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Schiffbruch

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Schiffbruch

Schiffbruch

Schiff n. ‘Wasserfahrzeug’, ahd. skif, skef ‘Wasserfahrzeug, Faß, Gefäß’ (8. Jh.), mhd. schif, schef, asächs. skip, mnd. schip, schep, mnl. scip, scep, nl. schip, afries. skip, aengl. scip, engl. ship, anord. skip, schwed. skepp, got. skip ist eine gemeingerm. schwundstufige Bildung (*skipa-), vielleicht zur Labialerweiterung ie. *skē̌ib- (s. Schicht) der Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’ (s. scheiden), so daß von einer Bedeutung ‘ausgeschnittener, ausgehöhlter Baumstamm’ auszugehen ist. Im Sinne von ‘Kirchenlanghaus’ (seit etwa 1500) folgt Schiff dem Gebrauch von mlat. navis (eigentlich ‘Schiff’), das diese übertragene Verwendung vielleicht aus einer Vermischung von griech. naós (ναός) ‘Tempel’ und griech. ná͞us (ναῦς) ‘Schiff’ bezogen hat. – 1schiffen Vb. ‘zu Schiff reisen, mit dem Schiff befördern’, mhd. schiffen ‘sich einschiffen, zu Schiff fahren, befördern’, aengl. scipian, engl. to ship, mnd. schēpen, anord. *skipa ‘ein Schiff ausrüsten, fortbewegen’, vgl. skipa upp ‘ausladen, löschen’, heute vornehmlich in den Präfixbildungen sich einschiffen, etw. verschiffen, umschiffen. 2schiffen Vb. ‘Wasser lassen, harnen’ (18. Jh.), aus der Studentensprache, zu Schiff ‘Nachtgeschirr’; vgl. ahd. skif, nhd. (mundartlich) Schiff ‘Gefäß’ (s. oben). Schiffer m. ‘Schiffsführer, Schiffseigner’ (15. Jh.), entsprechend mnd. schipper und schiphere ‘Schiffsherr’; daraus auch in der Literatursprache Schipper m. ‘Kapitän’ (19. Jh.) sowie abgeleitetes schippern Vb. ‘mit dem Schiff fahren’ (19. Jh.). Schiffbruch m. ‘Untergang eines beschädigten oder gescheiterten Schiffes, Havarie’, mhd. schifbruch; vgl. mnd. schipbrȫke. Schiffahrt f. ‘Seereise, Schiffsverkehr, Verkehr zu Wasser’, ahd. skeffart (9. Jh.), mhd. schifvart (auch ‘Schiffsladung’), mnd. schipvārt. schiffreich Adj. ‘schiffbar’, mhd. schifrech, -rich, -ræch, -ræhe, mit t-Erweiterung mhd. schifrecht, -ræt(e), -rætic. Eine etymologische Zuordnung des Grundworts stößt infolge des im Mhd. teils Kürze, teils Länge aufweisenden Vokals auf Schwierigkeiten. Geht man von ursprünglicher Kürze und sekundärer Längung aus, so ist am ehesten eine Zusammensetzung mit mhd. (ge)rech(t) ‘geordnet, in rechtem Zustand’ anzunehmen, zu recht (s. d.); daher mhd. schifreches wazzer ‘für Schiffe geeignetes Gewässer’. Oder ist das Grundwort eine Bildung zu germ. *wrekan im Sinne von ‘treiben’ (s. rächen), also ‘Gewässer, das Schiffe treiben kann’? Schon früh wird im Hinblick auf reich (s. d.) mhd. -i- zu -ī- gelängt und der Wortsinn umgedeutet zu schiffreich ‘von vielen Schiffen befahren’.
2565 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schíffbrúch

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Schíffbrúch , des -es, plur. die -brǘche, der Unfall eines Schiffes, da dasselbe an Klippen, auf Sandbänken u. s. f.…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schiffbruch

    Goethe-Wörterbuch

    Schiffbruch nicht willentlich herbeigeführte Zerstörung eines Schiffes, als Untergang auf stürmischer See od als Zersche…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schiffbruch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schiffbruch , der Verlust eines Schiffes, herbeigeführt durch Scheitern oder Strandung . Ursachen des Schiffbruchs sind:…

  4. Sprichwörter
    Schiffbruch

    Wander (Sprichwörter)

    Schiffbruch 1. Besser den Schiffbruch von der Küste schauen als auf einer Planke. Holl. : Het is beter, van een duin de …

  5. Spezial
    Schiffbruch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schiff|bruch m. (-[e]s, ...brüche) 1 naufraje (-ji) m. 2 ‹fig› naufraje (-ji) m. , falimënt (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schiffbruch

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schiffbruch 2 Komponenten

schiff+bruch

schiffbruch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schiffbruch‑ als Erstglied (6 von 6)

schiffbruchbret

DWB

schiffbruch·bret

schiffbruchbret , n. bret, auf dem man sich aus dem schiffbruch rettet: der philosoph hält sein schreibpult für das schiffbruchbrett, worauf…

schiffbrucherlittner

DWB

schiffbrucherlittner , m. einer, den schiffbruch betroffen hat: ungerächet, o Pausback, soll dein frevel nicht hingehn, dasz du vom rücken m…

schiffbruchsnot

DWB

schiffbruch·snot

schiffbruchsnot , f. : noch glücklich, aus der schiffbruchsnoth das leben wenigstens auf einem bret zu retten. Wieland 23, 81 ( Oberon 8, 17…

Schiffbruchsnoth

Campe

schiffbruch·s·noth

○ Die Schiffbruchsnoth , Mz. — nöthe , die Noth des Schiffbruches, oder der Schiffbruch als eine große Noth. Noch glücklich, aus der Schiffb…

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APA
Cotta, M. (2026). „schiffbruch". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schiffbruch/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „schiffbruch". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schiffbruch/pfeifer_etym. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schiffbruch". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schiffbruch/pfeifer_etym.
BibTeX
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