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raude

nhd. bis sprichw. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

raude f.

Bd. 14, Sp. 255
raude, räude, f. grindiger ausschlag am körper, bei menschen und thieren. die doppelform mit und ohne umlaut schon ahd., rûda, scabies, impetigo, ulcus Graff 2, 490 und scabie, riudi Steinmeyer-Sievers 2, 633, 13; ebenso mhd. riude und rûde. im niederd. sprachgebiete entspricht alts. hrûtha: scabiem rhûthon endi scavathon Prudentiusglossen in Haupts zeitschr. 15, 528, 621; mnd. rûde; ruyd, scabies Kilian; altnord. das masc. hrûðr, kruste, schorf einer wunde, welches letztere, wie das altsächs., für das wort die ursprüngliche ahd. form hrûda bezeugt. vielleicht urverwandt ist lat. cruor blut, crûdus blutig, roh, vergl. Kluge etymol. wörterb. 265b. glabor rewd, raud, rud, reude, reuden Dief. 264a; impetigo dürre rüde l. rüdigkeit, rewd, rude 288c; prurigo kretz, rawde, grint, rud, rauden l. reuden 469b; scabies rude, raude 515a; scabies raud, kretzigkeit Calepin 1303; die raud, scabies Maaler 326a; die rud, raud, scabies, impetigo, petigo 336c; unterschieden ist raude, scabies, psora, böse raud, lepra, schüpechtige raud zwischen den härlin des haupts, barts oder augbrawen, erbgrind, porrigo, schüpechtige raud, lichen, mentagra Dasyp.; dürre raude, sicca scabies Stieler 1526; es ist aber die räude zweierlei, nemlich die trockene, ... die andere räude ist dick und feucht. öcon. lex. 1964; auch auf eine krankheit von bäumen ist der name übertragen, vergl. baumräude und räudigkeit. wo alle solche faule wasser und solche vischwasser und der würmer ein region einfassen, was sich des gebraucht, der rauden und kretze unterworfen sein musz. Paracelsus baderbüchl. (1565) 669; das macht linde und weisze händ und vertreibt alle rauden. Gäbelkhover arzneibuch (1599) 2, 113; für rauden der händ. 4, 328; ein wasser für kleine beiszende rauden. 4, 332; wär ich nur ein giftiges wisserl, ich wolt sie im hofgarten einmahl anblasen, dasz sie solt rauden und krätzen bekommen, dasz man alle tag ein landmetzen kunt von ihr schaben. Abr. a S. Clara Judas 1, 59; wenn der alte kettenhund .. ungefähr die räude bekäme. ehe eines mannes 253; bei denen pferden entspringet auch wol die räude daher, wenn man die pferde heftig arbeiten und dabei hunger leiden lässet. öcon. lex. 1964; wider die räude des rindviehs. 1966; da aber der kaiser Napoleon den groszen plan entworfen hatte, alle mächte des festen landes von den Engländern abwendig zu machen, und ihren schiffen und waaren alle seehäfen zu verschlieszen, und kurz, es sollte kein mensch mehr mit ihnen zu schaffen haben, wie wenn sie alle die raude hätten. Hebel 2, 123; kein raud noch gschwer kumbt jn mer an. Wickram irr reitend bilger C 3; dasz nichts deütsches mehr an ihm zu spüren wäre, sogar auf seiner haut des Franzmanns raude tregt. Reinh. von Freientahl (1700) 212; bildlich: o armer narr wie bist so blindt, du vörchst die rud, und findst den grindt. Brant narrensch. 3, 16; das wort erscheint auch als masc.: ditz ist ein gutte salb zu dem rauden. Ortolf arzneipuch (1477) 22a; wir müssen ins gemein nach dem scheine richten; keinen nicht aussätzig heiszen, bis wir den rauden sehen. Butschky Patm. 627; sowie im plur., wenn verschiedene arten der krankheit gemeint sind: der stein Antipathes ist ganz bewert wider die rauden und aussatze. Frölich Stob. 479; alle flechten, rauden und grinde (im gesicht) zu vertreiben. Hohberg 1, 268a; scabiosa, ein gar bekanntes kräutlein, ... ist gut für das stechen um die brust, und apostem, für die husten, für rauden und grinde, für allerlei geschweren im leib. 553a; bei allen räuden soll man observiren, dasz man zuvor innerliche mittel brauche. öcon. lex. 1963. sprichwörtlich: den letzsten kommen die rauden an. S. Frank sprichw. 1, 52a; wer die räude fürchtet, kriegt den grind. Simrock sprichw. 441.
3763 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    RaudeDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Die Raude , Mz. — n , die rauhe harte Haut oder Rinde über einer Wunde; auch, der Ruf , N. D. Roof, Rave, Robe , sonst d…

  2. Sprichwörter
    Raude

    Wander (Sprichwörter)

    Raude 1. Besser die Rauden am Leib als ein böses Weib. – Sutor, 457. 2. Die Raude frisst die Haut, böss Weib versalzt da…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit raude

32 Bildungen · 30 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

raude‑ als Erstglied (30 von 30)

Raudenjäger

MeckWB

rauden·jaeger

Raudenjäger m. bei der Eisfischerei treibt an jeder Seite der Wad' ein Fischer die Raud', an welcher die Wad' befestigt ist, von einem Eislo…

Raudenkorf

MeckWB

rauden·korf

Raudenkorf Pl. -körw m. aus Ruten geflochtener Korb, der Fangkorb der Fischerei, die Reuse: 'vor 2 bunt korfroden, 13½ sch. vor rodenkorve t…

Raudenland

MeckWB

rauden·land

Raudenland n. Acker, der nach Ruten zum Kartoffelanbau verpachtet wurde Ha Witt .

Raudenlock

MeckWB

rauden·lock

Raudenlock Pl. -löcker n. kleines Eisloch; meist mehrere zwischen den beiden großen beim Fischen Blume 14.

Raudentorf

MeckWB

rauden·torf

Raudentorf m. Trettorf, wird nach Ruten an die Torfarbeiter bezahlt Schw Witt .

Raudenwell

MeckWB

rauden·well

Raudenwell f. Welle, welche durch die Windmühlenflügel betrieben wird; auf ihr sitzt das große Kammrad; vgl. Mœhl (Bd. 4, 1228).

Rauder1

MeckWB

Rauder 1 , Räuder, -o-, -ö-, Ror, Rur n. Ruder 1. das Steuerruder auf größeren Wasserfahrzeugen: 'efft iemandt ... einem andern broder (der …

Rauder2

MeckWB

Rauder 2 Reimwort auf Brauder im Anruf des Kindes an den Storch: Adebor, du Rauder, Bring' mi 'n lütten Brauder Reut. 5, 349; Wo. V. 2, 1244…

Rauderblatt

MeckWB

raud·er·blatt

Rauderblatt -ö- n. das platte Ende eines Riemens oder Ruders. Me. 4, 144.

Rauderdollen

MeckWB

raud·er·dollen

Rauderdollen Pl. f. Pflöcke zum Festhalten der Ruder: -o- Bri. 2, 133.

Raudergänger

MeckWB

raud·er·gaenger

Raudergänger m. der Matrose am Steuerruder: bi swer Wäder sünd twee Rorgängers Ro Dänd .

Raudergeld

MeckWB

raud·er·geld

Raudergeld n. eine Geldabgabe der Schiffer: 'das Roder- und kopgeldt' (1600) Burm. Bürg. 118.

Rauderhaken

MeckWB

raud·er·haken

Rauderhaken m. Haken des Steuerruders: den lenßen Roderhaken, wur de Lik (Leiche) an hängt hadd' Bri. 4, 52. Me. 4, 144.

Rauderhus

MeckWB

raud·er·hus

Rauderhus n. Gehäuse für den Steuermann am Ruder; Frage: Wat liggst du an? Wohin lenkst du das Ruder? Darauf die mutwillige, die Frage mißde…

Rauderjoch

MeckWB

raud·er·joch

Rauderjoch n. die Stelle, worin die Rauderpinn steckte Ro Dänd .

Rauderknacken

MeckWBN

raud·erknacken

Wossidia Rauderknacken m. Riemenlager am Boot aus einem Kantholzstück: Rooderknaggen ( Schö Schönberg@Boltenhagen Bolt ) Rud. Handb. Boote 7…

Rauderkrück

MeckWB

raud·er·krueck

Rauderkrück -ö- f. Krücke am Ruder, s. Abb. Krückrauder (Bd. 4, 697).

Rauderlagg

MeckWBN

Wossidia Rauderlagg n. dass.: Röderlach ( Wa Waren@Malchow Malch ) Rud. Handb. Boote 50.

raudern

MeckWBN

raud·ern

Wossidia MeckWB raudern rudern; auch für stehend-schiebendes Rudern mit einem Riemen: rödern (Wa) Rud. Handb. Boote 53.

Rauderpinn

MeckWB

raud·er·pinn

Rauderpinn f. Hebelarm am Steuerruder, Abb. ob. Kahn Nr. 15 (Bd. 4, 32); die Handhabung ausführlich beschrieben durch Wo. Seem. 1, 191; Roor…

Rauderpupp

MeckWB

Rauderpupp f. 'Puppe', Figur am oberen Ende der hölzernen Rauderpinn: Roderpinn un ne Roderpupp is hüt noch (1915) up weck hollandsch Schäpe…

Rauderrad

MeckWB

raud·er·rad

Rauderrad Pl. -räd' n. das Rad, mit welchem das Steuerruder bewegt wird; Ersatz der älteren Rauderpinn Wo. Seem. 1, 191.

Raudersmann

MeckWB

Raudersmann -o- m. der steuernde Matrose, ausführlich Wo. Seem. 1, 192; Ruursmann (1927) Wi Kirchd ; Wo. Seem. 2, 149; Rodersmann Egg. Trems…

Raudersmig'

MeckWB

Raudersmig' f. Haltestelle des Steuerruders, s. Abb. ob. Kahn Nr. 16 (Bd. 4, 32); die Wortform schwankt: de Rodersmick, wo dat Roder inhuukt…

Rauderstang'

MeckWBN

raud·er·stang

Wossidia Rauderstang' f. Riemenstange, die in das Rauderblatt ausläuft: Röderstang' Wo. Sa.

Raudertörn

MeckWB

raud·er·toern

Raudertörn m. die Zeit, die der einzelne am Ruder stehn mußte Wo. Seem. 1, 191; de Timmermann hett den iersten Rodertörn, d. h. er steuert b…

raude als Zweitglied (2 von 2)

fuchsraude

DWB

fuchs·raude

fuchsraude , f. eine krankheit der schafe, die der raude gleicht, wie sie die füchse haben. auch bei menschen das ausfallen der haare des ko…

mēdevraude

KöblerMnd

mēdevraude , F. Vw.: s. mēdevröude

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „raude". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/raude/dwb?formid=R01451
MLA
Cotta, Marcel. „raude". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/raude/dwb?formid=R01451. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „raude". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/raude/dwb?formid=R01451.
BibTeX
@misc{lautwandel_raude_2026,
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