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reinfano

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EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

reinfano

reinfan*AWB m. a-St., reinfanoAWB, reinifanoAWB
m. an-St., seit dem 10. Jh. in zahlreichen Gl.:
‚Rainfarn; athanasia, marrubium, panaceta,
raphanum, stincus [= stingus], tanaceta,
tanacetum‘ (Tanacetum vulgare L.), eigtl.
‚Grenzfahne‘ (mhd. reinvan st.m., reinvane
sw.m. ‚Rainfarn‘, nhd. Rainfarn m. ‚zu den
Korbblütlern gehörende Pflanze mit fiederteili-
gen Blättern und zahlreichen halbkugeligen,
gelben Blütenköpfchen ohne Randblüten‘, nhd.
mdartl. schweiz. rainfane f. ‚Rainfarn, am Rain
wachsende Stängelpflanze‘ [Schweiz. Id. 1,
831
], schwäb. rainfane, daneben -farn m.
‚Rainfarn, Schafgarbe‘ [Fischer, Schwäb. Wb.
5, 116 f.; 6, 2 Nachtr. 2743], bair. rainfan m.
‚Rainfarn‘ [Schmeller, Bayer. Wb.² 2, 106], thür.
rainefahne f. ‚Rainfarn‘ mit weiteren volks-
etym. Umdeutungen wie rainefaden f. ‚dss.‘,
rainefase[r] ‚Rainfarn, Schafgarbe‘, rainepfahl
‚dss.‘ neben standardspr. rainfarn [Spangen-
berg, Thür. Wb. 5, 21]; vgl. auch steir. rainfel
m. ‚Rainfarn‘ [Unger-Khull, Steir. Wortschatz
489] mit volksetym. Umgestaltung des KHG
und meckl. regenfahn m. ‚Rainfarn‘ [Wossidlo-
Teuchert, Meckl. Wb. 5, 847 s. v. Reinfor] mit
Umbildung des KVG; as. rēnifano m. an-St.
‚Rainfarn; tanacetum‘ [in Gl.], mndd. reine-
vane m. ‚Rainfarn‘; mndl. reinvane m. ‚dss.‘).
Die auf Rainen wachsende Pflanze wurde we-
gen ihres hohen Wuchses als Grenzzeichen an-
gesehen. Die Ähnlichkeit der Blätter mit denen
des Farnkrauts veranlasste bereits im 15. Jh. die
Umdeutung von fane zu farn (vgl. Marzell
[1943–79] 2000: 4, 581 f.). Determinativkomp.
mit subst. VG und HG. S. rein, fano. – reingras*AWB
n. a-St., Gl. 3,535,36 (in 2 Hss., 13. Jh. und letz-
tes Viertel des 13. Jh.s). 548,42 (in 2 Hss., 14.
Jh., bair.[-obd.] und 14. Jh., frk.). 42/43 (Hs. 14.
Jh., Zeit des Gl.eintrags unbekannt): ‚Sumpf-
gras, Riedgras, Segge; alga‘ (Carex L.) (mhd.
reingras st.n.alga‘; mndd. reinegras n.
‚Segge; alga‘ [in Gl.]). Das KVG rein- des De-
terminativkomp. bedeutet hier nicht ‚Grenze‘,
sondern wohl ‚Meeresufer‘, eine Bed., die im
Mhd. bezeugt ist (Lexer 3, Nachtr. 347). Vgl.
auch Marzell [1943–79] 2000: 1, 830. S. rein,
gras. – reinhaftAWB adj., im Abr (1,66,4 [Pa, Kb,
Ra]): ‚keusch; caelebs‘. S. reini, (-)haft¹. – reinherzirein
herziAWB
adj., substantiviert reinherzo, nur Npg:
‚einer, der reinen Herzens ist; mundus corde
(vgl. mhd. reinhërzic adj.mundo corde‘, ält.
nhd. reinherzig adj. ‚reinen Herzens‘; mndl.
reinhertich adj. ‚dss.‘; aisl. hreinhjartaðr ‚dss.‘;
got. hrainjahaírts* adj. ‚dss.; καϑαρὸς τῇ
καρδίᾳ‘ [für zu erwartendes *hraini-; vgl.
Braune-Heidermanns 2004: § 88a Anm. 2]).
Das adj. Possessivkomp. ist mit dem Fortsetzer
des Suff. urgerm. *-i̯a- erweitert (vgl. Carr
1939: 93). S. reini, herza. – Ahd. Wb. 7, 860.
865 f.; Splett, Ahd. Wb. 1, 203. 231. 385. 739.
740; eKöbler, Ahd. Wb. s. vv. reinfano, rein-
gras, reinhaft, reinherzi; Schützeichel⁷ 257;
Starck-Wells 478 f. XLV; Schützeichel, Glossen-
wortschatz 7, 371 f. 373 f.
3057 Zeichen · 159 Sätze

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    reinfano

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    reinfano s. rein(i)fano.

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Zerlegung von reinfano 2 Komponenten

rein+fano

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Cotta, M. (2026). „reinfano". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/reinfano/ewa
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Cotta, Marcel. „reinfano". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/reinfano/ewa. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „reinfano". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/reinfano/ewa.
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