, Greifswald und Berlin, war Assistent bei Virchow, Helferich, Senator und Olshausen, errichtete 1889 in Berlin eine chirurgische Klinik und Poliklinik und wurde 1899 zum Professor ernannt. 1900 war er Leiter der chirurgischen Abteilung des Kreiskrankenhauses in Großlichterfelde. S. entdeckte die Infiltrationsanästhesie und tat sich auch auf dem Gebiete der Wundheilung mit weitgreifenden Reformen hervor. Er erfand das Glutol und andre Heilmittel und die atoxische Wundbehandlung mit Chloroform und Alkohol. Bemerkenswert sind seine mehr philosophischen Studien und Beiträge zur Mechanik seelischer Vorgänge. Er schrieb: »Schmerzlose Operationen. Örtliche Betäubung mit indifferenten Flüssigkeiten. Psychophysik des natürlichen und künstlichen Schlafes« (Berl. 1894, 5. Aufl. 1906); »Neue Methoden der Wundheilung« (2. Aufl., das. 1900); »Die Selbstnarkose der Verwundeten« (das. 1906).
3853 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schleichm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    schleich , m. schlamm, landschaftlich, so in Aschaffenburg. Schm. 2 2, 497. vergl. schlich, schlick in ähnlicher bedeutu…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schleich

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schleich , 1) Eduard , Maler, geb. 12. Okt. 1812 in Harbach bei Landshut, gest. 8. Jan. 1874 in München, kam 1823 nach M…

  3. modern
    Dialekt
    Schleichm.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schleich m. (f., n.): 1. a. 'vom Wasser angeschwemmter feiner Sand oder dünner Schlick, der sich in Wasserläufen, Gräben…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schleich

106 Bildungen · 91 Erstglied · 6 Zweitglied · 9 Ableitungen

Zerlegung von schleich 2 Komponenten

sch+leich

schleich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schleich‑ als Erstglied (30 von 91)

Schleich I

Idiotikon

Schleich I Band 9, Spalte 8 Schleich I 9,8

Schleichauto

PfWB

schleich·auto

Schleich-auto n. : 'Kinderschreck', in dem Warnruf 's Schleichaudo kommt (nemmt dich met) [ KU-Wahnwg HB-Lu'thal ]; vgl. Holauto ; Syn. s. N…

schleichbords

RhWB

schleich-bords -ēkb(r)ts Heinsb-Kempen Adv.: bis zum Rande knapp gefüllt.

Schleichbrett

PfWB

schleich·brett

Schleich-brett n. : 'Pflugstab zum Reinigen des Streichbrettes an der rechten Seite des unteren Pflugbalkens', -bräät [ IB-Ensh ]. Rhein. VI…

schleichbrief

DWB

schleich·brief

schleichbrief , m. tauschbrief, urkunde über einen erfolgten tausch, besonders zweier leibeigenen. Adelung ; literae manumissoriae sive supe…

Schleichbrāten

Idiotikon

Schleichbrāten Band 5, Spalte 876 Schleichbrāten 5,876

schleichdruck

DWB

schleich·druck

schleichdruck , m. heimlicher, verbotener nachdruck, von Lichtenberg gebildet. vgl. schleichen I, 2 , c: mich dünkt, wenn es (nachdruck und …

schleichdrucker

DWB

schleich·drucker

schleichdrucker , m. der heimlich, ohne erlaubnis bücher nachdruckt, von Lichtenberg gebildet. vgl. das vorige.

schleichdruckerei

DWB

schleich·druckerei

schleichdruckerei , f. verfahren eines schleichdruckers, wie dieses von Lichtenberg gebildet. vgl. schleichdruck : und dann weisz ich auch n…

schleichen

DWB

schlei·chen

schleichen , verb. repere, serpere, starkes verbum, schleiche, schlich, geschlichen. Schottel 594 , mhd. slîchen, sleich, slichen, geslichen…

Schleichenäse

RhWB

Schleichen-äse -īksEzə Lennep-Radevormwald in der Wend.: De es in Schl. (am letzten Ende des Wurmes) er ist bankerott.

schleichend

DRW

schleich·end

schleichend, adv. unberechtigt, ohne amtliche Zulassung wer sich doch vnderstanden wirt haben, wider diß ... decret das ampt eines aduocaten…

Schleichenfänger

RhWB

schleichen·faenger

Schleichen-fänger -īkə- Berg n. Benr .-L., Ess ; -ikə- Düss-Stdt , Kref , Jül ; -echə- Gummb-Nümbrecht m.: verächtl. Schlauberger, hinterlis…

schleichen III

RhWB

schleichen III das Wort, auf slîchen zurückgehend, ist allg., u. zwar Rhfrk -aiχ-, –ęi- [ Birkf-Idar -ē- ], Part. gəšliχ, –e- ; Mosfrk -ęiχ-…

Schleichenscheffel

DRW

schleichen·scheffel

Schleichenscheffel, n. ein Hohlmaß für Getreide kuster ... hat von iderm haußwirt ... 4 brott, ein schleichenscheffel rogken 1600 PrignitzVi…

schleich als Zweitglied (6 von 6)

Blinde(n)schleich

Idiotikon

Blinde(n)schleich Band 9, Spalte 8 Blinde(n)schleich 9,8

froschleich

DWB

frosch·leich

froschleich , m. auch n. sperma, ova ranae, wie fischleich, krötenleich: welches ein anzeigung gibt heutiger unvolkommenheit, das die leut w…

Fröschleich

Idiotikon

Fröschleich Band 3, Spalte 1010 Fröschleich 3,1010

G(e)schleich

Idiotikon

G(e)schleich Band 9, Spalte 517 G(e)schleich 9,517

Ableitungen von schleich (9 von 9)

beschleichen

DWB

beschleichen , obrepere alicui, gilt von allem was heimlich, plötzlich, unvermerkt naht, vgl. anschleichen . 1 1) der teufel, der tod beschl…

entschleichen

DWB

entschleichen , clam elabi, heimlich entweichen: ein schlauer vogel kan des stellers leim entschleichen. Opitz 2, 236 ; ich entschleiche vie…

erschleichen

DWB

erschleichen , 1 1) tr. rependo assequi, opprimere, mhd. erslîchen: sô die jugent erslîcht dër tôt. Haupt 1, 523 ; daʒ Troie von zwein grôʒe…

erschleichung

DWB

erschleichung , f. nach allen bedeutungen des verbums. der fehler der erschleichung, vitium subreptionis; eine von Fichte eingeführte und se…

geschleiche

DWB

geschleiche , n. das schleichen Stieler 1833 .

schleiche

DWB

schleiche , m. f. der, die schleicht. ahd. erscheint slîhho in inslîhho und blintslîhho, slîch in blintslîch, slihha in blintslîhha, sleihho…

verschleichen

DWB

verschleichen , verb. langsam, leise weggehen, fortgehen. das zeitwort, weder mhd. noch mnd. nachgewiesen, findet sich bei Otfrid : nu heiʒ …

verschleichung

DWB

verschleichung , f. heimliches umgehen: in heimlicher verschleichung und vermaskerirung. Simpl. (1701) 1, 4, 4, 363.

zerschleichen

DWB

zerschleichen , verb. , zu schleichen ( th. 9, 561), unvermerkt auseinandergehn, zergehn, zerfallen, ahd. zislîhhan, mhd. zerslîchen: ein kr…