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rumpeln

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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14 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rumpeln verb.

Bd. 14, Sp. 1489
rumpeln, verb. lärmen, poltern, schütteln. ebenso mhd. mnd. rumpelen, mittelengl. romblen, engl. rumble. zusammenhang mit rummeln, mit dem es in vielen bedeutungen zusammenfällt, ist wol zweifellos, wenn es auch nicht mit ihm ohne weiteres identifiziert werden darf, wie ten Doornkaat Koolman 3, 68b und Skeat 519b wollen. den bedeutungsunterschied zwischen rumpeln und rummeln bestimmt das brem. wb. 3, 554 dahin, dasz rummeln aufs gehör, und rumpeln aufs gefühl wirkt; in niederdeutschen mundarten ist rumpeln im allgemeinen seltener; dafür vielfach rummeln. daneben in einzelnen mundarten rompeln. Schmidt 165. über das westgerm. hinaus ist das wort nicht zu verfolgen. 11) geräusch verursachen, crepare, suplodere Schottel 1389, strepere, crepare, tumultum facere. Frisch 2, 136b, strepere .. rumpeln. Dief. gloss. 555c, so besonders auf hochdeutschem gebiet Seiler 243b. Lexer 211. Höfer 3, 52. Schöpf 569. Schmid 442. Jecht 89a. doch auch nd. rumpelen unde rumoren, bei Schiller-Lübben 3, 530b: und man sie (die blase mit erbsen) dem hund an den wadel bindet, der lauft hin und her, als weit die ganze stat ist und tönet und rumplet und hat keine ruo. Keisersberg brösaml. 2, 60a; sie rumpelten, als dann geschicht, wa die herren us sint. Terentius deutsch. 1499, 64b; ich arme weisz nit, was ich jetz lang hye hör rumplen. 153a; man hebt an zu trumeten, zu schieszen unnd zu rumpeln. Ayrer Machumet 152b (761, 26 Keller); dunket eʒ iuch alle guot, sô mache wir ein gewuofe, einen schal und ein geruofe und rumpeln under ein ander gar. Heinr. v. Freiberg Tristan 2879; wer vögel fahen wil und rumpelt, dasz es kracht, desselben mutter hat kein kluges kind gebracht. Reinh. v. Freientahl (1700) s. 114. etwas rumpeln hören: auff ein nacht begab sichs, dasz die frauw im hausz und nicht weit von der kammer etwas rumpeln höret. Kirchhof wendunm. 1 s. 404 Österley (1, 367). insbesondere: 1@aa) an der thür rumpeln, anklopfen, besonders in geräuschvoller weise. Höfer 3, 52; als sie aber mancherlei speis genossen hetten, da kam der keller eilend geloffen und rumpelt an der thür. Steinhöwel Äsop (1555) 31; und da sie zu der hauszthür kam, rümplet sie an der thür. Pauli schimpf u. ernst 159a. bildlich: da ist es aus und gilt usz, wan der tod an der thür rumpelt. Keisersberg evangelia (1517) 130b; klappern: in des kompt der kelner und rumpelt mit den schlüsseln an der thür. Luther 5, 272b. 1@bb) auf instrumenten rumpeln: oder nimpt ein laut, die hat kaum drei seyten, da rumpelt er uff, unnd spottet mein damit. Er. Alberus ehbüchlin B 2a. auch von den instrumenten gröberen klanges selbst: das kalbfell rumpeln hören. Kirchhof milit. discipl. 209; auf der breiten tenne drehn paar an paar so nett, wo die musikanten stehn, geig' und klarinett — auch der brummbasz rumpelt drein. A. v. Droste - Hülshoff 170. bildlich: nu merck seine gründe, damit er wil beweisen, das jr fasten recht und ein gottesdienst sey; er rumpelt auff der alten strofideln, und geiget sein gewönlich liedlein also. Nigrinus widerleg. d. ersten centurie F. Joh. Nasen (1570) v 2b. 1@cc) vom donner: rumpeln donnern Schöpf 569. im bilde: die gethischen völcker, wanns donnert, schossen sie inn all macht und pfeiln dargegen, dem Jupiter solchen trotz zuwehren, seine rumpelende steinfässer umbzukern. Garg. 181b; und wönns dön tag (am himmelfahrtsfeste) thuat rumplan wohl, so wearn olla nuss'n hohl. s. Schöpf 570. 1@dd) rumpeln vom poltern der gespenster, teufel u. dergl. (vgl. rumpelgeist): nu aber der leidige teufel sihet, das sein poltern und rumpeln nicht mehr gelten wil, greifft er ein newes an, und hebt an jn seinen gliedern, das ist, in den gottlosen, zu toben. Luther 3, 101a, ebenso briefe 3, 61; der teufel musz rumpeln und poltern, dasz man sehe, wie er noch lebe, und was er vermüge; die welt ist sein rumpelspiel: will das rumpeln in den winkeln ausserhalb des leibs nicht helfen, so helfe das rumpeln in den schwärmerköpfen und wilden, wüsten gehirnen; es will doch gerumpelt seyn. 3, 62; auff der heiligen drey künig tag anno 1507 begunten sie sein thorheit zuo versuochen mit steinwerffen, rumpeln und dergleichen geberden als ein geist. Kirchhof wendunm. 1 s. 498 Österley (1, 2, 48); nach langem, grausamen rumpeln füget er (der falsche geist) sich in desz bruoders zell. s. 499. 1@ee) es rumpelt (kollert) mir im bauche. Höfer 3, 52. Pfister 239; rumpeln als winde im leib. Frisch 2, 136b; er (der most) ist wol lieblich und süsze, bleibet auf der zungen und rumpelt im bauche. Mathesius Syrach (1586) 1, 55b; herr, nun frasz ich zweyhundert pflaumen, tranck pier unnd puttermilch darzu. das macht mir im pauch ein unrhu und rumplet mir in meynem pauch. H. Sachs fastn. sp. 1, 135, 83 neudruck; was rumpelt und pumpelt in meinem bauch herum? Grimm kinder- u. hausmärchen nr. 5; auch der bauch rumpelt: de buuk rumpelt mi. brem. wb. 3, 554; pind es auf den nabel und loss es darob, unz der pauch rumpelt. versuchung eines menschen (1489) 46a; weinrautenwasser .. getruncken .. zertheilet die wind im leib, dienet wider das leibwehe, krimmen und därmgegicht, und vertreibet das kurren und rumpeln des bauchs. Tabernaemontanus 402 E. ähnlich: vor das rumpeln und brodeln des lauffenden wassers umb das miltz, nimb pfefferkümmel zwo handvoll ... 138b. ähnliche wendungen im übertragenen sinne: also .. brauchen wir Teutschen viel guter fabeln und sprichwörter von wenig worten, die aber viel nachdenckens geben, und hafften und kleben lange, und podern und rumpeln im hertzen, als wenn man einem ein floch in ohr setzet. Schuppius 833; erst thuot die lieb recht in mir rumplen. Gengenbach gouchmat 1068; im bauch rumpelt jm das latein, wolt nicht lenger verborgen sein. Nigrinus Nasen esel D 3a. 22, 2@aa) sich mit geräusch bewegen, poltern, stolpern. Schm. 2, 99. Sartorius 104. in diesem sinne im mhd. am häufigsten, s. Lexer mhd. handwb. 2, 536—7: der edele künic Artûs tœrischte mit den anderen; rumpeln unde wanderen muoste er mit in hin und her. Heinr. v. Freiberg Tristan 2904; er (der bär) rumpelt stæte vür sich dar. schretel u. wasserbär 112, in zeitschr. für d. alterthum 6 s. 177; er ... cham her aus gestoben, gerumpelt und geflogen. Wittenweiler ring 10, 22; wir ziehen durch die hecken und rumpeln in das holz. Uhland volksl.2 287 (145, 3); so rumpelt si (die schweinsmutter) mir her zwischen die pein. fastn. sp. 333, 7. zur bezeichnung der plumpen, ungeschickten bewegung: die spinne läszt die groszen hurnaussen durch jhr netze rumplen. Wirsung Calistus L. daher, dahin, davon, herein rumpeln: aber die leichtfertigen schwermer rumpeln und stürmen einher. Luther 4, 261b; mit disen worten liesz der falsch geist den bruoder in seim schweiszbad ligen, und rumpelt darvon mit freuden. Kirchhof wendunm. 1, 488 Österley (1, 2, 48); so werden sie doch endlich in die hölle hinein rumpeln. Mathesius Syrach (1586) 1, 137b; jetzund wil ich rumpeln dahin und bringen das teuflisch gesind den obersten könig Lucifer. Heros d. irdisch pilger (1562) 11b. bildlich: ach wie wolt ich beide unter jüden und christen, beide im alten und newen testament rumpeln (umherfahren). Luther 3, 342b; indem ich so dencke und bleibe, poltert und rumpelt wider mich hierein Hans Unvernunfft d. Carlstad .. und lesst wider uns ein büchlin ausgehen. 8, 182a. von nicht federnden, holpernd stoszenden wagen (vergl.rumpelkarre): ein newer (wagen), mit dem man über stock und stein rumpelt. Lehmann 14. 2@bb) besonders stürzen, purzeln. hinab-, hinunter rumpeln: er (der pabst) ist mit seiner mesz und bann .. bisz ins fegfeuwr und die hell hinabgerumpelt. Kirchhof wendunm. 1, 440 Österley (1, 2, 1). so auch: (der flusz) wühlt löcher in den grund, die unergründlich seyn, ja rompelt allerdings bisz an des Orkus schwöllen. Rompler 132. die treppen oder stiege hinab rumpeln: darnach kam Pikolles, rumpelt die treppen herab, das die kinder nicht mehr wol in der stuben schlafen konten. Henneberger erklär. d. preusz. landtafel (Königsb. 1595) 435; ich gab ihm gleich hernach einen solchen stosz, dasz er die stege hinunter rumpelte und ein solches gebolder machte, dasz ich gedachte, er würde hals und bein zerbrochen haben. Simpl. schr. 3, 369, 33 Kurz; so wird er gewisz die treppe hinunter rumpeln. Pierot 1, 34; mir ist mein disackn auszgeschossen, der aber rumpelt nab die stiegen. H. Sachs fastn. sp. 4, 32, 306 neudruck. so sprichwörtlich: sey nur frölich unnd lach nicht, fall die steg ein und rumpel nicht. Garg. 213b. Lehman 2, 323. 33) transitiv, etwas rumpeln, mit geräusch bewegen, stoszen, schütten u. dergl.: wann die wiege auf der erden stehet, und hefftig gestossen und gerumpelt wird. Ettner hebamme 816; fässer rumplen und bänk zerbrechen. fastn. sp. 895, 35. so besonders in nd. dialekten: rumpeln schütten, stoszen Schütze 3, 315. vom rütteln und stoszen eines nicht federnden wagens, besonders auf holprigem wege: ick heff mi deger möten rumpeln laten. ebenda. über den haufen rumpeln: mit eim buch von guten wercken will ich zu ihn einstürmen und ubern hauffen rumpeln, dz ihr keyner entkummen soll. Alberus widder Jörg Witzeln mammeluken M 7b. 44) mundartliche und technische bedeutungen: 4@aa) coire, vom schweine; dann auch auf menschen übertragen: eine rumpeln. Schm. 2, 99. Lexer 211. 4@bb) in mitteldeutschen mundarten: reiben, scheuern, waschen, besonders in roher und geräuschvoller weise. Albrecht 194. Jecht 89a. meist in der zusammensetzung abrumpeln. 4@cc) bei den bergleuten: einen mit dem rücken auf das rumpelholz (s. das.) legen und darauf hin und her ziehen, als willkommen für neu eintretende und strafe für versehen. Jacobsson 3, 468b. Veith 388. daher auch freier: einen rumpeln, zum besten haben. Schm. 2, 99. 4@dd) bei den kammmachern: die zähne in einen kamm mit dem rumpel einschneiden. Jacobsson 3, 468b. Brozenius technologie (Leipzig 1806) 1, 232. 4@ee) auf einer rumpel spielen (s.rumpel 2, c). Schöpf 570. 55) von diesem rumpeln ursprünglich verschieden ist ein anderes, welches runzeln, in falten legen bedeutet: solte sich die Courage wol einbilden dörffen, ihre alte zusammengerumpelte haut .. widerumb weisz zu machen? Simpl. schr. 3, 9, 8 Kurz. so noch mundartlich: in unregelmäszige falten legen; schlecht nähen, so dasz falten entstehen. Kehrein 1, 333. ebenso niederl. rompelen, rimpelen rugare. Kilian, und engl. rumple.
10429 Zeichen · 234 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rumpelnstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    rumpeln stn. Trist. H. 2879. Wolk. 19. 2,1. Fasn. 971,14 ;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rumpeln

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Rumpeln , verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert, und einen gewissen hohlen d…

  3. modern
    Dialekt
    rumpelnintrans.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    rumpeln 1. eig. intrans. sich polternd und stoßweise fortbewegen: rumpeln stoßen Mi Nachl.; 'So rumpeln die Bauern' (Kin…

  4. Spezial
    rumpeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    rum|peln vb.intr. drumblé (-lëia), fá crabal, fá da vera.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rumpeln

13 Bildungen · 4 Erstglied · 4 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von rumpeln 2 Komponenten

rump+eln

rumpeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rumpeln‑ als Erstglied (4 von 4)

rumpeln I

SHW

rumpeln I Band 4, Spalte 1523-1524

rumpeln II

SHW

rumpeln II Band 4, Spalte 1525-1526

rumpeln II

RhWB

rumpeln II -u-, –o-, das Wort, mit dem rummeln zu vergleichen ist, ist als -u-, –o- Rhfrk, Mosfrk, SRip, in Aden , Ahrw , Schleid , Eusk , R…

rumpeln als Zweitglied (4 von 4)

strumpeln

DWB

strump·eln

strumpeln , auch strompeln, verb., nur nd. ( vgl. strumpf ), cespitare, procidere, stolpern, straucheln: strumpelen Diefenbach 116 a ; strom…

überrumpeln

DWB

ueber·rumpeln

überrumpeln , v. , untrennb. verb. 1 1) überraschend angreifen: überrumpeln, überfallen Schöpper synonyma (1550) 8 a s. v. involvere; einen …

ūzrumpeln

KöblerMhd

ūzrumpeln , sw. V. Vw.: s. ūzrumpelen*

ūztrumpeln

KöblerMhd

ūztrumpeln , sw. V. Vw.: s. ūztrumpelen*

Ableitungen von rumpeln (5 von 5)

berumpeln

RhWB

be-rumpeln: 1. -rombəlt eingeschrumpft Trier-Issel ; -rømp- Eup . — 2. -rumbəlt mit Arbeit überladen; den as b. wie Masthans (Mist-) op Kihd…

entrumpeln

DWB

entrumpeln , strependo elabi, herabrumpeln.

gerumpeln

DWB

gerumpeln , verb. wie das einfache rumpeln, ein polterndes getöse verursachen: daʒ himmel und erde zesamen bræst, .. daʒ ich niht ein hirsen…

Verrumpeln

Campe

† Verrumpeln , v. trs . 1) Rumpelnd von der gehörigen Stelle bewegen, in Unordnung bringen. 2) * * Mit Geschrei und Scheltworten anfallen. F…

zerrumpeln

RhWB

zer-rumpeln: etwas z., dass. Allg. (nicht Rhfrk).

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „rumpeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rumpeln/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „rumpeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rumpeln/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rumpeln". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rumpeln/dwb.
BibTeX
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