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Rune

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
28 in 16 Wb.
Sprachstufen
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28

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Rune f.

Rune f.

Rune f. altes germanisches Schriftzeichen, ahd. rūna (8. Jh.), mhd. rūne ‘geheime Beratung, geheime Rede, Geheimnis, Geflüster’, asächs. rūna, aengl. rūn ‘Geheimnis, geheime Beratung, (zu deutendes Geheim-, Zauber)schriftzeichen, Schrift’, anord. rūn ‘Geheimnis, Zauber-, Schriftzeichen’, got. rūna ‘Geheimnis, Beschluß’ (germ. *rūnō). Dazu die Kollektivbildung ahd. girūni ‘Mysterium, religiöses Geheimnis’ (8. Jh.), asächs. girūni, aengl. (ge)rȳne ‘Geheimnis’, got. garūni ‘Beratschlagung’ sowie das unter raunen (s. d.) behandelte Verb. Die Herkunft ist ungewiß. Vergleichbar sind in jedem Fall air. rūn, kymr. rhin ‘Geheimnis’, so daß Entlehnung aus dem Kelt. vorliegen könnte. Geht man jedoch von alter Verwandtschaft der germ. und kelt. Formen aus und zieht ablautendes mhd. rienen ‘jammern, klagen, flehentlich bitten, beklagen, bejammern’, aengl. rēonian ‘klagen, murren, sich verschwören, planen’, norw. (mundartlich) rjona ‘schwatzen’ sowie außergerm. (trotz semantischer Bedenken) aind. ráuti, ruváti ‘brüllt, schreit’, griech. ōrȳ́esthai (ὠρύεσθαι) ‘heulen, heulend schreien, wehklagen’, lat. rūmor ‘dumpfes Geräusch, Ruf, Gerücht’, ravus ‘heiser’, aslaw. ruti, ŕuti, russ. revét’ (реветь) ‘brüllen’ heran, kann an eine Schallwurzel ie. *reu-, *rēu-, *rū̌- ‘brüllen, heisere Laute ausstoßen’ und (im Hinblick auf das Germ.) ‘brummen, murren, dumpfe Laute von sich geben’ angeknüpft werden. Ganz anders Morris (1985), der Rune als ‘(in Stein) Geritztes’ zur Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben’ stellen will. Das Substantiv mhd. rūne kommt bereits vor der Diphthongierung von ū zu au außer Gebrauch (mit Ausnahme des bis ins 19. Jh. fortlebenden schweiz. Raun, alem. Rūn ‘geheime Abstimmung, Stimmabgabe ins Ohr einer beeidigten Magistratsperson’). Im 17. Jh. wird Rune (mit altem Vokalismus) bei Beschäftigung mit der altnordischen Literatur in der gelehrten Sprache neu belebt, zunächst als Bezeichnung germanischer Sänger (Runen und Skalder, Schottel), dann der germanischen Schriftzeichen (Anfang 18. Jh.), neben Runbuchstabe.
2050 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rûneswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    rûne swm. ahd. rûno Graff 2,525, erhalten in

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    runeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    rune , F. Vw.: s. rūne (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rune

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Rune , plur. die -n, ein aus den nordischen, besonders der Schwedischen Sprache angenommenes Wort, diejenigen geradl…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rune

    Goethe-Wörterbuch

    Rune Schriftzeichen der Germanen; bes als Forschungsgegenstand Ein nordischer gelehrter Antiquarius, mit Namen Arendt, b…

  5. modern
    Dialekt
    Runem.

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Rune [rùnə Ersd. Rein. u. s.] m. dürrer Baumast. — els. 2, 262 Rane; baier. 2, 116 Ronen; kärntn. Roune, From. 6, 196; m…

  6. Spezial
    Runef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Rune , f руна , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rune

44 Bildungen · 40 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

rune‑ als Erstglied (30 von 40)

Runeberg

Meyers

rune·berg

Runeberg , 1) Johan Ludvig , der größte finnisch-schwedische Dichter, geb. 5. Febr. 1804 zu Jakobstad in Finnland, gest. 6. Mai 1877 in Borg…

runechere

AWB

runechere Gl 3,396,36 s. rûnezzâri.

rûneken

MNWB

rune·ken

*° rûneken, n. : heimliche Mitteilung , Gerücht, dat r. mit der valschen bōtschap (Krumbholtz Münst. Gewerbe 20).

rûnenaftêⁱken

MNWB

runen·afteiken

*° rûnenaftêⁱken , m. ( Pl. -aftê[i]ken ) : einem Schriftzeichen, einer Rune ähnl. Musterung , ên hêrinc mit vēlen r. gevangen (Hövel 71).

Runenantiquar

GWB

runen·antiquar

Runenantiquar Erforscher germanischer Schriftzeichen u Texte; Runenforscher wurde die Aufmerksamkeit auf Wilkina-Saga und sonstige nordische…

Rūnenbō¹k

WWB

runen·bok

Rūnen-bō¹k n. IdW.: Hī is in’t Rūnenbūk indrēgen ist Junggeselle geblieben ( Ahs We).

runenfels

DWB

runen·fels

runenfels , m. fels, in welchen runen geritzt sind; in der form runfels bei Arnkiel auszführl. eröffnung 3, 53 .

Rūnenfoªlen

WWB

Rūnen-foªlen n. kastriertes Pferd bis zu einem halben Jahr alt (Frbg.) ( Stf Bu).

Runen I

RhWB

Runen I -ū- = dürrer Ast s. Ronen bei ron III.

Runen II

RhWB

Runen II (vgl. ofries. runen oder rûnen ‘kastrieren’, u. in allg. Bed. ‘schneiden, beschneiden (Kanten u. Ränder), abschneiden, stutzen’) Rh…

Runenkranen

RhWB

runen·kranen

Runen-kranen rūənəkrā:nə Aach-Stdt ; im Reigenld.: R., wisse Schwane usf. (s. Krunenkranen); R. speəle.

runenmal

DWB

runen·mal

runenmal , n. , bildlich: wenn zuckend hellt der lampe strahl auf seiner stirn das runenmal. Droste-Hülshoff 372 .

runenmeister

DWB

runen·meister

runenmeister , m. : runer, run-meister, adelruner waren die schreiber ( der runen ). Frisch 2, 137 b ; drauf hat er noch mit gutem stift ges…

runenschrift

DWB

runen·schrift

runenschrift , f. im weiteren sinne wie buchstabenschrift; im engeren sinne soviel wie runeninschrift. bildlich: nie hat dein klares aug' in…

runenspruch

DWB

runen·spruch

runenspruch , m. : beschwörungslieder der edda, graue runensprüche. H. Heine b. d. lieder 162 neudr.

runenstab

DWB

runen·stab

runenstab , m. 1 1) im sinne von altn. rûnastafr, das einzelne runenzeichen. diese bedeutung gibt W. Grimm dem ahd. runstab in der interline…

(rûnen)stal

MNWB

runen·stal

° (rûnen)stal , rônen- , n. : Stallung für Arbeitspferde , dat r. tô der têgelschü̂nen (Livl. Ub. II 1, 87).

runenstein

DWB

runen·stein

runenstein , m. stein, in welchen runen gegraben sind; runstein in älterer sprache: die bilder an besagten grab- und ruhnsteinen eingehauen.…

Rūnenstuᵉpe

WWB

Rūnen-stuᵉpe kastriertes männl. Pferd von 1—3 Jahren ( Sos Na).

rûnent

MNWB

run·ent

rûnent, n. ( Gen. Sg. -des ) : 1. heimliche Mitteilung, hê(i)melĩk untvinc mîn ôre de âderen sînes r.-des (Lüb., Halberst. Bibel Hiob 4, 12;…

Rūnentand

WWB

runen·tand

Rūnen-tand m. [nördl. OWestf (außer Lippe) WMünsterl Stf Tek Mün Wdf Bek Sos] (spitzer) Eckzahn beim männl. Pferd (zwischen Schneide- und Ba…

rûnento

AWB

rûnento adv. — Graff II,526. rûnendo: NpNpw 40,8 (Npw -u-). murrend: vuider mir fuoren runendo alle mine fienda adversum me susurrabant omne…

rune als Zweitglied (3 von 3)

alrûne

Lexer

al-rûne stswf. BMZ die alraune, mandragora Frl. Mgb. 406,24. 376,17. Mone 7,423. vgl. Dfg. 376 b . Dwb. 1,246.

kap(p)rûn(e)

MNWB

kapp·rune

+ kap(p)rûn(e) („capitium kappe vel kapron ”), f. , Kapuze (ndl. kaproen ).

vlederûne

MNWB

vlede·rune

° vlederûne , f. , böses Weib, de quâden vlederûnen (Nd. Jb. 23, 49).

Ableitungen von rune (1 von 1)

gerûne

Lexer

ge-rûne stn. s. geriune;