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Rune

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
28 in 16 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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29
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28

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Rune

Bd. 3, Sp. 1214
Die Rune, plur. die -n, ein aus den nordischen, besonders der Schwedischen Sprache angenommenes Wort, diejenigen geradlinigen Buchstaben zu bezeichnen, deren sich die ältesten nordischen Völker bedieneten, ehe sie in den spätern Zeiten die Lateinischen Figuren annahmen. Die ältern Schweden, Dänen, Norweger und Isländer schrieben mit Runen. Daher die Runenschrift eine aus Runen bestehende Schrift. Der Runenstab, ein Stab, in welchem solche Runen eingeschnitten sind, der den ältern Schweden statt eines Kalenders dienete, und noch in einigen Provinzen unter dem gemeinen Manne üblich ist. Anm. Schwed. Runa. Die meisten, auch besten Sprachforscher, z. B. Ihre, sind bey Ableitung dieses Wortes auf das auch im Deutschen übliche raunen, murmeln, flistern, und in engerer Bedeutung, geheimnißvolle, zauberische Formeln hermurmeln gefallen, und erklären die Runen durch geheimnißvolle Zeichen, Zauberzeichen. Allein bey 1 Raunen ist schon bemerkt worden daß es aller überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach von raunen, runen, schneiden, abstamme. In den alten Zeiten der Einfalt, wo Leibesstärke alles galt, war des Schreibens sehr wenig, und wo man ja eine Schrift gebrauchte, so schnitt man die Buchstaben welche doch nur wenigen bekannt waren, in hölzerne Tafeln oder Stäbe, und ein solcher mit Buchstaben beschnittener Stab hieß ein Runstab. Auch die gesittetsten Völker kannten in der Kindheit ihres Geistes und ihrer Wissenschaften keine andere Art zu schreiben. Von unsern alten Deutschen finden sich gleichfalls Spuren davon. Fortunatus, ein Schriftsteller des sechsten Jahrh. gedenket ihrer, und bey dem Kero, unserm ältesten Schriftsteller, kommt das Wort Runstaba von einem Sendschreiben vor, d. i. eigentlich von einem mit Schrift beschnittenen Stabe; woraus denn erhellet, daß auch unsere Vorfahren in den ältesten Zeiten eine Art von Runen gehabt haben, die aber mit ihrem Nahmen sehr bald verloren gegangen, als man aufhörte, wenige Worte mit plumpern geradlinigen Zügen auf Holz oder Stein zu schneiden. S. u. Raunen, Runse und Buchstab.
2052 Zeichen · 22 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rûneswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    rûne swm. ahd. rûno Graff 2,525, erhalten in

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    runeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    rune , F. Vw.: s. rūne (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rune

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Rune , plur. die -n, ein aus den nordischen, besonders der Schwedischen Sprache angenommenes Wort, diejenigen geradl…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rune

    Goethe-Wörterbuch

    Rune Schriftzeichen der Germanen; bes als Forschungsgegenstand Ein nordischer gelehrter Antiquarius, mit Namen Arendt, b…

  5. modern
    Dialekt
    Runem.

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Rune [rùnə Ersd. Rein. u. s.] m. dürrer Baumast. — els. 2, 262 Rane; baier. 2, 116 Ronen; kärntn. Roune, From. 6, 196; m…

  6. Spezial
    Runef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Rune , f руна , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rune

44 Bildungen · 40 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

rune‑ als Erstglied (30 von 40)

Runeberg

Meyers

rune·berg

Runeberg , 1) Johan Ludvig , der größte finnisch-schwedische Dichter, geb. 5. Febr. 1804 zu Jakobstad in Finnland, gest. 6. Mai 1877 in Borg…

runechere

AWB

runechere Gl 3,396,36 s. rûnezzâri.

rûneken

MNWB

rune·ken

*° rûneken, n. : heimliche Mitteilung , Gerücht, dat r. mit der valschen bōtschap (Krumbholtz Münst. Gewerbe 20).

rûnenaftêⁱken

MNWB

runen·afteiken

*° rûnenaftêⁱken , m. ( Pl. -aftê[i]ken ) : einem Schriftzeichen, einer Rune ähnl. Musterung , ên hêrinc mit vēlen r. gevangen (Hövel 71).

Runenantiquar

GWB

runen·antiquar

Runenantiquar Erforscher germanischer Schriftzeichen u Texte; Runenforscher wurde die Aufmerksamkeit auf Wilkina-Saga und sonstige nordische…

Rūnenbō¹k

WWB

runen·bok

Rūnen-bō¹k n. IdW.: Hī is in’t Rūnenbūk indrēgen ist Junggeselle geblieben ( Ahs We).

runenfels

DWB

runen·fels

runenfels , m. fels, in welchen runen geritzt sind; in der form runfels bei Arnkiel auszführl. eröffnung 3, 53 .

Rūnenfoªlen

WWB

Rūnen-foªlen n. kastriertes Pferd bis zu einem halben Jahr alt (Frbg.) ( Stf Bu).

Runen I

RhWB

Runen I -ū- = dürrer Ast s. Ronen bei ron III.

Runen II

RhWB

Runen II (vgl. ofries. runen oder rûnen ‘kastrieren’, u. in allg. Bed. ‘schneiden, beschneiden (Kanten u. Ränder), abschneiden, stutzen’) Rh…

Runenkranen

RhWB

runen·kranen

Runen-kranen rūənəkrā:nə Aach-Stdt ; im Reigenld.: R., wisse Schwane usf. (s. Krunenkranen); R. speəle.

runenmal

DWB

runen·mal

runenmal , n. , bildlich: wenn zuckend hellt der lampe strahl auf seiner stirn das runenmal. Droste-Hülshoff 372 .

runenmeister

DWB

runen·meister

runenmeister , m. : runer, run-meister, adelruner waren die schreiber ( der runen ). Frisch 2, 137 b ; drauf hat er noch mit gutem stift ges…

runenschrift

DWB

runen·schrift

runenschrift , f. im weiteren sinne wie buchstabenschrift; im engeren sinne soviel wie runeninschrift. bildlich: nie hat dein klares aug' in…

runenspruch

DWB

runen·spruch

runenspruch , m. : beschwörungslieder der edda, graue runensprüche. H. Heine b. d. lieder 162 neudr.

runenstab

DWB

runen·stab

runenstab , m. 1 1) im sinne von altn. rûnastafr, das einzelne runenzeichen. diese bedeutung gibt W. Grimm dem ahd. runstab in der interline…

(rûnen)stal

MNWB

runen·stal

° (rûnen)stal , rônen- , n. : Stallung für Arbeitspferde , dat r. tô der têgelschü̂nen (Livl. Ub. II 1, 87).

runenstein

DWB

runen·stein

runenstein , m. stein, in welchen runen gegraben sind; runstein in älterer sprache: die bilder an besagten grab- und ruhnsteinen eingehauen.…

Rūnenstuᵉpe

WWB

Rūnen-stuᵉpe kastriertes männl. Pferd von 1—3 Jahren ( Sos Na).

rûnent

MNWB

run·ent

rûnent, n. ( Gen. Sg. -des ) : 1. heimliche Mitteilung, hê(i)melĩk untvinc mîn ôre de âderen sînes r.-des (Lüb., Halberst. Bibel Hiob 4, 12;…

Rūnentand

WWB

runen·tand

Rūnen-tand m. [nördl. OWestf (außer Lippe) WMünsterl Stf Tek Mün Wdf Bek Sos] (spitzer) Eckzahn beim männl. Pferd (zwischen Schneide- und Ba…

rûnento

AWB

rûnento adv. — Graff II,526. rûnendo: NpNpw 40,8 (Npw -u-). murrend: vuider mir fuoren runendo alle mine fienda adversum me susurrabant omne…

rune als Zweitglied (3 von 3)

alrûne

Lexer

al-rûne stswf. BMZ die alraune, mandragora Frl. Mgb. 406,24. 376,17. Mone 7,423. vgl. Dfg. 376 b . Dwb. 1,246.

kap(p)rûn(e)

MNWB

kapp·rune

+ kap(p)rûn(e) („capitium kappe vel kapron ”), f. , Kapuze (ndl. kaproen ).

vlederûne

MNWB

vlede·rune

° vlederûne , f. , böses Weib, de quâden vlederûnen (Nd. Jb. 23, 49).

Ableitungen von rune (1 von 1)

gerûne

Lexer

ge-rûne stn. s. geriune;

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „rune". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rune/adelung?formid=R02198
MLA
Cotta, Marcel. „rune". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rune/adelung?formid=R02198. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rune". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rune/adelung?formid=R02198.
BibTeX
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  urldate      = {2026-05-11},
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