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rosenfarb

nhd. bis GWB · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rosenfarb adj.

Bd. 14, Sp. 1192
rosenfarb, adj. die farbe von rosen habend, rosenroth, rosaceus, roseus. Dief. 500bc. 11) form. die lautgesetzliche und herrschende form im mhd. ist rôsenvar, flectiert rôsenvarwe, z. b.: so sach ich ir munt, ir wengel rôsenvar. minnes. 2, 280b Hagen; stolz ir wengel rôsenvar, und liljen wîʒ dar under. ges. abent. 1, 20, 38; lache, ein rôsevarwer munt. minnes. 1, 20b Hagen. dieselben formen gelten im mnd. rosenvar blot. Oldenb. gebetb. A. 106; myt den rosenvarwen blode der martirien. Oldenb. missale 5b bei Schiller-Lübben 3, 510a. der übergang von w in b, der im nhd. durchgedrungen ist, beginnt schon mhd. im bairischen: dâ gruoʒt in sâ an der stunt vil manic rôsenvarber munt. Ulr. v. Lichtenstein 169, 32. dann tritt, ebenfalls in der übergangszeit vom mhd. zum nhd., eine ausgleichung im paradigma ein, indem das b der flectierten formen auch in den unflectierten nom. eindringt; seit Luther durchgedrungen: insonderheit wird das pferd, welches, wie gehört, ein weisz schimmel, an viel orten rosenfarb, und mit blut bedeckt. Amadis 1, 159 (79 Keller). der nom. rosenvar findet sich seitdem nur noch in bewuszt archaisierender sprache: ich sah das rosz des krieges zertreten stadt und land, dasz seine hufe wurden vom blute rosenfar. Rückert ges. poet. werke (1882) 2, 428. den umgekehrten weg der ausgleichung hat das nd. eingeschlagen, indem es auch in den flectierten formen das w aufgibt: legghet jw tho synen (Christi) rosenvaren wunden unde sughet dar uth honnich unde melk. nieders. fastenandacht in Germ. 20, 343. dann findet sich bei Luther die form rosinfarb durchgehends, vereinzelt auch noch später. diese ist wol nicht, wie man früher annahm (s. z. b. Adelung), von rosine herzuleiten, sondern von dem adj. mhd. rôsîn aus rosen bestehend, rosig, und also ähnlich gebildet, als wenn wir sagen würden rosigfarben (vgl. Andresen volksetym. 272 und rosenroth): das er zween lebendige vogel neme ... und rosinfarb wolle und Isop. 3 Mose 14, 4; und ich sahe das weib sitzen auff einem rosinfarben thier. offenb. Joh. 17, 3; wie wir auch in des herrn Christi, und seiner pedellen oder diener füsse müssen rosinfarb oder kupfferrote blutstropffen haben. Mathesius Sarepta (1671) 72a; so glentzt herfür deins mundes röt, wie vor der sonn die morgenröt, mit rosinfarben wangen hübsch, lustig klar auffgangen. P. Melissus bei Opitz (1624) 163; hat nicht dein rosinfarbes blut gelescht der höll erhitzte glut. Gryphius ged. (1698) 2, 288. in neuerer zeit ist der gebrauch von rosenfarb durch die neubildung rosenfarben eingeschränkt, die es aus den flectierten formen jetzt ganz verdrängt hat, während im unflectierten nom. auch rosenfarb gesagt werden kann. flectierte formen finden sich bis spät ins 18. jh.: der stengel (des schweinbrots) stehet blosz ohn blätter .. auff welchem schöne rosenfarbe blumen wachsen. Tabernaemont. 1131b; aber ich schreibe am rande des grabes, unter fast ununterbrochenen schmerzen, und bey einer gesunkenen gesundheit, wo freilich das rosenfarbe der einbildung, und der angenehme reiz der fröhlichkeit nicht mehr in meinem vermögen ist. Haller Fab. u. Cato (1774) vorr. 13; weil ich so ein schöner kerl bin, .. hab ein rosenfarbs angesicht. Ayrer 123, 8 Keller; er lobt vast euren rosnfarben mund. Sterzinger spiele 1, 206, 394. vereinzelt begegnet die kürzung rosfarb oder roszfarb: indessen weynete jene noch immerfort, dasz kaum eine thräne der andern auf ihren roszfarben wangen entrinnen konte. Simplic. 4, 76, 21 Kurz. 22) verwendung von blumen: gerne wollt' ich dich (die malve) begrüszen, blühtest du nicht rosenfarb. Uhland (1864) 54. rosenfarbes gesicht, mund, wangen u. s. w.: weinend sie lieplich in sein arm schlosz, freundtlichen an ir rosenfarbes mündlein küsset. Steinhöwel decam. (1535) 42. 111b; ir secht, ich bin ein glerter man .. und hab ein rosenfarbes angsicht. Ayrer 2372, 23 Keller; es leben nimmermere (nicht mehr) zwen rosenvarbe mund. Uhland volksl.2 125 (76, 15). rosenfarb als ausdruck der scham, freude u. s. w.: von schameden stunt sie rôsenvar. Albr. v. Halberstadt 16, 442; dô sie unser wart gewar, ir wengel wurden rôsenvar, sie hieʒ uns willekomen sîn. 33, 296. besonders ist rosenfarb ein beliebtes beiwort des blutes: auf dasz sein piter marter, sein heiliges rosenfarbes blut und grimiger dot an euch ewiklichen verloren werd. Schade sat. u. pasqu. 2, 100, 2; hat er .. uns mit im versnet, und das durch sin rosenfarb bluot. 3, 3, 27; si ist widersins und selten fro und oben gro und unden plo und leucht als ein rosenvarbes plut. fastn. sp. 634, 14; das rosenfarb jungfräulich plut, euch (den flöhen) also wol inn zänen thut. Fischart 2, 96, 3653 Kurz. von der kleidung: allein, so rosenfarb die gute frau sich kleid'te ... so wenig half es ihr! Wieland 17, 289; sey (ein strumpfband) ihr das sinnbild seiner (Amors) fesseln, geschmeidig, leicht und rosenfarb, wie sie! Gotter 1, 179. rosenfarb ist in der alten zeit speciell die tracht des brautwerbers, s. J. Grimm kl. schriften 5, 406 f.; aber auch des herolds, der krieg ansagt: dar zuo ist des streytes recht, daʒ man den veinten send ein knecht in einem rosenvarwen tuoch ... gesprenget ser mit rotem pluot. Wittenweiler ring 201 Bechstein. übertragen, als farbe der freude: Bacchidion war eines von diesen gutartigen fröhlichen geschöpfen, in deren fantasie alles rosenfarb ist. Wieland 3, 71; das rosenfarbe der einbildung. Haller Fab. u. Cato vorr. 13; ihro excellenz so eben hatten rosenfarb geträumet. Immermann 11, 196. 33) das neutrum kommt auch substantiviert vor, wie andere farbenbezeichnungen (in grün gekleidet, mit roth bemalt u. s. w.): das der warhafftige antichrist sitze im tempel gottes, und regire zu Rom, in der rechten Babylon, bekleidet mit scharlacken und rosinfarb. Luther 1, 58b; und das weib war bekleidet mit scharlacken und rosinfarb. offenb. Joh. 17, 4.
5881 Zeichen · 148 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rosenfarb

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Rosenfarb ,

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rosenfarb

    Goethe-Wörterbuch

    rosenfarb iUz ‘rosenfarben’ (sd) ältere, mit knapp 30 Belegen häufiger bezeugte Bildung; mehrf Subst neutr (auch Kleinsc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rosenfarb

3 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von rosenfarb 2 Komponenten

rosen+farb

rosenfarb setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rosenfarb‑ als Erstglied (2 von 2)

rosenfarben

DWB

rosen·farben

rosenfarben , adj. , vgl. rosenfarb . es kommt erst seit dem anfange des 18. jahrh. vor; in der flexion wechseln formen wie rosenfarbne und …

rosenfarbig

DWB

rosen·farbig

rosenfarbig , adj. in gleichem sinne wie das vorhergehende wort, roseus Nemnich. mhd. rôsevarwec und rôsevarweclîch Lexer mhd. wb. 2, 497 , …

Ableitungen von rosenfarb (1 von 1)

rosenfarbe

DWB

rosenfarbe , f. die farbe der ( rothen ) rose, röthe, roseus color. Stieler 433 ( dagegen rosinfarbe, coccinus ), nd. rosenvarwe, rasenvarve…

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Cotta, M. (2026). „rosenfarb". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rosenfarb/dwb?formid=R07301
MLA
Cotta, Marcel. „rosenfarb". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rosenfarb/dwb?formid=R07301. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „rosenfarb". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rosenfarb/dwb?formid=R07301.
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