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Schläfe

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
6 in 6 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Schläfe

Schläfe

schlafen Vb. ‘sich in einem (physiologisch bedingten) Ruhezustand befinden, in dem die Wahrnehmung der Umwelt stark herabgesetzt, nahezu ausgeschaltet ist’. Das starke, ursprünglich reduplizierende Verb ahd. slāfan (um 800), mhd. slāfen, asächs. slāpan, mnd. mnl. slāpen, nl. slapen, afries. slēpa, aengl. slǣpan, engl. to sleep, got. slēpan (germ. *slēpan) gehört zu einer im Germ. reich entwickelten Wortgruppe. Sie schließt sich an die unter Lappen (s. d.) genannte Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ an, die hier, wie auch in 1schlapp, schlaff (s. d.), mit anlautendem s- auftritt. Dazu stellen sich lat. lābī ‘hin-, herabgleiten, sinken’ (s. labil, Lapsus, kollabieren), lat. labor ‘Mühe, Anstrengung, Arbeit’ (s. laborieren) und mit anlautendem s- lit. slõbti ‘schwach werden’, aslaw. slabъ, russ. slábyj (слабый) ‘schwach’. schlafen ist ursprünglich ‘schlaff sein’. – Schlaf m. ‘Zustand des Schlafens’, ahd. (8. Jh.), mhd. slāf, asächs. mnd. slāp, mnl. slaep, nl. slaap, afries. slēp, aengl. slēp, slǣp, engl. sleep, got. slēps (germ. *slēpa-). Demgegenüber sind anord. svefn, schwed. sömn, dän. søvn, aengl. swefn (germ. *swefna-) ebenso wie die Bezeichnungen des Schlafes in anderen ie. Sprachen aind. svápnaḥ, griech. hýpnos (ὕπνος) (s. hypnotisch), lat. somnus (s. somnambul), aslaw. sъnъ, russ. son (сон) Fortsetzungen eines alten r/n-Stammes zur Wurzelerweiterung ie. *su̯ep-, *sup- ‘schlafen’, zu der ebenso mhd. swep (Genitiv swebes) ‘Schlaf, Schlummer’, aengl. swefan, anord. sofa, schwed. sova, dän. sove ‘schlafen’ gehören. Spätmhd. slāf wird auch Bezeichnung für ‘Schläfe’. Vielleicht als ‘Stirnseite, auf der der Schlafende ruht’? Vgl. mnd. slāp, mnl. slaep, nl. slaap ‘Schlaf, Schläfe’. Der in dieser Bedeutung auftretende Plural wird im 18. Jh. zum Singular Schläfe f. beschlafen Vb. ‘mit einer Frau schlafen’, mhd. beslāfen, auch ‘schwängern’; ‘eine Nacht Bedenkzeit verstreichen lassen, ehe ein Beschluß gefaßt wird’ (16. Jh.). entschlafen Vb. ‘sterben’, ahd. intslāfan (9. Jh.), mhd. entslāfen ‘einschlafen, sterben’. schläfern Vb. ‘müde, schläfrig sein’, mhd. slāfern ‘schläfrig werden, einschlafen’; heute selten und meist unpersönlich es schläfert mich; dazu einschläfern Vb. ‘müde, schläfrig machen, in Schlaf versetzen’ (17. Jh.), heute besonders ‘(Tiere) durch Medikamente schmerzlos töten’, auch ‘narkotisieren, betäuben’; älter einschläfen, zu mhd. slæfen ‘schläfrig machen’. schläf(e)rig Adj. ‘müde’, auch ‘träge’ (16. Jh.), ahd. slāf(e)rag (9. Jh.), mhd. slāferic, slæferic. zweischläfrig Adj. ‘für zwei Schläfer passend’ (18. Jh.). Beischlaf m. ‘das Miteinanderschlafen’ (15. Jh.); dafür ahd. mitislāf (um 1000). Schlafmütze f. ‘Mütze, die im Bett aufgesetzt wird’ (17. Jh.), ‘langsamer, träger Mensch’ (18. Jh.). Schlafrock m. ‘bequemer, zum Schlafengehen und im Haus zu tragender Mantel, Morgenrock’, mhd. slāfroc (14. Jh.); nicht aus Schlaufrock (‘zum Hineinschlüpfen’) herzuleiten (s. Schlaufe).
2961 Zeichen · 122 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schläfe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schläfe , S. 1 Schlaf.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schläfe

    Goethe-Wörterbuch

    Schläfe s 2 Schlaf Claudia Ristau C.R.

  3. Spezial
    Schläfe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schlä|fe f. (-,-n) ‹anat› tëmpla (-les) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlaefe

30 Bildungen · 29 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

schlaefe‑ als Erstglied (29 von 29)

Schläfebein

GWB

schlaefe·bein

Schläfebein 1 differenziert strukturierter Hirnschädelknochen im seitlich hinteren Schädelbereich, Schläfenbein, Os temporale LA II 9A,167,3…

Schläfe II

RhWB

Schläfe II -Efə, Pl. -fən Siegld f.: veralt. Ruheplatz für das Vieh im Hauberge, noch in FlN.

Schläfeknochen

GWB

schlaefe·knochen

Schläfeknochen nur abgekürzt ‘Schläfekn.’ osteol: differenziert strukturierter Hirnschädelknochen im seitlich hinteren Schädelbereich, Schlä…

schläfelhäuser

DWB

schläfelhäuser , m. eine bezeichnung des zitterrochen, raja torpedo, bei Fischart übersetzung von Bodin, de magorum daemonomania (1591) vorr…

schläfeln

DWB

schlaef·eln

schläfeln , verb. , demin. zu schlafen. schläfflen, ein schläffle thuon, addormiscere. Maaler 355 a , mundartlich erhalten, so im kärnt., wo…

Schläfenmuskelnerve

Campe

schlaefen·muskelnerve

Der Schläfenmuskelnerve , — n, Mz. — n , in der Zerglk., der Name solcher Nerven, welche zum Schläfenmuskel gehen. Der äußere tiefe Schläfen…

Schläfenringe

Meyers

schlaefen·ringe

Schläfenringe , offene, meist silberne oder bronzene Ringelchen mit S-förmiger Öse an einem Ende, wurden mit einem Reinen od. dgl., immer me…

schläferin

DWB

schlaef·erin

schläferin , f. zu schläfer Stieler 1804 . Adelung, mhd. slæferinne in bîslæferinne Lexer mhd. handwb. 2, 953 . im sinne von schläfer 1: an …

schläferlich

DWB

schlaef·erlich

schläferlich , adj. schläfrig, dem schlafe ähnlich: es musz nicht eyn fauler und schlefferlicher glawb, und nur eyn trawm seyn. Luther 12, 2…

schläfern

DWB

schlaef·ern

schläfern , verb. schläfrig sein Adelung. Frisch 2, 186 c . Steinbach 2, 424 . der umlaut hat, wie ältere formen zeigen, keine historische b…

schläferpaar

DWB

schlaefer·paar

schläferpaar , n. : ich wünschte flügel unserm zauderschritt, doch wag' ich's nicht, das schläferpaar zu wecken. Grillparzer (1887) 7, 94 .

schläferung

DWB

schlaefe·rung

schläferung , f. das schläfern. Campe. nach schläfern, schläfrig sein, dormitare: slofferunge, schlefferunge, sopor Dief. 542 b , slafferung…

Ableitungen von schlaefe (1 von 1)

geschläfe

DWB

geschläfe , n. bettstelle: vierzehn neue militärgeschläfe. Danziger intelligenzblatt 1862 nr. 59.