rosenstock,
m. rosenstaude, rosarium Stieler 2161,
mhd. rôsenstoc,
nd. dafür auch rôsenpot Woeste 218
a;
rosetum, rosenstock Dief.
gloss. 500
c. 11)
eigentlich: doch wachsen die rosenstöcke vil gröser und schöner inn heyszen landen. Sebiz
feldbau 258; die rosenstöcke wachsen uberausz langsam vom samen. 259; zur lust wolt ich haben weisze lilien, roszmarien, rosenstöcke, violet und allerhand negelein oder grasrosen. Schuppius 100; wie gefällt dir dieser rosenstock? fragte die tante. Hebel 3, 14; ich (
der reichthum) hab lustgärten, rosenstöck. H. Sachs
fastn. sp. 1, 27, 187
neudruck; da dörft sich auch ein rosenstock sich wagen unter jhren (
der Venus) rock, und sie zu fangen unterfangen. Weckherlin 585; ein einz'ger rosenstock, wie hier viel hundert glühen, ein einz'ger gälte wohl bei euch, ihr leutchen unterm mond, ein kleines königreich. Wieland 17, 274; so werd ich bald, ach! bald verwelken müssen, ein blüthenblatt, das Boreas, dem rosenstock entrissen, verwehet hat. Hölty 17
Halm; sie möcht' ihre thränen verdecken mit gelbveiglein und rosenstöcken. Uhland
ged. (1864) 212; pfleg' mit den feinen händen den blühnden rosenstock! Arndt 60; die blätter sind im buschrevier gefallen ab, am rosenstock die
rose hier gefallen ab. Platen 74
a. wilde rosenstöcke: wann ein gaul niderfelt, und die würm hat, so findestu an den wilden rosenstöcken in den knöpffen weisze würmlein mit schwartzen köpfflen, deren drey gib dem gaul. Seuter 181.
mit hervorhebung des duftes: (
der alte pelz) schmeckt auch nit wie ein rosen stock, sünder gleich wie ein alter pock. H. Sachs
fastn. sp. 6, 128, 217
neudruck; vom nelken- und vom rosenstock süsz angehauchet. Göckingk 1, 99.
rosenstöcke auf gräbern: einen rôsen stoc, ein win reben hieʒ der künec bringen dar. er sâte einʒ her, daʒ ander dar: die reben ûf daʒ reine wîp, die rôsen ûf Tristanes lîp. Ulrich v. Türh.
Trist. 3546; ich begiesze morgens und abends einen rosenstock damit, den ich auf das grab meiner mutter gepflanzt habe. Wieland 8, 27;
Adolf. wo habt ihr das grab hin bestellt?
Anne. dicht neben Carls, wie ihr's befohlen.
Adolf. wird mich wieder einen rosenstock kosten.
maler Müller 3, 373.
sprichwörtlich, mit bezug darauf, dasz rosenstöcke im frühling blühen: jetzt leben wir im frühlinge, da halten wir von dem schlimsten rosenstocke mehr als von dem besten weinstocke (
sagt eine jungfer zu einem bejahrten freier). Weise
erzn. 72
neudruck. 22)
übertragen. 2@aa)
abbildungen in malerei, stickerei: die junfraw Rosamunda jrem ritter einen schönen unnd köstlichen rosenstock, von berlin unnd goldt, nach dem allerbesten sticken liesz, welchen er hinden unnd fornen auch an seinen harnisch köstlich hatt lassen malen, und den schönen rosenstock auff seinen helmlin führet (
als abzeichen glücklicher liebe).
buch d. liebe 242
c. 2@bb)
wie das rosige, blühende mädchen oft mit einem rosenstock verglichen wird, vgl. z. b.: sie gleicht wol einem rosenstock, drum gliebt sie mir im herzen. Uhland
volksl.2 85 (56, 1),
so wird es auch geradezu als rosenstock
angeredet: Lisette, liebster rosenstock, meins hertzens zucker-stengel. Reuter
ehrl. frau 56
neudruck. 2@cc)
der theil des hirschgeweihes, der zunächst am kopfe unterhalb der rose (
s.rose 5,
b)
sich befindet. Jacobsson 3, 449
b; der rosen-stock, ist auf dem kopfe der ort, wo eben das gehörne darauf stehet. Döbel
jäger-pract. 1, 18
a.