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Renke

mhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Renke

Bd. 16, Sp. 801
Renke (Coregonus Art.), Gattung aus der Familie der Lachse (Salmonidae), Fische mit etwas seitlich zusammengedrücktem Körper, mittelgroßen, leicht abfallenden Schuppen, engem, zahnlosem oder mit sehr seinen, vergänglichen Zähnen besetztem Maul und dicht vor den Bauchflossen beginnender, hoher Rückenflosse. Mehrere Renken bewohnen Mitteleuropa, andre, sehr große, die Flüsse Sibiriens und sind für die dortige Fischerei von höchster Bedeutung. Die meisten Renken sterben, wenn man sie aus dem Wasser herausnimmt, fast augenblicklich. Im frischen Zustand besitzen sie einen deutlichen milden Gurkengeruch. Die R. (Felchen, Blaufelchen, Albock, Rheinanke, C. Wartmanni Bl., s. Tafel »Künstliche Fischzucht I«, Fig. 2), 30–70 cm lang und bis 3 kg schwer, mit gestrecktem Körper, kleinem, niedrigem Kopf, dünner, an der Spitze senkrecht abgestutzter Schnauze, am Rücken hellblau, silbern glänzend, blauschwarz pigmentiert, an den Leibesseiten und am Bauch silberweiß glänzend, an den Flossen gelblichweiß mit schwarzen Säumen, in Form und Farbe vielfach variierend, bewohnt die Tiefen der meisten größern Seen auf der Nordseite der Alpen und Voralpen, nährt sich von sehr kleinen Wassertieren, laicht im November und Dezember, wo sie wochenlang nicht frißt und an den Seiten einen Ausschlag von weißen, länglichen Erhöhungen erhält, in seichterm Wasser und in großen Gesellschaften dicht aneinander gedrängt. Die Pärchen springen meterhoch aus dem Wasser und lassen dabei Laich und Milch zu gleicher Zeit fahren. Die befruchteten Eier sinken im Wasser zu Boden. Das Fleisch ist sehr wohlschmeckend, und die R. wird daher in großen Mengen gefangen und frisch, mariniert und geräuchert in den Handel gebracht. Sie ist in gewissem Sinne für den Bodensee dasselbe, was der Hering für das Nordmeer ist. Am Bodensee heißt die R. im ersten Jahre Heuerling, im zweiten Stuben, im dritten Gangfisch. Der Kilch (C. hiemalis Jur). bis 35 cm lang, der vorigen ähnlich, aber mit gedrungenem Leib, stumpfer Schnauze und merklich gebogenem Rücken, blaß gefärbt, am Rücken braungelb und auch an den Flossen fast farblos, lebt in größter Tiefe im Boden- und Ammersee und laicht im September und Oktober. Wird der Fisch in der Tiefe gefangen und emporgezogen, so dehnt sich die unter hohem Drucke stehende Luft der Schwimmblase sehr stark aus, und der Bauch nimmt eine unförmliche Gestalt an (daher Kropffelchen). Die große Maräne (Edelmaräne, See-, Meermaräne, C. lavaretus L.), bis mehr als 60 cm lang und 8 kg schwer, mit kleinem Kopf, vorragender Schnauze und kleinem, meist zahnlosem Mund, findet sich in mehreren Varietäten oder Rassen, die sich durch unerhebliche und nicht konstante Merkmale unterscheiden: a) der Ostseeschnäpel (Wandermaräne, C. lavaretus L.), 40–60 cm lang, oben grau- oder blaugrün, an den Seiten heller, am Bauch silberweiß, lebt im Sommer in der Ostsee, geht im Herbst in die Hasse und Seen, legt 30–50,000 Eier ab und kehrt nach einigen Monaten ins Meer zurück. b) Die Madüemaräne (C. maraena Bloch), bis 120 cm lang. oben schwarzgrün, an den Seiten bläulich, unten weiß, bewohnt den Madüesee in Pommern, den Schalsee (Lauenburg), Salenter See (Holstein), den Pulssee (Brandenburg), den Leba- und Gardener See an der pommerschen Küste, den Peipus- und Ladogasee stets in großer Tiefe, laicht im November an flachen Stellen und hat sehr schmackhaftes Fleisch. c) Die Bodenrenke (Sandfelchen, Adelfelchen, Adelfisch, Weißfisch, Weißfelchen, Fera, C. Fera Jur.). bis 60 cm lang und 3 kg schwer, oben schwärzlich blau, an den Seiten und am Bauch silberweiß, an den Flossen grau, dunkler gesäumt, lebt in Schweizer, bayrischen und oberösterreichischen Seen in großer Tiefe, laicht im November an flachen Stellen mit kiesigem oder steinigem Grund und erhält in der Laichzeit einen ähnlichen Ausschlag wie das Blaufelchen. Ihr Fleisch ist viel weniger geachtet. Durch künstliche Fischzucht ist die Maräne in neuerer Zeit weit verbreitet worden. Die kleine Maräne (C. Albula L.), 12–35 cm lang, mit gestrecktem Körper und vorstehendem Unterkiefer, auf dem Rücken blaugrün, an den Seiten und dem Bauch silberglänzend, an den Rücken- und Schwanzflossen grau, an den übrigen weißlich, bewohnt die Tiefen der Seen Norddeutschlands von Rußland bis Mecklenburg, Skandinaviens und Finnlands, kommt in warmen Sommernächten an die Oberfläche, erscheint im November und Dezember in großen Scharen im flachern Wasser und läßt ihre Eier frei ins Wasser fallen. Sie hat sehr schmackhaftes Fleisch und wird auch eingesalzen und geräuchert. Man hat sie seit langer Zeit in andre Seen versetzt und mit großem Erfolg gezüchtet. Der Schnäpel (C. oxyrhynchus L.), 25–50 cm lang und 1 kg schwer, mit weit über den Unterkiefer vorragender, weicher, kegelförmiger Schnauze, ist oberseits grau- oder blaugrün oder olivbräunlich, an den Seiten und am Bauch silberweiß mit bläulichem oder rötlichem Perlmutterglanz, an den Flossen dunkel gesäumt, während der Laichzeit mit weißen Knötchen auf den Schuppen der Seiten, bewohnt die Küsten der südöstlichen Nordsee und der westlichen Ostsee, geht im Herbst in die Flüsse, steigt aber nicht so weit hinauf wie der Lachs, um zu laichen, und kehrt ins Meer zurück, wohin die 8 cm langen Jungen folgen, um erst nach erlangter Reise wieder in den Flüssen zu erscheinen. Das Fleisch ist frisch und gesalzen sehr schmackhaft. Die amerikanische Maräne (Whitefisch, C. albus Lesueur, s. Tafel »Künstliche Fischzucht I«, Fig. 4) kommt in den großen Seen der Vereinigten Staaten in großer Menge vor und ist dort als Volksnahrungsmittel von Wichtigkeit. Da sich aber seit Jahren eine bedeutende Abnahme dieses Reichtums zeigt, hat man den Whitefisch künstlich gezüchtet und zwar mit ausgezeichnetem Erfolg.
5744 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    renkeswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    renke swv. ziehe hin u. her, zerre, dehne. lât iuwer zücken sîn. ich bîʒ iu in die hant, renkent ir mich mêre wolf in de…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    renkeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    renke , F. nhd. hinterhältige Handlung zum Nachteil anderer, Machenschaft, Fopperei, Streich Q.: Nic. Gryse Spegel Ff 3v…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rênke

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Die Rênke , plur. die -n, eine im Oberdeutschen übliche Benennung einer Art Weißfische, welche sehr schmackhaft sind, ei…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Renke

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Renke ( Coregonus Art .), Gattung aus der Familie der Lachse ( Salmonidae ), Fische mit etwas seitlich zusammengedrückte…

  5. modern
    Dialekt
    Renke

    Rheinisches Wb.

    Renke = Schnalle s. Rinke.

  6. Spezial
    Renke

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ren|ke (Coregonus sp.) f. (-,-n) ‹itt› coregon (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit renke

29 Bildungen · 6 Erstglied · 21 Zweitglied · 2 Ableitungen

renke‑ als Erstglied (6 von 6)

renke

KöblerMhd

renke... , st. M. Vw.: s. ranc

Renkeisen

RhWB

renke·isen

Renk-eisen Bitb , Prüm n.: eiserne Stange am Wagen, die die Vorderachse mit der Wog verbindet.

renkelîn

Lexer

renk·elin

renkelîn stn. dem. zu ranc. der kluogen renklîn vol Mœrin 27 b ;

renkeln

RhWB

renk·eln

renkeln -E- Wittl-Eisenschmitt schw.: den Rodelschlitten r., lenken.

renkelīn

KöblerMhd

renke·līn

renkelīn , st. N. nhd. Ränklein Q.: Mörin (1453) E.: s. ranc (?) W.: nhd. Ränklein, N., Ränklein, DW- L.: Lexer 167a (renkelīn), LexerHW 2, …

renken

FWB

1. ›etw. drehen, drehend (und streckend) hin und her bewegen‹ (meist auf den Körper, auf ein Körperteil bezogen, seltener ütr. auf Abstrakta…

renke als Zweitglied (21 von 21)

schrenke?

KöblerMhd

*schrenke? , st. N. Vw.: s. ge- E.: s. geschrenken, schrenken

gedrenke

KöblerMnd

ged·renke

gedrenke , N. nhd. Trank, Getränk, schwaches Bier, Hausbier, Trinkgelage, Festlichkeit Vw.: s. vȫr- Hw.: s. drenke (1); vgl. mhd. getrenke E…

geschrenke

Lexer

ge-schrenke stn. coll. zu schranke Gr.w. 3, 604. Tuch. 298,29.

getrenke

Lexer

get·renke

ge-trenke stn. BMZ coll. zu tranc, trinkgelage Jer. Livl. ;

höusprenke

KöblerMhd

höusprenke , sw. M. Vw.: s. höusprinke

mandrenke

KöblerMnd

mand·renke

mandrenke , F. nhd. „Menschenertränkung“, schwere Sturmflut mit großen Menschenverlusten Hw.: s. mandrenkelse E.: s. man (1), drenke L.: Mnd…

nādrenke

KöblerMnd

nādrenke , N. nhd. Nachfeier E.: s. nādrenken, nā (3), drenke (1) L.: MndHwb 2, 1054f. (nâdîken/nâdrenke) Son.: örtlich beschränkt

oberenke

DWB

ober·enke

oberenke , m. oberknecht ( s. enke th. 3, 483) Michelsen der Mainzer hof in Erfurt 18 .

ougenkrenke

Lexer

ougen·krenke

ougen-krenke stf. krenke für die augen. sîn wâpenroc der tiure ist gar ein ougenkrenke j.Tit. 2965.

pērdedrenke

MNWB

perde·drenke

pērdedrenke , f. : (ggf. befestigte) Stelle an der Pferde getränkt und gesäubert werden, Pferdeschwemme.

pērdedrenke

KöblerMnd

pērdedrenke , st. F. nhd. „Pferdetränke“, Stelle an der Pferde getränkt und gesäubert werden, Pferdeschwemme E.: s. pērt (1), drenke (2) W.:…

quekdrenke

KöblerMnd

quek·drenke

quekdrenke , F. Vw.: s. quikdrenke L.: MndHwb 2, 1801 (quekdrenke)

quikdrenke

KöblerMnd

quik·drenke

quikdrenke , F. nhd. Viehtränke Q.: Nd. Jb. 39 111 E.: s. quik, drenke (2) L.: MndHwb 2, 1810 (quikdrenke) Son.: örtlich beschränkt

sprenke

DWB

sprenke , f.? 1 1) dasselbe wie sprenkel (I): fleck oder sprenken in der haut. Dan. v. Czepko Coridon. 2 2) entsprechend sprenken, verb. 2: …

unterenke

DWB

unter·enke

unterenke , m. , s. th. 3, 484; gs. oberenke; synonym kleinencke th. 5, 1107; mhd. underenke: encke ... ist ein nahme, welcher ... den fuhrk…

vȫrdrenke

KöblerMnd

vȫrdrenke , N. nhd. Vorgelage, Vorfeier Hw.: s. vȫrgedrenke E.: s. vȫr (4), drenke (1) L.: MndHwb 1, 802 (vȫr[ge]drenke) Son.: langes ö

vȫrgedrenke

KöblerMnd

vȫrgedrenke , N. nhd. Vorgelage, Vorfeier Hw.: s. vȫrdrenke E.: s. vȫr (1), gedrenke L.: MndHwb 1, 802 (vȫr[ge]drenke) Son.: langes ö

Ableitungen von renke (2 von 2)

Gerenke

Campe

Gerenke , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

verrenke

BMZ

verrenke swv. ziehend ( oder drehend? ) aus der gewohnten lage bringen, verdrehen. er greif in bî dem ôre unde verranctʒ im hin und her wolf…