rebhuhn,
n. 11)
der vogel tetrao perdix, feldhuhn, ackerhuhn. ahd. repahuon, rephuon, rebhuon,
mhd. in sehr schillernden formen: perdix rephuon, repphuon, reppehuon, rebhuon, riphuon, rapphuon, rabhuon, raubhuon, rupf-
l. ropfhüenlein Dief. 425
a,
vgl. rufhuhn Nemnich 4, 1443;
mnd. raphôn
perdix Schiller-Lübben 3, 421
b;
norweg. raphöne,
schwed. raphöna
und raphöns.
der ahd. name würde besagen huhn, das sich in den reben aufhält; da indes dies für die lebensart des vogels nicht zutrifft (
indem er gewöhnlicher auf feldern als in weinbergen sich aufhält),
die niederdeutsche und scandinavische form des wortes, die von der ahd. nicht zu trennen ist, dieser deutung auch gänzlich widerspricht (
ohne dasz sie deswegen eine beziehung auf das niederd. niederl. dän. adjectiv rap
hurtig, flink sp. 59. 121
zuliesze, der wieder die althochd. form entgegensteht),
da ferner die aus dem späteren mittelalter bezeugten hochdeutschen formen sehr schwankend sind: so ist die vermutung nicht abzuweisen, dasz in dem ersten theile der zusammensetzung ein fremder, nur seit uralten zeiten umgedeutschter ausdruck vorliege; ob ein slavischer, nach littauisch kurapka,
böhm. kuroptwa,
steht dahin. alte erklärungen lassen den namen von der stimme des vogels kommen: perdix haiʒt ain rephuon und hât den namen von seiner stimm. Megenberg 215, 8; rauschende stimm (
der rebhühner), von welcher sy den namen dann überkommen. Heuszlin
vogelb. 191
b;
was aber zunächst sich nur auf den griechischen und lateinischen namen bezog: diser vogel hatt bei den Griechen und Latinern seinen namen von seiner stimm: dann kein vogel hatt mer ein kirsende stimm (gleich einer sagen) dann diser. 192
a.
das rebhuhn
als feldvogel und jagdwild: ein vogil ist unde heiʒit perdix, rephuon, unt ist vil ungetriu.
physiologus in den fundgr. 1, 35, 1; diu rephüenr haben die art, wenn si der vogler vâhen wil, sô denn daʒ erst in daʒ netz kümt, so laufent diu andern alle nâch im. Megenberg 215, 32; wie man ein rephun jagt auf den bergen. 1
Sam. 26, 20; es machend die alten schreiber fürausz zwei gschlächt der räbhüneren, eins klein, das ander grosz. Heuszlin
vogelb. 111
b; die räbhüner und wachteln sind so unkünsch, dasz sy auf die weidleüt oft fallend, und ausz forcht verblendt, jnen oft auf jre köpf sitzend. 112
a; es werden auch rephuner und ander vögel als schnepfen mit netzen gefangen. Feierabend
falknerei 47
a; ein rephun mit dem schild, ist der hahn oder männlein von den grauen rephüneren, welches umb die augen feuerroth auszsihet, und unten an der brust einen liechtbraunen, wie ein hufeisen geformten flecken hat (so man den schild nennt).
jagdsergötzungen 2, 4; wie man einen ganzen haufen, oder karte rephüner an dem ort, wo man sie anätzet, fahen könne. 22;
sprichwörtlich: es ist besser ein spatz in der hand, dann ein rephuon im luft. Agr.
spr. 337
a; diu rephüenre einander stelnt ir eier (daʒ si sêre helnt) und brüetent s'ûʒ als ir kint. Freidank 144, 11; den tückischen wein, der wie das auge des rebhuhns röthelt, vom blut Amors erhitzt ist. Ramler 1, 60;
als leckerbissen: nu wolhin, wie woll wir im denn tun? so esz wir ainn hering für ain rephun.
fastn. sp. 622, 1; ain pfunt mansflaischs ir vil lieber wer, denn edels wilprets zehen zentner schwer. darümb wer ir recht und wol wöll thun, der geb ir ain wurst für ain rephun. 748, 25; da halt wir heint gros gasterei, hecht, forhen wir peraiten lasen, vögl, capaune, rephünr und hasen, und drinken darzu malvasier. H. Sachs
fastn. sp. 2, 34, 240; man setzt im für ans fürsten tische .. frisch kapaun und rebhüner gut.
dicht. 1, 223, 16
Gödeke; fünf rebhüner er auch zerlegt, mit zimet negelein besteckt. 224, 35; welch ein feiner geschmack in dem fleische des südlichen rebhuhns, das mit besonnterem korne sich äzt, und der beere des weinstocks! Voss 2, 225,
gemeint ist das rothe rebhuhn, griechische rebhuhn,
tetrao rufus, eine südliche art des rebhuhns. Nemnich 4, 1444; dises gröszer räbhuon, wirdt zuo teütsch ein pernijssen, parnijsse, ein wältsch räbhuon, oder ein rot räbhuon genennt. Heuszlin
vogelb. 105
b. 22)
die ältere sprache nannte rebhuhn
auch die wachtel, tetrao coturnix und den wachtelkönig, rallus grex: ahd. rephuon
coturnix, orthygometra Graff 2, 959;
coturnix reppenhuon, reppehuon, rephuon, riphuon, rapphuon,
niederd. raphon Dief. 154
b;
ortygometra rephun, prachvogel 401
b. 33) rebhuhn,
name verschiedener schalthiere: buccinum perdix, rebhuhn, ballschnecke. Nemnich 1, 703;
cypraea vitellus, das kleine rebhuhn. 2, 1354;
nerita cancrena, der knotennabel, das rebhuhn. 3, 716. 44) rebhühner,
in der artillerie, viele granaten, welche zugleich mit einer bombe, wie ein volk rebhühner, von welchen die bombe die mutter vorstellt, aus einem mörser geworfen werden. Eggers
kriegslex. (1757) 2, 377; rebhühner
oder wachteln. Jacobsson 7, 41
a.