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Sachse

mhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Sachse

Bd. 3, Sp. 1693
Sachse 1. Der Sacks hat de Jude bedruegen. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 117b. Wol ironisch wie: das Huhn hat den Fuchs gebissen (s. Kantor 2), und mag sich auf eine Anekdote oder ein Märchen beziehen. 2. Die Sachsen dulden kein Zeugniss. – Graf, 467, 574. Der Sachse gesteht und zahlt, oder leugnet und schwört, aber er widerstrebt dem Zeugenbeweise. In Hamburg: Dat de sassen nenen tugh dulden. (Lappenberg, 277, 190.) 3. Ein Sachs, der nicht Bier mit säufet, ein Hess, der nicht gern Beuten läufet; ein Böhme ohne Gepsphe karva matir, ein Schlesier, der nicht trenk Weizenbier; elsässer Bauern ohne Zwilch, ein Schweizer, der nicht gern isst Milch; Holländer, die keine Butter essen, Fläming, die Eierspeiss vergessen; ein Friess, der grünen Käs verschmäht, ein Dänemärker ohne Gammelmät; ein Baier, der nie ass ein Mus, Schwaben, die nicht lieben die Nuss; Westphäling, die vom Speck nichts halten, söster Bauern, die ihr Röck nicht falten; ein Thüring, der kein Weiskraut kennt, ohn Wurf und Spitzbanden ein Wend; ein Meisner, der kein Kranz gern trägt, ein Frank, der nicht gern Kanten fegt; ein junges Kind ohne Raud und Grinden, ein Arzt, der kein Ausweg kann finden; schneeweisser Mohr und schwarze Zähn auf Erden man wird nicht bald sehn. Diese Schilderung ist aus dem Jahre 1640. (Witzfunken, IVa, 706.) 4. Ein Sachs viel auf Schinken hält, dem Düringer sin hering gefelt. Lat.: Halec assatum Thuringis est bene gratum, de solo capite faciunt sibi fercula quinque. (Loci comm., 16 u. 80.) 5. Et wôr nôch nich e Sachs e Bädler. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 1106. Schuster bemerkt: Dies Sprichwort ist fast buchstäblich wahr. Betteln, zum Theil auch Saufen, gilt überhaupt den Sachsen Siebenbürgens für Schande. 6. Jeder Sachse lässt den andern zu seinem Eide, wo der Beweis nicht allzu gut ist. – Graf, 468, 575. Mhd.: Eyn izlicher Sachse der list den andern zu sinem eyde, wo die bewysunge nicht allzu gut ist. (Daniels, Weichbildglossen, 423, 26.) 7. Sachs, Bayer, Schwab vnd Franck, die lieben all den Tranck. – Petri, II, 516; Henisch, 224, 27; Berckenmeyer, 299; Sailer, 133; Simrock, 10498; Hesekiel, 11. Was ungefähr soviel sagen will, als: Die Deutschen trinken alle gern. 8. Unter den Sachsen lass den Bauch dir wachsen. (S. König 137.) Poln.: Za króla Sasa jedz, pij i popuszczaj pasa. (Wurzbach I, 91, 28.) 9. Was fragen die Sachsen danach, wenn die Niederländer kein Brot haben! 10. Was fragen die Sachsen darnach, dass die Rheinländer sterben. – Lehmann, 721, 6. 11. Wir Sachsen schlagen den bösen Aeltern nach. – Graf, 58, 214. Das Freiheitsverhältniss der Kinder ward an verschiedenen Orten verschieden bestimmt; in Sachsen im allgemeinen nach dem unfreien Gliede der Aeltern. (S. Eigenschaft 4, Geburt 6, Hand 47 und Kind 63, 66, 67 u. 224.) 12. Halt, Sachse, die Preussen kommen. – Klix, 80. 13. Mir zu, wie einem Sachsen. – Waldis, IV, 19. Es wird aber auch der alten Sachsen Aufrichtigkeit gerühmt, wie folgender lateinischer Spruch beweiset: In Saxonia plus valet promittere, quam alibi jurare. (Berckenmeyer, 298.)
3075 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    Sachse

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    sachs , Sachse s. sahs, s. Sahse.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SachseDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Sachse , N. D. Sasse, — n, Mz. — n , der Name eines Deutschen Volksstammes, welcher im nördlichen Deutschland, beson…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sachse

    Goethe-Wörterbuch

    Sachse meist identifizierend; hier nicht gebucht pl für Angehörige eines germanischen Volksstamms; als literar Figuren i…

  4. modern
    Dialekt
    Sachse

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Sachse sags, –ks, Pl. -sə(n) m.: 1. wie nhd. einer aus Sachsen. — 2. übertr. a. persönl. α. Pl. herumziehende Musikanten…

  5. Sprichwörter
    Sachse

    Wander (Sprichwörter)

    Sachse 1. Der Sacks hat de Jude bedruegen. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Schuster, 117 b . Wol ironisch wie: das Huhn hat den…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sachse

43 Bildungen · 41 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

sachse‑ als Erstglied (30 von 41)

Sachsen-Altenburg

Meyers

sachsen·altenburg

Sachsen-Altenburg (hierzu Karte »Sächsische Herzogtümer« ), zum Deutschen Reiche gehöriges Herzogtum, zwischen 50°43´-51° 7 nördl. Br. und 1…

Sachsenbarg

MeckWB

sachsen·barg

Sachsenbarg m. Irrenanstalt bei Schwerin; scheltende Anrede: wenn ick di seih, denn denk ick ümmer, Sachsenbarg hett Urlaub Pa Wulfs ; he sp…

Sachsenberg

Meyers

sachsen·berg

Sachsenberg , 1) Stadt im Fürstentum Waldeck, Kreis des Eisenbergs, 350 m ü. M., hat 2 evang. Kirchen, Holzschneiderei, Ziegelbrennerei, Bie…

Sachsenburg

Meyers

sachsen·burg

Sachsenburg , 1) Dorf im preuß. Regbez. Merseburg, Kreis Eckartsberga, am Einfluß der Wipper in die Unstrut und an der Staatsbahnlinie Erfur…

Sachsenbuße

Meyers

sachsen·busse

Sachsenbuße ( Emenda saxonica ), die Entschädigung, die nach altem sächsischen Rechte derjenige zu fordern berechtigt war, der ungerechterwe…

Sachsenbuße

Herder

sachsen·buße

Sachsenbuße (emenda saxonica) . im altsächs. Rechte Entschädigung für ungerechte Gefangenhaltung, für je 24 St. 40 Groschen C.-M.

Sachsenchronik

Meyers

sachsen·chronik

Sachsenchronik ( Sächsische Weltchronik ), die erste prosaische Chronik in deutscher Sprache, erzählt die Weltgeschichte bis 1248 im Anschlu…

Sachsenfrist

DRW

sachsen·frist

Sachsenfrist, f. nach Sachsenrecht festgesetzte Frist (I 3) was er ... binnen der minderen sachsen-frist zu ... bezahlen schuldig 1644 Fried…

sachsenfürst

DWB

sachsen·fuerst

sachsenfürst , m. : diz ( Wittekind ) was dhe wurzele und daz ursprinc der Saxenvursten. deutsche chron. 2, 2, 464, 394 .

sachsengänger

DWB

sachsen·gaenger

sachsengänger , m. neuerer ausdruck für landarbeiter und -arbeiterinnen, die aus den östlichen gegenden Preuszens zur zeit der ernte nach de…

Sachsengängerei

Meyers

sachsen·gaengerei

Sachsengängerei , die alljährlich im Frühjahr erfolgende Wanderung meist unverehelichter, überwiegend weiblicher (etwa 60 Proz.) Arbeiter de…

Sachsen-Gotha

Meyers

sachsen·gotha

Sachsen-Gotha , ehemaliges Herzogtum der Ernestinischen Linie des Hauses Sachsen. Das Gebiet verblieb in der Wittenberger Kapitulation 1547 …

Sachsenhagen

Meyers

sachsen·hagen

Sachsenhagen , Stadt im preuß. Regbez. Kassel. Kreis Grafschaft Schaumburg, an der Aue, hat eine evang. Kirche, Synagoge, Schloßruine, Dampf…

Sachsen-Koburg-Gotha

Meyers

Sachsen-Koburg-Gotha (s. Karte »Sächsische Herzogtümer« bei S. 388), zum Deutschen Reiche gehörige, unter einem Herrscherhaus vereinigte Her…

sachsenland

DWB

sachsen·land

sachsenland , n. Saxonia, so schon altn. Saxaland und Saxland: mnd. dhes karte her ouch, als ich las, konnich Karl dher gute, mit ellenthaph…

Sachsenmäken

MeckWB

sachsen·maeken

Sachsenmäken n. Mädchen aus Sachsen; Angehörige von Arbeitskolonnen, die zur Schafschur aus Sachsen nach Mecklenburg kamen, vgl. Schap I 4 b…

Sachsen-Meiningen

Meyers

sachsen·meiningen

Sachsen-Meiningen (s. Karte »Sächsische Herzogtümer« bei S. 388), zum Deutschen Reiche gehörendes Herzogtum, zwischen 50°12´-51°9´ nördl. Br…

sachse als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von sachse (1 von 1)

Ursachse

DWB

Ursachse (ur- C 4 c) L. v. François Reckenburgerin 1, 84 .