Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Polizei f.
Polizei f.
Polizei f. mit besonderen Vollmachten und Pflichten ausgestattetes staatliches Organ, das die öffentliche Ordnung und Sicherheit, gegebenenfalls auch zwangsweise, zu gewährleisten hat und damit der Aufrechterhaltung der bestehenden Gesellschaftsordnung dient (um 1800), älter ‘Sorge eines Staates, einer Obrigkeit um das Wohl der Bürger’ (18. Jh.), ‘Regierung, Verwaltung, Ordnung, Sittenaufsicht in Staat und Gemeinde sowie die dazugehörigen Verordnungen’ (15. Jh.). Frühnhd. obd. policy, polizei (15. Jh.), md. policei (16. Jh., Luther) ist entlehnt aus mlat. politia, policia ‘Ordnung, Verwaltung von Stadt und Staat, Staat’ bzw. ital. polizia ‘(Stadt)verwaltung, öffentliche Ordnung’ (15. Jh., vielleicht älter). Zugrunde liegt lat. polītīa ‘Staatsverfassung’, spätlat. ‘Staatsverwaltung’, aus griech. polīté͞ia (πολιτεία) ‘Bürgerrecht, Staatsverwaltung, Staatsverfassung’, zu griech. polī́tēs (πολίτης) ‘Bürger, Stadtbewohner’, pólis (πόλις) ‘Burg, Stadt, Stadtgemeinde, Staat’. – Polizist m., polizeilich Adj. (19. Jh.). Polente f. gaunersprachliche Abwandlung (19. Jh.) von Polizei. Rotw. 251 f. setzt als lautähnliche Ausgangsform gaunersprachliches Polent ‘Burg, Schloß, Sitz der Obrigkeit, der Behörde’ an, hervorgegangen aus jidd. paltin ‘Burg, Palast’. 2Politesse f. ‘Polizeigehilfin’, Neubildung (20. Jh., lautlich wohl angeglichen an Stewardeß) zu Polizei, unter Rückgriff auf die dem Wort zugrundeliegende Stammform griech.-lat. polit- (s. oben), verbunden mit dem frz. Suffix -esse zur Bildung movierter Feminina (s. Baronesse, Komtesse). In Zusammensetzungen Kriminalpolizei f. (19. Jh.), Schutzpolizei f. (20. Jh.), verkürzt Kripo f., Schupo f. (20. Jh.).