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Raps

nhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
14 in 12 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
71
Verweise raus
15

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Raps

Bd. 16, Sp. 605
Raps (korrumpiert aus Rapsaat; Rapskohl, Kohlraps, Reps, Lewat, Brassica Napus L.), eine Kruzifere (s. Brassica), wird in zwei Varietäten: als Ölfrucht und mit verdickter Stengelbasis und Wurzel als Kohlrübe, kultiviert. Die erstere, B. Napus oleifera D C., tritt wieder in zwei Formen: als Sommerraps var. annua Koch und als Winterraps var. hiemalis Döll., auf. Letztere findet sich am häufigsten in Kultur. Der Sommerraps (Kohlsaat, daraus korrumpiert das französische Colsat, Colza) wird besonders in Frankreich und Belgien gebaut. Nach England kommt sehr viel Rapssame aus Ostindien. Der Rübsen (Brassica rapa oleifera DC.) von B. rapa L. abstammend, wird ebenfalls in zwei Formen: als Sommerrübsen var. annua Koch und als Winterrübsen var. hiemalis Martens. kultiviert. Eine Varietät des Rübsens, der Biewitz, hat ein braunes Korn, das in der Größe etwa die Mitte zwischen dem großen R. und dem kleinen Rübsen hält. Ein kleineres Korn hat der Awehl, eine zweite Varietät des Rübsens. Vgl. Ölfruchtbau. Die Samen beider Pflanzen werden auf fettes Öl (Rüböl, Rapsöl) verarbeitet; Rübsen, besonders Sommerrübsen, dient auch als Vogelfutter, und die Rückstände von der Ölbereitung sind die als Viehfutter und Dünger wichtigen Ölkuchen. Die Kohlrübe (Boden-, Erd- oder Unterkohlrabi, Erdkohlrabi, Kraut-, Steckrübe, Wruke, Dorsch, Rutabaga, Schwedischer Turnips, Brassica Napus esculenta DC. oder B. Napobrassica Döll., s. Tafel »Gemüsepflanzen I«, Fig. 9), in mehreren Varietäten mit gelbem oder weißem Fleisch kultiviert, fordert tiefgründigen, bindigen, durch Humus- und Kalkgehalt milden Boden, warme Lage und Frische. Man sät im April oder Mai oder pflanzt um Johannis und verfährt wie bei der Runkelrübenkultur. Kurz vor der Ernte, die ziemlich spät erfolgen kann, blattet man ab und hebt dann die Rübe unverletzt heraus. Man erntet etwas weniger als von Runkeln; aber die Kohlrübe ist nahrhafter und gibt ein vortreffliches Futter, auch wird sie als Gemüse gegessen. Sie enthält 1,50 Stickstoffsubstanz, 0,21 Fett, 8,22 stickstofffreie Extraktstoffe, 1,32 Rohfaser, 0,92 Asche und 87,80 Wasser. Die Wasserrübe (weiße Rübe, Brachrübe, Saat-, Stoppelrübe, Turnips, auch Steckrübe, B. rapa rapifera Metzg., s. Tafel »Futterpflanzen II«, Fig. 9) wird in sehr verschiedenen Varietäten (die aber sämtlich durch einen Gehalt von ätherischem Öl einen mehr oder weniger eigentümlichen pikanten Geschmack besitzen) in plattrunden oder rundlichen Formen mit dünnem Wurzelende (Mairübe, Tellerrübe, Scotts Bastardrübe, Auvergner, Schweizer, Sandrübe, Kugelrübe, Rübe von Marteau, Klumprübe, Bortfel der Rübe, s. Tafel »Gemüsepflanzen I«, Fig. 10), auch in länglichen Formen, die sich nach unten allmählich zuspitzen (Rübe von Meaux, Guckelrübe, deutsche oder Pfälzer Rübe, Herbstrübe, Spitzrübe, Stickelrübe, lange Rübe), kultiviert. Zu letztern gehört auch die Teltower Rübe, die aber ebenso wie die andern Varietäten je nach Boden, Kultur und Klima sehr stark variiert und leicht ausartet. Die Wasserrübe bedarf als Stoppelfrucht zu ihrer Entwickelung nur 12–14 Wochen. Leichter, nahrhafter, nicht dürrer Sandboden sagt ihr am meisten zu. Tiefe, lockere Krume ist wesentliche Bedingung zu ihrem Gedeihen. Man sät meist breitwürfig, weit vorzuziehen ist aber die Drillkultur, bei der man den Reihen 25–30 cm Entfernung gibt. Die Reihen werden behackt, die Pflanzen in den Reihen auf 20–30 cm Entfernung vereinzelt. Die Wasserrübe ist ein gutes Beifutter für Schafe und Rindvieh, darf letzterm jedoch nicht in zu großen Mengen gereicht werden, soll die Milch nicht einen faden Beigeschmack annehmen. Sie enthält 90,67 Wasser, 1,12 Stickstoffsubstanz, 0,24 Fett, 6,06 stickstofffreie Extraktstoffe, 1,10 Rohfaser, 0,76 Asche. Die Teltower Rübe enthält 3,52 Stickstoffsubstanz, 0,14 Fett, 1,24 Zucker, 10,10 sonstige stickstofffreie Extraktstoffe, 1,82 Rohfaser, 1,28 Asche, 81,90 Wasser.
3904 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Raps

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Raps und

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Raps

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Raps , oberdeutsch Reps , Kohlreps, eine Kohlart (s. Kohl); Rübsen , Rübsamen, eine Rübenart, die durch Anamorphose verä…

  3. modern
    Dialekt
    raps

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    raps Band 6, Spalte 1216 raps 6,1216

  4. Sprichwörter
    Raps

    Wander (Sprichwörter)

    Raps 1. Beim Raps ist der erste Kaufmann der beste. – Schambach, II, 20. 2. Raps, raps in meinen Sack, ein anderer habe,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit raps

49 Bildungen · 45 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

raps‑ als Erstglied (30 von 45)

Raps(ch)

Idiotikon

Raps(ch) Band 6, Spalte 1217 Raps(ch) 6,1217

Rapsacker

SHW

Raps-acker Band 4, Spalte 1227-1228

Rapsblüte

SHW

Raps-blüte Band 4, Spalte 1229-1230

Rapshonig

SHW

Raps-honig Band 4, Spalte 1229-1230

Rapskuchen

SHW

Raps-kuchen Band 4, Spalte 1229-1230

Rapsstroh

SHW

Raps-stroh Band 4, Spalte 1229-1230

Rapsärn

SHW

Raps-ärn Band 4, Spalte 1229-1230

rapsaat

DWB

rap·saat

rapsaat , f. brassica napus silvestris, rübsamen, rübsaat. namentlich niederdeutsch. Nemnich 1, 666 , auch rabsaat; der blühenden rapsaat ge…

Rapsd

WWB

rap·sad

Rap-sad f.n. [verstr.] 1. Rapssamen, Rapssaat ( Dor Wl ); Rübsamen. — 2. Raps. ⟨ Rap - u. Raps - ⟩

rapsblüte

DWB

raps·bluete

rapsblüte , f. blüte des rapses: die rapsblüte ist gelb; zeit solcher blüte: wir giengen in der rapsblüte durch die felder.

rapschellig

WWB

rap·schellig

rap-schellig Adj. (von Erbsen) lange im trockenen Boden gelegen habend und daher nicht aufgehend ( Lst Rü).

rapschen

Pfeifer_etym

raps·chen

rapschen, rapsen Vb. nd. ‘hastig nach etw. fassen’, Intensivum (17. Jh.) zu nd. rapen (s. raffen).

rapschnābel

MNWB

rap·schnabel

*° rapschnābel , m. : vorlauter Mensch, Naseweis , ey welk ên schö̂n discurs welk treflĩke parābel it wêr schlicht genôch van ênen jungen r.…

rapschnābel

KöblerMnd

rapschnābel , M. nhd. Naseweis, vorlauter Mensch E.: s. rap (2), schnābel L.: MndHwb 2, 1862 (rapschnābel) Son.: örtlich beschränkt, jünger

Rapselwīb

Idiotikon

Rapselwīb Band 15, Spalte 159 Rapselwīb 15,159

rapsen

DWB

rap·sen

rapsen , verb. , iterativ zu rappen, raffen; niederd. rapsen, geschwind reiszen, eilig raffen. brem. wb. 3, 434; rappsen, hurtig zugreifen, …

rapsen1

MeckWB

rapsen 1 reißen, raffen: he hett em den Hot von 'n Kopp rapst (1912) Sta Mir ; Zs. wegrapsen ; ablautend rupsen. — Dä. 374 a ; Me. 4, 43.

rapsen2

MeckWB

rapsen 2 in der Zs. verrapsen zu Raps 1 .

Rapser

Idiotikon

rap·ser

Rapser Band 6, Spalte 1217 Rapser 6,1217

rapseⁿ

Idiotikon

rapseⁿ Band 6, Spalte 1217 rapseⁿ 6,1217

raps als Zweitglied (4 von 4)

ripsraps

Idiotikon

rips-raps Band 6, Spalte 1216 rips-raps 6,1216

ripsrepsraps

Idiotikon

rips-reps-raps Band 6, Spalte 1217 rips-reps-raps 6,1217

ripsraps

DWB

rips·raps

ripsraps , s. rips oben sp. 1038 und raps oben sp. 121.

satraps

KöblerAhd

sat·raps

satraps , st. M. nhd. Satrap, Statthalter ne. governor ÜG.: lat. satraps Gl Q.: Gl (765?) I.: Lw. lat. satrapēs E.: s. lat. satrapēs, M., Sa…